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Hallo,

habe seit meinen letzten Beiträgen einige große Fortschritte gemacht. Dennoch habe ich immer noch ein Problem. Ich schaffe es immer noch nicht, diese Stimmen im Kopf zum Schweigen zu bringen, die einem immer wieder diese was ist wenn Fragen stellen.

Ich habe eine neue Arbeit und habe es sogar geschafft, mir eine Führungsposition zu erarbeiten. Ich schaffe es einfach nicht, mir eine Fundament zu erbauen, von dem aus ich über mein Leben urteile und Problemen begegne, dh. ein Leitfaden meiner Überzeugung.

Fürmich ist das entspannte begegnen der Zukunft stets ein Risiko, z.B. der Gedanke, alles auf sich zukommen zu lassen ist für mich das Gleiche, wie es ist mir alles egal und wenn ich dies mache und es negative Konsequenzen hätte, wäre ich dann selber Schuld oder sage ich selbstbewusst die anderen können ja auch Schuld sein oder die können mich mal, ich habe getan was ich konnte?

Soll ich alles auf eine Karte setzen und entspannt der Zukunft begegnen?

04.05.2014 21:41 • 12.05.2014 #1


11 Antworten ↓


HeikoEN
Nein, Du solltest mal die Kindheit ansehen und Dich fragen, was damals da war, dass es so haltlos gemacht hat und Du keine Sicherheit verspürt hast.

Halt kann auch vermeindlich negatives sein, was man sich selber erschafft. D.h., die Fragerei in Dir selber, in Bezug auf Zukunftsängste, ist eine Art Halt für Dich.

Und na klar kannst Du es versuchen, alles auf eine Karte zu setzen und entspannt in die Zukunft zu blicken. Aber das wird Dir, vermute ich einmal ohne Dich genauer zu kennen, nicht wirklich gelingen. Mit dem Verstand wohl schon, aber die Gefühle und Emotionen werden Dir da einen Strich durch die Rechnung machen

Und ja, was wäre denn dann, wenn Du selbst Schuld wärst?
Was ist das für eine Schuld? Was kommt nach diesem Gefühl Schuld denn so hoch....genau um das Gefühl geht es dann...ich könnte mal vermuten

05.05.2014 08:31 • #2



Zukunftsangst / Standpunkt im Leben

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Hallo,

es ist die Angst vor den Konsequenzen, welche ja rationál gesehen, eher lapidar währen. Es geht z.B. um meine Arbeit. Habe eine höhere Position bekommen und die EInarneitung war eher für die Katz. Vor mir bekam der Kollege diese Abteilung abgenommen. Er hatte aber ehrlich gesagt eine sehr lockere Einstellung, welche ich nicht habe. Mir geht immer durch den Kopf, was wenn ich diese Abtelung auch weggenommen bekomme? Finanziell und beruflich kann mir da gar nichts passieren.

Ich wll ja nicht generell denken mir egal was die sagen. Einfach mal fünfe gerade sein lassen und wenn es dann mal unangenehme Konsequenzen wie Ärger vom Chef gibt. Ich suche diesen selbstbewussten Standpunk, von dem aus ich urteilen kann.

05.05.2014 10:21 • #3


HeikoEN
Versuche doch mal das von Dir beschriebene Problem/Szenario losgelöst zu sehen.

Ich könnte mir vorstellen, dass das ggf. auch in anderen Lebensbereichen der Fall ist bzw. wäre.

Und damit könnte man dann arbeiten an sich in der Form, sich das erst einmal anzusehen und die Denk- und Verhaltensweise klar zu machen, die man selber immer wieder dafür wählt.

05.05.2014 10:48 • x 1 #4


Hallo,

erstmal danke, dass du mir mal eine neutrale Meinung gibst. Du meinst, die Sache objektiv zu sehen ? Ist ja eigentlich nicht schwer. Ich gebe dir da mal ein Beispiel:

Hatte jetzt 2 Wochen Urlaub. Bin im Urlaub sogar für Bestellungen zur Arbeit gefahren. In den letzten 3 Tagen fing schon wieder der Gedanke an: Was wenn Chef meckert, wenn ich aus dem Urlaub komme ?

