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Hallo

Ich wollte mein Problem mitteilen und hoffe auf Rückmeldung.

Seit einiger Zeit leide ich wieder verstärkt unter plötzlich auftretenden Panikattacken und innerer Unruhe. Angefangen hatte es bereits schon, als ich noch ein Kind war (ich meine mit 12 Jahren) und zog sich von da an phasenweise durch. Als Kind hatte ich vermehrt Reiseängste (z.B. bei Klassenfahrten oder Familienausflügen), die ich im großen und ganzen im Griff hatte. Ich ertrug schlecht das Gefühl, von zu Hause weg zu sein und verlor somit ein gewisses Sicherheitsgefühl. ich befürchtete dann, dass mir etwas passieren könnte und dabei verspürte ich immer ein ungutes bzw. flaues Gefühl (welches dann auch wieder verschwand). Verschlimmert hat sich meine Angststörung seit der Einnahme von Thyroxin, nachdem bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion mit einem Ausgangswert von 8,7 diagnostiziert wurde. Die Einstellungszeit war wirklich schlimm, da ich innerlich wie unter Strom stand und mich oftmals vor lauter Stress zurückziehen und weinen musste. Die erste schlimmere Panikattacke kam während meiner Arbeit in einer Fabrik, bei der mich meine Mutter vorzeitig abholen musste. Ich war vor Angst wie gelähmt und zitterte am ganzen Körper. Vor allem hatte ich extrem Angst, keine Luft mehr zu bekommen. Mein Herz schlug immer schneller und es dauerte gewiss eine Stunde, bis es wieder besser wurde. Diese harte Zeit ging ungefähr ein halbes Jahr, bis ich mich wieder einigermaßen erholt habe. Die Schilddrüsenwerte wurden in regelmäßigen Abständen untersucht. Laut dem Laborbefund hatte ich eine Hashimoto-Erkrankung, die wohl aber nach den neuen Werten soweit ausgeheilt ist. Zurzeit sehen meine Werte so aus:

FT3: 2,75
FT4: 1,17
TSH: 2,10
(Ich habe eine kleine Schilddrüse und Verdacht auf Hashimoto als Ursache aufgrund der diffusen Echoarmut im Sonogramm). Ich nahm Euthyrox von Merck und wechselte nach Anraten der Nuklearmedizinerin auf Berlthyrox von Berlin-Chemie, weil das wohl von vielen Patienten besser vertragen wird. Nehme das jetzt seit ungefähr zwei Wochen.

Ich fing damals mit 50 Mikrogramm an und musste dann wieder aufgrund meiner starken Symptome die Dosis reduzieren. Nahm dann eine zeitlang 25 er, gesteigert auf 37,5 (mit der es mir ganz gut ging) und dann wieder 50 (da der TSH- Wert wieder auf fast 5,0 gestiegen ist). Ich habe das Gefühl, dass ich auf jede Steigerung stark reagiere.

