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Hallo zusammen,

ich bin neu hier. Nachdem ich nun wieder die ganze Nacht (leider) nicht nur mit offenen Augen sondern auch mit allen Symptomen die nun mal so zur Angst gehören im Bett sitze, habe ich beschlossen mich endlich hier anzumelden.

Ich bin 23 Jahre alt und habe seit nun 4 Monaten mit der "Angst" zu kämpfen. Angefangen hat alles mit erschwerter Atmung, Schwindel, Beschwerden in der Herzgegend. Es hat nicht allzu lange gedauert, bis mir ein Arzt sagte: "Panikattacke, ganz klar." und seither hat sich auch niemand mehr um körperliche Beschwerden von mir gekümmert. Die Symptome wechseln sich bei mir ab: "Stechen" oder Kältegefühl in der Herzgegend, Atemnot, Druck im Kopf, Hinterkopfschmerzen, Herzklopfen, vor allem fast immer begleitet von trockenem Mund und Harndrang. Ich schrecke im Schlaf auf, oft zur selben Uhrzeit, aber immer kurz nachdem ich eingeschlafen bin. Mal nach einer Minute, mal nach vier Minuten. Ich bin hundemüde, doch jedes Mal, wenn ich einschlafe, schrecke ich erneut auf, mit Herzklopfen und allem drum und dran. Das geht meistens mindestens 2,3 Stunden so. Oftmals lag ich schon wach bis morgens halb 8, was natürlich schrecklich ist...

Bei mir kommt hinzu, dass ich ziemlich depressiv bin (muss sehr oft weinen und bin generell traurig und habe starke Stimmungsschwankungen) und hab dazu eine leichte Zwangsstörung. Familie, Freunde und Studium läuft leider alles eher nicht so gut.

Naja, nun geht es mir also wirklich nicht sonderlich gut... fast alles (bis auf die Panikattacke) was ich hier schreibe ist aber leider nur von mir selbst "diagnostiziert" ich habe leider noch nicht von einem Experten gehört, wie schlecht es um mich steht. Da kann ich nur spekulieren. Worauf ich mit meinem Beitrag hinaus will:
Ich telefoniere und telefoniere, doch ich bekomme nirgends einen Platz für eine Psychotherapie. Mir war natürlich klar, dass es lange Wartezeiten gibt usw, doch auf eine Warteliste schaffe ich es noch nicht einmal. Alle Therapeuten in der Nähe scheinen komplett überfüllt zu sein. Jeder sagt mir, er kann leider niemanden mehr aufnehmen und keiner hat bislang in Aussicht, dass er in nächster Zeit jemanden aufnehmen kann. Was soll ich also tun?

Vielleicht geht es hier ja jemandem genauso. Wie soll man damit umgehen? Mittlerweile macht mich das einfach nur noch fertig, dass ich nirgends einen Therapieplatz bekomme. Eigentlich haben wir hier wirklich viele Therapeuten. Selbst die, die man auf Anhieb durch die Suche gar nicht findet, auch diese Therapeuten haben keine Plätze mehr. Ich bin einfach nur etwas verzweifelt und frage mich, wie ich weiter vorgehen soll. Kann ich mir irgendwie selbst ein bisschen helfen? Oder geht es hier jemandem ähnlich? Wielange habt ihr auf eure Therapieplätze gewartet?

Ich hoffe ich war jetzt nicht zu ausführlich oder hab' einfach zu viel geschrieben. Aber ich bin wirklich froh, dass ich mich jetzt hier angemeldet habe.

Viele Grüße und hoffentlich eine angenehme Nachtruhe,
Phieby

24.05.2014 03:18 • 15.06.2014 #1


12 Antworten ↓


Hallo,

herzlich Willkommen Phieby.

Das liest sich ja alles unschön, ich würde Dir raten alles mal abklären zu lassen, dazu gehört eine hausärztliche sowie gegebenenfalls psychiatrische Untersuchung.

Ich habe hier in meiner Gegend 6 Monate auf einen Therapieplatz gewartet. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt hier 6 bis 8 Monate.

Wenn Du so großen Leidensdruck hast wäre es zu überlegen vielleicht unterstützend Medikamente ein zu nehmen. Aber wie gesagt, gehe bitte mal zum Arzt.


LG

24.05.2014 08:24 • #2



Angst, Depression, Zwang, ohne Therapie?!

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Zitat von Phieby:
wie schlecht es um mich steht


Gute Nachricht, es steht gut um dich, es ist nur Angst, aber diese Einstellung verhindert das es dir besser geht.

Therapie muss sein ohne Frage, aber du solltest auch nicht alle Hoffnungen auf einen Therapeuten setzen
sondern jetzt schon anfangen selbst an dir zu Arbeiten

Ängste sind die Hölle, und du bist damit nicht allein, vielleicht kannst du schon mal deine Lebensumstände checken
um zu sehen was im Moment falsch läuft, die Ängste selber verschwinden wenn du lernst sie anzunehmen,
und bewusst zu erleben.

Such dir hier im Forum mal Erfolgsberichte und lass alles andere links liegen.