1) Bin ich nie der einzige, der Ärger bekommt. Hängt immer von seiner Laune ab.
2) Ist da noch nie jemandem beruflich etwas schlimmes passiert. Einer ist sogar von einer Führungsposition in eine gleichwertige andere gekommen, obwohl er nur Mist gebaut hat. Ist also ein sehr sehr soziales Unternehmen.

Ich verzweifel immer an diesen was ist wenn-Fragen. Das ist chon ein Automatismus wie bei Pawlows Hund.
Dieses selber Schuld an etwas sein ist objektiv eigentlich nichts anderes, als zu meiner Entscheidung oder Meinung zu stehen.
Aber wer sagt mir, was diese Entscheidung ist, wenn ich zweifel?

05.05.2014 18:20 • #5


HeikoEN
Nunja, insb. in der Arbeitswelt muss man sich einfach klarmachen, dass Kritik nichts schlechtes ist!

Kritik ist zwingend notwendig, sonst kann keine Entwicklung stattfinden. Das ist in jedem Unternehmen so und selbst in Deutschland kommt das langsam an.

Allerdings bringt der Großteil ALLER Arbeitnehmer Kritik auf eine persönliche Bezugsebene, die total kontraproduktiv ist.

Meine These dazu ist, dass ein Großteil aller Arbeitnehmer unfähig ist mit Kritik umzugehen, weil sie selber perfekt sein wollen in ihrer Denkweise (Stichwort Kindheit) und damit sofort glauben, eine irgendwie geäußerte Kritik ist IMMER persönlich gemeint.
Außerdem gibt es in der Kindheit nicht den Lernpunkt Umgang mit Kritik, wie äußere ich sie, wie gehe ich mit ihr um.
Ich will damit sagen, dass die wenigsten Eltern in der Lage sind, aufgrund ihrer eigenen Defizite, ihren Kindern zu vermitteln, wie man z.B. mit einer sachlichen Kritik umgeht. Von der Theorie müsste man jedes Kind beglückwünschen, wenn es einen Fehler macht, eine 4 oder 5 mit nach Hause bringt (vorausgesetzt der Arbeitseinsatz stimmte), denn das ist der Sinn zur Schule zu gehen. Ich beobachte jedoch exakt das Gegenteil in dieser Gesellschaft mit dem Wahn, schon die Dreijährigen auf das Gymnasium durchknüppeln zu müssen, damit die Eltern fehlerfrei bleiben. Nunja.

D.h., es wird ja nicht Deine Person, Deine Funktion und Deine Kenntniss im Job und im Unternehmen in Frage gestellt.

Somit ist es dann, wie Du es schilderst, für Leute unglaublich, wenn sie trotzdem befördert werden. Der Chef sieht aber ggf. andere Qualitäten und in einem modern geführten Unternehmen ist es ein Irrglaube, dass der Abteilungsleiter, selbst der kleinste Mitarbeiter immer fehlerfrei sein müssen. Eben aus dem o.g. Grund, dass man nur durch Fehler und die dazugehörige Kritik sich entwickelt.
Bedeutet im Rückschluß, ein Mitarbeiter der viele Fehler macht, ist gut für das Unternehmen, weil nicht nur er sehr viel lernt, sondern auch seine Kollegen aus bzw. in dem Team.

Oder machst Du einen Fehler mehrmals?

Selbst wenn, dann ist das offenbar notwendig. Aber nur durch Fehler lernst Du. Es geht nicht anders. Weil Fehler ist nur ein Fehler, weil es unserer Bewertung entspricht.

