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Hallo ihr!

Ich weiß gar nicht recht wo ich anfangen soll.....ich habe schon immer mit Angst und Depression zu kämpfen, aber die letzten 2 Jahre waren einfach nur der Horror. Meine Angst wurde so stark, dass ich nur noch Angst hatte...den ganzen Tag. Ich konnte plötzlich an nichts anderes mehr denken. In meinem Leben lief einiges nicht rund, das war wohl der Auslöser.
Daraufhin war ich dann 5 Wochen stationär in einer Klinik und im Anschluss 8 Wochen dort in der Tagesklinik. Medikamentös wurde ich absolut unzureichend behandelt. Ich wurde entlassen und es ging mir keinen Deut besser.
Trotz allem habe ich gekämpft und weiter gemacht. Mir einen Job gesucht und fast ein Jahr lang mit der Problematik irgendwie geschafft zur Arbeit zu gehen.

Immer weniger gegessen, immer depresiver wurde ich, immer instabiler.

Jetzt muss ich leider sagen, ich kann so nicht mehr leben.
Mein Freund unterstützt mich wo er nur kann und glaubt fest daran, dass es mir bald besser gehen wird.

Ich bin total fertig. Habe jetzt heute ein neues Medikament angefangen und hoffe, ich kann Therapie machen (wieder Tagesklinik und dann eine Kur/Reha)
Ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Seit 2 Jahren jeden Tag nur Gedanken an die Angst, Angst und Depression. Mein Kopf kennt schon gar nichts anderes mehr.
Ich habe mich zurück gezogen, pfeife aus dem letzten Loch.
Ich würde so gern einfach weiter arbeiten, aber ich merke es geht nicht mich einfach durch zu boxen. Davon wird es ganz und gar nicht besser.

Ich habe Angst, dass mein Leben jetzt für immer so bleibt und ich gar nichts mehr machen kann. Ich bin innerlich die ganze Zeit so aufgewühlt, dass ich gar nicht mehr zur Ruhe komme und zur Zeit auch gar nichts mehr genießen und einfach machen kann. Ich kann gerade zur Zeit mit meinem Hund Gassi, einkaufen gehen und mal kurz Freunde treffen. Aber immer bin ich total getrieben.

Ich möchte endlich mal wieder zur Ruhe kommen und mich nicht nur durchschlagen müssen.
Ich habe null Stabilität zur Zeit...Mein ganzes Leben und Denken dreht sich nur noch um meinen Zustand. Ich kann keinen positiven Gedanken mehr fassen. Bin nur damit beschäftigt zu Grübeln was mir evtl. helfen könnte, was ich tun soll, wie es wird, was wenn es nicht besser wird, Medikamente mir nicht helfen etc..

Es ist so super schwer gerade. Aber ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich glaube, ich werde eine lange lange Zeit nicht mehr auf der Arbeit sein jetzt....Und ich hab so Angst, dass es mit mir nicht mehr besser wird.

Danke fürs Lesen, ich bin einfach total durch den Wind seit so langer Zeit, ich brauch einfach mal Menschen die das auch kennen....

16.01.2018 12:13 • 21.01.2018 #1


20 Antworten ↓


Tja was soll man sagen...
Haste mal an ne SHG gedacht?
LG

16.01.2018 12:22 • #2



Ich bin komplett ausgebrannt und fertig

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ja bin zum Glück in einer....das hilft mir gerade ein Bisschen, zu akzeptieren, dass es jetzt ist, wie es ist.

16.01.2018 12:26 • #3


Ich habe gerade ein gegründet und wir sind alle verschieden durch den Wind
Aber es hilft und mach merkt man ist nicht alleine....

16.01.2018 12:32 • #4


Miral
Hallo Du
Ich kenne dieses Gefühl schon lange und kann gut nachvollziehen wovon Du erzählst.
Das einzige was mir hilft, dass ich mir klar gemacht habe, dass mein Leben überhaupt nicht so läuft, wie ich mir das vorgestellt habe.
Und das wirkt bei mir immer noch .... und wird es wahrscheinlich auch bleiben.
Mit und ohne Hilfe "trete" ich immer wieder mit mir selbst in Kontakt, um zu schauen, wozu ich in der Lage bin und was für mich möglich ist. Das Ganze macht mir immer wieder sehr viel Angst und mit dem älter werden wird es auch nicht besser. Wenn zum Beispiel meine Existenzangst beruhigt ist, steht die nächste Angst bereits bedrohlich nah und fordert meine ganze Aufmerksamkeit.

