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chaotine

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Hallo an Alle,

ich bin 36, habe erst mit Anfang 30 eine Ausbildung gemacht und leide durch meine Kindheit in einem verdreckten Elternhaus mit einem Alk. und einer psychisch kranken und Co-abhängigen Mutter seit langem unter Depressionen und Ängsten.

Alles Unbekannte verursacht mir eine teils lähmende Angst. Ich bekomme heftigen Durchfall vor Prüfungen, sitze dann da mit Herzrasen, wahnsinniger innerer Unruhe und Zappeligkeit und will einfach nur weg und mich verstecken. Ich habe trotzdem irgendwie mein Abitur, meine Ausbildung überstanden, habe beim Führerschein aber wegen der Angst 3 Anläufe gebraucht. Mir sagten selbst die Prüfer, dass ich in Momenten ohne Angst sehr gut fahre und das echt nur an der Angst liegt.

Ich war mehrfach in Kliniken, habe längere Zeit Medikamente genommen, welche mittlerweile seit Jahren nicht mehr notwendig waren ...bis jetzt:

Jetzt bin ich vor einigen Tagen umgezogen aus einer für mich belastenden Wohnsituation in meine erste eigene Wohnung. Vorher habe ich entweder mit Anfang 20 in einem Wohnheim für psychisch Kranke gelebt oder in WGs.
Ich habe mir dafür Geld leihen müssen,allerdings braucht die leihende Freundin das Geld nicht sofort zurück und will erstmal, dass ich wieder etwas sicherer unterwegs bin. Von der Seite ist der Druck also NUR von meiner Seite aus.
Allerdings habe ich mein Zimmer in der alten Wohnung noch bis Ende Dezember und habe beim Auszug Schimmel entdeckt und nun natürlich Angst, für die Kosten zahlen zu müssen, obwohl es sich dem Anschein nach um einen Schaden am Gemäuer handelt und die folgen starker Kältebrücken.

Als Folge des ganzen habe ich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Schlaf eine Panikattacke erlitten und bin dadurch aufgewacht mit Herzrasen, Schweißausbrüchen, nervösem Darm und totaler innerer Unruhe und konnte nicht mehr stillliegen. Ich konnte nicht mal mehr die Beine stillhalten. Seitdem bin ich eigentlich konstant in Alarmstimmung und die Angst schaltet meinen Verstand aus. Ich habe zwar den Umzug einen Tag später mit Hilfe durchgestanden aber fühle mich in der neuen Wohnung natürlich noch nicht heimisch.

Zum Glück kam heute eine Freundin zu Besuch die mir dann geraten hat, in der Apotheke ein pflanzliches Mittel zu kaufen. Habe mittags dann 2 Sedacur Forte genommen und es ging etwas besser. Mittlerweile habe ich ein wenig runterfahren können. Aber ich habe natürlich eine wahnsinnige Angst wieder krank zu werden.

Ich habe eigentlich vor allem Angst, was auch nur nach Veränderungen riecht. Da verharre ich fast schon lieber in einer schlimmen Situation, anstatt auszubrechen und was neues zu versuchen.

Wenn ich Panik schiebe, dann bin ich sofort völlig kopflos und es springt etwas an, was ich mein "Katastrophenhirn" nenne: es schießen mir dann alle möglichen und unmöglichen Katastrophen rund um die belastende Situation durch den Kopf und werden weiter gesponnen bis zum völligen Scheitern meiner Existenz. Dadurch bleibe ich auf der Stelle sitzen wie ein (heftig zappelndes) Kaninchen vor der Schlange und bin geistig total gelähmt. Und diese mal waren es drei Tage lang Angst. Ich habe auch kaum was gegessen, weil mir selbst das Hungergefühl völlig fehlte. Das hat mich sehr schockiert, in der Intensität kenne ich das nicht.

Hat jemand vielleicht Erfahrungen gemacht, wie man diese plötzlich auftretenden Angstattacken zurückdrängen kann?


lg
chaotine

12.11.2017 21:44 • 21.01.2018 x 1 #1


29 Antworten ↓


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Liebe chaotine.
Zuerst mal wäre es wichtig dein Katastrophenhirn etwas umzumodeln.
Kannst du versuchen diesen Gedanken Einhalt zu gebieten?
Ihnen zu sagen <stopp, es reicht>?
Oder die kreative Adre, die da drin steckt anders herum zu nutzen und ganz gezielt Bilder zu erschaffen, die die Situation bestmöglichst ausgehen lassen?
Denn es ist, wie es oft ist, diese katastrophen treten nie ein.