Ich befinde mich derzeit auch in psychologischer Behandlung (Verhaltenstherapie) und hoffe einfach, dass es mir bald wieder besser geht. Die Psychologin empfahl mir, nochmal eine andere Meinung von einem Radiologen einzuholen bezüglich des Wertes. Sie glaubt, dass es bei mir ein Zusammenspiel aus Schilddrüsenproblematik und Vergangenheit sei. Seit einigen Monaten bekam ich immer wieder mehr Stressgefühle, die immer extremer geworden sind. Sogar beim Auto fahren, während der Arbeit und ab und zu daheim, treten diese Panikreaktionen auf. Auffällig ist, dass ich meist vor einer Panikattacke schon längere Zeit unter Stress stehen muss, bis es in diesen Höhepunkten ausartet. So, als käme ich nie richtig zur Ruhe. Ich fühle mich innerlich ziemlich unausgeglichen und sehne mich nach Entspannung. Dazu muss ich sagen, dass in letzter Zeit einiges passiert ist. Mein Stiefvater starb vor zwei Jahren an Krebs und das Zusammenleben war hier zu Hause auch sehr stressig (oft Streitereien aufgrund seiner Alk.). Das Verhältnis zwischen mir und ihm war oftmals sehr schwierig und ich fühlte mich oft nicht wirklich ernst genommen. Zumal bin ich sowieso sehr sensibel und nehme mir vieles schnell zu Herzen. Meine Mama hat wieder einen neuen Partner. Seitdem ist es viel ruhiger und harmonischer geworden. Habe vor kurzem noch meinen Bachelor-Abschluss erreicht und normalerweise gibt es so keinen großen Stress mehr. Während der Bachelorarbeit habe ich mich auch sehr gestresst aus Angst, dass sie nicht gut genug sein könnte. Ich saß tagelang über viele Stunden am PC und war ziemlich erschöpft. Ergebnis war aber sehr gut und ich bin jetzt offiziell fertig. Habe jetzt eigentlich vor, mich noch für den Master zu bewerben, jedoch fällt mir momentan einfach alles schwer. Ich bin kaum belastbar. Meine Arbeit in der Firma (seit 4 Jahren) fällt mir auch zunehmend schwer und musste mich schon mehrmals wegen Panikattacken abmelden. Bin schon am überlegen, einen Jobwechsel vorzunehmen. Es ist ein acht Stunden Job (Akkordarbeit), der mich wirklich sehr anstrengt. Ich versuchte es auch kurzzeitig mit Doxepin, jedoch bekam ich davon starke Nebenwirkungen. Würde am liebsten gar nichts einnehmen müssen, aber darum werde ich wohl nicht herum kommen. Nehme jetzt seit gestern Pascoflair und hoffe, dass mich das etwas entspannt. Bin schon sehr betrübt. Ich habe wirklich das Gefühl, als würde mich jede Kleinigkeit überfordern. Ich liege oft im Bett und fühle mich total kraftlos. Würde gerne wieder mehr Sport treiben, aber es fällt mir alles schwer. Ich weiß nicht, ob ich schon sowas wie eine Depression entwickelt habe. Die Therapie geht noch nicht sehr lange, bin aber wirklich sehr zufrieden bis jetzt. Habe auch Angst, dass ich meinen Partner damit auch noch belaste, obwohl er dafür Verständnis hat. Mir ist das auch total unangenehm und ich wünschte mir einfach, dass ich wieder normal werde. Habe auch etwas Verlustängste.

Ich hoffe, dass mir vielleicht jemand noch ein paar Tipps geben kann oder selbst ähnliche Erfahrungen hat. Würde mich gerne mal darüber austauschen.

Liebe Grüße

11.05.2017 14:55 • 12.05.2017 #1


17 Antworten ↓


Guten Morgen, so in ein paar Punkten welche du beschreibst finde ich mich auch wieder. Ganz wichtiger Punkt
das du in Therapie bist und das es dir gefällt wie es da abläuft. Bei Kleinigkeiten überfordert bin ich auch, ich
empfinde es als hätte man mir die Zeit gestohlen, sehr nervös und immer in eile, ich leide daran schon immer.

Auch ist es so bei einer Attacke das ich das Gefühl habe keinen Sauerstoff zu bekommen, also ich atme tief ein
aber ich bekomme einen Impuls der mich nach noch mehr Luft ringen lässt, dies verschlimmert meine Panik.
Habe das schon mal auf dem Fahrrad bekommen als ich mich auspowern wollte, ich dachte ich ersticke, es ist
wie beim hyperventilieren und ich nehme die Arme dann hoch um mich zu entspannen oder ich Atme in eine
Tüte ein und wieder aus.

Du nimmst Schilddrüsen Hormone ein und Antidepressiva? Vielleicht müsste man da mal schauen ob es vielleicht
unerwünschte Nebenwirkungen gibt und sich beide Medikamente nicht vertragen. Deine Verhaltenstherapie ist
so denke ich genau der richtige Weg für dich um einen Ausweg zu finden. Stress ist aber auch schlecht und du
machst ihn dir auch selber, ich kenne dass und versuche es ständig zu vermeiden.

Ausgleich suchen wie deinen Sport, ich habe mein Rad und fahre alleine in die Natur damit um den Kopf frei
zu bekommen. Ich konzentriere mich im Job nur auf meine Arbeit und schalte alles andere ab, und ich versuche
immer viel zu lachen. Dunkle Gedanken und Kopfkino ist schlecht, kann es manchmal abschalten und verdrängen
aber nicht immer. Auch die Angst vor Erkrankung kommt darin oder dabei vor. Das treibt aber den Angst Pegel
nur noch weiter nach oben.