Eine Lösung dafür habe ich nicht, meine Strategie ist, mich meinen Ängsten zu stellen, denn die Verdrängung hat mir immer noch mehr Probleme bereitet. Um mich meinen Ängsten zu stellen brauche ich dann aber Ruhe und ziehe mich von allem zurück.
Durch meine Erkenntnis, dass mein Leben so gar nich so läuft, wie ich es mir erträumt habe, bin ich oft wie gelähmt für das Leben selbst. Aus diesem Grund habe ich mein Tempo deutlich gedrosselt und mache was mir möglich ist ohne mir selber auch noch Druck zu machen, dass ich so "lebensunfähig" geworden bin.
Hoffe es war etwas brauchbares für Dich dabei.
Miral

16.01.2018 12:42 • x 1 #5


Angst vor Angst ist das Hauptproblem...
Einfach mehr lachen, Blödsinn machen und eigentlich erkennen, daß man (frau) eigentlich doch ein ganz dufter Typ ist
sonst hätten wir auch keinen Freunde...

16.01.2018 13:28 • #6


aber es klingt immer alles ganz einfach und ist ja auch so einfach erklärbar....

16.01.2018 13:38 • x 1 #7


Hey,
ich bin neu hier und habe gerade deinen Bericht gelesen und mich nahezu zu 100% darin wiedergefunden. Ich hatte 2007 eine erste psychische Krise mit Angst und Panik. Später kam dann auch noch eine Depression dazu. War dann 10 Wochen stationär in einer psychosomatischen Klinik und sehr, sehr langsam habe ich mich wieder stabilisiert. Ich konnte von 2010 bis Ende 2016 ganz normal arbeiten, hatte wieder Lebensfreude und innere Ruhe. Seit Anfang 2016 wurde es dann wieder schlechter aufgrund einer Mobbingsituation auf der Arbeit mit einem neuen Bereichsleiter, was sich bis November 2016 hingezogen hat. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich nur noch Angst und innere Unruhe, konnte nicht mehr richtig schlafen und war nur noch erschöpft. Habe zum 2.1.2017 eine neue Arbeit begonnen und gehofft, dass es sich bis dahin wieder stabilisiert...was es aber leider nicht tat. Seit Arbeitsbeginn hat sich die Angst verschlimmert und ich hab mich jeden Tag nur noch durchgequält mit dem Gefühl, dass ich es nicht schaffe und alles nicht mehr besser wird. Einfach ein schlimmer Zustand. Letzten Freitag bin ich dann nach einer schlaflosen Nacht zu meiner Hausärztin, die mich gleich krankgeschrieben hat. Im Anschluss bin ich auf die Arbeitsstelle und habe offen mit der Leitung gesprochen. Zu meiner Überraschung hat sie verständnisvoll reagiert und betont, dass sie mich sehr wertschätzen und gerne hätten, dass ich bleibe und keine voreilige Entscheidung treffe. Da ich in dem Jahr zuvor in der Mobbingsituation keine Entscheidung treffen konnte und immer weiter gemacht habe, was schließlich zu der jetzigen Situation geführt hat, hätte ich am Liebsten einfach gesagt, dass es jetzt erstmal gar nicht mehr geht und ich eine Auszeit brauche, bis es mir wieder stabil besser geht. Eine Stimme in mir sagt immer, dass ich es schaffe und eine andere, dass ich jetzt erstmal Ruhe und Therapie benötige. Finde es unglaublich schwer, eine Entscheidung in diesem Zustand zu treffen. Am meisten belasten mich die andauernde Schlafstörung...bin im Moment alle 2-3 Stunden wach und fühle mich frühs dann sehr gerädert, was wiederum die Angst tagsüber verstärkt.
Was mir auf jeden Fall gegen innere Unruhe und Grübeln hilft, sind lange Spaziergänge in der Natur, Sport, Sauna und mich mit Freunden zu treffen und abzulenken. Heute Abend werde ich eine Selbsthilfegruppe besuchen. Antrag auf ambulante Psychotherapie ist gestellt, aber das kann auch noch einige Wochen dauern.
Gruss, Oliver

16.01.2018 13:39 • x 1 #8


lest mal dies:
Tennis - Das innere Spiel W. Timothy Gallwey
hat mit Tennis nur bedingt was zu tun...

16.01.2018 13:45 • x 1 #9


ich glaub es wird bei mir höchste Eisenbahn, dass sich was ändert und ich merk, ich komm allein da einfach nicht mehr raus. Ich bin jetzt erst mal krank geschrieben und bekomme Bupoprion seit heute, anstatt Escitalopram (was bei mir ja seit langem gar nix mehr hilft)

Ich komme einfach nicht mehr klar, liege nur noch im Bett und weine, kann nix mehr essen und glaube nicht mehr dran, dass es. Esser werden kann. Ich streube mich noch ein Bisschen in ne Klinik zu gehen, da ich dann meinen Hund und Freund ja nicht sehe, meine Reitbeteiligung auch nicht.