Bezüglich des Schimmels würde ich ganz pragmatisch einen Schimmelentferner kaufen, da ein paar mal drüberrubbeln damit es nicht mehr sichtbar ist und fertig.
Dann sind die Sorgen auch schon vorbei.

Das Veränderung nicht immer schlimmes bedeuten muss, kannst du nur ganz in Ruhe lernen.
Du hast hoffentlich eine gute Therapie?

Liebe Grüße

13.11.2017 10:16 • x 1 #2


carohoney

carohoney


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Das mit dem aus Angst 3 Abläufe beim Führerschei hatte ich genau wie du ! Mir macht auch alles Angst, vorallem Vorstellungsgespräche sind der Horror! Du bist damit auf keinen Fall alleine!

13.11.2017 17:20 • #3


chaotine

chaotine


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Hallo ihr beiden und danke für die Antworten.

kopfloseshuhn : Ich habe massive Probleme bei Anspringen des Katastrophenhirns noch überhaupt etwas anderes zu schaffen als Angst zu haben. Das wirkt sich ja auch körperlich aus, so dass ich entweder ne nervöse Blase bekomme oder heftigen Durchfall. Ich war vor rund 10 Jahren noch teils so eingeschränkt, dass ich meine Wege im öffentlichen Raum anhand von verfügbaren Toiletten geplant habe. Ich konnte dir alle guten WCs in der Innenstadt mit Lage und Zustand nennen. Anders gings nicht. Deswegen habe ich schließlich bei nötigen Shoppingtouren und Prüfungen vorher schon was gegen Durchfall genommen. Irgendwann habe ich mich dann gezwungen, diese Situationen durchzustehen und mich regelrecht von dem Zeug entwöhnt.
Das war aber eher die körperliche Schiene, ich konnte die Gedanken da noch steuern.

Im Moment hauen diese Attacken so ins Hirn, dass ich erstmal frei drehe. Stell dir eine ziemlich pummlige große Frau vor, die am liebsten in solchen Momenten kreischend die Arme über dem Kopf wedelnd im Kreis rennen will bis sie einfach umfällt. Das ist mein geistiger Zustand in solchen Momenten. Noch schlimmer ist es, wenn ich dadurch aufwache. Ich bin aus dem Schlaf gerissen immer etwas gaga, in solchen Fällen lege ich einen körperlichen Kickstart hin und bin schon per se durch den Wind an dem Tag.

Also kann ich leider nicht einfach sagen <STOPP> denn soweit kann ich dann kaum noch denken. Wobei, vom Verstand her weiß ich, dass das jetzt völlig übersteigert ist und ich mich beruhigen muss. Aber da schiebt sich die Angst dafür und kappt die Verbindung. Mein Verstand ist also Out of Order während alles akut läuft.

Ich habe eine Therapie, habe auch morgen einen Termin dort. Zum Glück hatte ich mir rund um den Umzug einige Tage freigenommen. Sonst wärs wahrscheinlich noch schlimmer.

carohoney : Ich müsste mich eigentlich bewerben um aus dem Mindestlohn rauszukommen, aber ich trau mich aus dem Grund nicht, weil dann vielleicht ein Vorstellungsgespräch kommt. Momentan würde ich das nicht überstehen denke ich. Wobei ich sprachlich sehr stark bin. Meist ist es schon die halbe Miete, wenn ich ins Gespräch komme. Denn dann kann ich reden und dafür bin ich auch im Freundeskreis bekannt ^

13.11.2017 21:00 • #4


carohoney

carohoney


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Das mit dem Reden ist super ! Ich bekomm immer nen halben Kollaps wenn da noch andere sind, letztes mal 8 ! Stück, das war schrecklich !

