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stella92
Hallo Leute,
ich wollte jetzt mal endlich was loswerden, was mir schon lange auf dem Herzen liegt. Und irgendwie kann ich so mit niemandem richtig drüber reden, weil mich keiner versteht. Aber ihr habt immer so tolle Ratschlaege

Ich bin 24 und Studentin. Ich wohne zuhause mit meiner Mutter und meinem Opa. Meinem Opa geht es nicht so gut, er schlafwandelt fast jede Nacht und faellt sehr oft Nachts hin, die Treppe runter etc. Meine Mutter hat keine ruhige Nacht/Tag weil sie sich so intensiv um ihn kuemmert. Außerdem ist sie häufig allein, in ihrer Freizeit geht sie nur mit meiner Schwester und deren Sohn spazieren.
Ich fühle mich nicht mehr so richtig wohl zuhause. Ich habe schonmal vor 4 Jahren im Ausland gelebt und komme mit der abhängigen Situation nicht so gut klar.

So, ich würde gerne ausziehen, aber ich habe total die Schuldgefühle, meine Mutter alleine zu lassen. Denn wenn ich mich dazu entscheide, muss ich mit dem Gedanken leben, dass sie irgendwann komplett alleine ist in einem riesen Haus. Und ich mag mir gar nicht vorstellen, was sie dann mit meinem Opa noch durchmachen muss.

Ich weiss, dass sie eine erwachsene Frau ist, und fuer sich selber sorgen kann... Aber das reicht mir nicht, das ist so dahergesagt. Ich sehe dass sie oft traurig ist, weil sie oft alleine ist. Und ich hoffe, jemand hat vielleicht einen Rat.

29.05.2016 21:33 • 31.05.2016 #1


11 Antworten ↓


Grundsätzlich ist es nicht schlimm, mit 24 noch bei den Eltern zu wohnen. Bis 25 verlangt ja die Arge sogar von einem, dass man wenn man arbeitslos ist bei den Eltern wohnt anstatt voll Hartz zu kassieren.
Das ist aber nicht dein Problem, wenn ich das richtig verstehe, sondern die Schuldgefühle gegen+ber deiner Mutter. Dazu kann ich dir nur eine glasklare Antwort geben:

"Es ist in erster Linie dein Leben und du musst für dich sehen was das Beste für dich ist und etwas aus dem Leben machen."

Das soll nicht heißen, dass du deiner Mutter rücksichtslos vollkommen den Rücken kehren sollst. Nur irgendwann ist es eben Zeit, sich von den Eltern / der Mutter zu lösen und seinen Weg zu gehen. Das müssen Eltern akzeptieren. Das Klammern der Eltern kann für die eigene Entwicklung schädlich sein, wenn man dem nachgibt. Ich habe auch den Fehler gemacht, viel zu lange daran zu denken und die Weichen in meinem Leben (Job, Wohnort) deswegen falsch gestellt gehabt. Je länger das anhält, desto schwieriger ist das zu korrigieren. War ein echter Kraftakt bei mir.

29.05.2016 22:07 • x 1 #2



Mit 24 noch zuhause

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Zitat von Intimidator:
War ein echter Kraftakt bei mir.

Das ist es auch, jedoch muss man auf sich selbst schauen und sein Leben in die Hand nehmen.
Natürlich ist es bei einem guten Verhältnis selbstverständlich gewissermaßen behilflich zu sein.
Genauso selbstverständlich in meinen Augen ist es aber, dass deine Mutter dich loslässt, wenn sie dann mit dem großen Haus überfordert ist muss sie auch Prioritäten setzen und eventuell mit dem Opa in eine Wohnung ziehen, eventuell in eine Barriere freie Wohnung.
Auf alle Fälle darf sie nicht dein Gewissen als Druckmittel verwenden, so wie es sehr oft bei älteren den Generationen passiert.

Also setze dich mit deiner Mutter zusammen und rede in einem ruhigen Gesprächsklima mit ihr über deine Wünsche, dein Leben alleine zu meistern. Zeig ihr auf, dass sie dich nicht verliert, aber du deinen persönlichen Freiraum benötigst.

Ich wünsche dir alles Gute!

LG

Gerd

29.05.2016 22:23 • #3


stella92
Danke euch Beiden! Ich glaube nur leider, dass das nicht so leicht wird, da sie nicht unbedingt der offenste Mensch ist. Also damit meine ich, ich konnte noch nie gut mit ihr ueber Probleme reden oder generell reden. :/

30.05.2016 16:49 • #4


Zitat von stella92:
Danke euch Beiden! Ich glaube nur leider, dass das nicht so leicht wird, da sie nicht unbedingt der offenste Mensch ist. Also damit meine ich, ich konnte noch nie gut mit ihr ueber Probleme reden oder generell reden. :/

Ja Stella, aber du kannst nicht zeitlebens auf deine Mutter Rücksicht nehmen. Sie hat es einfach zu akzeptieren, dass du eine eigene Wohnung willst, akzeptiert sie das nicht reagiert sie egoistisch. Das sollte dir dann zusätzlich Ansporn geben, deinen Willen durch zu setzen

30.05.2016 16:52 • #5


Vergissmeinicht
Hey Stella,

kann und möchte die Zeilen meiner Vorschreiber unterstreichen. Du bist unglücklich und nur Du alleine kannst es ändern. Ein Auszug bedeutet ja nicht das Ende mit Deiner Mutter und das sie sich um den Opa kümmert, hat sich selber für sich so entschieden.

Lerne Deine Gefühle ... auszusprechen.