Aber mir fehlt auf der anderen Seite eh schon länger die Kraft mich um alles zu kümmern und ich hangele nur noch so durch. Spaß am Leben hab ich gar nicht mehr. Ich hab manchmal mittlerweile das Gefühl, dass ich die Hoffnung aufgegeben habe und nichts mehr essen kann, weil mein Körper sich drauf einstellen will zu sterben. Klingt komisch, empfinde ich aber mittlerweile echt so.
Ich wollte lange aus eigener Kraft da raus und hab immer gedacht es muss irgendwie gehen, aber es geht eben doch nicht.

Ich bin einfach zu fertig mittlerweile.
Wenn ich dran denke, dass übermorgen mein 31. Geburtstag ist kann ich nur noch heulen

16.01.2018 16:33 • #10


Die Angst vor der Angst ist wirklich das Hauptproblem, wie es schon erwähnt wurde.
Mir geht es aktuell ziemlich ähnlich. Ich habe auch eine lange Leidensgeschichte hinter mir, Therapien / Medikamente die nicht und zu wenig geholfen haben.
Zwar konnte ich mich irgendwie selbst "stabilisieren" (wie auch immer), so dass ich die letzten 1-2 Jahre wieder in ETWA Richtung Normalität gehen konnte, aber die generaliserte Angststörung und Depressionen waren immer weiterhin da. Sprich nur durchs Arbeiten oder Ablenken, verschwindet es nicht, das hat tiefere Gründe und Ursachen, zumindest bei mir und an die möchte ich jetzt rangehen.
Aber es gibt Tage, da will ich einfach nicht mehr, so schlecht gehts mir und aktuell bin ich auch wirklich ausgebrannt, kraftlos, verzweifelt. Wirklich das Gefühl MAN KANN NICHT MEHR, innerlich will man einfach nur noch heulen oder schreien, kennst du das?

Was hilft dir denn, damit du akut eine Besserung bekommst, wenn die Angst stark ist oder die Symptome stark im Vordergrund stehen?

16.01.2018 21:42 • #11


Schokopudding
Ich erkenne mich in vielen der Berichten wieder.
Ich war überzeugt, dass niemand meine schwierige Situation merken darf, dass ich alleine damit klarkommen muss und dass ich auf der Arbeit weiter funktionieren muss. Es gab in meinem Kopf nur mehr muss, muss, muss ...
Vor ein paar Wochen habe ich dann die Reißleine gezogen, weil ich gemerkt habe, dass ich seit einem halben Jahr kaum mehr Lebensqualität habe. Ich habe nur mehr für die Arbeit gelebt und davor und danach hatte ich Angst. Ich habe meiner Abteilungsleitung offenbart, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Weder das Abladen vieler Probleme bei mir, die ganzen fremden Projekte, noch die zahlreichen Überstunden. Ich hatte gehofft, dass ich nach dem Gespräch so weiter machen könnte, wie vorher. Tatsächlich verschaffte mir das Gespräch nur kurze Erleichterung. Vor einer Woche habe ich mir dann die entscheidende Frage gestellt: Was ist wichtiger, ich oder der Job? Und da wusste ich was ich zu tun habe, ich habe der Abteilungsleitung offenbart, dass ich am Ende meiner Kräfte bin und dass ich ab sofort in Krankenstand gehe. Und seitdem das vorgestellte Schlimme für mich passiert ist, die Offenbarung, dass ich nicht mehr kann, fiel die Last schlagartig von mir ab und mir geht es jeden Tag besser. Einfach weil ich das MUSS in meinem Kopf aufgehoben habe. Ich muss nämlich gar nichts und schon gar nicht bloß für die Arbeit existieren. Ja, sollen sie doch an meinem Arbeitsplatz mitbekommen wie mies es mir geht, es entspricht ja auch den Tatsachen. Ich brauche mich nämlich für gar Nichts zu schämen und habe weiterhin Optionen in meinem Leben. Entweder, wir können meinen Job in Zukunft so gestalten, dass er gut für mich und meine Bedürfnisse passt, oder ich werde mir was Anderes suchen. Es ist nämlich letztendlich mein Leben, dass ich so gestalten will, wie es für mich passt und nicht für andere. Alles Andere macht nämlich auf Dauer unglücklich und/oder krank. Mir hat dieser gedankliche Schwenk und dieser Fokus auf mich und meine Bedürfnisse unglaublich geholfen, vielleicht ist das auch eine Perspektive für andere hier.

