Liebe sommerbluete,
du wirfst Kant in die runde, verschweigst aber den Heidegger, Kierkegaard, Sartre und die gesamte humawissenschaft und humanistische psychologie, sowie östliche philosophien, die eine theorie des übervaters (libido) längst in die gesetzlichkeit hinsichtlich eines handlungsschemas verwandelt haben, dem nach allen unseren handlungen angst vor vergänglichkeit zugrunde liegt.
Wir sind hier im angstforum, in dem sich menchen austauschen, deren angst verrückt spielt. und nicht nur das; bei jedem dritten westeuropäer treten im laufe seines lebens zumindest temporär psychische störungen auf. das kann man nun kaum als fehlenden optimismus bezeichnen.
Zitat von Sommerbluete:Also Freude über Unversehrtheit, Sattheit, Liebe, Anerkennung, Gemeinschaft, also Freude über gutes Leben. Das mit dem Wandel ist bei mir jedoch wie du sagst, den mag ich in ganz besonderem Maße nicht, aber viele andere haben eine tief innewohnende Freude an Erneuerungen um ihrer selbst willen.
Wenn man sich aber den zustand des planeten und den anteil der weltbevölkerung, der an hunger und durch hunger bedingten krankheiten, sowie in folge hier zu lande heilbaren krankheiten stirbt ansieht, kann man sich so ohne weiteres über eigene sattheit freuen? um mich herum sterben menschen, auch junge, auch an suizid, kinder werden misshandelt und missbraucht, eheleute und paare führen kriege gegeneinander, arbeitgeber nutzen ihre beschäftigten aus, und die verarmung nimmt deutlich zu, selbst bei uns. gibt es trotzdem menschen, die das ignorieren wollen, die sagen: schau ins licht, dann fallen die schatten nach hinten? das ist für mich kein optimismus, das ist zynismus und grausamkeit. bei einer theorie, dass der mensch auf die erde kam um freude und sattheit auszuleben, stimmt dann was nicht und sie entspricht auch nicht den überlieferungen, die in allen religionen der welt annähernd vergleichbar sind. so eine theorie wäre dann nur etwas für eine minderheit, man könnte sie auch elitarismus nennen. aber klar - die suche nach dem intellektuellen vergnügen, das machen wir alle, nur bedeutet das nicht, dass dies ein optimaler zustand und ein optimales ziel ist und keine ablenkung davon, was tatsächlich stattfindet, und wovor wir in wirklichkeit angst haben.
Zitat:Ach was... statt Angst vor Negativem kann man auch immer sagen Freude an dem Positiven treibt den Menschen an.
Nur ist es halt so, dass man vor der angst in die freude flüchtet, weil man sie, die angst, als negativ und des fürchtens würdig abklassifiziert hat. und demnach kann sich der zeigefinger des optimisten ruhig in die entgegengesetzte richtung drehen, nämlich zu sich selbst, weil in dem fall eher der optimist der negativ denkende ist.
Hier kann man auch allgemein erfahren - die angst ist nichts, wovor man sich fürchten ode es veleugnen müsste
http://www.planet-wissen.de/alltag_gesu ... /index.jspZitat:Der Pessimist mag aus Angst handeln, der Optimist aus Freude und der Realist aus Vernunftüberlegungen. Aber da die Grundhaltung jeweils generell zutrifft, kann man sie bei den Einzelheiten, die man bei sich als besonders ausgeprägt feststellt, vernachlässigen und erwähnt halt nur das, was vom Grundsatzmotivationsmuster abweicht oder worin ein Mangel herrscht.
Das habe ich nicht verstanden, wie "generell zutreffen" und von was "abweichen"? gibt es ein mittleres maß und wer bestimmt das? ich würde nicht die bezeichnungen optimist, pessimist und realist in einen topf werfen. das antonym von realist ist idealist. dennoch leben beide von einer ideologie, in der sie ihr heil und ihre sicherheit suchen.
Zitat:Ich handele normalerweise aus Freude daran, deshalb ist meine Motivation der Angst, die mich hohe Schuhe tragen lässt (was man aber auch wieder als Freude daran, dass dann meine geringe Körperlänge nicht thematisiert wird ausgedrückt werden kann), in diesem Fall das Besondere und Erwähnenswerte.
Das sehe ich so ähnlch wie wenn man unter sozialer phobie leidet, nicht mehr aus dem haus geht und behauptet, man hätte eine freude daran gefunden. also phobie und freude geht nicht konform, ebenso angst und freude. und ich meine damit eine wirkliche freude, nicht die darüber, dass man sich selbst oder andere ausgetrickst hat, um es besser zu haben.
kleidung ist schutz vor kälte, die schuhe ein schutz vor den unebenheiten des bodens. s man hat drum herum allerlei empfunden, bei hohen absätzen ist es ein ausgleich der defizite - zu kurze beine, zu geringe körpergröße, oder der wunsch besser zu scheinen, als man in wirklichkeit aussieht um vorteile daraus zu ziehen. das ist ja auch das, was ich schon geschrieben habe. in der urzeit ist der ausschluss aus der gemeinschaft einem todesurteil gleich gewesen. auch entwickelt das kleine kind strategien, sich bei seinen eltern beliebt zu machen. es unterdrückt anhand seiner existenziellen angst seine eigene bedürfnisse. die mahnende stimme der eltern intergriert es sogar in seine persönlichkeit - in der form des Über-Ich's bzw. des Eltern-Ich's. alles, was einer norm nicht entsprechen könnte, wird gefürchtet und kaschiert. das ist unsere persönliche unfreiheit.