13.11.2017 21:04 • #5


chaotine

chaotine


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Ah diese Assessmentcenter? Bekloppterweise habe ich die schon oft genug gehabt. Das letzte habe ich so erfolgreich durchlaufen, dass sie mich schon ne Stunde später anriefen und haben wollten. Ist zwar Callcenter, aber wenigstens verdiene ich genug um davon existieren zu können. Und auch meine Wohnung nun finanzieren zu könenn, ich bin ein sparsames Leben gewohnt.

Aber ich habe vorher Blut und Wasser geschwitzt und ganz bewusst vorher nichts gegessen und keinen Kaffee getrunken. Und ich bin ein Kaffeejunkie und habe ds Zeug schon im Blut.

13.11.2017 21:30 • x 1 #6


carohoney

carohoney


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Zitat von chaotine:
Ah diese Assessmentcenter? Bekloppterweise habe ich die schon oft genug gehabt. Das letzte habe ich so erfolgreich durchlaufen, dass sie mich schon ne Stunde später anriefen und haben wollten. Ist zwar Callcenter, aber wenigstens verdiene ich genug um davon existieren zu können. Und auch meine Wohnung nun finanzieren zu könenn, ich bin ein sparsames Leben gewohnt.

Aber ich habe vorher Blut und Wasser geschwitzt und ganz bewusst vorher nichts gegessen und keinen Kaffee getrunken. Und ich bin ein Kaffeejunkie und habe ds Zeug schon im Blut.



Ohhhhh ja genau das ! Die haben mir danach auch Callcenter vorgeschlagen aber in dem Zustand momentan schaffe ich es einfach nicht zu arbeiten obwohl ich soooo gerne will !

13.11.2017 21:46 • #7


chaotine

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Interessanterweise habe ich grad im Callcenter soviele verschiedene Charaktere wie in keinem anderen Unternehmen kennengelernt. So einige dort sind sonst nicht fähig aufgrund ihrere Eigenheiten woanders im ersten Arbeitsmarkt unterzukommen. Im Callcenter kann man da recht gut seine Eigenheiten pflegen, solange man pünktlich in der Line ist oder seine sonstigen Aufgaben erfüllt.
Hast du vielleicht mal an stundenweise Arbeit gedacht? Allein in meinem kleinen Team sind 3 Leute auf Halbtags oder Stundenweise unterwegs.

13.11.2017 22:03 • x 2 #8


carohoney

carohoney


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Zitat von chaotine:
Interessanterweise habe ich grad im Callcenter soviele verschiedene Charaktere wie in keinem anderen Unternehmen kennengelernt. So einige dort sind sonst nicht fähig aufgrund ihrere Eigenheiten woanders im ersten Arbeitsmarkt unterzukommen. Im Callcenter kann man da recht gut seine Eigenheiten pflegen, solange man pünktlich in der Line ist oder seine sonstigen Aufgaben erfüllt.
Hast du vielleicht mal an stundenweise Arbeit gedacht? Allein in meinem kleinen Team sind 3 Leute auf Halbtags oder Stundenweise unterwegs.




Das ist eine super Idee , ich dachte immer Teilzeit im Callcenter geht nicht , da erkundige ich mich mal!

13.11.2017 22:33 • #9


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Hallo chaotine

Zitat:
Im Moment hauen diese Attacken so ins Hirn, dass ich erstmal frei drehe. Stell dir eine ziemlich pummlige große Frau vor, die am liebsten in solchen Momenten kreischend die Arme über dem Kopf wedelnd im Kreis rennen will bis sie einfach umfällt. Das ist mein geistiger Zustand in solchen Momenten. Noch schlimmer ist es, wenn ich dadurch aufwache. Ich bin aus dem Schlaf gerissen immer etwas gaga, in solchen Fällen lege ich einen körperlichen Kickstart hin und bin schon per se durch den Wind an dem Tag.

