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Hallo zusammen,

Ich habe lange überlegt, ob ich das hier verfassen soll. Bis jetzt habe ich bzgl. meiner Beschwerden mehrere Beiträge verfasst, aber ich denke ich erzähle euch die ganze Geschichte, somit kann man die Ursache denke ich besser nachvollziehen.
Also zu meiner Person: Ich bin 24 Jahre alt, männlich und studiere derzeit. Ich wohne noch mit meinen Eltern zusammen (gleiches Gebäude jedoch wohne ich in einer getrennten Wohnung), da meine Uni in meiner Heimatstadt ist.
Nun letztes Jahr im Juni hat mein Vater einen Schlaganfall gehabt und ist seitdem halbseitig gelähmt. Einen Monat nach dem Schlaganfall war ich eine Woche lang krank , ohne richtigen Befund vom Arzt. Hat sich als extreme Müdigkeit, Schwächegefühl und Kopfschmerzen geäußert.
Danach war ich bis Dezember "gesund". Mein Vater war zur Reha in einer Klinik und wir sind fast jeden Tag zu ihm hingefahren. Anfangs konnte er nict sprechen und hatte Gedächtnisprobleme. Im November kam er nach Hause und konnte normal essen , reden, denken etc. Im Dezember sind wir dann in die jetzige Wohnung umgezogen, da das alte Haus ungeeignet war. Und in diesem Zeitraum November-Dezember habe ich in den Vorlesungen gemerkt, dass ich mich unwohl fühle. Ich hatte plötzlich Kopfschmerzen und Schwächegefühle und habe mich bedrängt gefühlt, sodass ich aus den Vorlesungen "geflüchtet" bin. Diese Ereignisse waren manchmal auch weniger schlimm,also auszuhalten. Die Prüfungszeit im Januar-Februar habe ich gut überstanden. Mitte Februar hat mein Praktikum bei Bosch angefangen, im Bereich Fertigung. Die ersten drei Wochen ohne Probleme, es hat sehr Spass gemacht. Und dann sitze ich in einer Besprechung mit 10-15Leuten und plötzlich Kam die Panikattacke und ich musste raus. Das ganze kam zwei mal vor bis ich beim dritten mal zum Werksarzt bin, habe hyperventiliert und hatte etwas hohen Blutdruck 160/90 . Der Arzt hat es auf den Stress geschoben und gab mir Baldrian. 1 Woche später noch ein Anfall dann bin ich heim und zum Hausarzt, EKG ,Blut etc. alles in Ordnung. War 1Woche zu Hause , jeden Tag Kopfschmerzen, Verspannungen, Schwächegefühl. Das gleiche kam 1-1,5 Wochen später nochmal vor, sodass ich wieder krank geschrieben war. Diesmal ganze zwei Wochen daheim verbracht, gleiche Symptome. Dann kam der Besuch beim Neurologen, verschrieben wurden 7,5mg Mirtazapin und 10mg Citalopram. Danach war ich wieder auf der Arbeit , bis Mitte Juli ohne das ich wieder daheim bleiben musste. Hatte auf der Arbeit immer wieder Kopfschmerzen und Verspannungen, jedoch waren diese auszuhalten. Grössere Besprechungen habe ich aber vermieden. Nach dem Praktikum also Juli-August ging es mir immer wieder schlecht vor allem haben sich hier die Versspannungen extrem geäußert. Ende August wurde vom Psychiater Mirtazapin abgesetzt und von Citalopram 10mg auf Escitalopram 10mg umgestellt (sollte laut Psychiater die Verspannungen lösen). Hat jedoch nichts gebracht , hatte danach zusätzlich noch Schlafstörungen. Am 15. September hat der Psychiater dann auf Valdoxan 25mg umgestellt und das nehme ich seitdem.
Bis vor 4 Tagen ging es mir damit auch gut, weniger Verspannungen, besserer Schlaf etc. Dann kam plötzlich wieder dieses komische Gefühl, extreme Verspannungen, Schwächegefühl und das hat sich bis heute hingezogen. Erwähnen muss ich,dass am
samstag die Hochzeit meiner Schwester in Österreich war, hieß 5std Fahrt. Es kann sein, dass dieses plötzliche Unwohlsein, mit der Angst vor der Fahrt nach Österreich zusammenhängt. Da ich mich bei langen Autofahrten sehr unwohl fühle und alle Symptome aufkommen. So war es dann auch, wobei die Hinfahrt okay war, aber die Rückfahrt war schon schlimm. Ich habe es aber gepackt. Heute früh gegen 5.00Uhr sind wir eben angekommen und ich bin mit Kopfschmerzen und Übelkeit ins Bett. Gegen 13 Uhr wurde ich geweckt, da mein Vater seinen zweiten epileptischen Anfall (der erste war im März) hatte. War natürlich wieder mega stressig , alle traurig und mein Vater bewusstlos etc. hat mich natürlich wieder mitgenommen. So kamen die Verspannungen , Übelkeit etc wieder auf, liege gerade mit den Symptomen im Bett.

