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201805.02




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Liebe Foris,
ich weiß nicht mehr weiter. Irgendwie hab ich mein Leben bisher geregelt bekommen, aber gerade läuft alles aus dem Ruder und ich bin so verunsichert, dass ich nach Jahren der relativen Panik-Freiheit wieder täglich mit Ängsten zu kämpfen habe und am liebsten nur noch weinend unter der Decke liegen will.

Meine Kindheit/Jugend war nicht schön, Missbrauch, psychisch kranke Eltern, lange Klinikaufenthalte nach Suizidversuchen, Mobbing. Offiziell wurde mir Depression bescheinigt.

Angefangen hat es mit einer fast 2-jährigen Arbeitslosigkeit aufgrund von psychosomatischen Beschwerden. Obwohl ich mich bei meinem Arbeitgeber gut aufgehoben fühlte, wurde ich immer wieder krank, fehlte oft, nahm konstant Schmerzmedikamente, um den Alltag zu überstehen, bis mir schließlich gekündigt wurde. War lange verzweifelt, bis ich das akzeptieren konnte, doch irgendwann kam dann ein Lichtblick - ich bekam eine Ausbildungsstelle angeboten, in meinem Traumberufsfeld. Ich wollte die Stelle unbedingt, und mein Ehrgeiz beflügelte mich regelrecht. Ich nahm keine Schmerzmedis mehr, machte Sport, und siehe da, viele meiner Beschwerden verschwanden. Ich war, zum ersten Mal nach zwei Jahren, richtig glücklich.

Doch die Stelle entpuppte sich als Reinfall. Nach wenigen Wochen war abzusehen, dass ich dort keine Zukunft hatte. Es bestand null Interesse daran, mich auszubilden. Ich lernte nichts, durfte nichts fragen, nur in der Ecke sitzen und froh sein, einen Job zu haben. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Dazu kamen interne Streitigkeiten der Kollegen, auch über meine Ausbildungsinhalte, bis mir schließlich sogar "verboten" wurde, mit Kollegen aus anderen Büros zu sprechen. Ohne Erlaubnis meines Ausbilders durfte ich schließlich nicht einmal mehr zur Toilette, und ich gab auf. Nach mehreren Gesprächen mit Kollegen und Vorgesetzten entschloss ich mich schweren Herzens, die Ausbildung abzubrechen, da auch das Gehalt nicht einmal für meine Miete reichte und sich rein gar nichts änderte.

Also ging ich wieder auf Arbeitssuche. Klug war es nicht, zu kündigen ohne eine neue Stelle zu haben, doch ich hätte es keinen Tag länger dort ausgehalten. Im Nachhinein bereue ich das sehr. Vor allem, weil es meine langjährige Beziehung aufs Spiel setzte. Meiner Partnerin, ebenfalls noch in Ausbildung, machte der finanzielle Druck mehr zu schaffen als mir bewusst war, und wir stritten immer wieder heftig über meine Arbeitslosigkeit, bis sie mich schließlich fast aus der gemeinsamen Wohnung schmiss. Bisher hatte sie immer beteuert, in finanziellen Engpässen für mich da zu sein und auch meinen Teil der Miete für ein, zwei Monate zu übernehmen, gar kein Problem. Doch nun erklärte sie mir, dies überhaupt nicht zu wollen. Und ich sei ein Monster, weil ich das von ihr verlangen würde, nur weil ich zu faul zum Arbeiten sei.

Dieser Moment wird mir für immer im Gedächtnis bleiben. Irgendwie habe ich es in den darauffolgenden Tagen geschafft, mit meiner letzen Kräftereserve, super kurzfristig eine neue Stelle zu finden, mit guter Bezahlung. Und was soll ich sagen? Zwei Wochen sind vergangen und ich kann nicht mehr. Tägliche Panikattacken, Schwindel, Atemnot, noch dazu rauche ich übermäßig viel, obwohl ich es aufgeben wollte. Ich schlafe kaum, ich kann nichts essen, meine Gedanken kreisen nur noch um die Arbeit und meine damit verbundenen Ängste. Ich bin ein totales Wrack und beim Gedanken daran, wieder zur Arbeit zu müssen, verkrampft sich mein Herz regelrecht. Ich will nicht. Ich will mir das nicht antun müssen. Es sind gerade mal zwei Wochen rum und ich zweifle an allem.