Also kann ich leider nicht einfach sagen <STOPP> denn soweit kann ich dann kaum noch denken. Wobei, vom Verstand her weiß ich, dass das jetzt völlig übersteigert ist und ich mich beruhigen muss. Aber da schiebt sich die Angst dafür und kappt die Verbindung. Mein Verstand ist also Out of Order während alles akut läuft


Ja klar. Das macht Panik mit einem. Was glaubst du, warum ich mich hier so genannt hab, wie ichmich genannt habe?
Ich schlage dir einBüchlein vor. Eine Art Notfallbuch.
Schreib da alles rein, was du brauchst während du so frei drehst.
Alles, was die helfen kann, diesen Zustand zu überstehen. Selbstmotivation, Selbstberuhigung, schöne DInge was auch immer.
Ich habe kürzlich auf facebook auchso eine tolle Idee gesehen, da hat sich jemand bunte Holzspatel beschriftet und in ein Glas gesteckt. Jede Farbe für etwas anderes, die eine mit schönen Erinnerungen, andere mit beruhigenden Sätzen....damit kann man vielleicht auch etwas anfangen.
Irgendwas halt, das dich daran erinnert, dass dieses gekreisel unnötig ist....

ansonsten wünsche ich einen schönen guten Morgen und einen guten Tag

14.11.2017 07:16 • x 1 #10


chaotine

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Hallo kopfloseshuhn

ich habe ehrlich gesagt grad Schwierigkeiten damit sowas aufzuschreiben, weil ich dauerhaft im Alarmmodus bin. Mir kommen außer den Horrorgedanken kaum gute..
Gestern gings wieder, da war ich dann so müde, dass ich früh ins Bett bin. Nach einer Nacht mit gutem Schlaf geht es jetzt wieder los und ich bin wieder in Angst mit innerer Unruhe.
Ich sag mir immer wieder beruhigende Sachen aber das hält nur bis zum nächsten Angstschub und der kommt teils alle paar Minuten.

Mal Angst zu haben vor unangenehmen Situationen kenne ich. Prüfungsangst kenne ich auch zu Genüge. Aber diese Angst jetzt ist mir in ihrer Intensität und der Länge unbekannt. Vielleicht liegts auch dran, dass ich vor wenigen Tagen erst umgezogen bin und deshalb noch zusätzlich entwurzelt bin.
Ich mag meine neue Wohnung, aber ich fühle mich hier noch ziellos wie bestellt und nicht abgeholt. Irgendwie drehe ich mich im Kreis. Außer den Küchenmöbeln, Bett, Schreibtisch und PC und Waschmaschine hat noch nichts seinen Platz gefunden.

Ich bin generell aufgrund meiner Geschichte ein sehr leicht zu verunsichernder Mensch. Und mittlerweile reicht ein schlechter Gedanke um alles wieder auszulösen. Langsam schlaucht das echt.

Ich konnte gestern wieder essen und heute schon wieder nicht mehr.

15.11.2017 11:56 • #11


chaotine

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Irgendwie isses zum heulen. Es geht auf und ab. Es gibt Zeiten, in denen ich gut zurecht komme und dann wieder Stunden wie jetzt, in denen ich wieder zappelig mit innerer Unruhe hier sitze und nichts schaffe, weil ich mich nicht dranmachen kann. Wenn ich anfange muss ich nach kurzer Zeit wieder aufhören weil ich nervös werde und mich nicht konzentrieren kann. Ich bin diese Woche krankgeschrieben, ich hab keine Ahnung wie das wird, wenn ich wieder arbeiten muss. Kann gutgehen weil Ablenkung. Kann aber auch derbe in die Hose gehen. Meine Ärztin meinte, wenn das ganze anhält müsse ich wieder zum Psychiater da sie mir so auf Dauer nicht helfen kann.

Ich habe eine wahnsinnige Angst, dass meine Depressionen wieder da sind und ich wieder Medikamente nehmen muss. Meine Hausärztin die mich gut kennt, meinte mal zu mir, dass ich eigentlich nicht Vollzeit arbeiten sollte. Ich habe sie dann gefragt, ob sie mir dann einen Gehaltsausgleich zahlt, damit ich über die Runden komme? Ich verdiene ohnehin nur Mindestlohn und komme solala über die Runden. Ich war lange von staatlichen Leistungen abhängig und möchte das nie wieder erleben.
Im Moment abreite ich in einem Callcenter. Vielleicht nicht die beste Umgebung für einen Menschen mit meiner Geschichte, aber ich habe erst nichts anderes gefunden. Ich hoffe nächstes Jahr in eine andere Stelle zu kommen, weg aus dem Callcenter und mit mehr Bezahlung. Aber auch da schießen mir grad Horrorgedanken durch den Kopf: "was ist, wenn ich keine Stelle woanders finde? Wenn mich keiner will? wenn ich scheitere, die Stelle verliere und auf der Straße stehe?Wenn ich in einer neuen Stelle nicht klar komme?"