Liebe Grüße
Schoko

16.01.2018 23:39 • x 1 #12


Ja genau so ist es!
Seit meinem letzten Klinikaufenthalt habe ich mich null erholt! 2 Jahre lang jetzt nur gekämpft und null auf mich geachtet. Ich habe mich selbst fertig gemacht und schlecht behandelt. Deshalb habe ich auch null Lebensqualität mehr, ich habe mich einfach nur vorwärts getrieben obwohl mein Zustand eigtl schon so schlecht war, dass ich mich hätte darum kümmern sollen.
Jetzt muss ich erst mal komplett lernen für mich selbst da zu sein und mich nicht nur den ganzen Tag zu verurteilen. Das habe ich lang hinten an gestellt und jetzt weiß ich warum es mir immer schlechter geht.
Ich hab halt damals nicht reagiert weil es um meine Arbeitsfähigkeit ging und ich ja unbedingt arbeiten wollte...ja arbeiten schön und gut, aber ich hab mich selbst einfach total übergangen.

Jetzt möcht ich erst mal lernen gut zu mir selber zu sein und mal zu mir finden.

Ich hoffe ich kann in ne Tagesklinik und dann ne Reha/Kur machen. So bringt das alles nix

17.01.2018 09:57 • #13


hey Du wirst 31 und hast nen Freund! Ist das nix?

17.01.2018 13:22 • x 1 #14


Doch! Zur Zeit häng ich nur so drin, dass ich mich selbst nur noch fertig mach, das muss sich ändern! Ich sehe gar nix positives mehr, bzw. erlebe nichts mehr als schön...alles ist nur Pflicht den Tag durchzuhalten.

Ich hab mir jetzt ne Liste an Dingen gemacht, die ich erleben will, bevor ich nochmal über Selbstmord auch nur nachdenke...ehe ich nicht all das getan habe gestatte ich mir auch nicht mehr dran zu denken! (War jetzt in letzter Zeit oft soweit, dass ich drüber nachgedacht hab in den Baumarkt zu gehen und mir ein Seil zu kaufen, immerhin hatte ich mir als Galgenfrist letztes Jahr an meinem 30. noch ein Jahr Zeit gegeben)

17.01.2018 13:43 • #15


Also Humor hast Du ja!
Name Nie-Kohle ist cool
Seil kaufen und Galgenfrist.... auch nicht schlecht
jetzt fehlt nur noch, daß Du Selbstmord mit SM abkürzt....

So un nu zieh Dich an un geh ne 1/2 Stunde raus! Ohne Handy.

Guck dich um und schau was Du sieht, hört und riechst...

Dann kommste wieder und schreibts das mir los raus...

17.01.2018 14:08 • x 1 #16


und dann schaust Du

A Long Way Down (Film)
A Long Way Down ist eine britische Tragikomödie aus dem Jahr 2014, die auf dem gleichnamigen Buch von Nick Hornby von 2005 basiert. Regie führte Pascal Chaumeil, das Drehbuch schrieb Jack Thorne. In den Hauptrollen sind Pierce Brosnan, Toni Collette, Imogen Poots und Aaron Paul zu sehen.

an!

17.01.2018 14:30 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Ach cool den schau ich mir später an

Ich bin mal gespannt was die nächste Zeit so bringt...ich weiß auf jeden Fall, dass es die richtige Entscheidung ist das Berufliche jetzt erst mal hinten an zu stellen...meine Gesundheit ist doch echt wichtiger! Ich möchte endlich gesund werden bzw mich auf den Weg dahin machen

18.01.2018 10:20 • #18


un warste draußen?

Ich bin froh, daß ich an der Arbeit bin, sonst würde ich den ganzen Tag daheime hocken und nur noch grübeln....

18.01.2018 11:36 • #19


klar war ich draußen, mit Hund muss ich das ja zum Glück immer....Ich habe leider schon total instabil den Job angenommen und mich jetzt fast ein Jahr versucht durch zu kämpfen, obwohl ich eigtl. durchgehend total akut war. Jetzt ging es einfach gar nicht mehr.

Ich hätte schon viel früher an mich denken sollen...wenn man nichts mehr isst, nur noch Angst hat und nur noch depressive Gedanken hat bzw oft über Selbstmord nachdenkt, dann hat man auf der Arbeit nichts mehr verloren

19.01.2018 14:16 • #20



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