"Schuld" daran ist die immense Verantwortung, die ich übernehmen soll. Ich war nicht darauf vorbereitet, und es gehört auch nicht zu meinem eigentlichen Aufgabenfeld. Ich fühle mich damit vollkommen überfordert, und die mir zur Seite gestellte Kollegin ist jünger als ich und verbal sehr ausfallend. Sie schreit mich an, nennt mich dumm, kritisiert konstant und ich habe das Gefühl, absolut alles falsch zu machen. Sie erwartet sehr viel Fachwissen von mir, das ich nicht besitze, da ich auch keine dementsprechende Ausbildung gemacht habe. Natürlich könnte ich mit ihr diskutieren, doch warum? Ich fühle mich wie ein Kind, wenn sie mich heruntermacht. Auf professioneller Ebene können wir uns kaum unterhalten. Anfangs habe ich einfach genickt und gelächelt und versucht, mein Bestes zu geben, aber nach zwei Wochen in einem neuen Betrieb bin ich in vielen Dingen noch sehr unwissend, und das wird ausgenutzt. Oft sagt sie auch "Du bist nicht mehr in der Ausbildung, das musst du doch wissen!", aber meine Ausbildung hatte damit gar nichts zu tun. Diese Unfairness setzt mir zu.

Ich werde das Gespräch mit meiner Vorgesetzten suchen und ihr beichten, dass ich mit meinem Aufgabenfeld komplett überfordert bin. Vielleicht können wir eine Alternative finden. Aber vor diesem Gespräch graut es mir jetzt schon, und was ist, wenn sie mir einfach kündigen (Probezeit)? Oder noch schlimmer, sie kündigen mir nicht, nichts ändert sich, und ich muss mich weiterhin den ganzen Tag als nutzlos beschimpfen lassen?

Auf das Thema antworten


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  05.02.2018 12:04  
Es gibt eine Sache die mir in deinem Text durchgängig und in mehreren beschriebenen Situationen immer wieder auffällt: du setzt dich nicht Wehr, stehst nicht für dich selbst ein, lässt sich herumschubbsen, beleidigen und hast scheinbar auch niemanden der dir den Rücken stärkt sondern wie im Falle deiner Partnerin wird für noch mehr Existenzängste gesorgt. Hast du Verwandte oder Freunde die dich unterstützen?

Zitat:
Ich werde das Gespräch mit meiner Vorgesetzten suchen und ihr beichten, dass ich mit meinem Aufgabenfeld komplett überfordert bin.

Das würde ich an deiner Stelle nicht machen. Problem ist die Mitarbeiterin die sich regelmäßig im Ton vergreift, das solltest du ansprechen und das du eine genau Definition deines Tätigkeitsfeldes möchtest da du laufend Arbeiten übernimmst die nicht der Stellenbeschreibung entsprechen. Versuch ein bisschen selbstbewusster aufzutreten und mach dich nicht so klein.

Ich würde dir insgesamt dazu raten, eine Therapieplatz zu suchen, das du dir ein Umfeld schaffst das dir gut tut. Es gibt auch zb. Rhetorikkurse, Yoga, autogenes Training.
Es nützt nichts wenn du von einem Job zum nächsten hechtest, ungeachtet dessen wie das Betriebsklima ist und du dich selbst am laufenden Bande unter Druck setzt. Damit wird nichts besser.

Danke1xDanke




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  05.02.2018 12:27  
Danke dir, FeuerWasser.

Ich bin ziemlich abgeschirmt von Leuten momentan. Kontakt habe ich nur zu meiner Partnerin, deren Mutter und meiner Mutter, wobei ich erwähnen sollte, dass mir der Kontakt mit meiner Familie nicht gut tut, da meine Mutter psychische Probleme hat und mich gerne kontrolliert. Deshalb kann ich von dieser Seite keine Unterstützung erwarten.

Im Bezug auf die Kollegin sehe ich keinen Sinn, meine Energie mit Verteidigung zu verschwenden. Sie ist sehr kindisch, reagiert auf jeglichen Protest meinerseits mit Beschimpfungen und Beleidigtsein. Auf diese Ebene kann und will ich mich nicht begeben. Ist das ein Fehler? Ich bin durchaus im Stande mich zu wehren, doch die Tatsache, dass dies notwendig zu sein scheint, macht mich unendlich traurig.