Ich habe zwar für die alte Wohnung nun mit meiner besten Freundin einen Plan gemacht, was wir wann machen und auch der Schimmel wird einfach behandelt und übergestrichen. Trotzdem habe ich bammel, dass es da noch Ärger gibt. Das ganze geht auf einen Wasserfleck zurück den wahrscheinlich schon die Vormieter verborgen haben. An der Außenwand sieht man einen Riss auf der Höhe. Also im Grunde nicht meine Baustelle, trotzdem habe ich Angst.

Ich habe einfach Angst grad vor allem.

Und auch wenn ich meine neue Wohnung mag, ich wohne erst seit 6 Tagen hier, bin irgendwie komplett konfus und kann nicht mal genug Ruhe und Elan finden um auch nur ein Regal aufzubauen. Geschweige denn was einzuräumen. Gestern Nachmittag konnte ich was essen, jetzt fehlen mir wieder Appetit und Hungergefühl

16.11.2017 11:18 • #12


chaotine

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Und wieder wache ich mit innerer Unruhe auf. Irgendwie ist die morgens am stärksten und ich zappel rum. Bin jetzt 3 Stunden wach und es wird langsam besser. Wahrscheinlich wird die Unruhe, wie in den letzten zwei tagen auch, zum Nachmittag / Abend hin wieder weg sein.

Allerdings muss ich gleich noch in die alte Wohnung und noch den Kram den ich entsorgen will vorsortieren, damit ich den nächste Woche mit einer Freundin zum Recyclinghof bringen kann. Danach steht die Behandlung des relativ harmlosen Schimmels und das Streichen an. Und ich werde heute das letzte ungewollte Möbelstück los, es wird Mittags abgeholt. Dann nehme ich noch Sachen mit nach Hause und werde morgen mal nicht in die alte Dreckshütte gehen. Eigentlich sollte mich das freuen, dass es wirklich gut voran geht, aber ich bin nur...einfach....baaaaah!

Mir ist die Bude total zuwider, mir geht die alte Mitbewohnerin extrem gegen den Strich und ich wünschte, ich hätte die alte Wohnung einfach schon von der Backe.

Vermutlich kommt da bei mir grad alles zusammen. Mein Therapeut meinte gestern, dass ich jetzt halt in der Veränderungsphase stecke. Ich habe seit Jahren auf eine eigene Wohnung hingearbeitet, lange war ich zu depressiv um den Umzug zu stemmen, in den letzten Jahren habe ich dann eine Ausbildung nachgeholt und musste deswegen mit extrem wenig Geld auskommen. Also saß ausziehen wieder nicht drin. Jetzt als ich letztes Jahr meine Stelle angetreten habe, habe ich auch erstmal das Ende der Probezeit abgewartet und dann sofort mit der Suche angefangen. Und es hat geklappt. Das ist jetzt für mich eine völlig neue Situation. Vorher immer irgendwie in WGs, mal weil man gut befreundet war, mal als Zweck-WG aus finanziellen Gründen, und jetzt alleine in einer eigenen Wohnung. Mit der alten verwohnten Hütte noch an den Hacken und einer dortigen Mitbewohnerin die meint, ich wäre verpflichtet ihr jetzt alles freizumachen obwohl ich ja noch volle Miete bis Ende Dezember zahle.

Ich kann grad einfach nicht abschätzen ob dieser Druck, diese Unruhe jetzt mehr oder weniger "normal" ist unter diesen Vorzeichen, oder ob ich wieder Depressionen bekommen. Für ersteres fehlt mir irgendwie die Erfahrung und vor letzterem habe ich eine wahnsinnige Angst.

18.11.2017 11:11 • #13


Veritas

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" ich wäre verpflichtet ihr jetzt alles freizumachen obwohl ich ja noch volle Miete bis Ende Dezember zahle."