Millionen Menschen geht es wie uns und ich frage mich warum? Warum kommen diese komischen Gefühle in
einem hoch und provozieren dann die Panik? Für was ist man in diesem Moment Sensibel und wieso löst es diese
Ängste aus. Woher kommt das ist immer meine Frage, manchmal habe ich den Verdacht es kommt nicht aus
diesem Leben sondern aus der tiefen Vergangenheit wie ein Instinkt. Deswegen ist Angst ja auch nichts schlechtes!

Es ist eine Störung, was diese Störung verursacht weiß ich nicht und wenn ich es wüsste wäre ich nicht schlauer.
Ich habe das schon sehr lange Zeit (20 Jahre) und es kehrt immer mal wieder hervor, Therapie hatte ich und habe
sie heute so alle drei/vier Wochen einmal. Ich bin aus therapiert und versuche damit zu Leben. Was sonst soll man
schon noch machen.

12.05.2017 08:54 • #2



Überfordert bei Kleinigkeiten - Angststörungen

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Vielen Dank für deine Nachricht

Dazu kommt auch noch, dass ich seit der Einstellungszeit mit Thyroxin einen chronischen Reflux entwickelt habe. Muss seit ein paar Jahren Pantoprazol einnehmen, welches ich momentan versuche, immer mehr zu reduzieren. Damals hatte ich sehr starke Schmerzen in Brust und Rücken. Ich konnte auch nichts essen, weil es nicht runter ging. Habe zwei Magenspiegelungen machen lassen und es war wohl alles in Ordnung, jedoch wurde dann der Reflux festgestellt (da der Verschluss am Mageneingang nicht mehr richtig schließt). Ich glaube dadurch habe ich auch oft das Gefühl, einen Klos bzw Druck im Hals zu haben. Das sorgt dann zusätzlich für Beklemmung.

Doxepin nehme ich nicht mehr. Das habe ich auch nur knapp eine Woche probiert (obwohl man bis dahin noch keine richtig positive Wirkung verspüren kann). Ich hatte dazu keine Geduld, da ich nach Einnahme (20 mg) starkes Herzklopfen und Schwindelgefühle hatte. Sobald ich aufstehen wollte, raste mein Herz und kurz vorm einschlafen schreckte ich immer hoch. Das war mehr als unangenehm. Jetzt nehme ich seit drei Tagen Pascoflair. Habe da viele gute Meinungen drüber gehört und hoffe, dass das auch schon etwas für Entspannung sorgt. Davor probierte ich vier Tage Lasea Lavendelöl, jedoch ist das bei Sodbrennen eher kontraproduktiv. Hatte auch etwas Halsschmerzen davon bekommen. Achte seit Doxepin wahrscheinlich auch verstärkt auf Nebenwirkungen, was vorher nicht so war. Ich denke aber, bei der Passionsblume muss ich mir nicht so viele Gedanken machen. Versuche da auch positiv zu denken. Ich bin bei Antidepressiva auch sehr vorsichtig und würde eben lieber was pflanzliches nehmen. Weiß halt nur nicht, ob das so reicht. Denke dann schonmal, ob ich vielleicht einen Serotoninmangel habe oder so etwas in der Richtung (weshalb ich so gestresst und unausgeglichen bin). Ich grüble auch viel über mich nach und vielleicht ist das auch falsch. Je mehr man über alles nachdenkt, desto schlimmer wird es ja. Ist so ein Teufelskreis