Ich werde deinen Ratschlag beherzigen. In meinem eigentlichen Tätigkeitsfeld kenne ich mich sehr gut aus, ich sollte mehr Selbstvertrauen haben. Nur irgendwie glaube ich nicht, dass ein Gespräch mit der Vorgesetzten etwas ändert, denn sie hat mir bereits signalisiert, dass es bestimmt einen Grund gibt, dass meine Kollegin so mit mir umspringt - sprich: ich bin tatsächlich so dumm wie man mich darstellt und man muss so mit mir umgehen.

In Therapie bin ich theoretisch, allerdings bringt sie mir nicht viel, da der Therapeut wenig an seinen Patienten interessiert zu sein scheint. Ein Wechsel wurde von der Krankenkasse abgelehnt, privat schwimme ich konstant in Geldsorgen und kann eine Therapie nicht selbst bezahlen.

Zur Zeit fällt es mir sehr schwer, irgendetwas zu machen. Muss mich einen halben Tag darauf vorbereiten, die Wohnung zu verlassen.



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Status: Online online
  05.02.2018 12:31  
Hey Seventeen,
ich sehe es ähnlich. Ich würde nicht zur Vorgesetzten gehen und sagen, dass du überfordert bist. Theoretisch könntest du zu ihr gehen und die Problematik mit deiner Kollegin ansprechen, also dass es Schwierigkeiten im kollegialen Miteinander gibt, sie verbal ausfallend wird und dich kritisiert. Sie als Vorgesetzte muss dann dafür Sorge tragen, dass quasi in einer Art Klärungsgespräch dies Dinge lösungsorientiert geklärt werden. Auch wenn du in der Probezeit bist gelten gültige arbeitsrechtliche Bestimmungen, sprich du hast Pflichten, aber auch Rechte. Es ist völligst normal, dass du in der Anfangszeit noch nicht alle inhaltlichen und strukturellen Arbeitsabläufe kennst. Dafür musst und solltest du dich selbst nicht kritisieren und schlecht machen. Das ist in einer psychisch schwierigen Phase, in der du eh an dir und deinem Selbstwert zweifelst natürlich nicht einfach, vor allem da du in deinen vorherigen Arbeitsstellen keine guten Erfahrungen gemacht hast und selbst gekündigt hast und gegangen bist.
Solange du bei deiner jetzigen Arbeit keine gravierende Fehler machst - sprich unentschuldigt fehlst etc. - kann man dich nicht einfach so kündigen. Ich würde schauen, dass du versuchst, dich etwas zu entspannen, dir in der Freizeit Dinge zu suchen, bei denen du gute und stärkende Erfahrungen machst und immer nur an den heutigen Tag zu denken und alles step by step anzugehen...das hilft ungemein bei Katastrophengedanken und Erwartungsängsten.
Ich habe auch am 1.1.18 bei einem neuen Arbeitgeber aufgrund von Mobbing auf der alten Arbeitsstelle angefangen und war nach 2 Wochen aufgrund von Überforderung erstmal 2 Wochen krankgeschrieben. Ich wollte eigentlich alles hinschmeißen und mich arbeitslos melden. Konnte keine Nacht mehr schlafen und hatte nur noch Angst, alles nicht mehr zu schaffen. Aber dann habe ich mir gesagt, dass ich es zumindest probieren möchte. Kündigen kann ich ja jederzeit. Es war und ist nicht einfach und oftmals schlafe ich die ganze Nacht nicht und quäle mich voller Angst durch den Tag. Aber von Woche zu Woche wird es besser und ich bin froh, dass ich mich meinen Ängsten stelle. Zum Ausgleich mache ich viel Sport (Klettern, Joggen, Wandern) und treffe mich wieder häufig mit Freunden, was mir gut tut.
Jeder muss natürlich selbst entscheiden, was er tut und es gibt keinen richtigen Weg.
Gruss, Oliver



906
2
Wien
458
  05.02.2018 12:35  
FeuerWasser hat geschrieben:
Das würde ich an deiner Stelle nicht machen. Problem ist die Mitarbeiterin die sich regelmäßig im Ton vergreift, das solltest du ansprechen und das du eine genau Definition deines Tätigkeitsfeldes möchtest da du laufend Arbeiten übernimmst die nicht der Stellenbeschreibung entsprechen. Versuch ein bisschen selbstbewusster aufzutreten und mach dich nicht so klein.


