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Hallo Forum,

Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 31 Jahre alt und leide seit 1997 unter Zwangsgedanken, Magischem Denken, Ängste usw. Ich habe das volle Programm gebucht. Vor zwei Jahren machte ich eine stationäre Therapie und bekam als Medikamente (Sertralin und Stangyl) verabreicht. Es ging mir danach zwar ein wenig besser, trotzdem bekomme ich in der letzten Zeit keinen Fuss mehr gefasst.Im Gegenteil, es wird in letzter Zeit immer schlimmer. Aktuell bin ich auch gerade nicht in Behandlung, weil die Pyschotherapeutin das privat macht und nicht von der Kasse übernommen wird. Und nur bei ihr will ich sein, weil sie mich kennt und ich sie eine super Person finde. Mir fehlt schlichtweg das Geld!
Ständig drehen sich meine Gedanken um das Thema Tod und einem schrecklichen Unfall. Ich habe als Kind mal ein Bild von einem wirklich schlimmen Autounfall in der Zeitung gesehen und das hatte mich so geprägt, dass ich so niemals sterben will. Natürlich kann man das nicht entscheiden oder beeinflussen, aber durch diese Angst davor entwickelten sich bei mir Zwangsgedanken. Ich baute mir verschiedene Rituale auf, z.B. mehrfach die Treppen hoch und runter laufen, durch den Türstock gehen usw.), um so ein Unglück abzuwenden. Es waren noch viel mehr Rituale, die ich aber unmöglich alle aufzählen kann.

So nun zu meinem eigentlichen Problem: (Beispiele)

Beispiel I)

Ich möchte mir heute etwas kaufen, z.B. sagen wir ein Handy. Jetzt bekomme ich so ein Gefühl, dass wenn ich am 27.01. dieses Handy kaufe, dass mir bald ein schlimmer Unfall ereignen wird. Ich fühle das richtig und sehe so ein Film ablaufen Manchmal wirkt es auch wie eine Vision. Mein neues Handy liegt neben mir im Auto und ich baue aus irgendeinem Grund ein Unfall oder es rast jemand in mich herein und in diesem Moment wo der Unfall passiert, denke ich darüber als letzte Gedanken in meinem Leben nach, weil ich dieses Handy am 27.01. gekauft habe, passiert das jetzt und ich bin tod.

Es ist einfach schwierig zu erklären, daher dieses Beispiel, aber das passiert mittlerweile bei so vielen Dingen, die ich vornehmen möchte. Mein Kopf sagt dann, in der Zeit wo ich das Handy besitze wird, wird dieses Gefühl oder Film eintreten. Sagen wir, ich habe dieses Handy zwei Jahre, also ist die Gefahr da innerhalb von zwei Jahren ein Unfall zu erleiden. Kauf ich ein anderes Handy, passiert das z.B. nicht mehr und die Gefahr ist gebannt. So geht das mittlerweile bei so vielen Dingen. Das ist so komisch aber es fühlt sich so wirklich an, als könnte ich in die Zukunft sehen.

Beispiel II)

Ich möchte eine Veränderung in meinem Leben vornehmen, die für immer sein wird z.B. der Kauf eines Hauses. Habe ich nun bei diesem Gedanken oder dieser Veränderung das Gefühl, wenn ich das Haus am 27.01 kaufe wird mir was passieren. Ignoriere ich dieses Gefühl und kaufe das Haus, wird das Haus mir solange Unglück bringen, wie ich es besitze. Also wäre das in dem Fall für immer. Wenn sagen wir in 20 Jahren wirklich dieser Fim oder das Gefühl eintritt, würde ich es darauf schließen, weil ich dieses Gefühl oder diesen Film damals beim Hauskauf nicht beachtet habe.

Was bitte ist denn das? Ich bekomme bald die Krise weil diese Angst so groß ist dass ich manchmal nicht mehr richtig schlafen kann. Es fühlt sich immer so an, dass ich in die Zukunft sehen könnte und das will ich nicht. Ich möchte mir gerne etwas kaufen oder Verändern auch wenn ich diesen Film oder ein schlechtes Gefühl habe. Ich will sowas nicht sehen, dass dies Einfluss auf mein Leben hätte, z.B. ein Unfall. Ich erkenne das ja, dass ich es nicht beeinflussen kann wie ich sterbe. Genauso ist mir bewusst durch einen Unfall sterben zu können. Trotzdem, ich will davor nicht dieses Gefühl haben und möchte nicht in die Zukunft sehen.

Würde ich jetzt z.B. sagen würde, "ich verzichte auf diesen Gedanken oder der soll von mir aus eintreten, ich will jetzt endlich Leben", bekomme ich in diesem Moment noch mehr Angst, weil ich es mir ja praktisch schon wünsche, dass dies eintritt. Es zum Verzweifeln!

Ich könnte nur noch heulen und mich verkriechen! Bitte, könnt ihr mir weiterhelfen, was das ist?

Euer Kind der Stille.

28.01.2014 12:57 • 29.01.2014 #1


2 Antworten ↓


Hallo,

ich kann dir nicht weiterhelfen, aber ich kann dir auf jeden Fall sagen, dass du nicht alleine bist. Mir geht es genau so!
Das ist so schwierig, nicht diesen Zwängen nachzugehen, ich bekomme auch ein total komisches Gefühl, wenn ich mich mal trauen sollte, eines meiner Rituale wegzulassen. Und im Endeffekt hole ich sie doch noch nach
Was ja eigentlich blöd ist- also könnten wir mit unserem Handeln die Zukunft ändern. Als würde ein Handy über Leben und Tod entscheiden. Wenn man sich das mal so vorhält ist es echt lächerlich, aber in der Situation dann wieder so mächtig und "besitzergreifend".

Ich wünsche dir ganz viel Kraft

28.01.2014 16:51 • #2


Hallo Kind der Stille,

ich verstehe, dass du gerne bei einer Person, die du schon kennst und offenbar auch für gut befunden hast, eine Therapie machen willst. Aber: es ist nicht die einzige Person, die dir helfen kann. Ich glaube, dass viele Psychologen eine Hilfe für dich sein könnten und es ist ja nun auch wichtig, dass du die Therapie aus finanziellen Gründen überhaupt machen kannst!

Je schneller die geholfen wird, umso besser ist es wohl. Daher wäre es doch ein guter erster Schritt, (evtl. gemeinsam mit der Krankenkasse) nach einem passenden Psychologen zu suchen, oder?

viele Grüße
Wissenschaftler.

29.01.2014 15:05 • #3




Mira Weyer