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_Just_Me
Ihr Lieben,

ich habe am 1.6 eine neue Stelle angefangen. Direkt von Anfang an ging es dort gar nicht, die Mitarbeiter waren furchtbar, von der Geschäftsführung ganz zu schweigen. Da ich jemand bin, der sich durchbeisst habe ich es immer wieder versucht, aber neben immensen Haarverlust, Schlaflosigkeit, Herzstolpern und depressive Phasen bis hin zu wochenlang niemanden sehen außer im Büro, hat es mir nichts gebracht. Ich weine mehrmals täglich, ich bin mit meinen Kräften am Ende. Zudem bekam ich einige Hiobsbotschaften in der Zeit, Krebsdiagnose Papa etc.

Ich möchte mich krankschreiben lassen und mit meiner Psychologin einige Dinge aufarbeiten und eventuell steht mir zum
1.12 /15.12 ein wirklich guter und neuer Job in Aussicht.

Denkt ihr, der Hausarzt schreibt mich "so lange" krank? Ich bekomme so Panik, wenn ich dran denke, dass es eventuell nicht klappt. und mir immer wieder Sorgen zu machen ob ich nochmal eine Krankschreibung bekomme - das macht meine Seele nicht mit.

Könnt ihr mir eventuell helfen? Tipps geben?

18.09.2021 17:07 • 20.09.2021 #1


38 Antworten ↓


tiggili
Ja, lass dich erstmal krank schreiben, war bei meiner Tochter auch so. Wie lang, sieht man dann

18.09.2021 17:13 • x 2 #2



Zukunftsangst / Arbeitswelt

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portugal
Ich hatte mal etwas ähnliches in der Probezeit:

als der AG auf dem gelben Schein den Stempel des Psychiaters sah, gab es direkt die Kündigung.
War halt auch in der Probezeit, ich hatte Depressionen bekommen, keine Kraft und konnte mich auf der Arbeit wg. Gedankenkarusell überhaupt nicht mehr konzentrieren.

18.09.2021 17:17 • x 4 #3


_Just_Me
Zitat von tiggili:
Ja, lass dich erstmal krank schreiben, war bei meiner Tochter auch so. Wie lang, sieht man dann

Ich weiß, dass du deinen Kommentar nur nett meinst - aber genau das ist ja mein Problem. Wenn ich nicht weiß wie lange ich krank geschrieben werde, wenn ich nicht weiß wann ich kündigen soll... das bringt mich um den Verstand... Ich brauche einen Fahrplan... und ich brauche mindestens 8 Wochen Krankschreibung... da wieder hinzumüssen... ich kann nicht sagen was die Vorstellung mit mir macht.

18.09.2021 17:26 • #4


_Just_Me
Zitat von portugal:
Ich hatte mal etwas ähnliches in der Probezeit: als der AG auf dem gelben Schein den Stempel des Psychiaters sah, gab es direkt die Kündigung. War ...

Ja...
Ich werde den Hausarzt auf der Krankschreibung stehen haben. Und sollen sie mich kündigen - dann bekomme ich doch trotzdem Krankenheld (bin länger als einen Monat angestellt)... Aber diese Unsicherheit... Ich bin noch nie lange krank geschrieben gewesen, ich habe so Panik dass mir keiner glaubt...

18.09.2021 17:28 • #5


portugal
Ein Psychiater o Arzt schreibt aber nicht so lange krank, es sei denn, Du bist wirklich schwer erkrankt.

18.09.2021 17:29 • x 2 #6


portugal
Wenn ein Arbeitnehmer mindestens vier Wochen in einem Unternehmen beschäftigt ist, dann hat er auch den vollen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Werden Sie also vor Antritt der Probezeit oder während den ersten vier Wochen krank, muss Ihr Arbeitgeber keinen Lohn zahlen.

18.09.2021 17:31 • x 2 #7


portugal
Wenn Du da absolut nicht mehr hin kannst, dann sag das Deinem Arzt so. Der kennt doch auch Deine Vor- bzw. Krankengeschichte.

Ich bin mit sicher, dass Du nach dem zweiten gelben Zettel die Kündigung bekommst. Dazu bist Du zu kurz im Betrieb.

18.09.2021 17:33 • x 2 #8


_Just_Me
Zitat von portugal:
Wenn Du da absolut nicht mehr hin kannst, dann sag das Deinem Arzt so. Der kennt doch auch Deine Vor- bzw. Krankengeschichte. Ich bin mit sicher, ...

Ok warte und das bedeutet dann für mich, dass ich einfach ins Krankengeld rutsche?

18.09.2021 17:35 • #9


_Just_Me
Ich verstehe folgendes:
- Ich bin länger als 4 Wochen da, ich habe ein Recht auf Lohnfortzahlung für 6 Wochen.

- Der Arbeitgeber kann mich mit 2 Wochen Frist kündigen, dann falle ich automatisch ins Krankengeld - so lange ich krank geschrieben bin.

