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Kennt ihr das auch, das "Zwischen den Stühlen sitzen" - sprich nicht die Mitte sondern immer die Extreme?

Bei mir ists z.B. seit gestern so, da war ich auf der Geburtstagsfeier meiner Tante. Eigentlich wollte ich ja nicht hin aber ich musste. Das ganze verlief dann doch ganz gut. Dort hab ich dann auch einen Freund ( dicker als ich, ca. 1 -1 1/2 Köpfe größer ) aus meiner Schulzeit wieder getroffen und mich eine Zeit lang mit ihm unterhalten.

Als erstes dachte ich danach eigentlich positiv:
- Er ist dicker als ich und hat ne Freundin, es klappt im Job ( ist selbständig, Firma vom Vater ), lebt sein Leben, also warum sollte ich das nicht auch können?
- Er hat ein Magengeschwür und muss Diät halten natürlich nicht positiv für ihn aber es zeigt halt das nichts perfekt ist und macht auch Mut
- Nebenbei war dann da auch noch ne Tante von mir die meinte ich hätte seit letztens doch ziemlich abgenommen, was mich auch sehr gefreut hat

Leider sind dann aber auch wieder meine negativen Gedanken durchgekommen:
- Ja bei ihm klappts, naja kein Wunder der war ja auch schon immer eher der extrovertierte Typ und beim Job hat er natürlich Glück gehabt das sein Vater ne Firma aufgebaut hat die er übernehmen konnte, sowas hab ich nicht, usw. usf.
- Die Tante sagt das doch nur um nett zu sein und weil sie mich ein paar Monate nicht gesehn hat, toll wärs wenns meine engere Familie ( Mutter, Schwester ) mal sehen würden.

Meine Gedanken drehen sich dauernd zwischen "toll" und "down". Kennt ihr das auch?

20.09.2010 08:29 • 21.09.2010 #1


6 Antworten ↓


Zitat von Markus01:
Kennt ihr das auch, das "Zwischen den Stühlen sitzen" - sprich nicht die Mitte sondern immer die Extreme?

Mal zur Klarstellung: Zwischen zwei Stühlen zu sitzen heißt, dass man sich weder auf den linken noch auf den rechten Stuhl gesetzt hat, sondern dazwischen - also ungemütlich ohne Stuhl.

Zitat:
Meine Gedanken drehen sich dauernd zwischen "toll" und "down". Kennt ihr das auch?

du versuchst dein wohlbefinden aus vergleichen mit anderen und aus meinungsäußerungen von anderen über dich abzuleiten.

das kann nur in die hose gehen.

20.09.2010 11:06 • #2



Zwischen den Stühlen sitzen? - Extreme, keine Mitte?

x 3


Zitat von Markus01:
- Er hat ein Magengeschwür und muss Diät halten natürlich nicht positiv für ihn aber es zeigt halt das nichts perfekt ist und macht auch Mut

Das ist doch eine völlig verkehrte Sicht. Du müsstest Mut aus den Umständen schöpfen, dass andere etwas geschaffen haben, weil das auch deine Chancen erhöht.

Wenn du Mut aus Niederlagen anderer ziehst, wertest du dich auf fremden Unglück auf - und dann hast du ein weit größeres Problem als Soziale Phobie.

Zitat:
Meine Gedanken drehen sich dauernd zwischen "toll" und "down". Kennt ihr das auch?

Ambivalenz gehört zum Narzissmus, ist in dem Fall nicht wegzudenken.

20.09.2010 12:08 • #3


@ Markus

Was kannst DU?

Welche Stärken hast DU?

20.09.2010 12:21 • #4


Nichts Ok, ist übertrieben.

Klar hab ich Stärken wie z.B. bin nett, freundlich, hilfsbereit, hab studiert, .... usw. usf.