Eigentlich müssen Fehler gute Erfahrungen heissen

Und zu Dir und der Frage nach Zweifel und Entscheidungen kann ich nur soviel sagen, dass IMMER eine Entscheidung schon längst da ist. Du musst sie nur wahrnehmen und zulassen (danach handeln). Dann ist Kopf und Gefühl stimmig und es gibt keine Konflikt.

Was im Job dafür hilft, sind seine eigenen Handlungs- und Denkweisen zu reflektieren. Das kann alleine passieren, aber auch im vier-Augen-Gespräch oder sogar im Team.

Was nur notwendig dafür ist, ist Zeit!
Das muss gar nicht lange sein, 10 Minuten reichen schon und meiner Erfahrung nach ist es so, dass ein Außenstehender, dem Du das Problem, die Entscheidung schilderst, viel schneller, effektiver und effizienter Dir alternative Entscheidungswege darlegen kannst, als wenn Du selber mit dem Kaffee bewaffnet im Büro sitzt.

Wenn es um Beziehungen geht, z.B. Du-Kunde, Kunde-Chef, Du-Chef, Kunde-Kunde usw. hilft eine Aufstellung. Sagt Dir das was? Nimm ein paar kleine Figuren und stelle sie auf den Tisch und versetze Dich bei der Aufstellung auf den Tisch kurz in die Lage der Figur. Wie entscheidet der Kunde, wenn er eine Falschlieferung bekommt? Wie verhält sich der Chef, wenn ich nach erfolgreichen 3 Projekte in den letzten 8 Monaten nun um eine Gehaltserhöhung bitte.

Aus dem sich daraus ergebenden Aufstellungsbild, kann man alles ablesen. Funktioniert im übrigen auch mit persönlichen Konstellationen, Problemen usw., einfach mal googlen falls das interessiert.

05.05.2014 20:44 • #6


Hallo,

höhrt sich alles nchvollziehbar an. Einige Aspekte ähneln meinen Überlegungen. Schön das mal aus einem anderen Mund zu höhren.

Du hast mal geschrieben, dass es in der Kindheit verwurzelt ist. Nach einigen Überlegungen ist mir aufgefallen, dass ich als Kind / Jugentlicher öfters alleine da stand, da meine Eltern damals einen Kioskbetrieben und erst spät abends nach hause kamen.

06.05.2014 16:13 • #7


Hallo Ihr lieben ich möchte mich vorstellen.

Mein Name ist Melanie und ich werde bald 30 Jahre.
Ich habe Altenbetreuung mit praktischer Psychologie und Nageldesign erlernt.
Ich lebe seit meiner Kindheit mit Angst und Panikanfällen.
Zwänge begannen schon in frühster Kindheit.
Ich möchte euch ein wenig über mich erzählen.