Das halte ich auch für den zentralen Punkt. Wobei ich hier auch realistisch sein würde, nachdem sich nun bereits so viel Druck angesammelt hat, wird sich dieses Problem nicht von heute auf morgen lösen. Hier heißt es dann konsequent dran bleiben und dass am Besten mit guter therapeutischer Unterstützung (neuerlicher Antrag auf Wechsel?). Also, kurz gefasst: ja, stelle dich auf die eignen Beine, aber überfordere ich dich dabei auch nicht. Step by step. Und ich denke auch, dass verbale Scharmützel mit der Kollegin nichts nützen, dh ja sie kurz und klar in die Schranken weisen, dann aber sich auf keine weiteren Diskussionen einlassen. Ist hart, aber leider das Einzige was mit solchen Leuten hilft.





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  05.02.2018 14:48  
Danke für eure Erfahrungen und beruhigenden Worte.
Mich macht der Druck gerade sehr fertig, abschalten geht gar nicht. Ich habe noch so viele Wissenslücken, die ich füllen muss, um den Anforderungen halbwegs gerecht zu werden.





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  06.02.2018 11:55  
Neuer Tag, neues Gedankenkarussel ... die Vorgesetzte ist zeitnah nicht zu einem Gespräch bereit. Heute nachmittag geht es wieder los. Mir ist nur noch schlecht. Ich glaube nicht, dass ich das durchhalten werde. Ich will es auch nicht müssen. Doch was bleibt mir?





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  09.02.2018 10:45  
Es gibt Neuigkeiten. Nach einer Aussprache mit der Vorgesetzten werden wir den Arbeitsvertrag auflösen. Sie ist nicht bereit/willens dazu, die Situation zwischen mir und meiner Kollegin zu klären, stimmt ihr wahrscheinlich auch zu und hält es nun für das Beste, wenn ich mir eine neue Stelle suche. Auch gut.

Einerseits bin ich extrem erleichtert, weil mich die Situation so fertig gemacht hat. Andererseits war es nichts als eine Flucht vor meinen Problemen, und auch wenn ich schnell einen neuen Arbeitsplatz finden sollte, muss ich dennoch in der Zwischenzeit irgendwie mit meiner Freundin zurechtkommen. Sie hat mir zwar versprochen, mich zu unterstützen und mir keine Vorwürfe zu machen, doch glauben kann ich ihr das nicht - und bereits heute morgen hat sie wieder Streit gesucht und war frustriert, weil ich jetzt wieder Zuhause sitzen "darf" und sie arbeiten "muss". Sie würde auch gerne den Arbeitsplatz wechseln, ist aber fast am Ende ihrer Ausbildung und hat beschlossen, es auszusitzen. Da stört es sie ungemein, dass ich durch meine psychischen Probleme eins auf Panik mache und mich so der Situation entziehe. Seufz.



  09.02.2018 11:11  
seventeen hat geschrieben:
Danke für eure Erfahrungen und beruhigenden Worte.
Mich macht der Druck gerade sehr fertig, abschalten geht gar nicht. Ich habe noch so viele Wissenslücken, die ich füllen muss, um den Anforderungen halbwegs gerecht zu werden.


Hi du, das klingt aber nicht schön und das tut mir leid, wenn ich sowas lese... hattest du keine Einarbeitungszeit? Ich frage deshalb, weil ich weiß wie schwer es sein kann in einem Beruf "ins kalte Wasser" geschmissen zu werden und eine hohe Verantwortung zu tragen. Ich habe damals dem Vorgesetzen gesagt, dass ich von Jemandem eingearbeitet werden muss, oder aber er muss mit anfänglichen Fehlern rechnen und schon eine Woche später bekam ich für 4 Wochen eine intensive Einarbeitung. Nun läuft es... ich weiß nicht, ob es möglich wäre bei dir. Ist nur ein Tipp. :) Beleidigen lassen, musst du dich überhaupt von niemanden. Dass du nicht so sein möchtest, verstehe Ich,aber irgendwann musst du einen Punkt setzen. Also ich habe mittlerweile des öfteren Auszubildende bei mir sitzen, damit sie etwas lernen und mir würde im Traum nicht einfallen, die als dumm zu beurteilen oder denen das Gefühl zu vermitteln sie können nichts. Versuch mit deiner Vorgesetzen zu sprechen, aber lass die Sache weg, du seist überfordert. Jeder ist bei einem neuen Job mit neuen Inhalten erst mal auf Hilfe angewiesen und fühlt sich ein wenig überfordert... sieh das nicht als Schwäche, das ist eher normal. Behaupte ich.
Ich wünsche dir ganz viel Erfolg!

