Hallo Freisein (irgendwie funktioniert das Markieren nicht so recht?),
viel hat sich getan, ehrlich gesagt.
Im Grunde ist der "worst case" eingetreten, der sich, jetzt da er da ist, gar nicht mehr gar so schlimm anfühlt.
Ich war die ganze Woche ziemlich am Boden zerstört und auch unruhig, weil ich nicht wusste, wie es weitergehen soll. Beim Arzt war ich auch wieder (hab sogar da zum Heulen angefangen, irgendwie peinlich), der mich dann kurzerhand ins BKH in die Notaufnahme geschickt hat, weil er meinte, bis zum 27ten, das dauert zu lange. Und dass ich da ein psychiatrisches Gespräch führen soll, auch wegen Medikation.
Bin also gleich darauf hingefahren und musste auch nicht warten, hatte dann ein Gespräch mit dem Psychiater dort (sehr freundlich), der hat mir schließlich Sertralin und Dipiperon mitgegeben. Sertralin jetzt bei 25mg und ich soll es nach ca. einer Woche mal auf 50mg steigern. Dipiperon dann bei Bedarf gegen die Panikattacken.
Ich fühle mich jetzt schon um einiges besser, und die Übelkeit, die mich fast die ganze Woche ständig begleitet hat (konnte nicht mal mehr Wasser trinken, ohne dass ich dachte ich muss mich übergeben), ist jetzt endlich wieder weg - ich habe sogar unglaublich viel Hunger, vermutlich liegt das am Sertralin?
Ich war zeitweise bei 47kg, aber ich denke, es geht jetzt wieder aufwärts.
Am Freitag sind mein Stiefvater und ich zu dem Schulgespräch gegangen.
Was schlussendlich dabei raus kam: mir wurde von diesem Beruf abgeraten. Und das dachte ich mir ja selbst schon. Zu viel Stress, zu viel Druck, keine wirklich geregelten Arbeitszeiten. Zudem ich auch total der Theoretiker bin - und praktisches Arbeiten nur sehr bedingt Spaß macht.
Synlab möchte den Vertrag jetzt auch nicht wirklich weiterführen (da sie Wind bekommen haben, warum ich pausieren will). Nächste Woche wird von denen noch ein Brief eintrudeln, da steht genaueres drin.
Leider müssen wir jetzt die 4000€ Förderung zurückzahlen, und das macht mir schon ein sehr schlechtes Gewissen.
Ich habe mich insgesamt in letzter Zeit sehr nutzlos und kaputt gefühlt, ich meinte zu meiner Therapeutin, ich fühle mich wie ein Apfelbaum auf einer Plantage, der als einziger keine Äpfel trägt - steht nur rum, nimmt Platz und Geld weg, aber bringt keinen Nutzen.
Aber meine Mutter meine, besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Ihr ginge es nicht um das Geld, sondern darum, dass ich eigenständig werde.
Jetzt muss ich mir eben etwas anderes suchen, aber erleichtert bin ich dann doch.
Mir wurde auch von der Schule aus viel Mut gemacht, und mir wurde gesagt dass es egal ist, wie schief etwas läuft, Hauptsache, man macht weiter.
Meine Mutter sagte mir noch, sie hat auch dumme Entscheidungen gemacht, die teuer geendet haben (Heirat -> Scheidung), aber es ging ja trotzdem weiter.
Mir wurde geraten, mich jetzt aber (zumindest mal bis Januar) erst mal nur um mich selber zu kümmern, mir einen Platz in einer Tagesklinik suchen (das wird dann eben am 27ten besprochen), meine Therapie machen, und wenn ich stabil genug bin, mich mal umsehen, was ich denn werden könnte.
Evtl. noch einmal zur Arbeitsagentur gehen, etc etc.
Denn solange ich so instabil bin, werde ich garantiert nicht den richtigen Beruf für mich finden - da ist ja jeder Tag irgendwie anders und mal denkt man, das einen ist genau das richtige, und am nächsten Tag denkt man sich: bloß nicht!
So, aber heute holt mich mein Freund und es geht endlich nach Regensburg.
Er hat sich sogar extra noch für Donnerstag und Freitag Urlaub genommen, damit wir auch noch etwas zusammen unternehmen können. Ich freue mich wirklich, und vor allem freue ich mich, dass diese ekelige Übelkeit weg ist - und ich endlich wieder mehr Appetit und Hunger habe! Ich esse nämlich eigentlich total gern. Und wir kochen sehr gern zusammen.
Meine Mutter ist auch ganz aus dem Häuschen, dass ich mal endlich *freiwillig* eine Woche wo hin fahre - das letzte Mal, als ich eine Woche weg war, war vor 5 Jahren in der Psychiatrie - also soviel dazu. Sie will ja unbedingt, dass ich die Welt sehe. Regensburg ist zwar nicht die Welt, aber das ist ja egal

Ich fühle mich um so viel besser. Ob es an dem Schulgespräch liegt oder an dem Medikament oder an beidem, weiß ich nicht.
Aber es ist wirklich schön. Nur mit den Angstschüben hadere ich noch. Fernsehen und Videospiele gehen leider immer noch nicht :/ Ich weiß gar nicht so wirklich, warum.
Aber ich denke, das wird sich schon wieder einpendeln.
Jetzt freue ich mich erstmal auf Regensburg