12.05.2017 12:09 • #3


Hallo,
Ich habe gerade das gleiche Problem.
Ich war auch schon von Kindheit an sehr sensibel und ängstlich,das hatte aber Gründe die mir heute klar sind.
Dann wurde bei mir auch im letzten August, weil ich Probleme mit Schwindel und plötzlicher Gewichtszunahme hatte auch Hashimoto (TSH 8,8) festgestellt.
Ich nehme derzeit noch L Thyroxin 50 von 1A Pharma (die sind wohl bekannt für ihre Nebenwirkungen/Uverträglichkeit) .
Und mit dem Thyroxin fing alles an.
Angst Panik Depris. . . . .
Ich muß auch wieder zur Kontrolle und befürchte ,dass ich wieder steigern muß.
Ich werde auf jedenfall mal fragen ob ich die Marke ändern kann
Habe mal im Hashimoto Forum nachgelesen.
Am besten wegen der Bioverfügbarkeit sind wohl die von Henning.
LThyroxin kann starke Panikattacken usw. machen.
Ich hatte vorher gar keine und bin auch nur aus diesem Grund hier gelandet.
Mir ist aber nun schon klar woher das kommt.
Hashimoto ist eine Autoimmun Krankheit,die wirtst du nicht mehr los.Schau auch mal auf Youtube nach Hashimoto.So viele Frauen, Mädels die dort berichten.
Man kann den Mangel an Hormonen eben nur durch das LThyroxin ausgleichen.
Deshalb ist es sehr wichtig eins zu finden mit dem man sich auch wohl fühlt.
Manche können halt egal was für eins nehmen und manche reagieren ganz empfindlich auf bestimmte Sorten.

Mich hats auch schon teilweise komplett aus dem Alltag geschmissen
Das Gute ist aber man weiss woran es liegt!
Ich frag mich auch wann es bei mir mal wieder normal läuft.
Man muß halt stängig dran bleiben.

Du bist ja noch jung, ungefähr im Alter meiner großen Tochter.
Gut das du deine Mutter hast.
Wenn mit meinen Kindern was ist ,geh ich mit denen auch von Hinz nach Kunz ,bis es geklärt ist.
Ich krieg sonst keine Ruhe.
Wenn du dich beim Arzt nicht so durchsetzen kannst oder unsicher bist , dann nehm mal deine Mutter mit.
Es geht immerhin um etwas ,das du für immer einnehmen mußt.
Im Hashimoto Forum sind fast nur Leute mit diesen Beschwerden.Die Ärzte sagen immer nein das kommt nicht vom LTyroxin . Aber so viele Menschen können sich ja nicht irren .
Kannst ja mal reinschauen.
Obwohl ich sagen muß,dass man hier sehr viel lernen kann im Umgang mit Angst und Panik ,woher sie auch immer kommt und das ist super.
Gut das es dieses Forum gibt.
Ich wünsch dir alles Gute
LG Malina

12.05.2017 12:23 • #4


Hallo Malin,
vielen Dank für deine Antwort!

Ja das Gefühl habe ich auch, dass es seit der Thyroxin-Einnahme erst so richtig schlimm wurde mit den Angstzuständen. Ich meine ich hätte damals auch mit 1A Pharma angefangen. Das war eine richtig schreckliche Zeit. Ich fing auch direkt mit 50 an und vielleicht war das auch schon zu hoch für den Anfang. Vielleicht hätte ich erst mit der Hälfte beginnen sollen. Will da nicht den Ärzten die Schuld geben, aber ich fühlte mich da echt ziemlich hilflos. Jetzt ist eigentlich das schlimmste vorüber, aber vielleicht hat diese Erfahrung auch Spuren hinterlassen.

Achso Hashimoto kann nicht ausheilen? Laut meiner Hausärztin wäre das wohl so laut der Werte. Sie meinte, dass ich wohl mal eine akute Entzündung gehabt hätte, die die Unterfunktion verursacht hätte. Meine Schilddrüse produziert wohl noch eine kleine Menge an dem Hormon, nur nicht genug. Bin da auch eher unerfahren und versuche viel darüber zu lesen und mich zu informieren.

Ich bin auch froh, dass ich meine Mama habe. Sie hatte als ich klein war auch depressive Phasen und Panikattacken. Sie kennt sich damit gut aus und wir reden auch viel darüber.

Ich hoffe, dass ich mit dem Berlthyrox besser klar komme als mit dem Euthyrox. Nehme es ja noch nicht so lange. Man hat ja auch so seinen Wohlfühlwert und ich weiß gar nicht, welcher für mich der beste Wert wäre. Man darf ja auch nicht nur nach dem TSH gehen. Ich habe mir Selentabletten geholt, weil das auch viele Hashis nehmen? Weiß nicht, ob das eine gute Idee ist.