Danke1xDanke


  09.02.2018 11:14  
seventeen hat geschrieben:
Es gibt Neuigkeiten. Nach einer Aussprache mit der Vorgesetzten werden wir den Arbeitsvertrag auflösen. Sie ist nicht bereit/willens dazu, die Situation zwischen mir und meiner Kollegin zu klären, stimmt ihr wahrscheinlich auch zu und hält es nun für das Beste, wenn ich mir eine neue Stelle suche. Auch gut.

Einerseits bin ich extrem erleichtert, weil mich die Situation so fertig gemacht hat. Andererseits war es nichts als eine Flucht vor meinen Problemen, und auch wenn ich schnell einen neuen Arbeitsplatz finden sollte, muss ich dennoch in der Zwischenzeit irgendwie mit meiner Freundin zurechtkommen. Sie hat mir zwar versprochen, mich zu unterstützen und mir keine Vorwürfe zu machen, doch glauben kann ich ihr das nicht - und bereits heute morgen hat sie wieder Streit gesucht und war frustriert, weil ich jetzt wieder Zuhause sitzen "darf" und sie arbeiten "muss". Sie würde auch gerne den Arbeitsplatz wechseln, ist aber fast am Ende ihrer Ausbildung und hat beschlossen, es auszusitzen. Da stört es sie ungemein, dass ich durch meine psychischen Probleme eins auf Panik mache und mich so der Situation entziehe. Seufz.


Entschuldige den Beitrag habe ich nicht gesehen...





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  23.02.2018 09:29  
Bin wieder zurück im Forum ... die letzte Woche hat mich weiter aus der Bahn geworfen.
Mein Psychologe hatte mich kurzfristig bis heute krank geschrieben, weil ich ihn geradezu angebettelt hatte, mir zu helfen. Ich habe fast nur noch Panik. Dazu komm ich von den Dro. nicht einfach runter, ohne rauchen geht nicht, mir ist seit 3 Tagen konstant schlecht, ich weiß nicht, was ich machen soll. Meine Freundin hätte es natürlich gerne, dass ich mich heute arbeitslos melde und dann flugs nächste Woche wieder Arbeit finde, damit "dieses Drama" endlich ein Ende hat.
Stattdessen sitze ich hier wie ein Häufchen Elend alleine beim Gedanken an "Arbeit", und was sie sich darunter vorstellt. Entweder reiße ich mich heute zusammen und fahre zum Amt, oder ich fahre heulend zum Psychologen - der mich dann wieder für eine Woche krank schreibt.

Ich brauche dringend Hilfe und ich weiß nicht, an wen ich mich wenden kann, welche Möglichkeiten ich habe. Für mich finde es ich total falsch, jetzt wieder in irgendeinen Job reinzuschlittern weil ich muss und dann nach einer Woche das Handtuch zu schmeißen, weil ich psychisch wieder total fertig bin. Das hilft mir auch nicht. Dank wiederkehrender Suizidgedanken hatte ich sogar die Ambulanz nicht ausgeschlossen, aber den Teil meines Gehirns habe ich wieder halbwegs unter Kontrolle. Hier wird nicht so schnell aufgegeben. Aber was soll ich machen? Ein anderer Therapeut wäre wahrscheinlich das Beste, aber den finde ich nicht mal eben so, zumal die KK den Antrag auf Wechsel abgelehnt hat. Am besten wäre tatsächlich eine stationäre Therapie, aber das kann ich meiner Partnerin momentan nicht antun.
Ich bin einfach nur verzweifelt, weil ich momentan so unselbstständig bin. Diese konstante Angst lähmt mich, ich habe das Gefühl sterben zu müssen vor jedem Termin, egal wo. Es kostet mich eine Wahnsinnsmühe, z.B. einkaufen zu gehen, weil mir alles Angst macht in letzter Zeit. Und alleine komme ich aus diesen Gedankenkreisen nicht heraus ...



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  23.02.2018 10:37  
seventeen hat geschrieben:
Am besten wäre tatsächlich eine stationäre Therapie, aber das kann ich meiner Partnerin momentan nicht antun.


Wieso? Sie wäre wahrscheinlich froh, dich für eine Weile los zu sein.