=> Ar...*beep*. Setz' dich nicht unter Druck, was sie meint, ist Quatsch, schließlich zahlst Du ja noch. Eine eigene Wohnung ist was Feines (habe ich seit letztem Jahr), viel Erfolg.

18.11.2017 17:50 • x 1 #14


chaotine

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Ich lasse mich auch von ihr weniger unter Druck setzen. Eher von der Tatsache, dass ich sie noch ne Weile sehen muss.
Ich muss auch kommende Woche noch Sachen für den Recyclinghof sortieren und noch zu behaltende Sachen in meinen Keller schaffen. Ich habe dort lange gelebt, und obwohl ich immer wieder alle paar Jahre aussortiert habe, hat sich doch eine große Menge an Krempel angesammelt. Einiges ist schon weg und der Rest muss raus, bevor ich die betroffene Ecke behandeln kann.
Ich muss also immer mal wieder in die alte Hütte und jedesmal kommt meine ehemalige Mitbewohnerin angeschossen und quatscht mich zu. Der scheint langweilig zu sein. Ich krieg halt nur ne Krise, wenn ich da hin muss. In mir sträubt sich dann alles.

Gleichzeitig kommt mir das Ganze wie eine unüberwindbare Aufgabe vor und ich habe Angst, dass die Vermieterin mir Ärger macht. Ich habe die Wohnung selbst unrenoviert übernommen und musste damals zum Einzug noch sehr viel machen. Im Grunde muss ich deswegen nix mehr machen, aber es existiert kein Protokoll. Das haben wir damals nicht gemacht. Und schon springt mein Katastrophenhirn wieder an und spielt mir alles Schreckliche vor, was dann passieren kann. So ein Kopfkino ist zur Entspannung schon was feines, aber in solchen Fällen ist es eine Belastung

19.11.2017 14:52 • #15


chaotine

chaotine


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Und wieder und wieder Angstattacken. Mal geht es und dann BUMM mitten aus dem Nichts bekomme ich Angst, werde unruhig, habe innere Anspannung und Unruhe und die Erwartung, dass gleich was schlimmes passiert. Dann wird eine Minute zu einer Stunde, meine Gedanken kleben an der Angst und ich will weg und fühle mich wie ein Kaninchen vor der Schlange.

-Ich habe Angst die Wohnung nicht so übergeben zu können wie ich sie erhalten habe (unrenoviert) da ich kein Protokoll habe und nichts im Mietvertrag steht, ich aber eine Zeugin habe
-Ich habe Angst eine Vollrenovierung für tausende Euros zahlen zu müssen und das nie bezahlen zu können
-Ich habe Angst meine Stelle zu verlieren obwohl dazu kein Grund besteht
-Ich habe Angst mich nie heimisch in meiner Wohnung zu fühlen, obwohl das bereits anfängt und ich gerne zu Hause bin
-Ich habe Angst hier nicht zurechtzukommen
-Angst meine wenigen Freunde durch meine für alle anstrengende Krankheit zu verprellen
-Angst in die alte Wohnung gehen zu müssen um dort den Schimmel zu beseitigen und die betroffene Wand überzustreichen
Angst Angst Angst vor allem, vor jedem, vor dem Leben, vor der Zukunft, vor meiner Vergangenheit und meinen schlechten Erinnerungen, vor meinen Depressionen, vor Belastung, vor ALLEM! Ich will nur noch weg, bin abwechselnd am weinen oder total leer innerlich, zappel dann nur mit den Beinen weil ich sie nicht stillhalten kann.

Ich habe eigentlich einen recht leistungsfähigen Verstand und halte mich normalerweise auch für nicht grad völlig verblödet. Aber ich kann meinen Verstand nicht mehr erreichen. Er ist verschwunden hinter einer *beep* Wand aus Angst und wohin ich auch laufe, die Angst ist schon da. Und lähmt meiner Gedanken wenn sie mich kriegt. Ich kann dann nur noch an alle Katastrophen denken die mir einfallen und das sind viele!
Gleichzeitig ist das bisschen was ich an Selbstbewusstsein in meinem Leben aufbauen konnte weg. Ich halte mich wieder einmal für den letzten Dreck. Für eine totale Versagerin, für Müll, wertlosen schei., für eine abartige Kreatur die kein Leben verdient. Für etwas das ganz unten gehalten werden muss, ein Neutrum, nur dazu da um anderen als Sandsack und Fußabtreter zu dienen. Mir darf es nicht gutgehen, ich darf keinen Erfolg haben, ich kann keinen Erfolg haben weil ich es nicht verdient habe. So wie ich bin, bin ich falsch, egal wie ich es mache, ich mache es nie richtig! Mich kann man einfach nur hassen, sowas wie ich ist abartig und ekelhaft einfach nur wertlos.