Liebe Grüße

12.05.2017 12:43 • #5


Hi. mein Name ist Hashimoto

Hi. Mein Name ist Hashimoto. Ich bin eine unsichtbare Autoimmunkrankheit, die deine Schilddrüse angreift und eine Unterfunktion verursacht.

Ich bin nun Teil deines Lebens. Wenn du eine Schilddrüsenunterfunktion hast, hast du vermutlich mich. Ich bin dafür die häufigste Ursache in den USA und in vielen anderen Ländern der Welt.

Ich bin so hinterhältig, denn oft zeige ich mich nicht in deinen Blutuntersuchungen.

Die anderen um dich herum können mich nicht sehen oder hören, aber DEIN Körper spürt mich.

Ich kann dich überall angreifen, wo immer ich will.

Ich kann dir schwere Schmerzen bereiten oder, wenn ich gut gelaunt bin, lasse ich deinen Körper einfach überall schmerzen.

Erinnerst du dich noch, wie du voller Energie durchs Leben gegangen bist und Spaß hattest?

Die Energie habe ich dir genommen und stattdessen die Erschöpfung da gelassen. Versuch jetzt mal Spaß zu haben.

Ich kann dir den erholsamen Schlaf nehmen und durch Verwirrung und Konzentrationsschwierigkeiten ersetzen.

Ich kann dich dazu bringen, rund um die Uhr schlafen zu wollen, aber ich kann dir auch Schlaflosigkeit vorbei bringen.

Ich kann dich innerlich zittern und unruhig sein lassen,oder dir ist heiß oder kalt, wenn sich alle um dich herum normal fühlen.

Ich kann deine Hände und Füße anschwellen lassen, ein geschwollenes Gesicht, Augenlider, einfach alles.

Ich kann dich ängstlich, verunsichert und depressiv fühlen lassen. Oder ich verursache andere mentale Probleme.

Ich kann dein Haar ausfallen lassen, es wird trocken und spröde. Ich lasse deine Haut austrocknen, verursache Akne, meine Möglichkeiten sind grenzenlos.

Ich lasse dich zunehmen, und egal was du isst oder wie viel Sport du machst,ich lasse die extra Kilos an dir nicht verschwinden. Ich kann dich auch abnehmen lassen, da unterscheide ich nicht.

Einige meiner anderen autoimmunen Freunde kommen oft vorbei und geben dir noch mehr zu tun.

Falls du irgendwas geplant hast, dich auf etwas freust, kann ich es dir nehmen. Du hast nicht um mich gebeten, ich habe dich mir ausgesucht; aus verschiedenen Gründen:

Vielleicht das Virus, von dem du dich nie richtig erholt hast, oder der Autounfall, oder vielleicht die Jahre des Missbrauchs und Trauma (Stress treibt mich zu Höchstleistungen). Ich könnte in deiner Familie liegen. Was immer der Grund ist, ich bin gekommen um zu bleiben.

Ich hab gehört, du gehst zu einem Arzt, um mich los zu werden. Da lach ich nur drüber. Versuchs ruhig. Du wirst zu vielen, vielen Ärzten gehen müssen, bis du einen findest, der dir tatsächlich helfen kann.

Du wirst die falsche Medikation bekommen, Schmerzmittel, Schlafmittel, Energiemittel. Man wird dir sagen, dass du eine Angststörung oder Depressionen hast und dir Angst lösende Mittel und Antidepressiva geben.

Es gibt noch so viele andere Möglichkeiten, wie ich dich krank und unglücklich machen kann. Die Liste ist endlos: zu hohes Cholesterin, Probleme mit der Gallenblase, stimmt der Blutdruck nicht, oder der Blutzucker, neben allem auch noch Herzprobleme? Yep, das bin vermutlich ich.

Kannst du nicht schwanger werden oder hattest du eine Fehlgeburt?

Das wahr ich wahrscheinlich auch.

Kurzatmigkeit oder Lufthunger? Bin ich auch.

Erhöhte Leberwerte? Auch ich.

Probleme mit den Zähnen, dem Zahnfleisch oder deinem Kiefer. Ich habs dir gesagt, die Liste ist endlos.

Man hat dir vielleicht eine Reizstromtherapie oder Mass. verordnet, dir gesagt, wenn du nur genug schläfst und dich ausreichend bewegst, werde ich verschwinden.