Nun jetzt kennt ihr meine Geschichte und die mögliche Ursache für meine Störung. Ich wollte euch darüber erzählen, damit einerseits ihr euch eventuell mit den Gegebenheiten identifizieren könnt und andererseits vielleicht Tipps für mich habt ,damit ich irgendwie meinen Körper und Gelst stärken kann , um bei diesen Situationen nicht gleich am Ar*** bin und mit den symptomen zu kämpfen habe.

Und meint ihr, dass es mir besser gehen würde, wenn ich nicht bei meinen Eltern wohnen würde?
Weil mich nimmt ja alles sehr mit, aber ich liebe meine Familie über alles , würde die auch nie alleine lassen wollen. Ich muss meine Mutter beistehen, die Sache mit dem Vater macht sie auch fertig. Ich weiss nicht , ob ich meine Störung besiegen kann solange ich alles mit meinem Vater mitbekomme. Ich habe Angst,dass jedes mal wenn was passiert, ich einen Rückfall bekomme.

26.09.2016 00:13 • 04.05.2021 #1


15 Antworten ↓


Luna70
Zitat von Bin903:
Und meint ihr, dass es mir besser gehen würde, wenn ich nicht bei meinen Eltern wohnen würde?


Du hast ja geschrieben, dass du eine getrennte Wohnung hast, das finde ich schon mal gut. Hast du denn auch tatsächlich Freiräume für dich, also Zeiten wo du wirklich nicht in die Pflege deines Vaters eingebunden bist und mal durchatmen kannst?

Deine Psyche zeigt dir ja eigentlich ganz deutlich, dass die Situation für dich sehr schwierig ist und gibt dir deutliche Signale. Ich weiß, welche schwierige Aufgabe häusliche Pflege ist, ich habe mit meinem Mann und meiner Tochter (sie ist genauso alt wie du) zusammen bis vor Kurzem meinen Vater gepflegt. Es ist ein 24-Stunden-Job ohne Wochenende und Urlaub, man ist einfach immer zuständig. Das ist unglaublich anstrengend, Kompliment dass du deine Mutter unterstützt und sie nicht alleine lassen willst. Aber es natürlich keiner was davon, wenn dich die Situation krank macht.

Der Schlaganfall deines Vater ist ja über ein Jahr her, machen die Ärzte euch denn Hoffnung, dass das mit der halbseitigen Lähmung noch besser werden kann oder müsst ihr euch darauf einstellen, dass er auf Dauer so viel Hilfe braucht?

Habt ihr einen Pflegedienst oder macht ihr alles selbst?

26.09.2016 13:52 • x 1 #2



Meine Geschichte zur generalisierten Angststörung

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Danke für deine Antwort Luna.

Also ich bin schon mit eingebunden, nehme aber mir auch ab und zu Zeit für mich selbst.
Ja es ist bei uns genauso, er braucht 24std Pflege, das übernimmt größtenteils meine Mutter. Wenn sie arbeitet (4std am Tag) übernehme ich es bzw. meine Schwester. Pflegedienst haben wir nicht in Anspruch genommen.
Seine Situation ist schwierig, das Bein kann er bewegen und mit Hilfe auch ein paar Schritte laufen, jedoch ist der Arm ganz gelähmt. Wirklich Hoffnung gibt es nicht, er bekommt seine Therapien, aber es geht sehr langsam voran.
Ich war heute im Krankenhaus bei ihm, ich bin dann aber total verspannt , so sehr dass ich das Gefühl habe umzufallen. Belm Laufen habe ich Gleichgewichtsstörungen, zumindest kommt es mir so vor.
Jetzt gerade ist mein Kopf sehr verspannt und meine Rückenmuskeln, dadurch bekomme ich Schmerzen in der Brust und kriege Angst.
Ausserdem fällt es mir schwieriger zu Atmen.