Ich könnt grad einfach nur heulen! Ich weiß nicht mehr weiter.

24.11.2017 22:28 • #16


JustYuni

JustYuni


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Hallo chaotine

Bekommst du denn Medikamente zur Beruhigung?

28.11.2017 08:59 • #17


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Schon heftig liebe Chaotine.
Du wertest dich schon für Dinge ab, die nie eingetreten sind.
Du HAST einen SEHR leistungsfähigen Verstand - der zudem auchnoch sehr kreativ ist. Leider beschränkt sich das gerade auf die Angst.
Was könntest du mit deinem Verstand denn sonst so anfangen?
Gib dem doch mal anderes Futter!
Dennohne das, denkt mansichimmer im Kreis.
Ja das ablenken, umdenken kostet Kraft. Aber versuchs doch trotzdem mal. Oder versuch einfach mal die ganzen Katastrophen umzudenken. Versuch mal bewusst die ganze Geschichte durchzudenken, wie sie im besten Fall aussehen könnte.

Und um Himmels Willen! Hör auf dich so fertig zu machen.
Du bist genauso viel wert wie jeder andere Mensch auf dieser Welt.
Auch wenn du es anders gelernt hast!

Wenn es mir so geht, gucke ich mich in der Welt um. Und nehme kleiste Hinweise darauf wahr, dass ich genauso gut bin wie jeder andere.
Der Postbote bringt auch. Mir die Post, ich darf einkaufen und werde an der Kasse bedient wie jeder andere.
Und so weiter und so fort. tatsächlich hat mir das einmal sehr geholfen.

Liebe Grüße

28.11.2017 09:27 • #18


Fogchild

Fogchild


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Hallo chaotine ,

wer redet Dir ein , eine Versagerin zu sein ? Hast Du Dich einmal gefragt, warum Dein Selbstvertrauen, mit dem Du dein Leben meistern könntest, so am Boden liegt?

Selbstvertrauen kommt vom Urvertrauen der Mutter, desto größer umso stabiler wird dann auch das Selbstwertgefühl ! Ist dies stark eingeschränkt oder fehlt es gänzlich, schleichen sich häufig Ängste und Depressionen ein.
Wenn dein Therapeut kompetent genug ist, wird er Dir diese Zusammenhänge sicherlich darlegt haben und er wird Dir auch mitgeteilt haben, daß demzufolge Deine Probleme aus deiner Kindheit herrühren. Laut deiner Biographie waren deine Eltern wegen Ihrer Sucht gar nicht imstande Dir Liebe, Wertschätzung, Gebörgenheit, Urvertrauen, Empathie etc. mit auf deinen Lebensweg zu geben, was jeder Mensch zur gesunden Entwicklung benötigt. . Schlimmer noch - es ist zu vermuten, daß auch Sie eine ähnliche Kindheit erfahren haben wie Du , (Sog. Tansgenerationale Weitergabe, von Generation zu Generation weiter "vererbt", siehe auch mein Thread "Eine Quelle von Ängsten"!)

Was ist zu tun?
Es liegt im Bereich des Möglichen, daß Du durch deine Kindheitserfahrungen traumatisiert worden bist. Dann solltest Du dich gezielt nach einem Traumatherapeut umsehen. Weiterhin kann ich Dir unbedingt die Bücher von Prof. Franz Ruppert empfehlen (z.B. Angst,Liebe, Trauma), aber auch sene Seminare und Vorträge zum Thema Trauma ! Herr Ruppert forscht schon seit Jahren auf diesem Gebiet und hält ebenso weltweit Vörträge über diese Thematik .