Man wird dir raten, positiv zu denken, du wirst gepiekst und gestochen werden, und vor allem NIEMAND WIRD DICH ERNST NEHMEN, wenn du den zahllosen Ärzten, die du besuchst, zu versuchen erklärst, wie lähmend ich bin und wie schlecht und ausgelaugt du dich wirklich fühlst. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden dich die „verständnisvollen“ (= ahnungslosen) Ärzte an einen Psychiater überweisen.

Deine Familie, Freunde und Kollegen werden dir alle zuhören, bis sie irgendwann genug davon haben, dass das du ihnen erzählst, wie ich dir zu schaffen mache und wie anstrengend ich sein kann.

Einige werden sagen „Ach, du hast heute nur einen schlechten Tag“ oder „Es istdoch klar, dass du nicht mehrso fit bist wie vor 20 JAHREN“, ohne zu realisieren, dass du gesagt hast, wie vor 20 TAGEN.

Sie werden Sachen sagen wie „wenn du dich einfach zusammenreißt und bewegst, nach draußen gehst und etwas unternimmst, dann wirst du dich gleich viel besser fühlen“ Sie werden nicht verstehen, dass ich deinem Körper und Geist den Antrieb, alle Lebensenergie nehme und es dir UNMÖGLICH mache, solche Ratschläge zu befolgen.

Einige werden anfangen, hinter deinem Rücken über dich zu reden, dich als Hypochonder bezeichnen, während du langsam merkst, dass du all deine Würde verlierst, bei dem Versuch, ihnen begreiflich zu machen wie es dir geht; besonders wenn du bei einem Gespräch mit einem „normalen“ Menschen plötzlich vergisst, was du sagen wolltest. Man wird dir Sachen sagen wie „Ach, meine Großmutter hatte das auch und mit ihren Medikamenten geht’s ihr gut“ Wenn du verzweifelst versuchst, klar zu machen, dass ich mich nicht bei jedem gleich zeige und nur weil die Großmutter mit IHREN Tabletten gut zurecht kommt, heißt das nicht, dass sich auch bei dir wirken.

Sie werden nicht verstehen, dass diese Krankheit dich von Kopf bis Fuß angreift und dass jede Zelle und jedes Organ in deinem Körper genau die richtige Menge von der für DICH richtigen Medizin benötigt.

Nicht, was für jemand anderen funktioniert.

Der einzige Ort, an dem du so etwas wie Unterstützung und Verständnis beim Umgang mit mir bekommst, ist bei Menschen, die auch von mir betroffen sind. Sie sind die einzigen, die dich wirklich verstehen können.

12.05.2017 12:46 • #6


Der Text ist wirklich sehr interessant. Oft kann ich einfach nicht erklären, woher dieses ungute und bedrückende Gefühl kommt, aber das scheint wirklich in einem großen Zusammenhang zu stehen. Einerseits beruhigend, dass man weiß, woher es kommt, aber andererseits beunruhigend, weil man nicht weiß, wie man damit umgehen soll. Das ist echt schwer.

12.05.2017 12:56 • #7


@Katzenmama91
Hallo, das kenne ich auch sehr gut. War als Kind auch schon immer Sicherheitsbedürftig und immer schüchtern. In der Grundschule war es auch schon ganz schlimm, weil ich mich kaum am Unterricht beteiligte. Wenn ich mich mal meldete, hatte ich Herzrasen und mir war es so peinlich, wenn ich vor der Klasse dann etwas sagen musste. Am schlimmsten war es, wenn der Lehrer einfach ausgewählt hat und ich dann dran war. Naja, so zog sich die Bahn der Ängste durch mein Leben. Ich nehme auch Thoryxin und Jodid, weil ich knoten in der Schilddrüse habe. Ich konnte kaum eine Veränderung feststellen, da ich sowieso ständige innere Unruhe habe, immer das Gefühl, es könnte etwas passieren. Ich bin auch sehr schnell überfordert, das reicht schon, wenn ich irgendwo anrufen muss. Wenn ich mal Termine habe, dürfen es nicht mehr als 2 sein, danach bin ich meistens total kaputt. Es ist ein Teufelskreis. Mittlerweile glaube ich auch nicht mehr, dass mein Zustand besser wird. Bin seit über einem Jahr in der 3. Therapie. Zudem bin ich immer erleichtert, wenn ich in meinen 4 Wänden sein kann. Alles andere interessiert mich nicht mehr wirklich. Ich habe die Hoffnung fast verloren. Aber ich arbeite daran, alles so zu akzeptieren, wie es ist, vielleicht wird es dann auch besser.