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  23.02.2018 10:50  
Schlaflose hat geschrieben:
Wieso? Sie wäre wahrscheinlich froh, dich für eine Weile los zu sein.


Das wäre schön, dann wäre ich längst nicht mehr hier. Aber sie steckt selbst gerade in einer Krise und kann sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dies alleine durchstehen zu müssen. Sie hat ein großes Problem damit, auch nur eine Nacht ohne mich zu verbringen. Dazu kommt, dass sie im Falle meiner Abwesenheit die Verantwortung für unsere beiden Haustiere übernehmen müsste, und das kann/will sie momentan nicht. Und natürlich will ich sie auch nicht mit der Verantwortung "sitzen lassen".



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6****
5057
  23.02.2018 11:23  
Dann solltet ihr beide gleichzeitig, vielleicht sogar zusammen einen Klinikaufenthalt machen.





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  23.02.2018 13:19  
Das wäre begrüßenswert, aber sie steckt mitten in der Vorbereitung für die Abschlussprüfung. Ich kann sie ja nicht zwingen, Hilfe anzunehmen. Sie geht derzeit zu einer Psychologin, das ist bereits ein immenser Schritt.

Komme gerade zurück aus der Hausarztpraxis. Der "Chefarzt" war überraschend kompetent und hat es mir ausgeredet, jetzt!sofort! in eine psychiatrische Ambulanz zu wollen. Er findet mich im jetzigen Zustand nicht wirklich therapiefähig (auch, weil ich mit Psychiatrie Trauma verbinde), sondern meinte erst mal, ich soll zur Ruhe kommen und dann reden wir über Möglichkeiten. Ich kann nicht einschätzen, wie ernst es ihm damit ist, aber er hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Vor allem war es schön, tatsächlich ernst genommen zu werden. Er hat mir zwar einerseits abgeraten, zu Psychopharmaka zu greifen, mir aber für den Notfall Bromazepam mitgegeben, falls es gar nicht mehr geht und ich nicht mehr schlafen kann. Ich soll heute Abend ein drittel der 6mg-Tablette nehmen und schauen, ob ich damit besser zurecht komme. Nächste Woche habe ich dann einen Termin bei ihm.






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  20.03.2018 10:19  
Hi ihr,
ich hole das Theme hier nochmal hoch - stecke immer noch fest.

Ende des Monats habe ich einen Termin in einer Instituts-Ambulanz zwecks Therapie, das ist schon mal ein kleiner Erfolg auf kompetente Hilfe. Doch die Sorgen bis dahin machen mich verrückt.

Derzeit bin ich nicht krank geschrieben und habe (mal wieder) ALG1 beantragt. Deshalb morgen einen Termin bei der Arge und meiner alten Sachbearbeiterin, was mir Magenschmerzen bereitet.
Was soll ich ihr sagen? "Da bin ich wieder, wurde aus der letzten Tätigkeit leider rausgemobbt und habe jetzt wieder solche psychischen Probleme, dass ich mich für nicht arbeits- bzw. vermittlungsfähig halte, obwohl ich ihnen vor wenigen Monaten glaubhaft versichert habe, den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt gewachsen zu sein." ?

Mein Restanspruch auf ALG ist sowieso nur noch ein knapper Monat; Konto ist soweit gedeckt dass ich noch insgesamt 3 Monate über die Runden komme. Aber dann bin ich komplett pleite. Wahrscheinlich gibt's noch Sperrzeit. Hatte angeblich einen groben Fehler bei der Antragstellung gemacht, das konnte ich klar stellen mit Belegen, aber wer weiß, was die sich noch einfallen lassen... Warum ist in dieser Gesellschaft Geld wichtiger als alles andere?

Naja ...jetzt sitz ich hier, kleines Häufchen Elend, und will doch eigentlich nur einen vernünftigen Arbeitsplatz wo ich nicht heillos überfordert bin. Nur .. in meiner "gelernten" Branche fast unmöglich, dazu Schicht- und Bereitschaftsdienst. Ich kann das nicht mehr. Aber ich bin zu jung, um das sagen zu dürfen. Reha-Anträge wurden abgelehnt. Eine neue Ausbildung zu machen hab ich versucht, aber Vollzeit + zu wenig Lebensunterhalt funktioniert nicht, zumindest nicht in meinem Kopf.

