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Hallo liebe Leute,

ich (44 Jahre, männlich) leide seit ca. 7 Jahren an permanenten Angstzuständen, die aus einer Panikattacke resultierten u. sich weiter intensivierten, nachdem ich eine 24-Stunden-Blutdruckmessung machte. Permanentes Herzrasen aus Angst vor Bluthochdruck begleiteten die Messung. Sollte dann temporär Betablocker nehmen, was in einer weiteren Angststeigerung endete. Irgendwann erkannte der Arzt eine generalisierte Angststörung. Betablocker abgesetzt nach einer Woche. EKG gemacht, hohe Werte, die dann abfielen (vor ca. 4 Jahren).

Dann Medikamente für ca. 1 Jahr genommen (Escitalopram) mit wenig Effekt (außer besseres Schlafen). Habe regelmäßig Sport getrieben (joggen), was mir eine Zeit lang den Kopf quasi freipustete. Seit 2 Jahren bringt das auch nichts mehr (Druck im Kopf u. nervös trotz guter Kondition auch nach dem Joggen). Im beruflichen Alltag erwarte ich permanent Probleme und leide aus einer Mischung aus Angst u. Stressgefühlen (eigentlich gibt es keinen beruflichen Stress, aber wenn Dinge subotimal laufen, bekomme ich extreme Gefühle der Schwere u. des Stress' (Druck, negativste Erwartungen). Ich habe auch innerhalb meiner elterlichen Familie permanent Konflikte, die mir seit Jahren auf der Seele lasten.

Gestern, während einer Geburtstagsfeier gab es wieder Streit, ich stand auf, nahm meinen kleinen Sohn, der mit anderen Kindern spielte, und sagte ihm wir müssten gehen. Er fing bitterlich zu weinen an, so dass es mir das Herz brach. Ich brachte meinen Sohn nach Hause zu meiner Frau und fuhr dann mit dem Auto weg. Auf der Autobahn wurde ich sehr depressiv. In mir stiegen Wut gegen mich selbst und mein Leben auf. Ich weinte, schrie, fühlte mich derartig traurig (immer wieder ging mir das Weinen meines Sohnes u. Bilder der geschockten und enttäuschten Gesichter der Geburtstagsgäste durch den Kopf).

Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt - und zwar extrem schlecht - unvergleichlich. Plötzlich fingen meine Unterarme extrem an zu kribbeln. Mir wurde sehr schwindelig, ich dachte es geht mit mir zu Ende. Autobahn verlassen u. angehalten. Konnte mich kaum noch auf den Beinen halten (kein Herzrasen, aber eine Mischung aus Untergangsgefühlen, Trauer, totaler Verzweifelung). Ich fühlte mich, als würde das Leben meinen Körper verlassen wollen. Die Gefühle, die ich in mir trug, waren so intensiv verzweifelt, dass ich in diesem Moment keine Angst vor dem eigenen Tod hatte. Ich hänge am Leben, schon wegen meiner kleinen Familie, aber meine gesundheitlichen Ängste, gepaart mit den gegen mich empfundenen Hasstriaden seitens meiner elterlichen Familie, zermürben mich zusätzlich. Das Kribbeln in den Unterarmen (in beiden) und der extreme Schwindel haben meine gesundheitlichen Ängste wiedermals verstärkt!

Kennt jemand diese Gefühle (Kribbeln in den Unterarmen, starker Schwindel, Druck und Kribbeln im Kopf/Gehirn)? Ich habe das noch nie erlebt. (Angst vor Herzinfarkt kam auch auf). Zu Hause auf dem Sofa ging es mir dann schnell wieder besser - zum Glück.

Ich fühle mich sehr allein in meiner Gefühlswelt. Permanent Angst vor Bluthochdruck u Schlaganfall - Angst vorm Leben.

Wenn ich nachts aufwache, werde ich sofort nervös und bekomme Stressgefühle und Angst. Manchmal stolpert auch mein Herz. Der regelmäßige Sport hilft mir mental auch nicht mehr.

