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@Kad Super, ich freue mich total für dich. Und genieße das stolze Gefühl was jetzt aufkommt und nehme die positive Energie mit! 😍😍😍

#101


S
Zitat von Puffel1981:
Was ich damit sagen will, ich glaube eines oder sogar das Hauptproblem sine Verlustängste. Die haben das Grundgerüst geschaffen.

Das hast du gut erkannt und genau daran kannst du arbeiten und damit bist du auch nicht alleine. Wir alle müssen ja mal gehen und verlieren im Laufe des Lebens Menschen die wir lieben. Einen Umgang mit diesen Tatsachen zu finden und nicht daran zu verzweifeln ist fundamental um gut weiterleben bzw. leben zu können.

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Agoraphobie und Urlaub

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Kruemel_68
Zitat von Puffel1981:
Ich beschäftige mich den ganzen Tag damit. Ich habe seit Jahren Gespräche mit meiner Mutter und meinen Vater darüber, und sie helfen wo sie können und beantworten mir alle Fragen ganz offen.

Ein offener Umgang damit ist super und entlastet. Und auch, dass Du mit Deinen Eltern darüber sprechen kannst. Das ist wichtig für den Anfang, um überhaupt erst mal seine eigenen Strickmuster zu erkennen. Dann kommt man aber zu einem Punkt, wo man sich nur noch im Kreis dreht, wenn man ständig im Urschleim rumwühlt.

Die Druckmuster wollen dann einfach nur benannt und akzeptiert werden. Und dann muss man schauen, wo sie einem im Alltag die Petersilie verhageln. Und dann gegensteuern. Großartige Aussprachen, Erklärungen oder Verzeih-Orgien mit den Eltern sind überhaupt nicht nötig. Vor allem, weil die die Dinge oft ganz anders sehen (Erwachsenenbrille vs. Kinderbrille).

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P
Genau so ist es. Mit dem Urschleim das passt ganz gut, ich hatte in den letzten Jahren immer wieder neue Gründe für mich erkannt und benannt, was der angebliche Auslöser gewesen sein soll. Ich hänge immer an den Gedanken fest, eine "schuldige Situation" für meinen Zustand auszumachen. Mein Psychiater sagt immer zu mir: Was hilft es Ihnen zu ergründen, was es nun war oder nicht, oder welche Diagnosen sie haben oder nicht? Wir sind im hier und jetzt, und müssen an den Ängsten arbeiten. Für mich wäre es allerdings schon wichtig zu wissen, was dazu geführt hat. Ich denke, jeder will das der solch eine Krankheit hat.

Ich habe erst vorhin ein tolles Gespräch mit meiner Mutter geführt und wir sind einzelne Situationen mal durchgegangen. Also zumindestens da haben wir keine gegensetzliche Wahrnehmung auf die Dinge gehabt wegen (Kinder und Erwachsenenbrille) sondern wir waren sehr deckungsgleich. Sie wundert sich tatsächlich immer sehr, wie viel Erinnerung ich daran noch habe, weil ich Situationen teilweise bis ins kleinste Detail benennen kann, obwohl ich sehr jung war.

Sie sagt die Verlustangst hatte ich schon als Kind und das über ein normales Maß hinaus weil sie damals eben schon zum Psychiater mit mir musste. Aber mir wird jetzt schon Stück für Stück immer klarer, wieso ich bei meinem Sohn genau so bin. Diese ständige Angst um alle Menschen das ihnen was passiert und sie nicht mehr da sind.

Jetzt muss ich halt daran arbeiten zu akzeptieren, dass das halt der normale Werdegang des Lebens ist. Das schöne ist meine Mutter ist Altenpflegerin seit 40 Jahren und sie hat den Tor jeden Tag auf Arbeit. Sie geht damit natürlich völlig locker um und letztens hat sie mir erzählt, wo das Geld liegt für die Beerdigung und die Vollmacht für alles, es ist alles geregelt und finanziert damit wir damit nicht belastet werden. Ich wollte dieses Gespräch nicht führen, ich habe gemerkt wie ich anfangen will zu weinen obwohl das ein ganz normales Gespräch beim Kuchen und Kaffee war.