Das Jahr 2010 war eine Achterbahnfahrt für mich, den es war das Jahr an dem ich meine Angstzustände nicht mehr kontrollieren konnte, und daraus Panikattacken wurden.
Die ich mindestens 10 mal am Tag von nun an spüren sollte. Es begann für mich damals aus heiterem Himmel. Heute weiß ich das es alles seine Bestimmung hatte.
Erst war es nur das ich das Haus nicht mehr verlassen konnte, dann konnte ich kein Auto mehr fahren, nicht mehr einkaufen. Zwänge kamen hinzu. auch eine Herzphobie hatte ich. Ich kontrollierte mein Essen, mein Körper, ein Ärzte -Marathon begann.
Ich hatte für nichts mehr Zeit. Ich ging am Tag mehrere Stunden ins Internet und suchte mir neue Krankheiten, die ich haben könnte heraus es war schrecklich.
In dieser Zeit verstarb mein Vater an Organversagen. Ich muss hier niemanden sagen was mit mir damals geschah, ich dachte nun immer mehr ich sei die nächste die stirbt, da war ich mir sicher.
Ich ging von Arzt zu Arzt bis einer etwas fand. Ich hatte Struma,oh ja dachte ich die Schilddrüse. Sie muss es sein. Ich dachte raus damit und alles ist wieder gut. Nein eben nicht. Danach begann der Spaß erst richtig.Ich bekam noch eine Depression und mein Immunsystems war futsch.
Verordnete Tabletten nahm ich nie, da ich davor wahnsinnige Angst hatte.
Ich habe alles in voller Wucht jeden Tag gespürt ohne jegliche Unterdrückung.
Davor weglaufen konnte ich nicht und irgendwie musste ich immer aus meinen selbst erbauten Gefängnis wieder raus, da ich ein Kind habe und einen Hund der raus muss.
Aber das wohl schlimmste in dieser Zeit war die schwere Krankheit meines Mannes. Ich bin ständig mit Verlustängsten und der Auseinandersetzung des Todes konfrontiert worden.
Ich hatte in dieser Zeit nicht viele soziale Kontakte, und wenn dann verstand mich dort keiner, oder keiner wollte den Kontakt zu mir. Da ich in den Augen der anderen nicht normal war.
Heute weiß ich das ich sehr wohl normal bin, aber meine Seele schwer krank war.
In dieser Zeit habe ich nach meiner Bestimmung gesucht, und ich denke ich hab sie endlich gefunden.
Ich möchte meine Erfahrung weitergeben. Ich möchte anderen helfen den es so geht wie mir damals.
Ich werde in naher Zeit eine Website einrichten, wo ich ein paar Dinge wie zu Beispiel warum man Magenschmerzen bekommt oder man nicht rausgehen kann erklären werde.
Jeder Mensch ist natürlich anders und jeder hat eine andere Geschichte. Deshalb hab ich mir überlegt für jeden der Interesse an meiner Arbeit hat und sich dem öffnen kann Ihn auch soweit es natürlich die Entfernung zu lässt bei seinen Ängsten persönlich zu begleiten.
Auch werde ich ein Nottelefon einrichten, denn ich kann aus eigener Erfahrung sagen es gibt nichts Schlimmeres als am Wochenende ein neues Symptom zu entdecken und niemand sagt einen ganz ausführlich was es ist oder die nächste Panikattacken kommt und Mann hält es einfach alleine nicht mehr aus dann bin ich da versprochen.
Ich möchte hier nicht reich werden.Der größte Lohn ist für mich das ich helfen kann. Dennoch muss jeder von uns leben, richtig.
Ich ersetze kein Psychologen und ich werde keine Medikamente empfehlen da ich selber keine eingenommen habe.
Ich werde meine eigenen Erfahrungen weiter geben. Dennoch habe ich einen Teil der Psychologie erlernt und möchte auch dieses euch nahe liegen.
Wer Interesse an meiner Arbeit hat oder mehr von mir erfahren möchte schreibt mir bitte hier im Forum da meine Seite noch im Aufbau ist.
Ich wünsche euch allen alles Gute und hoffe bis bald.

Der Phönix erhebt sich immer wieder aus der Asche man darf nur keine Angst davor haben.

Alles gute Melanie

06.05.2014 16:24 • #8


Hallo,

versuche das Problem wie folgt anzugehen:

Ich akzeptiere die Folgen meines Verhaltens und Handelns und mache mir bewusst, dass ich stets versuche alles zu geben. Egal ob auf der Arbeit oder privat, solange ich etwas tue und davon überzeugt bin, kann ich mir ja, egal welche Kosequenzen es hat, nichts vorwerfen.

Ich frage mich nur, ob dieses Gefühl im Bauch irgendwann verschwindet, oder ob ich es akzeptieren muss, um es zu verstehen und damit zu leben. (das innere Kind)

Vieleicht ist dieses alles-auf-Risiko-Gefühl ja einfach nur dass, was ich verlernt habe, nämlich mich zu entspannen.

Würde gerne eine Meinung dazu hören......

11.05.2014 17:14 • #9


HeikoEN
Ich glaube, Du bist da auf dem genau richtigen Weg.