30.05.2016 16:53 • #6


ratzifatzi
Liebe stella,
ich kann sehr gut nachvollziehen, was du schilderst.
Ich selbst bin vor gut drei Jahren in eine andere Stadt gezogen (ca. 400km von meinen Eltern weg). Meine Eltern haben große Probleme mit meiner Oma, die im gleichen Haus wohnt, jahrzehntelang psychische Probleme hatte und nun Demenz hat. Du kannst dir vielleicht vorstellen, was da teilweise abgeht. Die ganzen "Macken" von meiner Oma sind jetzt noch krasser da als früher.
Ich habe oft ein schlechtes Gewissen, nicht "zu Hause" zu sein und meine Eltern zu unterstützen. Aber ich sage mir immer wieder, dass ich dabei kaputt gehen würde. Wenn meine Eltern sich das antun, ist das nicht mein Problem. Das muss ich mir immer wieder sagen.
Letztlich ist jeder für sich selbst verantwortlich, auch wenn das egoistisch klingen mag. Einen anderen Menschen körperlich und/oder psychisch pflegen/betreuen kann nicht jeder und das sollte akzeptiert werden. Deine Mutter wird das sicherlich auch verstehen.
Liebe Grüße

30.05.2016 20:27 • x 1 #7


stella92
Da habt ihr alle schon Recht. Ich bin da einfach viel zu emotional und mitfühlend. Ich kann neben der ganzen Sache mit meinem Opa auch den Gedanken nicht ertragen, dass sie traurig alleine vor dem Fernseher sitzt. Diese Vorstellung bricht mir so brutal das Herz.
Auf der anderen Seite denke ich dann, wie ihr alle schon sagt, dass ich fuer mich selber verantwortlich bin, und dass es vielleicht unsere Beziehung sogar verbessern wuerde, da sie mich momentan jeden Tag nervt, weil sie mich wie eine pubertierende 15 Jaehrige behandelt (raeum dies und das sofort auf, mach doch mal das Fenster zu, wie war es heute in der Uni, du verheimlichst mir doch was...) Koennt ihr euch ja sicher alle gut vorstellen. Ich weiss ja auch, dass das normal ist, weil sie von der Situation dass ich zuhause wohne vermutlich enorm gedanklich beeinflusst wird.

Es stimmt schon, dass da kein Weg dran vorbei fuehrt, aber es ist so schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Manchmal weiss ich vor lauter Nachdenken gar nicht mehr, ob ich jetzt wegen ihr zuhause bleibe, oder weil ich Angst vor dem Ausziehen habe, oder doch weil ich mein Geld nicht zum Fenster rauswerfen will. Dann stellt sich noch die Frage, alleine wohnen oder eine WG... Ich habe Angst alleine zu sein, besonders Nachts (mein Freund wohnt uebrigens 2 Std weit weg) habe aber auch total die Soziophobie... so kompliziert.

Tut mir Leid, ist etwas ausfuehrlicher geworden als geplant

30.05.2016 23:18 • #8


Vergissmeinicht
Hey Stella,

leider wird sich das Problem nicht von selber lösen. Du wirst eine Entscheidung früher oder später treffen müssen. Wünsche Dir Hoffnung, Mut und Kraft dazu.

31.05.2016 09:38 • #9


littlebluecat
Rede mit deiner Mutter und findet eine Lösung zusammen.
Sie wird dir sicher nicht böse sein. Denn du bist erwachsen und wirst halt deinen Weg gehen.
Gehen wir doch alle
Ich habe hin und wieder auch Schuldgefühle. Meine Mutter kümmert sich um alles und jeden aber sie
denkt zu wenig an sich.

Vielleicht sollte sie auch darüber nachdenken ihm ein Zimmer zu geben das im Erdgeschoss ist.
Wegen der Treppe. spezielle FEnsterverriegelungen gibt es auch und übrigens gibt es auch medizinische Hilfe
für Schlafwandler.
Aber das sind Lösungen für sie und deine ist: Denk an dich und deine Wünsche

Du schaffst das

31.05.2016 09:57 • #10


stella92
Er wohnt generell schon unten. Und Schlanfwandeln tut er glaube ich als Nebenwirkung seiner Medikamente. Und ich habe sie auch oefters schonmal gefragt, was denn mal werden soll wenn ich nicht mehr hier bin. Sie meint immer, dann kann man natuerlich jemanden einstellen. Aber es ist sooo verdammt teuer.

Ich kriege die meisten Schuldgefuehle wenn ich daran denke, was ist wenn mein Opa nicht mehr da ist. Oder was passiert wenn sie alleine ist und ihm etwas passiert und sie das alleine verkraften muss. Ich habe ihn mal vor ein paar Jahren in einer Blutlache liegend gefunden, und ich war alleine, und ich weiss was das mit mir gemacht hat. Ein Teil von mir moechte lieber gestern als heute ausziehen, damit die Chance geringer ist, dass ich sowas nochmal erleben muss. Ich fuehl mich so egoistisch bei solchen Gedanken. Schnell weg, bevor was passiert....

Ach ja, auch ein riesiger Punkt: dass wenn ich sie alleine lasse und sie aelter wird, sie ganz auf sich gestellt ist - und ich kenne genug Horrorgeschichten von alleine lebenden Menschen, die tagelang auf dem Boden liegen, bis sie jemand findet, weil sie nicht mehr alleine hochkamen...

31.05.2016 11:46 • #11


Vergissmeinicht
Hey Stella,

es ist das Leben Deiner Mutter; ihrer Psyche und ihre Entscheidungen. Wir kommen nicht auf die Welt um uns ein Leben lang um die Mutter zu kümmern. Du hast ein Recht auf ein eigenes Leben. Niemandem ist geholfen wenn Du leidest. Eher eine Entscheidung treffen und versuchen damit zurecht zu kommen.

31.05.2016 12:16 • #12



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