Du kannst auch mal nachsehen ob es bei euch in der Nähe eine Tagesklinik gibt und es da vielleicht schneller geht
dort lernst du mit deinen Ängsten umzugehen.

Das wird wieder, also steh auf und mach den ersten Schritt.

24.05.2014 09:37 • #3


Du kannst auch versuchen bei einem Therapeuten eine Kennenlernstunde zu bekommen , daraus kann sich durchaus ein Therapieplatz ergeben. Ich hatte jedenfalls dieses Glück. Wichtig ist natürlich die Abklärung durch einen Arzt. Tagesklinik ist auch eine Option.

24.05.2014 11:48 • #4


Vielleicht hast du eine psychotherapeutische Ambulanz in deiner Nähe? Oft haben die auch noch Plätze zumindest für eine Kurzzeitintervention.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit über die Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen eine Therapie bei einem Therapeuten zu übernehmen, der keine Kassenzulassung hat, wenn du nachweisen kannst (kannst du ja), dass alle anderen Therapeuten in einem adäquaten Zeitraum keine Plätze für dich haben.
http://www.deutschepsychotherapeutenver ... attung.pdf

24.05.2014 11:55 • #5


Bei mir in der Nähe ist es so, dass es Psychiater gibt, die einmal in der Woche eine Art Notaufnahme machen. Psychiater haben ,so weit ich weiß, auch ein psychologisches Studium gemeistert und können dir dann gegebenenfalls auch ein paar Pillen verschreiben. Die Pillen helfen dir dann hoffentlich die Zeit zu überbrücken bis zur Therapie. Was leider Gottes sehr lange dauern kann. Frage deinen Arzt, der müsste bescheid wissen, ob es in dein nähe etwas Vergleichbares gibt.

Bei mir war es so, dass ich schon um halb sieben morgens da sein musste, mit 15 anderen Leuten. Und dann bis mittags warten, um dran zu kommen. Ich erzähle dir das, weil mein Arzt meinte die wollen damit testen wie leidensfähig man ist, also ob man bereit ist unangenehme Umstände in Kauf zu nehmen, um eine Therapie zu bekommen.

24.05.2014 14:10 • #6


Schlaflose
Zitat von Sing:
Psychiater haben ,so weit ich weiß, auch ein psychologisches Studium gemeistert und können dir dann gegebenenfalls auch ein paar Pillen verschreiben.


So ist das nicht richtig. Psychiater haben ein Medizinstudium mit anschließender Facharztausbildung hinter sich und dürfen deswegen Medikamente verschreiben. Manche haben zusätzlich eine Ausbildung zum Psychotherapeuten und bieten daher auch Psychotherapie an. Psychologen haben Psychologie studiert und mit anschließender Ausbildung zum Psychotherapeuten dürfen sie auch ambulante Psychotherapie anbieten, aber keine Medikamente verschreiben, denn sie sind keine Ärzte.

24.05.2014 14:54 • #7


Ok, dann nehme ich das wieder zurück und habe wieder etwas gelernt.
Danke für die Richtigstellung.

24.05.2014 15:12 • #8


libellchen
Versuch auf jeden Fall zumindest einen oder mehrere Kennenlern-Termine auszumachen. Es kann ja bspw. sein, dass du monatelang auf einen Termin wartest und die Chemie dann einfach nicht stimmt.

Ich schließe mich den anderen an; nimm doch zur Überbrückung die Hilfe eines Psychiaters in Anspruch, das ist völlig adäquat!

25.05.2014 21:29 • #9


vielen Dank für eure Antworten!

Also eine "Kennenlern-Stunde" bzw. Probesitzung beim Therapeuten habe ich nicht bekommen, bei keinem. Ich hab' es noch nicht mal annähernd auf die Warteliste geschafft, so überfüllt sind die hier alle.

Ich war heute beim Hausarzt, nachdem ich das Wochenende eeeendlich rumgekriegt hatte. Habe nun 3 Tage kaum geschlafen. Heute hatte ich "Angst" von 1Uhr nachts bis morgens halb 9, mit allen Symptomen, die man sich so vorstellen kann. Bin dann um 9 eingeschlafen. Und heute Abend war ich beim Hausarzt. Der kann mir leider auch keinen Therapieplatz besorgen. Ultraschall vom Bauch war selbstverständlich in Ordnung. Er hat mir neue Überweisungen geschrieben für den Psychiater und für den Psychotherapeut und als pflanzliches Mittel "Lasea" gegen Angst und Unruhe, mal sehen ob das was bringt. Für die Therapiesuche werde ich vielleicht einfach mal in etwas größerem Umkreis suchen müssen.
Ambulanz gibt es im Krankenhaus auch für psychosomatische Beschwerden, allerdings auch nur mit Termin und da sieht es ganz genauso aus, wie bei allen anderen! Unglaublich.

