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Hallo allerseits.

ich hoffe, das ich das richtige Forum für mich. Eigentlich suche ich nur eine Seite, wo ich mir mal alles von der Seeele schreiben kann - denn alles im leben ist miteinander verknüpft. Das merke ich zur Zeit wieder ganz schlimm.

Eckdaten: 26 Jahre, Einzelkind, ledig single, keine Kinder, Arbeiterkind und deshalb ziemlich stolz aufs 1. Staatsexamen - was mir finanziell derzeit aber noch nichts bringt.

Ich habe so langsam richtig Angst vor meiner persönlichen Zukunft. Letztes Jahr hatte meine Uroma einen Schlaganfall und wenn ihr mal nachrechnt, dann könnt ihr in etwa das Alter meiner Uroma abschätzen. Sie hatte vorher schon alle möglichen Krankheiten von Bluthochdruck zu Herzproblemen zu Nierenproblemen, Arthritis usw usf. Und nun eben der Schlaganfall. ich sage ganz ehrlich, dass ich mir manchmal wünsche, dass sie jetzt einfach einschlafen soll, weil sie sich so sehr quält Tag für Tag. Klar, es gibt auch bessere Tage, da ist ihr dann mal nicht schlecht (Nebenwirkungen von irgendeinem der zahlreichen Medikamente) und da hat sie keine Kopfschmerzen. Aber sie so leiden zu sehen und zu sehen, was aus der Person, die ich kannte geworden ist, einfach nur weil das blöde Herz immer noch schlägt.... es tut mir einfach leid und ich weine jedes Mal, wenn ich sie besuche (und das ist theoretisch jeden Tag). Und ich bin nicht mal die Hauptpflegeperson, das ist meine Oma und die ist auch nicht gerade mehr jung und macht sich kaputt. Aber Abschieben in ein Heim kkommt nicht in Frage. Das wird jetzt also so lange gehen, bis es vorbei ist. Nur Frage ich mich, wie lange meine Oma dann noch etwas von ihrem Leben hat, weil zwischen Oma und Uroma nur 19 Jahre Altrsunterschied liegen und man meine Oma nach diesem einen Jahr gar nicht mehr wiedererkennt, so sehr ist sie durch die Pflege gezeichnet. (Ja es kommt auch 3x täglich eine mobile Pflegehilfe, aber die hilft nur sehr wenig und kann nichts dafür, denn alte Menschen machen eben öfter in die Windel und möchten nicht 8 Stunden lang in ihrem Mief liegen...nur als Beispiel.)

Und meine Mutter und ich können berufsbedingt eben nur täglich ein paar Stunden bei meiner Uroma sein und dadurch meiner Oma etwas abnehmen....und jetzt habe ich seit 3 Monate schlimme Gewissensbisse, weil ich auch an meine Zukunft denken MUSS und deshalb als Pflegekraft ausfalle, weil ich einen Auslandsaufenthalt mache, in der Hoffnung dadurch keine Nachteile beim Referendariat zu haben. Und vorher habe ich das mit dem Auslandsaufenthalt nicht gepackt bzw hatte ich einen abgebrochen, weil ich da schon Angst um meine Uroma hatte.

Nun fliege ich zwar alle 2 Wochen fürs Wochenende nach Hause....aber eine richtige Hilfe bin ich nicht. Und nach dem Auslandsaufenthalt werde ich wegen dem Referendariatsplatz sogar aus meinem Bundesland wegziehen und werde nur noch sehr sehr selten zu Besuch kommen können, weil ich von dem Gehalt die Spritpreise nicht zusätzlich stemmen können werde. Nur zum Vergleich: Für einen Flug bezahle ich höchstens 40€ mit Billigflieger von England nach Deutschland. Für die einfache Strecke München- Hamburg bezahle ich...na das könnt ihr selbst nachrechnen. Fliegen kann ich das nicht (habe München und Hamburg nur der Anonymität wegen gewählt, ich ziehe eigentlich woanders hin, aber die Distanz ist vergleichbar!)

Und nun komme wir endlich zum Punkt:
Ich habe wahnsinnige Angst, wenn ich dort ganz alleine bin - und das obwohl ich mein ganzes Leben lang allein war. Na gut, ich hatte immer meine Omas und Eltern hinter mir, aber ich dachte bis vor einem Jahr wirklich, dass ich ganz allein zurecht komme.