Das Gefühl, was dann hochkommt in solchen Situationen, ist sicherlich etwas altes. Somit völlig richtig, dem inneren Kind zwar Aufmerksamkeit in Bezug auf Wahrnehmung der Gefühle zu schenken, allerdings sich klar zu machen, dass Du HEUTE erwachsen bist und eben nicht mehr Angst vor Konsequenzen haben musst etc. (eben die ganze Bandbreite an Gefühlen, die bei Dir hochkommen, wenn Du in solchen Situationen bist).

Das/die Gefühle verschwinden dann, wenn sich das innere Kind sicher fühlt in seinen Entscheidungen, seinem Tun und Handeln. Das kann es nur, wenn der zugehörige Erwachsene Verantwortung übernimmt, mit der Du ggf. ein Problem hast (darum ja diese Gefühle, die Dir genau DAS ja zeigen möchten!).

Zur Übernahme von Verantwortung gehört aber noch eine ganze Reihe mehr an Dingen, die erfüllt sein müssen, damit das Kind sicher sein darf bzw. beruhigt bleibt.

Da ist Arbeit mit dem inneren Kind notwendig, vor der Du dich offenbar aber gar nicht scheust, wenn Du schon so reflektiert bist. Ich finde das SEHR gut!

11.05.2014 17:35 • x 1 #10


Hallo,

danke für deine Antwort. In einem Gespräch mit meiner Frau, welches ich nach dem Schreiben der letzten Nachricht führte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich habe und musste als Kind und bis zum berufsfähigem Alter nie Verantwortung übernehmen. So denke ich rebelliert das innere Kind in solchen Situationen heute, da ich, und es auch damals, schlechte Erfahrungen gemacht habe(n), weil ich mit der beruflichen Situation überfordert war und mich dem entsprechend nicht mit ihm beschäftigen konnte.

Heute versuche ich es wahrzunehmen, in Form des Gefühls im Bauch. Ich nenne es sein Schreien.
Wenn ich mir die Frage stelle, was ein Kind macht, wenn die Situation unangenehm ist, ist die Antwort offensichtlich. Flucht, Vermeidung. Dem Schrecklichen, wie z.B. die Verantwortung der neuen Stelle aus dem Weg gehen. Gefahren in Form von Fehlern und Konsequenzen. Nur bin ich nicht mehr das Kind, sondern der führsorliche Erwachsene, der dem inneren Kind zuhöhrt.

Die Geduld zu haben, auf die Situation zu Warten, in der es besser wird ist schwer.
Ist es Träumerei zu denken, dass es irgendwann besser wird ?
Ist es Verdrängung, mal nicht über die kommenden Tage/Aufgaben nachzudenken?
Ist es Schönreden zu sagen, das wir das schon irgenwie hinkriegen?

11.05.2014 21:44 • #11


HeikoEN
Zitat von s-man:
Die Geduld zu haben, auf die Situation zu Warten, in der es besser wird ist schwer.
Ist es Träumerei zu denken, dass es irgendwann besser wird ?

Kann es jemals ohne Dein Zutun sich verändern?

Ich schreibe bewusst verändern, weil was ist besser, was wäre schlechter?

Gefühle und alles was damit zu tun hat, ist neutral. Es gibt keine guten und schlechten Gefühle. Gefühle sind ja nur dazu da, um auf etwas hinzuweisen. Nimmt man es wahr, lässt es zu, kommt bereits das nächste Gefühl.

Kämpft man dagegen an, hält es damit fest, bleibt das Gefühl. Siehe dieses Forum hier, welches voll ist genau von der Beschreibung...

Zitat von s-man:
Ist es Verdrängung, mal nicht über die kommenden Tage/Aufgaben nachzudenken?

Was ist Verdrängung bitteschön. Verdrängung ist immer so ein geschaffenes Wort, welches ich oft höre von Betroffenen, die noch (?) auf dem schulmedizinischen Tripp sind.