Ich tue mich nur so schwer, da mir das alles neu ist. Ich bin noch einigermaßen jung und habe keine Ahnung wie man mit einer Angststörung, Depression etc umgeht.. Meinem Verhalten und meiner Verfassung nach scheint es schon eher eine schwere Depression zu sein mittlerweile, ergänzt sich natürlich super mit der Angst. Mein Freund meint auch BurnOut. Stecke momentan leider in einer sehr heftigen Arbeitsphase, die noch mind. bis August andauert. Da bringt mich teilweise schon ein einziges kurzes Telefonat komplett aus der Fassung... Darum wollte ich einfach von jemandem die Einschätzung, ob ich so überhaupt weitermachen sollte. Ich bin in der Endphase meines Studiums und weiß nicht mehr wie ich das alles schaffen soll und ob ich noch durchhalten kann, bis August. Heute Nacht bin ich wieder von 2 Uhr bis morgens um 6 durch die Wohnung getingelt mit allen Symptomen (zittrig, Herz, schwere Atmung, Kopfdruck..), hab meinem Freund zwei Stunden lang die Ohren vollgequatscht. Irgendwann konnte ich wenigstens wieder ins Bett "sitzen" und musste nicht durch die Bude rennen wie eine Irre. Ich weiß nicht, wie das ohne baldige, am besten sofortige Hilfe weitergehen soll

@Sing Das mit der leidensfähigkeit für einen Therapieplatz klingt unglaublich komisch! Ist das wirklich so? Das ist bei Menschen mit einem psychischen Problem oder Leiden natürlich super...

@Lila70 Das mit den Medikamenten würde ich direkt mitmachen, denn so kann es nicht weitergehen. Aber ohne Psychiater/Therapeut komm ich da ja nicht ran, oder?

@darkdays danke für den Tipp mit den Erfolgsberichten. Das werde ich gleich mal machen!

Ich danke euch für die Antworten und Ideen! Ich hoffe heute lässt mich die Angst mal in Ruhe.

26.05.2014 20:55 • #10


Hier gibt es für Notfälle eine psychiatrische Ambulanz. Ich denke das die nächste Psychiatrie bei Euch auch eine hat/haben sollte?!

Wie gesagt, hier kann man im Notfall diese aufsuchen und würde dann auch dort ein Rezept erhalten.

Ich weiß ja nicht wie Dein Hausarzt so gestrickt ist, vielleicht kannst Du mit Ihm darüber reden?!

Er könnte Dir eventuell ja etwas verordnen bis Du bei einem Psychiater einen Termin hast.

Eine Freundin von mir war bei Ihrem Hausarzt mit massiven Problemen, der Doc war so klasse, der hat gleich einen befreundeten Psychologen angerufen und sie hatte innerhalb von 6 Wochen einen Termin dort.

Wäre vielleicht ja ein Option.


LG

27.05.2014 08:12 • #11


Ja, die Sache mit der Ambulanz hab ich mir auch so gedacht bzw gewünscht. Leider gibt es diese hier nirgends im Sinne einer Notfallambulanz wie im normalen Krankenhaus, sondern nur zu bestimmten Sprechstunden mit Termin. Und auch da sieht es schlecht aus. Das finde ich sehr seltsam, dass es eine Ambulanz für Notfälle hier im Umkreis nicht gibt. Auch wenn ich mich nicht auskenne hätte ich jedoch gedacht, dass so etwas ganz normal ist..

Mein Hausarzt kann leider auch keinen Termin für mich ausmachen, er sagt da ist nirgends was zu rütteln. Hat mir jetzt nochmal zwei neue Überweisungen geschrieben, aber das bringt mir ja wohl leider nix.

Schon verrückt. Bin nur besorgt, dass ich es nichtmal auf eine Warteliste mit 6 Monaten Wartezeit geschafft habe... Nein, nichtmal das!

02.06.2014 01:26 • #12


Kenne deine Probleme gut, ich leide auch an so einer Angststörung auf Verlust von wichtigen Menschen bezogen und es gibt oft Momente in denen es mir ähnlich geht wie Dir, nur ich habe das suchen nach einem Therapeuten aufgegeben. Ich suche seit 3 Jahren nach einem, bzw. habe gesucht. Ist wie bei Dir, niemand kann mehr aufgenommen werden oder die Chemie passt nicht, es ist einfach eine Katastrophe in Deutschland dass man als psychisch Kranker Mensch solange zappeln gelassen wird, und dann wundert man sich über steigenede Suizidraten, es ist ja einfach so. Und Antidepressiva hatte ich mal vor Jahren hat bei mir aber am Ende richtig schei. gewirkt, ich war garnicht mehr bei mir, fühlte mich wie hinter einer dicken Glaswand, bin ständig eingenickt,war nicht mehr ich, und heute hab ich solche Angst vor diesen Symptomen, dieser Hölle dass ich nie wieder dieses Zeug nehmen will. Aufgrund des Mittels damals hatte ich über ein halbes Jahr lang totale Konzentrationsprobleme und so weiter... bis ich wieder so sag ich mal "komplett" ich war wie vorher. Niemand hat gedacht dass es damit zusammenhängt, ich auch nicht da ich damals noch neu auf diesem Gebiet war... aber nie wieder... ich kämpfe auch alleine und hoffe mit meinem klaren Menschenverstand gegen dieses Fehldenken anzukommen

15.06.2014 23:16 • #13



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