Und nun denke ich ständig daran: was, wenn mir mal etwas passiert? Ich würde es nie so gut haben wie meine Uroma, denn ich werde nie Kinder und eigene Familie haben, die mich pflegen könnten. Bzw auch dann wüsste man ja nie, ob sie es auch tatsächlich tun würden - der Bruder meiner Mutter beispielsweise hält sich aus der Pflege der Uroma vollkommen heraus und lebt ein schönes unbekümmertes Leben, mit Ausgehen hier und Ausgehen da, weil er so egoistisch ist und sich doch seine Psyche nicht deshalb kaputt machen lassen will. Aber ich denke mir da einfach: unsere Uroma hat uns alles umsorgt und uns allen den Ar. abgewischt und noch viel mehr getan als das - es ist wohl das Mindeste, das man das auch für sie am Ende des Lebens macht, wenn es denn zu der Situation kommt.

Meine Uroma ist jedenfalls sehr sehr traurig, dass ich sie bald für das Referendariat verlasse und das bricht mir echt das Herz. Aber ich habe doch keine Wahl - gut, die Wahl wäre hier bleiben und Hartz4 machen, aber wie gesagt, ich muss doch - weil ich alleine bin - an meine Zukunft denken und versuchen, so viel Geld wie möglich heranzukriegen, damit ich einigermaßen menschenwürdig leben können werde, wenn ich ein Pflegefall werde? (Wir haben versucht, für unsere Uroma so einen mobilen Treppensteiger zu bekommen, aber das wurde abgelehnt und die 5000€ haben wir nicht, die das Teil kostet.) Ich hoffe ja, dass ich einfach irgendwann tot umfalle, aber man weiß es ja vorher nicht.

Nun und dann kommt bei mir eben hinzu, dass ich schon immer eher Einzelgänger war - dadurch, dass ich Einzelkind bin, wurde mir immer unterstellt ich sei verwöhnt und was weiß ich - dabei haben meine Eltern lieber gehungert, als dass sie mir das, was alle hatten (z.B. Nintendo) nicht geschenkt haben. Klar ich habe dass dann aber erst zu Weihnachten bekommen und nicht wie die anderen zwischendurch.

Dann haben meine Eltern auch bei sich gespart, damit ich auf diese renommierte Tanzschule gehen konnte. Und dafür wurde ich in der Schule aus Neid gemobbt. Das aber von Klasse 8 bis 13. Aus ein Schulwechsel half nicht wirklich etwas, da irgendeiner ja immer irgendeinen kennt. (In der 10. Klasse hatte mich meine Mutter aus Verzweiflung zu einem Psychologen geschickt, der mich für die Mobberei verantwortlich gemacht hat - ich habe noch nie einen Psychologen gesehen, der seinen Job so dermaßen schlecht gemacht hat - das sage ich jetzt, wo ich weiß, wie bestimmte Prozesse ablaufen - siehe Anleitung zum Unglücklichsein.)

Also war ich immer sehr zurück haltend, aber ich bin trotz alledem recht selbstbewusst nach außen hin. Eine Kollegin meinte mal, dass Männer Angst vor mir hätten, weil ich mein Leben so selbstbestimmt lebe. (?! aha.) ich weiß was ich kann und heute lasse ich mich von niemanden mehr so sch....ön behandeln wie damals.

Aber trotzdem habe ich mir über die Jahre Frust angefressen und zwar mittlerweile so viel Frust, dass es nicht mehr schön aussieht und sich das Thema Mann und Kinder damit komplett erledigt hat für mich. Klar, ich könnte abnehmen - aber meine Familie geht mir damit so auf den Zeiger, dass ich da echt schon einen kindische Trotzreaktion zeige und immer weiter fresse. Ich hab auch keine Lust auf Sport, das ist mir alles zu viel.

So stehe ich hier und kann nicht anders - ich habe einerseits einen Hass auf mich, dass ich das damals habe mit mir machen lassen und deshalb heute so blöde im Kopf bin - und dann auf das Leben, weil ich schon so früh mit so einem Elend meiner Uroma konfrontiert werde und auch wenn ich es versuche, nie wieder fröhlich und unbeschwert leben werden kann. Und ich kriege einen Hass auf Leute, die unbeschwert durchs Leben gehen - sogar auf Kinder!

Wenn ich Kinder sehe, könnte ich da schon reinschlagen.

Sicher, bei diesen Gefühlen ist vor allem einen gehörige Portion Neid dabei - Neid darauf, dass ich eben die Ar. gezogen habe, obwohl ich schon so viel schei. mitmachen musste und die nicht.