- Sollte keine Kündigung eingehen, zahlt ab Woche 6 die Krankenkasse

- Sollte ich keine Krankmeldung mehr bekommen und selber kündigen, muss ich da zwei Wochen hin (was ich auf keinen Fall psychisch kann) und muss dann von meinem
ersparten leben bis ich einen neuen Job habe (oder mich arbeitslos melden, dann hab ich aber eine Sperrfrist und beziehe dann irgendwann Geld)

Ich denke ich werde Burnout haben. Ich hoffe dass da 6-8 Wochen Krankschreibung drin sind, vor allem bei jemandem der sonst nie krank ist und sich in Therapie befindet.. Es ist ein elend... es nimmt mir echt die Luft

18.09.2021 17:43 • #10


silverleaf
Hallo _Just_Me,

(erstmal sorry, edit, zeitliche Überschneidung der Beiträge, aber ich glaube, der Inhalt passt trotzdem noch irgendwie...zumindest ganz grob)

ja, meiner Erfahrung nach kann man auch so lange krankgeschrieben werden. War bei mir zumindest damals so.
Ich konnte damals noch nicht absehen, dass ich sehr langfristig ausfallen würde, habe daher sogar eher gegen eine längere Krankschreibung angekämpft, weil ich mir das einfach nicht vorstellen konnte, aber die Hausärztin hat mich direkt für mehrere Wochen krankgeschrieben und da schon gesagt, dass ich nicht verwundert seien solle, wenn es danach noch immer nicht gehen werde. Sie sollte recht behalten, ich war mehrere Monate krankgeschrieben (über die Hausärztin) und habe dann meine erste stationäre Klinikeinweisung bekommen. Nach dem Klinikaufenthalt (mehrere Monate) konnte die Hausärztin mich weiter krankschreiben.

Zumindest meiner Erfahrung nach können Hausärzte also sehr lange krankschreiben. Um zu verhindern, was @portugal geschrieben hat,
Zitat von portugal:
als der AG auf dem gelben Schein den Stempel des Psychiaters sah, gab es direkt die Kündigung.

war mir das damals auch lieber so, meinen Hausarzt als krankschreibenden Arzt zu haben, ich wollte es zu dem Zeitpunkt noch nicht offiziell machen, dass bei mir (neben körperlichen Problemen) auch eine psychische Problematik zugrunde liegt.
Ich war damals der Meinung, dass mir das evtl. beruflich schaden könnte, ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass mein Weg eh in der Berufsunfähigkeit und Berentung enden würde.

Gerade wenn Du einen neuen Job in Aussicht hast, wäre das vielleicht ein möglicher Weg, die Krankschreibung über den Hausarzt einzuholen. (edit: Das möchtest Du ja auch tun, halte ich für eine gute Idee.)
Die Frage stellt sich natürlich trotzdem:
Wäre dieser neue Job in Gefahr, wenn jetzt eine mehrwöchige/mehrmonatige Krankschreibung käme (auch wenn sie vom Hausarzt wäre)? Hätte das irgendwelche Auswirkungen oder weiß Dein eventueller neuer Arbeitgeber schon von Deiner Situation? Falls mit dem neuen Arbeitgeber alles klar ist, kannst Du meinen nächsten Absatz einfach überspringen. Und ich denke, 3-4 Wochen sind vermutlich eh unproblematisch, aber wenn Du vor Dezember nicht mehr arbeiten möchtest, würde ich die Konsequenzen in Bezug auf den neuen Job genau abwägen.

(Es ist, wie gesagt, eine Abwägungssache. Natürlich geht die körperliche und seelische immer Gesundheit vor, aber in Deiner Situation würde ich über den Zeitpunkt der Krankschreibung genau nachdenken, da der neue Job ja in absehbarer Zeit beginnen könnte. Und für die Aufarbeitung Deiner Themen mit Deiner Psychologin brauchst Du ja nicht unbedingt eine Krankschreibung. Also, wie gesagt, natürlich muss die Gesundheit an erster Stelle stehen, aber wenn eine positive Lebensveränderung in greifbarer Nähe ist, wäre es vielleicht zu überlegen, ob diese längere "Auszeit" vielleicht auch noch etwas warten kann, wenn es nur um ein paar Wochen geht.)

Falls Du Deine Entscheidung unabhängig von Deiner Jobsituation treffen kannst, würde ich Dir raten, ganz offen mit Deinem Hausarzt darüber zu sprechen und ihn zu bitten, die nächste Krankscheibung gleich über einen möglichst langen Zeitraum auszustellen, damit Du diesen Druck loswirst, den Du mit den Krankschreibungen hast. Ich würde mit ihm ganz offen besprechen, wie Deine Situation gerade ist. Er wird Dir sagen können, was alles möglich ist. Und wenn Du weißt, dass er Dich unterstützt, nimmt Dir das bestimmt viel von dem Druck.

Alles Gute!

