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Ich will irgendwann mal ausführlicher über mich und meine Erfahrungen schreiben, aber hier mal nur kurz eine Antwort. Natürlich gibt es Heilung. Da braucht man nur im Internet darüber lesen. Und das schlimmste am Anfang meiner Krankheit war das hier im Forum einige geschrieben haben dass sie glauben dass es keine Heilung gibt und ich habe das manchmal auch geglaubt. Vielleicht ist bei mir der Unterschied dass es bei mir eigentlich von einem Tag auf den anderen kam (7 wochen Bronchitis und mir Sorgen gemacht) und mit dem ersten krankenstand der totalabsturz. Ich hatte nur mehr dauerhaft angstzustände. Es war die Hölle... So sehr dass ich nach 3 Wochen in der Psychiatrie war weil ich es nicht mehr geschafft habe, aber es erschien mir nicht der richtig Ort um gesund zu werden. Also hab ich mich von meiner psychiaterin mal sedieren lassen (benzodiazepin) um irgendwie zu überleben. Das schreibe ich nur um zu sagen dass es mir richtifg beschissen ging. Der Weg war mühsam und ist noch nicht zu Ende, aber nach 9 monaten im krankenstand könnte ich wieder auf urlaub fliegen und bin jetzt wieder mit Hilfe wiedereingliederungsteilzeit zurück in der Arbeit. Es gibt noch immer tage wo die Anspannung sehr sehr hoch ist, aber wirklich Angst hatte ich schon 3 monate nicht mehr. Es geht mir viel besser und ich hab die medikamente schon stark reduziert (natürlich auch keine bezos mehr). Natürlich ist jede psychische Erkrankung individuell wie jeder Mensch individuell ist, aber meine Diagnose war GAS und Burnout. Und ich war in der Hölle wenn auch "nur" ein halbes Jahr bevor es merklich bergauf ging. Also die Frage ob es heilbar ist, darf meiner Meinung nur mit ja beantwortet werden. Nur denen es gelungen ist, sind wohl nicht mehr im Forum unterwegs. Klar kann es auch mich nochmal erwischen, aber das heißt ja nicht dass man es nicht heilen kann. Eine Erkältung kommt auch immer mal wieder und trotzdem ist man dazwischen geheilt. Also bitte lass dir nicht einreden dass es nicht heilbar ist. Mir hat meine Therapeutin und meine psychiaterin von Anfang dass Gefühl gegeben dass es 100 Prozent heilbar ist und auch wenn ich es kaum glauben konnte hat es mir das bisschen vertrauen gegeben dass ich damals so dringend gebraucht habe - auch nachdem ich in diesem Forum gegenteiliges gelesen habe. Das absolut schlechteste bei dieser Krankheit ist also (zumindest für mich) nicht daran zu glauben dass es heilbar ist. Das ist für mich die Basis und die Grundvoraussetzung damit man den schweren nach oben gehen kann. Denn wenn man nicht daran glaubt was würde dann der Weg für einen Sinn machen.
26.12.2019 18:59 •
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