Ich würde Verdrängung in Deinem Beispiel eher mit Angst gleichsetzen. Und es gilt die Frage zu beantworten, WARUM DU Angst hast und der muss man nachgehen.

Wenn Du der Verdrängung mit Gegenkraft begegnest, so wie die SChulmedizin das ja vermittelt z.B. im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie, passiert was genau?

Es ändert NICHTS an der Tatsache, dass die Angst bleiben wird.

Man bekommt nur vermittelt, WIE man mit der Angst umgeht und aussteigen kann. In der Tat viel wert und ggf. für viele Betroffene eine runde Sache, wenn sie es denn schaffen. Aber das Problem ist doch, dass die Angst weiterhin da sein wird und das genau dieses Gefühl immer wieder darauf hinweisen wird, dass es ein Problem gibt.

Ich behaupte sogar, selbst wenn man es schaffen würde in Deinem Fall, mit Zukunftsängsten umzugehen oder bestimmte Situationen in Job-, Leben-, Partnerschaft zu meistern, wird es sich an ANDERER Stelle zeigen.

Will damit sagen, es ist nur ein herumbasteln an den Symptomen, aber keine lösungsorientierte Sicht auf das Urproblem, welches zugegeben, am Anfang nicht erkannt werden kann und man eine Menge Energie, Mut, Kraft etc. benötigt, um es grob erkennen zu können.

Auf diesem Weg muss man sich machen, wenn man wirklich von unten anfangen möchte und den wahren Ursachen und Problemen auf den Grund gehen möchte.

Zitat von s-man:
Ist es Schönreden zu sagen, das wir das schon irgenwie hinkriegen?

Ja, absolut.

Es macht einfach noch (?) zu große Angst, als das man da hinschauen kann, was es denn genau ist.

Weil ggf. damals in der Kindheit das auch wirklich so war. Es war so schrecklich, dass man auch Todesängste ausgestanden hat (natürlich nur unterbewusst), die sich heute ggf. als Panikattacken äußern und jeder der mal eine hatte weiss, dass das Todesängsten gleichkommt. Beispielsweise ist das Erleben von Liebesentzug durch die Mutter ein Gefühl, welches u.a. Todesängste auslösen kann in der noch nicht ausreichend entwickelten kindlichen Denke. Genau dann werden die sehr alten Ängste getriggert, die durchaus vor einigen tausend Jahren hiessen, wenn die Mutter das Kind verlässt, stirbt das Kind und genau das erlebt auch das moderne Kind. Rational darf man da eben nicht rangehen und ich behaupte, ein Großteil der Angstbetroffenen sind traumatisiert (Sorry für die großen Sprünge...die ganzen Themen die ich hier so anspreche bedürften eigentlich eigenen Abhandlungen)

Die alte Angst wird wieder getriggert (durch welche soziale Situation auch immer) und schwupps ist man im kleinen Kind, welches dann genau nach den Denk- und Verhaltensweisen reagiert, denkt und aggiert, welches es damals schon herangezogen hat, damit es die jeweilige Situation meistern konnte.
Genau diese Denk- und Verhaltensmuster sind aber HEUTE (!) als Erwachsener immer noch da.

Fazit also: Man muss da ran, allerdings nicht mit einer Verhaltenstherapie, sondern mit einer Therapieform, die nach meiner Auffassung ausschließlich auf Gefühle und deren erneutes durchleben setzt. Nur dann verändert sich etwas und alte Gefühle können dorthin gehen, wo sie hingehören, nämlich in die Vergangenheit. Das kostet allerdings unglaublichen Mut, weil man wirklich dahin gucken muss, wo es richtig weh tut und diese Gefühle, die dann auch kommen, zulassen muss. Das kann dann schon heissen, dass man Todesängste ausstehen muss. Aber die wundersame Heilung findet exakt in den Momenten dann statt.

12.05.2014 06:49 • #12



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