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hallo ihr lieben mit-leidenden!
ich kann euch vielleicht ein paar neue aspekte zum thema depersonalisation anbieten, die dem/der einen oder anderen hilfreich sein könnten.
2004 hatte ich zum ersten mal mit diesem furchtbaren unwirklichkeitsgefühl zu tun. es folgte die übliche ärzte-odyssee inklusive CT und nervenarzt und pipapo. am ende landete ich bei einem lieben psychotherapeuten, der aber aus meiner heutigen sicht heraus gar nichts helfendes beigetragen hat. nach etwa einem halben jahr verschwand die komplette symptomatik und es war knapp 6 jahre lang ruhe - bis vor 3 wochen.
da ich mich mittlerweile (seit 2007) mit spirituellen themen beschäftige, habe ich für mich heute andere erklärungsansätze für den stattfindenden prozess gefunden.
einzelheiten dazu möchte ich hier jedoch nicht erläutern, weil man schnell in die verrückte-esoteriker-ecke geschoben wird. mit esoterik im landläufigen sinne habe ich jedoch nichts am hut. (die ursprüngliche bedeutung des wortes ist auch NICHT „geheimwissen“! aber das nur nebenbei). wer auch „vom fach“ ist darf mir gerne eine PN schreiben.
fakt ist jedenfalls, dass alles, was „erdet“ hilft. dazu gehört wie hier schon erwähnt wurde sport, frische luft, aufenthalt in der natur. ebenso wichtig ist gutes essen, allgemein sich viel mit dem körper beschäftigen und besonders gut für ihn sorgen. sich den satz aufsagen „ICH BIN vollkommen geerdet und mit der erde verbunden“ hilft gleich zweifach – denn erstens ist der verstand von seinen desaströsen gedankenschleifen abgelenkt, und zweitens wirkt der satz für die fehlende aber gesuchte erdung. ich habe ihn ausgedruckt und an strategische stellen in meiner wohnung geklebt. mir hilft er sehr gut.
ebenso hilft einmal tiefes ein- und ausatmen, das bringt (zurück) in die körperlichkeit. tote haben die angewohnheit, nicht zu atmen, daher ist es wunderbar, dass wir dies noch tun können! *smile*
am ende mancher meditations-cds wird ebenfalls geraten, tief ein und aus zu atmen, um sich wieder im hier und jetzt zu verankern. wenn ich merke, der teller in meiner hand sieht auf einmal merkwürdig unecht aus, atme ich ein, aus und bin wieder hier. hilft das einmal nicht, sage ich meinen satz auf oder lese ihn ab.
da im notfall nicht mehr klar formuliert werden kann, habe ich mir für alle fälle hilfreiche sätze ausgedruckt: dies vergeht wieder, ich habe immer wieder einen klaren kopf (in so einem klaren zustand habe ich diesen merkzettel verfasst!) , atmen hilft!
usw. was für einen selbst gut ist und hilfreich, jeder mag seine eigenen formeln finden.
der verstand sollte auf jeden fall beschäftigt sein, notfalls hilft es, das ABC aufzusagen, denn das haben wir so gut verinnerlicht, das kriegen wir in jedem fall auf die reihe. das macht mut in solchen momenten!
wir sind bekanntlich nicht unser körper, sondern bewohnen ihn nur für die zeit des aufenthalts hier in diesem leben. nach dem tod bleibt der körper zurück.
menschen mit DP sind sich dessen einfach bewusster als andere. das ist an sich wünschenswert (wie hier ebenfalls schon angedeutet wurde), ist für das „ich“ (also die person, die wir hier konstruiert/aufgebaut haben) jedoch eine katatstrophe, weil sie fürchtet zu „sterben“. in gewissem sinne stimmt das ja sogar. jedoch bedeutet das nicht, dass das selbst samt körper stirbt. das ist ein gewaltiger unterschied. „ich“ ist aber ein kontrollfreak und gibt diese kontrolle nur sehr sehr widerwillig auf. (das erklärt auch die angst so vieler menschen vor hypnose usw.)
was ebenfalls helfen kann ist daher meiner erfahrung nach, sich bewusst dem gedanken anzuvertrauen, dass wir in wahrheit über nichts in unserem leben die kontrolle haben. wie werden geboren und wir sterben, wann wissen wir nicht. menschen, die nun von haus aus gern alles kontrollieren (herdplatten etc.) sind vermutlich besonders prädestiniert (schönes wort!) für diesen zustand der panik. denn die hingabe an den gedanken, dass eine höhere macht unser leben lenkt, muss für sie besonders bedrohlich erscheinen. schlieslich fällt dann die eigene kontrolle weg und wird verbucht unter „sinnlos“.
ein solches sich-anvertrauen kann vielleicht bei dem einen oder anderen die panische angst klein halten oder zum verschwinden bringen. da muss jeder für sich selbst gucken und ausprobieren. mir persönlich hilft der gedanke, dies sicherlich aufgrund meiner bisher durchweg positiven erfahrungen mit dem, was wir „Gott“ nennen.
meiner meinung nach steckt die ursache im thema urvertrauen. wer nach der geburt in dieser hinsicht traumatisiert wurde, ist vermutlich eher dazu geneigt, panik zu entwickeln, sobald im leben sich situationen auftun, wo ihm oder ihr wieder mal bewusst wird, dass wir tatsächlich keine kontrolle über das leben haben. immer wieder müssen wir uns anvertrauen, sei es bei einem unfall, der geburt eines kindes (gruss an alle mütter!) , wenn ein lieber angehöriger stirbt usw. usf.
wir haben dies alles nicht in unseren händen, auch nicht mit tausend ärzten im nacken und mit hundert versicherungen und türschlössern an der haustüre. das leben ist und bleibt ein geheimnis.
mir hat reiki zeitweise recht gut geholfen, um mich nach einer panikattacke wieder zu beruhigen und zu stabilisieren. vielleicht hat noch jemand dahingehend erfahrungen gemacht und möchte davon berichten?
die angst ist sicherlich immer gross, für verrückt erklärt zu werden, aber wir leben gottlob nicht mehr im mittelalter.
immerhin habe ich die hoffnung, dass erneut 6 jahre „ruhe“ möglich sind. und noch mehr hoffnung, dass sich das thema hinter dieser symptomatik ganz auflösen bzw. in positives verwandeln lässt. es zeigt sich nur aus diesem grund, und ich bin festen willens, diesmal dahinter zu kommen, wie es funktioniert.
denn wer von der energiearbeit her kommt, der weiss, dass vorsichtig ausgedrückt, einiges möglich ist. nichts bleibt immer so, wie es war. das ist in unserem fall die gute nachricht, so meine ich.
liebe grüsse!
die traumwandlerin