Ich möchte einfach wieder so stark sein, dass ich bei diesen Situationen alles einigermaßen gut wegstecken kann. Bis jetzt hat mir keine Tablette geholfen... Ich bin echt ratlos

26.09.2016 21:08 • #3


Luna70
Ich finde es toll, dass du deine Familie unterstützt. Sicher ist deine Mutter sehr stolz auf dich und deine Schwester.

Allerdings hilft es natürlich keinem, wenn du dich selbst dabei vergisst. Du bist momentan selbst krank und brauchst Hilfe. Deine Psyche sendet dir ja ganz klare Signale, dass du der Belastung auf Dauer nicht gewachsen bist. Das ist auch keine Schande, häusliche Pflege ist Schwerstarbeit, auch mental. Es gibt keinen Feierabend und wenn man noch dazu jemand ist, der schlecht abschalten kann und sich immer zuständig fühlt, dann kann das auch zu viel sein.

In einer ruhigen Minute (nach dem Krankenhausaufenthalt) wirst du mit deiner Mutter sprechen müssen, wie du mehr zur Ruhe kommen kannst. Vielleicht könnt ihr noch mehr Hilfe von außen holen, Tagespflege zum Beispiel. Kann man auch für einzelne Tage buchen. Für 104 Euro im Monat könnt ihr ja Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen, zum Beispiel in dem jemand ins Haus kommt. Ist nicht viel, aber immerhin für zwei mal im Monat reicht das. Ihr habt Anspruch auf Verhinderungspflege und könntet mal ohne deinen Vater in Urlaub fahren. Und zwar ohne schlechtes Gewissen, sowas ist unbedingt nötig wenn man auf Dauer eine Pflegesituation durchstehen will. Auch deine Mutter braucht Atempausen. Wenn es Verwandte gibt, ruhig die auch mal ins Boot holen, damit ihr mal Freiräume habt.

Ich habe jetzt nichts gelesen, dass du zusätzlich zu den Medikamenten Therapie machst. Stehst du auf einer Warteliste für ein Gesprächstherapie? Mit Medis alleine wird sich das Problem wohl nicht lösen lassen, du musst lernen mit der Situation besser umzugehen. Dein Vater wird sicher noch Fortschritte machen, aber vermutlich ja nicht mehr zu 100 % fit werden, also bleibt die Anforderung an dich bestehen. Du kannst nur versuchen, besser damit klar zu kommen.

27.09.2016 11:17 • x 1 #4


Zitat von Luna70:
Ich finde es toll, dass du deine Familie unterstützt. Sicher ist deine Mutter sehr stolz auf dich und deine Schwester.

Allerdings hilft es natürlich keinem, wenn du dich selbst dabei vergisst. Du bist momentan selbst krank und brauchst Hilfe. Deine Psyche sendet dir ja ganz klare Signale, dass du der Belastung auf Dauer nicht gewachsen bist. Das ist auch keine Schande, häusliche Pflege ist Schwerstarbeit, auch mental. Es gibt keinen Feierabend und wenn man noch dazu jemand ist, der schlecht abschalten kann und sich immer zuständig fühlt, dann kann das auch zu viel sein.

In einer ruhigen Minute (nach dem Krankenhausaufenthalt) wirst du mit deiner Mutter sprechen müssen, wie du mehr zur Ruhe kommen kannst. Vielleicht könnt ihr noch mehr Hilfe von außen holen, Tagespflege zum Beispiel. Kann man auch für einzelne Tage buchen. Für 104 Euro im Monat könnt ihr ja Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen, zum Beispiel in dem jemand ins Haus kommt. Ist nicht viel, aber immerhin für zwei mal im Monat reicht das. Ihr habt Anspruch auf Verhinderungspflege und könntet mal ohne deinen Vater in Urlaub fahren. Und zwar ohne schlechtes Gewissen, sowas ist unbedingt nötig wenn man auf Dauer eine Pflegesituation durchstehen will. Auch deine Mutter braucht Atempausen. Wenn es Verwandte gibt, ruhig die auch mal ins Boot holen, damit ihr mal Freiräume habt.

