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Hallo ihr lieben,

mein Name ist Maikon, ich bin 24 Jahre alt und ich möchte hier gerne ein par sachen loswerden, einfach weil ich leider niemanden mehr habe dem ich vertraue und mit dem ich sonst darüber sprechen kann. Ich hoffe Ihr habt etwas Zeit zum lesen mitgebracht.

Bis zu meinem 16ten Lebensjahr war alles wunderbar, bis zu diesem Tage wo alles begann. Meine Familie und ich, wir campen seit ca. 10 Jahren auf einem Campingplatz an der Ostsee. Ein heißer Sommernachmittag, 30 Grad Celsius, ein Mann lag regungslos auf der Campingwiese, schien etwas betrunken, man schenkte ihm keine Beachtung aufgrund eines Fussballspiels. Alles schien so unscheinbar. 45 min später, Halbzeit! Der Mann lag immer noch dort, regungslos. Panik machte sich breit, sofort wurde ein Notarzt gerufen, vergebens. Der Mann war tot. Niemand kannte diesen Mann und keiner wusste woher er kam. Aber dieser Tag hat meins und das leben vieler anderer Menschen verändert.

Seit diesem Tag schien plötzlich der ganze Campingplatz verflucht.
Im Laufe der nächsten Wochen starben sämtliche Leute an einem Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs. Und zwar genau die Leute die den Mann haben dort liegen sehen und nix unternommen haben, die das ganze einfach nicht so ernst genommen haben weil alle dachten er wäre betrunken eingeschlafen.
Der Platzwart stirbt an Krebs, der Hausmeister und unser Nachbar an einem Schlaganfall, ein Platz weiter, die schreckliche Nachricht Leukemie

Selbst jetzt dachte ich noch an einen merkwürdigen Zufall.
Bis mein eigener Vater an einem Wochenende auf dem Campingplatz beim Rasenmähen einen schweren Herzinfarkt erlitt.
Ihm konnte in letzter Minute das Leben gerettet werden. Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt damals total fertig und wollte ganz viele Tabletten schlucken, die ich ihr auch im letzten Augenblick aus der Hand nehmen konnte. Nach vergangener Zeit war dann alles wieder an einem normal Punkt.
Mein Dad war wieder zuhause, alles schien überstanden. Doch ein Jahr später, wie ein Schlag vors Gesicht,...mein Vater hat Krebs, Krebs in der Mundhöhle. Auch das wurde rausoperiert und ist überstanden. Nochmal gut gegangen,...aber weiter gehts im Text

In den ganzen Jahren hatte ich die ein oder andere Freundin mit der ich zusammen war, von vielen wurde ich betrogen, belogen, hintergangen und verarscht, warum weiß ich nicht, bin ein ganz lieber, treuer und herzensguter...aber vllt auch nur ein Versager...

Nach Monatelangem Weinen um Familie und Freundin fingen dann bei mir die Panikattacken so richtig an. Egal wo ich hingehe, ich bekomme sofort mit meinem Kreislauf zu tun, an Kassen stehen, mit Bahn und Bus fahren geht garnichtmehr. Ich komme mir halt vor wie ein totaler Versager, nichtmal mehr einkaufen gehen kann ich. Ich wohne zurzeit mit meiner Freundin zusammen und wir erwarten sehr bald eine kleine Tochter.

Ich muss doch Verantwortung übernehmen, möchte meiner kleinen doch ein schönes Leben bieten können, aber wie,...ich bin zu schwach dafür, ich geh ja höchstens mal zum Briefkasten. Jeden Tag sag ich mir: Morgen geh ich aber wirklich mal, und morgen tu ich dies und morgen tu ich das
Aber das einzige was ich tu ist mich selbst anlügen. Meine Freundin versteht mich da zum Glück, aber ich falle ihr ja nur zur Last und das möchte ich einfach nicht. Jeden Tag sitze ich gut 14 Std am PC und spiele, das lenkt mich ab und find ich besser als Frust in Alk. zu ertränken.
Meine Mutter geht jeden Tag von Morgens bis spät Abends 2 Jobs arbeiten um die Familie durchzubringen. Ich selbst hab als arbeitsloser natürlich auch überhaupt kein Geld, das belastet mich schon sehr. Zudem müssen wir in 2 Monaten eine größere Wohnung finden weil dann das Baby kommt.