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S
Zitat von Puffel1981:
Jetzt muss ich halt daran arbeiten zu akzeptieren, dass das halt der normale Werdegang des Lebens ist.

Genau darum geht es. Akzeptieren was nicht zu ändern ist und im Hier und Jetzt leben.

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CosmicPancake
@Puffel1981 Ich habe jetzt immer noch nicht ganz raus gelesen, inwiefern Du professionelle Hilfe hast und bisher in Anspruch genommen hast? Bei so einer enormen Einschränkung würde sich doch ein stationärer Aufenthalt vermutlich sehr empfehlen, wo man mit Dir in einer sicheren Umgebung in kleinen Schritten wieder mehr Selbstständigkeit üben kann.

#106


P
Ich bin die ganze Zeit in Behandlung bei meinem Psychiater. Ansonsten gibt es keine professionelle Hilfe und ein ein stationärer Klinikaufenthalt schon mal garnicht. Mein Psychiater hat mir bereits im März eine Krankenhauseinweisung gegeben für die Tagesklinik hier bei mir. Da wurde ich schon 2x mal abgelehnt und am 12.08. habe ich erneut ein Termin.

Ich habe auch mit der Krankenkasse gesprochen und gesagt, dass es mir nicht gut geht, welche Möglichkeiten es noch gibt. Antwort war erschütternd. Online Programm kann man mir anbieten. Ich sagte denn, eher in Richtung Psychotherapie von mir aus auch Online oder Klinik und denn telefonierte die gute Dame mit der Fachabteilung um mir hinterher mitzuteilen, es gebe nur ein Versorgungsauftrag mit einem Unternehmen in Deutschland für eine Online Therapie und das auch nur für Menschen bis 22 Jahre. Das war es! Viel Glück für sie. Ich habe auch schon mindestens 20 Praxen angeschrieben, ich habe nicht ein Antwort bekommen, nicht mal ne Antwort wie "tut uns Leid keine Kapazitäten" es kommt einfach garnichts.

Das einzige was mir im Moment bleibt sind folgende Optionen:

- Einweisen lassen (dafür geht es mir aber wohl noch zu gut)

- Den 12.08. abwarten und hoffen, dass sie mich in der Tagesklinik aufnehmen ansonsten Warteliste

- Ich habe mir noch Informationsmaterialien aus anderen Kliniken angefordert, die aber noch nicht da sind. Aber auch da laut Webseite mit Wartezeit und Liste.

- Ich kann jederzeit und sofort Medikamente von meinem Facharzt bekommen.

- Achtsamkeitstraining für mich selber und Plan machen

Das sind derzeit die Optionen. Wie gesagt Tabletten nehme ich seit 3 Monaten Opipramol 100mg, ich darf mit Genehmigung eigenständig bis 300mg aufstocken. Kognitive Verhaltenstherapie und psychisch funktionelle Ergotherapie habe ich bereits früher mal abgeschlossen.

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CosmicPancake
Also das Du seit 20 Jahren keine Psychotherapie bekommst kann weder an der Kasse noch den Therapeuten liegen. Tut mir leid, wenn ich das so direkt sagen muss, aber das ist in erster Linie eigene Schuld. Praxen abtelefonieren (lassen) und parallel noch den zuständigen Terminservice nutzen (z.B. die 116117). Warum solltest du bei dem Schweregrad nicht stationär aufgenommen werden? In einer Tagesklinik sehe ich Dich auch nicht, schließlich musst Du da jeden Tag das Haus verlassen. Für mich ganz klar ein Fall für Stationär. Auch da muss man Mal die Einrichtungen in der Umgebung abtelefonieren.

#108


P
Ich habe auch nie gesagt das ich seit 20 Jahren suche oder wo steht das? Und ne Psychotherpie habe ich 2018 gemacht, habe ich doch geschrieben und 2020 ne psychisch funktionelle Ergotherapie. Und uch sagte auch, dass es vor dem Urlaub so extrem wurde. Das heisst seit 3 Wochen. Davor bestanden die Probleme auch schon aber nicht in dem Maße, ich habe ja was dagegen getan und zwar meine Therapien gemacht und nun Medikamente. Und wer sagt denn überhaupt, dass ich stationär will oder kann?