Ich habe jetzt nichts gelesen, dass du zusätzlich zu den Medikamenten Therapie machst. Stehst du auf einer Warteliste für ein Gesprächstherapie? Mit Medis alleine wird sich das Problem wohl nicht lösen lassen, du musst lernen mit der Situation besser umzugehen. Dein Vater wird sicher noch Fortschritte machen, aber vermutlich ja nicht mehr zu 100 % fit werden, also bleibt die Anforderung an dich bestehen. Du kannst nur versuchen, besser damit klar zu kommen.


Ich danke dir nochmal für deine motivierenden Worte und deine Ratschläge.

Ich werde die Sachen mit meiner Mutter besprechen und hoffentlich werden wir eine gute Lösung finden.

Ja ich mache nur Medikamententherapie zur Zeit.
Mein Psychiater hatte mir bisher nie eine Gesprächstherapie empfohlen und ich hab dann einfach selbst mal versucht nen Psychologen zu finden, jedoch nehmen die meisten in meiner Umgebung keinen neuen Patienten auf oder es gibt erst Termine in nem halben Jahr. Und privat kann ich mir es höchstens 2-3 mal leisten, mehr auch nicht. Ich müsste es von meinen Eltern finanzieren lassen und das ist mir unangenehm.
Ich werde ab November zu nem anderen Psychiater gehen, einen früheren Termin gab es leider nicht.
Mein jetziger ist nicht sehr gesprächig, ihm geht es einfach darum Medis auszuprobieren. Daher hoffe ich, dass der neue sich mehr Zeit nimmt und mir Therapien empfehlen kann, wie zb die Gesprächstherapie oder mir bessere Ratschläge geben kann.

Ich habe seit Tagen wieder starke Spannungskopfschmerzen und liege nur rum. Es schränkt mich sehr ein bzw hbe ich keinen Spass mehr an den Sachen die ich unternehme, auch wenn es nur PlayStation spielen ist.
Weisst du vielleicht was ich machen kann, um an eine Gesprächstherapie zu kommen? Ich muss wie gesagt leider noch bis November warten und im Oktober fangen die Vorlesungen an. In meiner jetzigen Situation werde ich wahrscheinlich fast immer daheim bleiben müssen ...

27.09.2016 12:58 • #5


Luna70
Zitat von Bin903:
Weisst du vielleicht was ich machen kann, um an eine Gesprächstherapie zu kommen?


Leider nicht so genau. Vielleicht lohnt sich der Weg zum Hausarzt, ich weiß nicht genau ob der auch eine Verordnung ausstellen kann. Oder beim jetzigen Psychiater einfach nachfragen. Oft bieten die auch eine Telefonsprechstunde an, am besten einfach die Helferinnen fragen wie du ein Rezept für eine Psychotherapie bekommen kannst bzw. ob du mit dem Arzt telefonieren kannst. Ich würde dort sagen, dass dein Zustand so schlecht ist und du mit der Situation so schlecht zurecht kommst, dass du gerne Unterstützung hättest.

Eine Liste mit Therapeuten bekommst du von der Krankenkasse. Die haben leider fast immer Wartezeiten, deshalb so bald wie möglich anfangen einen Platz zu suchen. Ganz wichtig: wenn du die Liste abtelefonierst, alles notieren mit Datum, Uhrzeit, Gesprächspartner, auch Absagen usw. Eventuell musst du gegenüber der Krankenkasse mal nachweisen, dass du in angemessener Zeit keinen Platz gefunden hast. Dann kannst du möglicherweise zu einem ohne Kassenzulassung gehen.

Trinkst du genug? Kopfschmerzen hängen manchmal damit zusammen, dass man zu wenig trinkt. Viel Wasser trinken wäre gut. Kennst du Pfefferminzöl? Du kannst wenige Tropfen auf die Stirn machen, oft hilft das schon. Ich bin quasi süchtig nach dem Zeug und schleppe das immer mit mir rum. Man bekommt es in der Dro..

Du könntest versuchen, eine Entspannungstechnik zu lernen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Am besten in einem Kurs, es gibt aber auch Bücher und Videos dazu. Wenn dir Bewegung liegt, vielleicht auch Yoga?

An den Hochschule gibt es doch auch psychologische Beratungsstellen. Vielleicht hätten die auch einen Tipp für dich.

27.09.2016 13:17 • #6


Zitat von Luna70:
Zitat von Bin903:
Weisst du vielleicht was ich machen kann, um an eine Gesprächstherapie zu kommen?