Trotzdem weiß ich das das so nicht weitergehen kann, ich habe meine Arbeit verloren wegen meiner Krankheit,...nur kann ich mit niemandem so darüber reden weil ich Angst habe das mich keiner ernst nimmt. Aber was soll ich machen, wenn ich in einem Loch stecke wo ich alleine nicht rauskomme.
Freunde habe ich leider keine und meine Familie möchte ich auch nicht damit belasten, weil es dort nur noch eine Frage der Zeit ist bis mein Vater von uns geht da sein Herz sehr sehr schwach ist, schon schwer genug sich damit abfinden zu müssen.

Von Tabletten halte ich überhaupt nichts und von einer Klinik aber ebenso wenig, ich weiß das mir eins von beiden sicherlich helfen würde, aber ich denke das was ich brauche sind Freunde, also richtige Freunde die für mich da sind. Aber wer will schon mit einem Versager, der nichtmal vor die Tür geht und den ganzen Tag am PC sitzt befreundet sein,..ist halt nicht so leicht wenn man am ende des Tunnels kein Licht mehr sieht.

LG, Maikon

11.09.2010 04:53 • 11.09.2010 #1


3 Antworten ↓


Aber wärst du momentan überhaupt imstande auf Freunde zuzugehen? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass so etwas während der depressiven Zustände rein technisch nicht machbar ist; während der Rückzugsphase sind meistens auch soziale Kontakte zu anstrengend.

Siehe es so: Der von dir vermuteter Versager ist das Ergebnis der Depression. Sie aber kam anscheinend durch deine Begegnung mit Tod, Leid und Krankheiten.

Klar kann man mithilfe guter Gespräche und Anteilnahme anderer Menschen schneller lernen das Unvermeidbare zu akzeptieren und ein Psychotherapeut kann in solchen Notzeiten gute Freunde ersetzen.

Wichtig wäre zu lernen Pausen am PC einzulegen. Zunächst kurze, dann ausbauen. Leg dir ein bestimmtes Pensum pro Tag fest, ein paar Stunden und nicht mehr. Der Rest des Tages würde dem Erfüllen von Verpflichtungen dienen - und so hast du gleich eine doppelte Lebensqualität, das Vorankommen im praktischen Leben und dein Spiel.

Zu dem Fluch am Campingplatz: wirklich wahr?

Ich wünsche deinem Vater Gute Besserung.

11.09.2010 08:42 • #2



Tunnel ohne Licht

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Mit dem PC das kenne ich. Bin zwar hier auch viel am Schreiben, aber früher waren es im Internet auch 8-12 Stunden täglich, heute nur noch Pausen und keine Stunden mehr am Stück. Das ich mir vor 1 Jahr einen Hund angeschafft hab, war auch mit ein Grund, andere Struktur in den Tag zu bekommen.
Man muss wirklich aufpassen, nicht den ganzen Tag am Rechner zu sitzen und um einen rum geht die Welt unter, was letztlich schnell zur Vereinsamung führen kann und zu Depression oder sie verstärkt.

Der PC kann keine realen Kontakte ersetzen, keine Hobbys etc.

So wie @vent sagt, Pausen einlegen. Oder einen Zeitplan, vormittags eine Stunde und abends z.B.

11.09.2010 08:59 • #3


Ein Hund ist toll. Und ein Baby auch. Herzlichen Glückwunsch im Voraus, Maikon

11.09.2010 09:49 • #4




Mira Weyer