Ich könnte so viel machen, wenn ich durch Ängste etc. nicht so eingeschränkt wäre. Klar würde ich dann jetzt putzen gehen oder Teller waschen wenn es sein muss oder hätte die Ausbildung durchgezogen, weil mir die Probleme nicht so viel ausgemacht hätten.

Ich verstehe nicht, dass psychische Erkrankungen und Probleme auf so wenig Verständnis in der Gesellschaft stoßen. Ich bin krank. Ich will mich nicht darauf ausruhen, aber es kann doch nicht sein, dass man wo es nur geht Steine in den Weg gelegt bekommt. Ich will doch auch, dass ich wieder "gesund" bin und "funktioniere". Aber das ist keine Einstellungssache ...



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Bärlin Spandow
4453
  20.03.2018 10:27  
seventeen hat geschrieben:
Deshalb morgen einen Termin bei der Arge und meiner alten Sachbearbeiterin, was mir Magenschmerzen bereitet.
Was soll ich ihr sagen? "Da bin ich wieder, wurde aus der letzten Tätigkeit leider rausgemobbt und habe jetzt wieder solche psychischen Probleme, dass ich mich für nicht arbeits- bzw. vermittlungsfähig halte, obwohl ich ihnen vor wenigen Monaten glaubhaft versichert habe, den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt gewachsen zu sein." ?


Ich würde mir da nicht so viele Gedanken machen. Wenn du nicht arbeitsfähig bist, können sie dich auch zu nichts zwingen. Wenn doch würde ich eine Dienstaufsichtsbeschwerde machen.Vielleicht schicken die dich erst mal Amtsarzt und das dauert Wochen bis du da ran kommst. Und immer schön zum Arzt gehen und dich krankschreiben lassen.

Danke1xDanke


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Zuckerwattewolke
181
  20.03.2018 10:36  
seventeen hat geschrieben:
Ich kann das nicht mehr. Aber ich bin zu jung, um das sagen zu dürfen.

Das ist Schwachsinn, und zwar deswegen:

Zitat:
Ich verstehe nicht, dass psychische Erkrankungen und Probleme auf so wenig Verständnis in der Gesellschaft stoßen. Ich bin krank. Ich will mich nicht darauf ausruhen, aber es kann doch nicht sein, dass man wo es nur geht Steine in den Weg gelegt bekommt. Ich will doch auch, dass ich wieder "gesund" bin und "funktioniere". Aber das ist keine Einstellungssache ...


Lass dich nicht von den empathielosen Leuten runterziehen, die nur neidisch darauf sind, dass sie ihren ungeliebten Job machen können. Wären sie in deiner Situation, würden sie aber blöd aus der Wäsche gucken und wären froh, dass sie arbeiten müssen!
Und nebenbei, ich finde die Einstellung deiner Freundin zu deiner Situation absolut daneben und respektlos! Mit einem Menschen, der so eine empathielose Ansicht zu meiner Psyche hat, würde ich keine Minute verbringen. Sie scheint mir durch deine Erzählungen desweiteren sehr egoistisch. Du musst für sie da sein immer und überall, aber auf dich nimmt sie keine Rücksicht? Merkwürdiger Mensch.

Danke1xDanke


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Bärlin Spandow
4453
  20.03.2018 11:12  
Narandia hat geschrieben:
Wären sie in deiner Situation, würden sie aber blöd aus der Wäsche gucken und wären froh, dass sie arbeiten müssen!


Ja, ein ungeliebter Job ist da noch das kleinere Übel. Aber das auch nur wenn man nicht gemobbt wird. Sonst sitzt man ganz schnell auf der anderen Seite des Tisches.



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Zuckerwattewolke
181
  20.03.2018 11:17  
petrus57 hat geschrieben:
Ja, ein ungeliebter Job ist da noch das kleinere Übel. Aber das auch nur wenn man nicht gemobbt wird. Sonst sitzt man ganz schnell auf der anderen Seite des Tisches.


Ich habe Mobbing in der Ausbildungszeit als Maler und Lackiererin (und später ein paar Monate als Gesellin) hinter mir. Ich war froh, wenn ich wieder zur Berufsschule konnte oder Lehrgang war. Meine Klasse - bestehend nur aus Jungs - akzeptierte mich und da fühlte ich mich wohl. Selbst wenn es der einzige Beruf wäre, den es noch gibt auf der Welt, würde mich keiner da jemals wieder rein kriegen.

Danke2xDanke

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