Leider nicht so genau. Vielleicht lohnt sich der Weg zum Hausarzt, ich weiß nicht genau ob der auch eine Verordnung ausstellen kann. Oder beim jetzigen Psychiater einfach nachfragen. Oft bieten die auch eine Telefonsprechstunde an, am besten einfach die Helferinnen fragen wie du ein Rezept für eine Psychotherapie bekommen kannst bzw. ob du mit dem Arzt telefonieren kannst. Ich würde dort sagen, dass dein Zustand so schlecht ist und du mit der Situation so schlecht zurecht kommst, dass du gerne Unterstützung hättest.

Eine Liste mit Therapeuten bekommst du von der Krankenkasse. Die haben leider fast immer Wartezeiten, deshalb so bald wie möglich anfangen einen Platz zu suchen. Ganz wichtig: wenn du die Liste abtelefonierst, alles notieren mit Datum, Uhrzeit, Gesprächspartner, auch Absagen usw. Eventuell musst du gegenüber der Krankenkasse mal nachweisen, dass du in angemessener Zeit keinen Platz gefunden hast. Dann kannst du möglicherweise zu einem ohne Kassenzulassung gehen.

Trinkst du genug? Kopfschmerzen hängen manchmal damit zusammen, dass man zu wenig trinkt. Viel Wasser trinken wäre gut. Kennst du Pfefferminzöl? Du kannst wenige Tropfen auf die Stirn machen, oft hilft das schon. Ich bin quasi süchtig nach dem Zeug und schleppe das immer mit mir rum. Man bekommt es in der Dro..

Du könntest versuchen, eine Entspannungstechnik zu lernen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Am besten in einem Kurs, es gibt aber auch Bücher und Videos dazu. Wenn dir Bewegung liegt, vielleicht auch Yoga?

An den Hochschule gibt es doch auch psychologische Beratungsstellen. Vielleicht hätten die auch einen Tipp für dich.


ich muss sagen mein jetziger Psychiater ist ein kleiner Sturkopf. Immer wenn ich ihm sage, dass ich eventuell andere Medis brauche oder ne Therapie. ist er beleidigt und meint er wüsste besser was ich brauche Das ist auch der Grund warum ich wechseln möchte. Aber das mit der Hochschule ist ein guter Tipp, ich werde mich auf jeden Fall mal schlau machen. Und das mit dem aufschreiben der ganzen Absagen bzw. späten Terminen ebenfalls.
Also ich versuche auf jeden Fall viel zu trinken, habe immer ne Flasche neben mir, da ich auch noch neben dem Antidepressiva , Tropfen für den Ohreninnendruck und Pantoprazol einnehme. Natürlich gibt es Tage wo ich mal mehr Cola trinke als Wasser aber im Allgemeinen trinke ich schon gut. Ich muss sagen, dass zb Paracetamol mir nicht wirklich gegen die Kopfschmerzen hilft, sodass ich ziemlich sicher bin, dass es mit den Verspannungen zusammenhängt. MRT hatte ich auch vor 3 Wochen.
Ausserdem kommt bei mir ein Weisheitszahn gerade raus, wobei bei den anderen 3 ich nie wirklich Schmerzen hatte, daher weiß ich nicht ob es damit ebenfalls zusammenhängt.

Über Pfefferminzöl habe ich schon was gehört, jedoch besorgt habe ich es mir noch nicjt. Werde ich gleich machen auf jeden Fall Progressive Muskelentspannung probiere ich immer wieder aus, hilft manchmal. Wegen Kursen muss ich mich mal schlau machen.

Danke Luna für deine Ratschläge und die Zeit die du dir immer nimmst, wirklich danke !

27.09.2016 13:35 • #7


Luna70
Zitat von Bin903:
Ich muss sagen, dass zb Paracetamol mir nicht wirklich gegen die Kopfschmerzen hilft,


Bei mir hilft am besten Thomapyrin Intensiv bei Spannungskopfschmerzen.

Ich helfe dir gerne, wie gesagt ich weiß genau, was Pflege bedeutet. Bei uns war vorher klar, es ist nur für eine gewisse Zeit und ich bin nicht sicher ob ich das auf Dauer geschafft hätte. Ich ziehe echt den Hut vor allen, die kranke und behinderte Angehörige zuhause pflegen. Das müsste viel mehr honoriert werden, aber das ist ja ein anderes Thema.