12.05.2017 12:58 • #8


Hab dir mal eine kleine Geschichte über Hashi geschickt.
Ausheilen ? Nein das ist leider chronisch .
Aber irgentwie wird es schon wieder

12.05.2017 13:03 • #9


Hallo Andy3,

diese Überforderung bei alltäglichen Dingen macht mir auch zu schaffen. Gerade in den Zeiten, wo ich sowieso schon innerlich aufgewühlt bin. Ich zwinge mich aber oft dazu, trotzdem soweit alles zu schaffen, obwohl es sehr sehr anstrengend ist. Danach bin ich auch erstmal kaputt. Da denke ich, dass das doch nicht sein kann. Für andere ist das völlig normal und ich bin psychisch total erschöpft. Auch wenn ich vorher schon denke, jetzt musst du gleich mit dem Auto eine längere Strecke fahren oder arbeiten gehen, bin ich innerlich schon überfordert. Stelle mich den Situationen so gut es geht immer. Ich denke, dass das wahrscheinlich auch wichtig ist. Ich mag mich nicht in meinem Zimmer verbarrikadieren . Ich hab oft das Gefühl, als hätte ich keine Kontrolle über mich und meinen Körper. Dieser Stress ist dann einfach da. Hab auch schon so eine Angst vor der Angst entwickelt..

Hm okay . Hatte ich auch so gedacht, dass Hashi ja eigentlich chronisch ist. So was blödes. Die Nuklearmedizinerin fragte mich auch, ob ich oft so ein Druckgefühl im Hals hätte. Das bestätigte ich und das sei wohl normal bei der Erkrankung. Dürfte ich mich nicht von beunruhigen lassen.

Dieser Zustand soll wieder besser werden

12.05.2017 13:13 • #10


Doch ich denke ganz sicher, das wenn man irgendwann richtig eingestellt ist . . .wird das wieder .
Wir müssen Geduld haben und einen guten Arzt.

12.05.2017 13:25 • #11


Zitat von Katzenmama91:
Hallo Andy3,

diese Überforderung bei alltäglichen Dingen macht mir auch zu schaffen. Gerade in den Zeiten, wo ich sowieso schon innerlich aufgewühlt bin. Ich zwinge mich aber oft dazu, trotzdem soweit alles zu schaffen, obwohl es sehr sehr anstrengend ist. Danach bin ich auch erstmal kaputt. Da denke ich, dass das doch nicht sein kann. Für andere ist das völlig normal und ich bin psychisch total erschöpft. Auch wenn ich vorher schon denke, jetzt musst du gleich mit dem Auto eine längere Strecke fahren oder arbeiten gehen, bin ich innerlich schon überfordert. Stelle mich den Situationen so gut es geht immer. Ich denke, dass das wahrscheinlich auch wichtig ist. Ich mag mich nicht in meinem Zimmer verbarrikadieren . Ich hab oft das Gefühl, als hätte ich keine Kontrolle über mich und meinen Körper. Dieser Stress ist dann einfach da. Hab auch schon so eine Angst vor der Angst entwickelt..


Ich bin gern zu Hause, da fühle ich mich am sichersten. Ich habe mich schon so daran gewöhnt und kann mich vor allem sehr gut allein beschäftigen, es gibt immer etwas zu tun. Das soll nicht heißen, dass ich ausschließlich zu Hause bin (muss ja auch einkaufen, Therapie, Selbsthilfegruppe u.a.). Aber wenn ich raus muss, gehts schon los mit der Unruhe, es könnte ja was passieren, das liegt daran, weil schon ein paar Mal etwas passiert ist. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Jeder ist einzigartig und empfindet sich und sein Umfeld anders.