Kennt jemand derartige Gefühle und dieses beschriebene Kribbeln in den Unterarmen sowie Schwindel? Fühle mich sehr einsam damit...

Ein Psychologe kann mir auch nicht helfen. Es ist so, als hätte ich das Gefühl ein Seelenklempner könne mir nicht helfen.

18.10.2020 20:55 • 22.10.2020 x 2 #1


4 Antworten ↓


Ginny1804
Also ich hab immer ein Kribbeln im Kopf, in den Armen und auch ein Schwindelgefühl. Dies wird bei mir durch Verspannungen in der Halswirbelsäule ausgelöst. Kann es sein, dass diese bei dir auch verspannt ist? Wenn du andauernd unter Ängsten und Stress leidest, kann dies schon ganz unbewusst passieren.

19.10.2020 08:34 • #2



Extremer Angst- und Verzweifelungsanfall nach Streit

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Calima
Zitat von TheRookie1977:
Es ist so, als hätte ich das Gefühl ein Seelenklempner könne mir nicht helfen.


Das ist kein Gefühl, auch wenn das Wort in diesem Satz vorkommt. Das sind jede Menge Vermutungen. Die Gefühle dahinter zu entdecken, könnte vielleicht weiterhelfen. Was steckt wirklich hinter den Gedanken? Angst vor Enttäuschung? Angst vor der Notwendigkeit des sozialen Kontakts zum Therapeuten? Angst vor Veränderung?...

Es gibt 1001 Möglichkeiten.

19.10.2020 09:51 • #3


Hoffnungsblick
Wenn du meinst, dass es vielleicht nur körperlich (Verspannungen) ist, kann dir vielleicht ein Osteopath helfen.


Zitat von TheRookie1977:
gepaart mit den gegen mich empfundenen Hasstriaden seitens meiner elterlichen Familie, zermürben mich zusätzlich.


Das empfindest du vielleicht als existenzielle Gefahr, obwohl es real sicher nicht so ist. Du hast ja eine eigene Familie gegründet. Es ist doch dein gutes Recht, zu gehen, wann du es für sinnvoll hältst!
Manchmal ist es besser - vielleicht auch nur vorübergehend - , sich die Herkunftsfamilie so weit als möglich vom Leib zu halten.
Das muss ja nicht heißen, dass du den Kontakt ganz abbrichst, obwohl manche Menschen damit besser leben.
Vielleicht kannst du deine Herkunftsfamilie erst mal in einer sachlich-freundlichen Distanz halten? Zu viele Emotionen kosten auch viel (Lebens)Energie.


Zitat von TheRookie1977:
Seelenklempner


Das Wort klingt ein bisschen abfällig, sorry. Manchmal ist es schon gut, wenn jemand mit Erfahrung ein paar neue Einsichten liefert.

19.10.2020 18:46 • #4


Tabe77
Zitat von TheRookie1977:
Hallo liebe Leute,ich (44 Jahre, männlich) leide seit ca. 7 Jahren an permanenten Angstzuständen, die aus einer Panikattacke resultierten u. sich weiter intensivierten, nachdem ich eine 24-Stunden-Blutdruckmessung machte. Permanentes Herzrasen aus Angst vor Bluthochdruck begleiteten die Messung. Sollte dann temporär Betablocker nehmen, was in einer weiteren Angststeigerung endete. Irgendwann erkannte der Arzt eine generalisierte Angststörung. Betablocker abgesetzt nach einer Woche. EKG gemacht, hohe Werte, die dann abfielen (vor ca. 4 Jahren). Dann Medikamente für ca. 1 Jahr genommen (Escitalopram) mit wenig Effekt (außer besseres Schlafen). Habe regelmäßig Sport getrieben (joggen), was mir eine Zeit lang ...


Ja genau so war meine zweite Panikattacke

22.10.2020 16:44 • #5




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Mira Weyer