Kopf hoch, das wird schon. Auch wenn du es dir momentan nicht vorstellen kannst, es wird dir wieder besser gehen, ganz sicher.

27.09.2016 14:16 • #8


Zitat von Luna70:
Zitat von Bin903:
Ich muss sagen, dass zb Paracetamol mir nicht wirklich gegen die Kopfschmerzen hilft,


Bei mir hilft am besten Thomapyrin Intensiv bei Spannungskopfschmerzen.

Ich helfe dir gerne, wie gesagt ich weiß genau, was Pflege bedeutet. Bei uns war vorher klar, es ist nur für eine gewisse Zeit und ich bin nicht sicher ob ich das auf Dauer geschafft hätte. Ich ziehe echt den Hut vor allen, die kranke und behinderte Angehörige zuhause pflegen. Das müsste viel mehr honoriert werden, aber das ist ja ein anderes Thema.

Kopf hoch, das wird schon. Auch wenn du es dir momentan nicht vorstellen kannst, es wird dir wieder besser gehen, ganz sicher.


Ja ich denke auch es müsste von staatlicher Seite mehr Unterstützung geboten werden, wobei man aber auch sagen muss, dass es uns in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern ziemlich gut geht. Aber eine psychologische Hilfe für Angehörige gehört für mich neben Pflegegeld etc auch dazu.

Ich hoffe wirklich, dass du Recht hast. Wie du ja gesagt hast, es ist im Moment echt schwierig sich eine Heilung/Besserung vorzustellen.

Ach ja, meine Freundin hatte zu Hause Teebaumöl und hat gesagt, dass es auch für Kopfschmerzen und die Psyche hilft. Habe ich vorhin ausprobiert, hab es mir an die Schläfen gerieben und gemerkt, dass die Schmerzen etwas abgenommen haben.
Dieses Teebaumöl wirkt auch gut gegen Akne und Pickel. Pfefferminzöl werde ich genauso ausprobieren und sage dir dann was besser war

Thomapyrin schaue ich mir auch mal an, bloß ist wie du ja weisst , eine Medikation auf Dauer auch nicht hilfreich, da die Spannungskopfschmerzen höchstwahrscheinlich von der Psyche ausgelöst werden, daher hoffe ich, dass ich irgendwann mal die richtige Therapie bekomme, um wirklich ohne Tabletten auszukommen. Das hoffe ich natürlich für dich genauso : )

27.09.2016 15:08 • #9


Hallo Bin903,

vielleicht solltet Ihr Euch doch mehr Entlastung von außen holen.

Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, wie anstrengend Pflege vor allem auch psychisch sein kann, da ich seit fast 5 Jahren meine demenzkranke Mutter ohne größere Pause pflege.
Zum Glück kann sie noch ein paar Stunden am Tag alleine bleiben, sodass ich dann raus kann. Ich versuche in dieser Zeit so gut wie möglich abzuschalten und innerlich Distanz zu bekommen. Diese Stunden gehören dann nur mir und ich bemühe mich, mir jeden belastenden Gedanken zu verbieten. Wenn ich diese Zeiten nicht hätte, hätte ich längst keine Kraft mehr.
Nach einer gewissen Zeit werd ich dann aber doch wieder innerlich angespannt und unruhig und denke, dass ich so schnell wie möglich nach Hause muss. Oft bin ich auch verzweifelt und habe Angst, dass ich irgendwann nicht mehr kann, da Demenz ja fortschreitet. Habe auch oft Oberbauchbeschwerden, nervöse Zuckungen und ein quälendes Gefühl im Kopf.

Wir haben einen ambulanten Pflegedienst, der morgens kommt. Einmal die Woche geht sie nachmittags in eine Demenzgruppe und einmal in die Tagespflege. Das ist schon eine Entlastung.
Aber im Prinzip hat Luna ja schon alles wesentliche geschrieben.
Ich wünsche Dir, dass Du möglichst bald einen Therapieplatz bekommst.

28.09.2016 02:51 • x 1 #10


Zitat von tautröpfchen:
Hallo Bin903,

vielleicht solltet Ihr Euch doch mehr Entlastung von außen holen.

Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, wie anstrengend Pflege vor allem auch psychisch sein kann, da ich seit fast 5 Jahren meine demenzkranke Mutter ohne größere Pause pflege.
Zum Glück kann sie noch ein paar Stunden am Tag alleine bleiben, sodass ich dann raus kann. Ich versuche in dieser Zeit so gut wie möglich abzuschalten und innerlich Distanz zu bekommen. Diese Stunden gehören dann nur mir und ich bemühe mich, mir jeden belastenden Gedanken zu verbieten. Wenn ich diese Zeiten nicht hätte, hätte ich längst keine Kraft mehr.
Nach einer gewissen Zeit werd ich dann aber doch wieder innerlich angespannt und unruhig und denke, dass ich so schnell wie möglich nach Hause muss. Oft bin ich auch verzweifelt und habe Angst, dass ich irgendwann nicht mehr kann, da Demenz ja fortschreitet. Habe auch oft Oberbauchbeschwerden, nervöse Zuckungen und ein quälendes Gefühl im Kopf.

Wir haben einen ambulanten Pflegedienst, der morgens kommt. Einmal die Woche geht sie nachmittags in eine Demenzgruppe und einmal in die Tagespflege. Das ist schon eine Entlastung.
Aber im Prinzip hat Luna ja schon alles wesentliche geschrieben.
Ich wünsche Dir, dass Du möglichst bald einen Therapieplatz bekommst.


Danke für deine Antwort. Ich denke, dass ich noch ziemlich gut damit klar komme, auxh wenn mich das alles psychisch ziemlich belastet, also eig. nicht das Pflegen sondern allgemein die Situation an sich ist bei mir eher das Problem denke ich. Bei der Mutter spielt beides mit rein, da sie ihn ja fast non-stop pflegen muss. Ich werde mich über weitere Hilfe von Außen schlau machen und meiner Mutter klar machen, dass Sie auxh Pause braucht, da sie einen Pflegedienst nicht wollte. Sie hatte gesagt, dass Sie sich um den Vater kümmern wird.
Ich denke aber, dass Sie zudem eine psychologische Hilfe brauchen wird, da sie auch schon 2 mal wegen zu viel Stress (Bluthochdruck etc) ins Krankenhaus musste.

28.09.2016 11:37 • #11


Luna70
Zitat von Bin903:
Ich werde mich über weitere Hilfe von Außen schlau machen und meiner Mutter klar machen, dass Sie auxh Pause braucht, da sie einen Pflegedienst nicht wollte. Sie hatte gesagt, dass Sie sich um den Vater kümmern wird.


Das ist gut, sprich mit ihr. Sie kümmert sich ja, auch wenn ein Pflegedienst kommt. Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht mit unserem Pflegedienst. Es waren alles sehr angenehme, freundliche Menschen. Nach einer Zeit kennt man alle und es ist so ähnlich, als würden gute Bekannte kommen.

Sie muss die Belastung ja auf Dauer aushalten, da muss man jede Hilfe nehmen die man kriegen kann.

28.09.2016 11:43 • #12


Zitat von Luna70:
Zitat von Bin903:
Ich werde mich über weitere Hilfe von Außen schlau machen und meiner Mutter klar machen, dass Sie auxh Pause braucht, da sie einen Pflegedienst nicht wollte. Sie hatte gesagt, dass Sie sich um den Vater kümmern wird.


Das ist gut, sprich mit ihr. Sie kümmert sich ja, auch wenn ein Pflegedienst kommt. Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht mit unserem Pflegedienst. Es waren alles sehr angenehme, freundliche Menschen. Nach einer Zeit kennt man alle und es ist so ähnlich, als würden gute Bekannte kommen.

Sie muss die Belastung ja auf Dauer aushalten, da muss man jede Hilfe nehmen die man kriegen kann.


Ja in nächster Zeit wird es sogar etwas schwieriger, da zu bestimmten Zeiten niemand daheim sein wird. Wir hatten auch schon überlegt, ob die Mutter ihren Teilzeitjob aufgeben sollte, da ist aber die Frage was die Kasse dafür zahlt. Zur Zeit verdient sie knapp 600€, für die Pflege müsste Sie auch ähnliches Gehalt bekommen, sonst wird es schwierig mit den Ausgaben etc. Natürlich muss Sie entscheiden, ob Sie bei der Arbeit etwas abschalten kann oder ob es ihr besser geht, wenn sie daheim beim Vater ist.

28.09.2016 12:00 • #13


Luna70
Zitat von Bin903:
Natürlich muss Sie entscheiden, ob Sie bei der Arbeit etwas abschalten kann oder ob es ihr besser geht, wenn sie daheim beim Vater ist.