Und mir tun auch meine Eltern so leid, weil sie teilweise von anderen angesprochen werden, wann sie denn endlich Großeltern werden - was sie nie sein werden und worüber sie sehr traurig sind. Aber was soll ich machen? Ich fühle mich da sehr hilflos, denn ich denke immer, dass andere (bzw. ein Mann) mich nie verstehen würde - und ich könnte ja nicht mal auf ein Date gehen, ich wüsste ja gar nicht, was ich ach so tolles berichten könnte, wie man das so auf Dates macht.

Ich würde z.B. auch gerne mal so ein unbeschwertes Gefühl haben wie andere Leute, die jedes Wochenende Party machen Ich hab das mit 19 einmal gemacht und stand in der Disco und dachte mir: Boah was laufen hier für Idioten rum? Was genau ist der SINN dieser Verantstaltung ausser potentielle Sexpartner auszusuchen!?

Ach so und empfehlt mir bitte nicht, einen Psychoonkel aufzusuchen, denn ich bin dahingegen beratungsresistent, weil ich das studiert habe (bzw. eigentlich sehr genau weiß, wo die Probleme liegen, aber anpacken kann ich es selbst nicht, dazu bin ich zu doof/ blockiert). Ich würde da eher die Arbeit des Psychologen analysieren und mich die ganze Zeit fragen, welche Technik er jetzt anwendet und was das bringen soll bei mir - und das funktioniert ja dann nicht.

Ach ich betrachte das hier eher wie einen Tagebucheintrag, den ich mal aufrufen werde, sollte es mir je wieder besser gehen - zur Zeit sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels. Ich bin einfach nur wütend auf ...ich weiß gar nicht worauf ehrlich gesagt - darauf, dass ich in England nicht alles in vollen Zügen genieße und tolle Erfahrungen mache, sondern nur am Telefon hänge und mit der Uroma spreche und mir ansonsten Sorgen mache, ob es ihr gut geht und wie lange der Rest meiner Familie das noch mitmacht....

11.01.2013 20:59 • 11.01.2013 #1


3 Antworten ↓


Für mich klingt dass so, als ob du Bindungs-oder Beziehungsängste hast. Mehrfach betonst Du, dass Du nie Mann und Kinder haben wirst. Und mit dieser Aussicht alles andere als glücklich bist, verständlich. Aber warum eingentlich ?
Weil Du ein paar Kilo mehr hast als der Durchschnitt ? Sei mir bitte nicht böse, aber dieses Argument wirkt auf mich leicht infantil. Da steckt doch mehr hinter..........

11.01.2013 21:43 • #2



Zukunftsangst durch Pflegefall und mehr

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Nun mein Umfeld (nicht meine Eltern, aber das restliche Umfeld und die Gesellschaft (damit meine ich bekannte) suggeriert mir seit jeher, dass eine selbstbewusste Frau, die sich selbst versorgen kann nur mit Mann und Kind glücklich sein kann. Und ich denke das natürlich auch, vor allem, weil die Leute, die ich kenne in meinem Alter jetzt alle heiraten und/ oder Kinder kriegen und beruflich durchstarten.

Oh und ich weiß nicht ob du schon mal dick warst und ob man das als Mann nachvollziehen kann aber: glaube mir, ich war schon mal normal gewichtig und man wird besonders von Männern als Dicke anders behandelt. Nicht das ich viel Erfahrung mit Männern hätte, aber ich habe in einem Nebenjob mit viel Laufkundschaft gearbeitet und da konnte ich ganz gut eine Feldstudie betreiben, wenn man so will. Es ist einfach so - als Dicke kannst du so freundlich wie möglich zu jungen Männern im selben Alter sein - da kommt null komma nichts zurück.

Natürlich habe ich Bindungs- und Beziehungsängste, das kommt dir nicht nur so vor. In meinem Leben habe ich noch nie Freunde gehabt, die die Freundschaft zu mir als so wichtig empfinden, dass sie bei Streitigkeiten daran festhalten wollten.

11.01.2013 22:01 • #3


Deine Feldstudie in allen Ehren, aber ich halte es für wesentlich sinnvoller, wenn Du Dich mal ernsthaft darum bemühst, eine Beziehung zu einem Mann aufzubauen. Und nicht länger hinter der Haltung versteckst ich bin dick, mich will keiner Bequem, aber total unsinnig. Nein, auch Männer gehen nicht nur nach Äußerlichkeiten. Und auch Dicke können durchaus atttraktiv sein. Ich befürchte, Du bemogelst Dich selbst.

11.01.2013 22:09 • #4




Mira Weyer