#109


S
Vielleicht klappt es ja jetzt mit der Tagesklinik. Traust du dir zu da regelmäßig hinzugehen bzw. wie weit ist diese vom Wohnort entfernt?

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P
Ja, die Tagesklinik ist direkt um die Ecke. Keine 10 Minuten. Das ist ein Krankenhaus. Ich möchte sehr ungern stationär sein. Ich verstehe die Argumentation dahingehend auch, aber ich möchte es erst mit der Tagesklinik versuchen. Ich brauche meine Familie um mich herum. Das mit der Nummer werde ich allerdings mal versuchen.

x 2 #111


S
Das klingt doch gut. Wie seid ihr dort verblieben bzw. wovon hängt eine Aufnahme dort ab?

#112


P
Tja, dass kann ich dir sagen. Damals meinte man zu mir es hängt wohl von vielen verschiedenen Faktoren ab.

- Diagnosen, Einzeltherapien oder Gruppentherapien, passe ich die Gruppe, freie Kapazitäten, Erfolgschancen, dass heisst was wurde schon alle unternommen etc. Und daraus ermitteln aie wohl ob ja oder Nein und ob sofort oder Warteliste. Ich habe auch andere Kliniken angefragt, dort meinte man zu mir das alles über die Anmeldung läuft und mit Wartelisten etc.

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CosmicPancake
Zitat von Puffel1981:
Ja, die Tagesklinik ist direkt um die Ecke. Keine 10 Minuten. Das ist ein Krankenhaus. Ich möchte sehr ungern stationär sein. Ich verstehe die ...

Ich habe eine ähnliche Diskussion geführt. Auch ich "brauche" meine Familie um mich, aber genau das ist auch Teil des Problems. Ich muss lernen alleine klar zu kommen. So wie Du es schreibst, wird Deine Krankheit auch für Deine Familie belastend sein und ein stationärer Aufenthalt kann da allen Parteien helfen zu sich zu finden. Mein letzter stationärer Aufenthalt hat mir insb. dahingehend am meisten geholfen, zu sehen: Ich kann das alles auch alleine schaffen.

x 1 #114


S
Man kann es nicht verallgemeinern, stationär ist nicht für jeden was und auch kein Allheilmittel. Ich war z.B. einmal stationär und habe mich nach drei Wochen selbst entlassen, es war einfach nur furchtbar. Anderen dagegen hat es super geholfen. Man muss halt auch ausprobieren, was für einen geht und was nicht.

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P
Zitat:
Ich habe eine ähnliche Diskussion geführt. Auch ich "brauche" meine Familie um mich, aber genau das ist auch Teil des Problems. Ich muss lernen alleine klar zu kommen. So wie Du es schreibst, wird Deine Krankheit auch für Deine Familie belastend sein und ein stationärer Aufenthalt kann da allen Parteien helfen zu sich zu finden.


Ich verstehe deine Argumentation vollkommen und vielleicht hast du recht damit und dennoch bevorzuge ich die Tagesklinik für mich. Im übrigen haben sie dort auch eine stationäre Station, da es sich um eine psychosomatische Klinik handelt.

Sollten wir bei dem Gespräch zu der Erkenntnis gelangen, dass es besser wäre für mich stationär aufgenommen zu werden, werde ich mir das sicherlich anhören und entscheiden.Es befindet aich alles auf dem selben Geländ, 10 Minuten entfernt.

Ich habe Freunde die ebenfalls in einer Tagesklinik aber auch stationär waren. Die einen schwören auf stationär und die anderen auf Tagesklinik, ich denke da ist nichts in Stein gemeisselt.

Ich bin euch dankbar für jede Diskussion und Hilfe und werde alle Vorschläge in Erwägung ziehen und abarbeiten. Ich habe die Woche auch noch ein Termin mit meinem Psychiater da reden wir nochmal über Medikation. Also ich bleibe am Ball. Ich sage jetzt erstmal gute Nacht.

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Dr. Christina Wiesemann
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