LG Silver

18.09.2021 18:07 • x 1 #11


silverleaf
P.S.:
Zitat von _Just_Me:
Ich hoffe dass da 6-8 Wochen Krankschreibung drin sind,


Es gibt auch Ärzte, die immer nur in Intervallen von 2 Wochen krankschreiben, darum würde ich das offene Gespräch mit dem Hausarzt suchen, um das zu vermeiden.

Zitat von portugal:
Wenn Du da absolut nicht mehr hin kannst, dann sag das Deinem Arzt so.

Genau so sehe ich das auch.

18.09.2021 18:14 • x 1 #12


_Just_Me
Zitat von silverleaf:
Hallo _Just_Me, (erstmal sorry, edit, zeitliche Überschneidung der Beiträge, aber ich glaube, der Inhalt passt trotzdem noch irgendwie...zumindest ...


Du kannst Dir nicht vorstellen, wie dankbar ich für Deinen Post bin. Ich bin nicht nur dankbar, ich finde es so schön und wertvoll, dass Du einer Dir fremden Person so viele Worte schreibst und Mühe gibst.
Danke.
Deine Worte haben mich sehr beruhigt, das habe ich gerade gebraucht. <3

18.09.2021 19:01 • x 1 #13


Zitat von _Just_Me:
Denkt ihr, der Hausarzt schreibt mich "so lange" krank? Ich bekomme so Panik, wenn ich dran denke, dass es eventuell nicht klappt. und mir immer wieder Sorgen zu machen ob ich nochmal eine Krankschreibung bekomme - das macht meine Seele nicht mit.

Ich finde deinen Plan gegenüber deinem Arbeitgeber etwas unfair. Du sagst, du findest es unerträglich bei der Arbeit. Okay. Aber dann würde ich nicht zum Hausarzt gehen, um zu kaschieren, dass es sich um eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für eine psychische Erkrankung handelt - und dann auch noch planen, bald woanders einen Job anzutreten. Der Psychiater wird dir gewiss eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen, wenn es dir so geht, wie du hier schreibst.

18.09.2021 19:45 • #14


_Just_Me
Zitat von Natascha40:
Ich finde deinen Plan gegenüber deinem Arbeitgeber etwas unfair. Du sagst, du findest es unerträglich bei der Arbeit. Okay. Aber dann würde ich ...

Ähm... vielleicht kannst Du einfach mal drauf vertrauen, dass ich genug vom Arbeitgeber einstecken musste die letzten Woche, dass FAIR sein an dieser Stelle vielleicht nicht meine Prio ist... Und ich kündige doch eh..?

18.09.2021 20:03 • #15


@_Just_Me Ähm, du findest Kollegen und Geschäftsführung furchtbar. Okay. Und jetzt soll ich auf etwas vertrauen, was du zuvor noch gar nicht geschrieben hast? Nämlich, dass du dort viel "einstecken" musstest.

Ich finde dein Vorgehen unfair. Nicht nur dem Chef gegenüber, sondern auch den Kollegen die deine Arbeit mit erledigen müssen - in der Hoffnung, dass das kein Dauerzustand ist. Ist der Chef nett - und kündigt dir nicht in der Probezeit, so wird er das rückblickend als Fehler ansehen und beim nächsten Mitarbeiter wahrscheinlich schneller kündigen. Den Job zu schmeißen finde ich okay. Deine Vorgehensweise nicht.

18.09.2021 20:17 • #16


_Just_Me
Zitat von Natascha40:
@_Just_Me Ähm, du findest Kollegen und Geschäftsführung furchtbar. Okay. Und jetzt soll ich auf etwas vertrauen, was du zuvor noch gar nicht ...

Was schlägst Du vor?

18.09.2021 20:23 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von _Just_Me:
Was schlägst Du vor?

Zum Psychiater zu gehen und dort deine Lage zu besprechen.

18.09.2021 20:27 • #18


_Just_Me
Zitat von Natascha40:
Zum Psychiater zu gehen und dort deine Lage zu besprechen.

Ich wohne in einer Millionenstadt, trotzdem habe ich letzte Woche 17 Psychiater angerufen und nach einem Termin gefragt - die Überweisung wollte ich mir kommende Woche holen. Niemand hatte vor Ende Oktober einen Termin, einer gab mir den Tipp über die Krankenkasse zu gehen - dann würde man innerhalb von 4 Wochen einen Termin bekommen. Ich kann aber unmöglich noch vier Wochen arbeiten gehen.

18.09.2021 21:02 • #19


Zitat von _Just_Me:
Niemand hatte vor Ende Oktober einen Termin, einer gab mir den Tipp über die Krankenkasse zu gehen - dann würde man innerhalb von 4 Wochen einen Termin bekommen. Ich kann aber unmöglich noch vier Wochen arbeiten gehen.

Innerhalb von vier Wochen heißt nicht in vier Wochen. Du brauchst allerdings von deinem Hausarzt eine Überweisung mit Dringlichkeitsvermerk für die Terminservicestelle. Noch schneller geht es, wenn du in die offene Sprechstunde gehst.

18.09.2021 22:59 • #20



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