Ihr bekommt bei privater Pflege das gleiche Pflegegeld, ob deine Mutter Teilzeit arbeitet oder nicht. Dazu gibt es Tabellen, da kann man nachlesen bei welcher Pflegestufe es wieviel Pflegegeld gibt. Welche Pflegestufe hat dein Vater denn?

Ab nächstem Jahr gibt es neue Pflegestufen, da wird es möglicherweise höher sein.

Ich war immer froh, auch mal aus dem Haus zu kommen und hätte meine Arbeit nur sehr ungern aufgegeben. Es bringt auch nichts, wenn sich die beiden irgendwann furchtbar auf die Nerven gehen, weil sie den ganzen Tag zusammen sind. Und dein Vater wird womöglich langsamer selbständiger, wenn sie dauernd um ihn rum ist. Es kommt natürlich auf die jeweiligen Charaktere an und man kann es schlecht verallgemeinern.

Es gibt Notrufsysteme, die funktionieren über ein Armband mit einem Sender. Dein Vater könnte im Notfall (falls kein Telefon erreichbar wäre) den Knopf drücken und ein Pflegedienst ist innerhalb kurzer Zeit da und schaut nach. Damit hat er Sicherheit, dass er im Notfall immer Hilfe bekommen kann. Unseren Pflegedienst konnte man über eine 24-Stunden-Nummer auch jederzeit anrufen, wenn Hilfe nötig ist.

28.09.2016 13:01 • #14


Zitat von Luna70:
Zitat von Bin903:
Natürlich muss Sie entscheiden, ob Sie bei der Arbeit etwas abschalten kann oder ob es ihr besser geht, wenn sie daheim beim Vater ist.


Ihr bekommt bei privater Pflege das gleiche Pflegegeld, ob deine Mutter Teilzeit arbeitet oder nicht. Dazu gibt es Tabellen, da kann man nachlesen bei welcher Pflegestufe es wieviel Pflegegeld gibt. Welche Pflegestufe hat dein Vater denn?

Ab nächstem Jahr gibt es neue Pflegestufen, da wird es möglicherweise höher sein.

Ich war immer froh, auch mal aus dem Haus zu kommen und hätte meine Arbeit nur sehr ungern aufgegeben. Es bringt auch nichts, wenn sich die beiden irgendwann furchtbar auf die Nerven gehen, weil sie den ganzen Tag zusammen sind. Und dein Vater wird womöglich langsamer selbständiger, wenn sie dauernd um ihn rum ist. Es kommt natürlich auf die jeweiligen Charaktere an und man kann es schlecht verallgemeinern.

Es gibt Notrufsysteme, die funktionieren über ein Armband mit einem Sender. Dein Vater könnte im Notfall (falls kein Telefon erreichbar wäre) den Knopf drücken und ein Pflegedienst ist innerhalb kurzer Zeit da und schaut nach. Damit hat er Sicherheit, dass er im Notfall immer Hilfe bekommen kann. Unseren Pflegedienst konnte man über eine 24-Stunden-Nummer auch jederzeit anrufen, wenn Hilfe nötig ist.


Seine Pflegebedürftigkeit ist 100%. Er kann nur selbstständig essen und trinken, da hört es aber auch schon auf.
Ich denke auch, dass Abwechslung gut tut , nur muss geklärt werden, ob die Anstrengung bei der Arbeit eine zusätzliche Belastung darstellt.

Das Armband ist auf jeden Fall eine gute Idee, soweit ich weiss gibt es ja auch sog. Notrufknöpfe, wo dann der Notarzt einen automatischen Anruf bekommt und vorbei schaut. Ich denke, dass beides nützlich ist. Wir gesagt, wir müssen uns etwas überlegen, damit es einen Nutzen für alle Beteiligten hat und der ganze Stress reduziert wird.

28.09.2016 13:11 • x 1 #15


murray08
Bin grad auf das Thema gestoßen, darf ich fragen, ob der Themenstarter immer noch zuhause pflegt? Ich selbst pflege mit meiner Mutter zusammen meinen Vater und da wir beide psychisch eben auch erkrankt sind mit Ängsten etc. haben wir uns mehr Hilfe von Pflegediensten etc. geholt. Das entlastet schonmal ungemein.
Gibt es noch andere pflegende Angehörige hier im Forum? Austausch ist ja immer gut

04.05.2021 04:38 • #16



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Mira Weyer