Zitat von Katzenmama91:
Hm okay . Hatte ich auch so gedacht, dass Hashi ja eigentlich chronisch ist. So was blödes. Die Nuklearmedizinerin fragte mich auch, ob ich oft so ein Druckgefühl im Hals hätte. Das bestätigte ich und das sei wohl normal bei der Erkrankung. Dürfte ich mich nicht von beunruhigen lassen.

Dieser Zustand soll wieder besser werden


Das Druckgefühl habe ich zeitweise, ich weiß nicht genau, in welchen Situationen genau, da ich noch nicht so richtig darauf achten konnte, mit Achtsamkeit habe ich auch so meine Schwierigkeiten. Vielleicht muss die Schilddrüse mal irgendwann raus, muss immer alle 3 bis 6 Monate zur Blutkontrolle. Meine ist laut Aussage des Arztes auch klein. Aber mir wurde auch mitgeteilt, dass ich mir über die Knoten keine Sorgen machen müsse, na klar, so lange nicht, bis es umschwenkt...kann ja alles passieren...deshalb würde ich sie mir entfernen lassen, sobald sich da etwas ändert.

12.05.2017 13:27 • #12


Ja da muss man wirklich geduldig sein.
Bleibt einem auch nichts anderes übrig :/.
Ist auch schwer, anderen zu erklären, wie man sich fühlt, die das selbst nicht kennen.
Denke dann, dass ich dann nerve oder eine Belastung bin. Macht es ja auch nicht besser.

Ja zu Hause fühle ich mich auch mit am sichersten und bei meinem Freund.
Ich brauch auch manchmal Zeit für mich allein, wenn ich mich nicht so gut fühle.

Ist schon echt anstrengend.

12.05.2017 13:33 • x 1 #13


Reflux? Habe ich auch seitdem, die Säure läuft mir in der Nacht die Speiseröhre herauf und ich habe mich schon sehr
oft daran verschluckt im Schlaf, nicht so viel nach 18:00 Essen und keine Getränke mit Fruchtsaft und kein Alk..
Besorge dir bei Rossmann mal Kaiser-Natron und trinke davon mit lauwarmem Leitungswasser einen halben Teelöffel
voll Natron auflösen, jeden Tag am besten am Morgen ein Glas voll.

Die Schmerzen kommen eventuell von Magensäure die verätzt die Speiseröhre. Auch der Druck im Hals kommt davon.
Ich habe teilweise nach einem Verschlucken das meine Stimme weg ist und die Stimmbänder verätzt wurden. Du musst
da ganz schnell etwas gegen machen!

Nur stille Wasser trinken ohne Kohlensäure, da reicht dass billigste was Aldi Lidl haben oder Leitungswasser. Auch Tee
ist gut Kamille mit Kümmel und/oder Fenchel. Kein Zucker! Ist es in der Nacht mal schlimm eine Scheibe trockenes
Toastbrot und etwas Milch. Alles gute.

12.05.2017 14:15 • x 1 #14


Danke für deinen Tipp!

Da ich das Pantoprazol momentan sehr unregelmäßig nehme (da ich es gern mal bald ganz weglassen möchte), wäre das ja eine Alternative. Ich trinke auch viel Tee, u.a. Süßholzwurzeltee. Der hilft mir sehr gut. Ich trinke auch fast nur stilles Wasser und Alk. so gut wie nie. Als hätte man nicht schon Stress genug und dann muss man sich noch mit Sodbrennen herum plagen

12.05.2017 14:36 • #15


Natron als Kur einsetzen, jeden Tag drei Wochen lang. Dann eine Pause einlegen, wenn es wieder los geht neu
anfangen, es ist für viele Dinge gut. https://www.zentrum-der-gesundheit.de/natron.html

12.05.2017 14:41 • x 3 #16


Hatte vor 1 Jahr eine Magenspiegelung und da war die Speiseröhre auch etwas angeschlagen durch die Säure, Diagnose: Refluxkrankheit. Verschrieben bekommen habe ich Omeprazol, nehme ich aber nur bei Bedarf. Ist schon Mist, wenn man sich mit so einigen Nebeneffekten rumplagen muss.

12.05.2017 15:33 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

franztati
Danke für die Tipps mit dem Magensäure Problemen!

12.05.2017 15:48 • #18



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Mira Weyer