Was willst mir damit sagen? Ich soll ne Stärkenliste machen und immer erweitern und so schaun wer ich bin bzw. was ich kann. Hab ich auch schon gemacht doch auch da ( beim machen und lesen ) kommt immer der interne Kritiker ( das können andere doch auch und viele noch viel besser, das ist doch nichts besonderes, ... )

20.09.2010 20:30 • #5


ja, und du musst lernen, dich weder von diesem internen kritiker noch von externen kritikern behindern zu lassen.

das müssen oder mussten wir alle. (mit GANZ wenigen ausnahmen.)

20.09.2010 22:11 • #6


Hallo Markus,

Ich will noch etwas zum Thema Abnehmen einwerfen:
Dass deine eigene Familie die dich öfter sieht als deine Tante das nicht bemerkt ist eigentlich was ganz Normales und ist nichts weswegen man traurig oder enttäuscht sein bzw. das man als Boshaftigkeit werten sollte.
Die Erklärung ist ganz einfach: Die Familie sieht dich oft, demnach fällt ihnen der schleichende Gewichtsverlust nicht auf.
Die Tante sieht dich bloß alle paar Monate mal, demnach merkt sie sofort wenn etwas anders ist an dir, denn sie hat ja nur einen einzigen Vergleich, nämlich so wie du vor Monaten ausgesehen hast

Das ist immer so. Als ich vor Kurzem 8kg abgenommen hab hat meine Familie die mich täglich sieht das auch erst nach 5kg gemerkt. Aber ne Freundin aus Köln die ich nur alle paar Monate besuchen kann hat schon die ersten 2kg bemerkt.
Als wir neulich gemeinsam gegriltl haben meinte mein Opa plötzlich zum Freund meiner Schwester: "Hey, du hast doch abgenommen!" - Und dann ist mir selber erst aufgefallen dass das stimmte. Weil ich den Freund jedes Wochenende sehe, mein Opa ihn aber bloß alle paar monate mal.
Menschen die uns weniger oft sehen merken sowas schneller als die die uns oft sehen.
Das ist ganz normal.

Ganz davon abgesehen hoffe ich doch dass du für dich selber abnimmst und nicht für die Anderen

Beachte auch die weiterführenden Links am Ende von jeder Seite.
Man kann die eigenen Gedanken und die eigene Lebenseinstellung trainieren, wirklich.
Du bist nicht der für den Andere dich halten, sondern du zeigst Anderen das Bild das du von dir selber hast, und darauf reagieren sie dann.

Am Ende vom Leben, glaubst du da liegt irgend ein Mensch auf dem Sterbebett und denkt sich: "Ha, das hat sich gelohnt, weil ich war im Job immer schneller fertig als XYZ" oder "Na was soll's, aber ich war immer schlanker als XYZ!" ?
Nein, dieses Vergleichen, dieses andauernde Streben nach mehr, da neigt man rasch dazu weil man sich als Mensch gerne herzeigen können mag, aber am Ende vom Lied zählen doch irgendwie ganz andere Dinge, finde ich.
Ich würde mich z.B. eher fragen "Wie oft hab ich gelacht?" "Wie oft war ich glücklich?" "War ich am Ende ein guter Mensch?" oder "Hab ich wenigstens ein paar Spuren hinterlassen jetzt wo ich gehen muss?".
Das ist für mich viel wichtiger als Leistung und Vorzeigenkönnen. Hab ich aber selber auch erst vor etwa einem Jahr erkannt. Und seitdem bin ich zwar noch immer strebsam und gern erfolgreich in der Uni, aber wenn mal einer daher kommt der was besser kann als ich stürzt mich das nicht direkt in tiefe Selbstzweifel
Jeder Mensch ist wichtig und gut und liebenswert. Und zwar genau so wie er ist. Auch du.
Du bist genau so wie du im Moment bist liebenswert und gut und wertvoll.
Jeder hat Schwächen und Jeder hat Stärken, nur sind sie bei Jedem anders verteilt.
Und erst das Zusammenspiel aus Beidem macht den Mensch zum Mensch.


Liebe Grüße,
Bianca

21.09.2010 09:10 • #7




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