Fogchild

29.11.2017 21:44 • #19


chaotine

chaotine


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Hallo ihr,

ich war vor einigen Tagen bei einer Psychiaterin und mir wurden Promethazin 10 mg gegen die Angst und Sertralin 50 mg gegen meine schon seit der Kindheit vorhandenen Depressionen verschrieben. Das Sertralin nehme ich nach der Freigabe seit gestern erstmal nach Absprache als halbe (25 mg) Tablette und soll nach einer Woche auf 50 mg hochdosieren. Und ich hab ordentliche Nebenwirkungen. Hatte gestern nach der ersten kribbeln in den Beinen, Kälteschauer, Durchfall und starke Unruhe. Besonders letzte war eigentlich durch die Promethazin am Vorabend weg. Das und auch die plötzliche Verschlimmerung meiner depressiven Gedanken hat mich arg mitgenommen. Ich hatte große Mühe während der Arbeit klarzukommen

Jetzt arbeite ich ja noch dazu Vollzeit im Callcenter und habe mich gestern mit Ach und Krach durchgekämpft, möglichst ohne die Kunden oder Kollegen anzugiften, weil mich alles überfordert hat. Bin dann nach Feierabend nach Hause geflüchtet und habe mich heute für den Rest der Woche krankschreiben lassen. So geht das nicht. Mir fiel heute das aufstehen unglaublich schwer und zwar nicht körperlich sondern depressiv bedingt. Ich kann trotzdem kaum ruhig sitzen, wackel mit den Beinen, habe ein inneres Druckgefühl im Bauch und zittere immer wieder mal dass mir die Zähne klappern. Ich habe früher schon Antidepressiva genommen und kenne Einschleichprobleme und Erstverschlimmerung, aber da war ich dann meist arbeitslos oder generell krankgeschrieben und nicht arbeitsfähig. Und momentan bin ich durch die Angst der letzten Wochen einfach runter
Es war vorher ja meist wegen reiner Depressionen, diese starken Panik- und Angstattacken sind erst jetzt dazu gekommen. Ich weiß grad nicht mehr weiter. Ich bin irgendwie fertig mit der Weil, alles ist zappenduster in mir und zeitgleich weiß ich, dass mein Leben VOR dem Umzug und dem Zusammenbruch ja noch da ist.
Ich weiß nicht, ob ich mich nicht besser während der Einschleichphase so 2 Wochen aus dem Verkehr ziehen lassen soll oder nicht. Ich habe Sorge mir selbst bzw. meinem beruflichen Status Schaden zuzufügen wenn ich in dem Zustand arbeiten gehe und dann Kunden anranze oder Fehler mach, denn ich habe da auch die Freigabe in Kundenkonten Beträge zu buchen. Da war gestern eine Sache wo ich für eine Buchung aufgrund meines Zustandes 15 Minuten gebraucht habe. Ich habe darin Routine, normalerweise geht das in 2 Minuten!

Ich fühle mich derzeit einfach ausgelaugt, körperlich und emotional schwach und habe grad nochmal mit der Psychiaterin telefoniert. Meine Hausärztin kann mich nur diese Woche krankschreiben. Alles weitere muss über die Psychiaterin laufen, sollte das also Montag noch nicht besser sein, dann werde ich da nochmal aus dem Verkehr gezogen. geht ja nicht anders. Ich kann dann nicht viel um mich rum haben und dann in dem Zustand mit 35 Kollegen in einem Raum geht dann nicht wirklich gut.

Ich wünsche mir den alten Zustand zurück. Und doch weiß ich, dass das nicht gut wäre. Ich habe mittlerweile erkannt, dass da einfach nur wieder Schubladen aufgingen und da noch viel zu bearbeiten ist. Mein Therapeut meinte, dass ich aufgrund meiner Kindheit und Jugend stark traumatisiert sei und ihn der derzeitige Zustand jetzt nicht sonderlich wundern würde. Weil ich durch den Umzug kurz meine "Höhle" zum einigeln verloren habe und nicht mehr verdrängen und Schubladen zuhalten konnte. Da muss ich noch an einiges ran. In 1 1/2 Wochen habe ich da den nächsten Termin und wir wollen mal Ängste unter seiner Aufsicht zusammentragen und schauen was da zu machen ist.

Alles irgendwie schei. grad. Ich hatte mich gefreut, weil ich mir ein Level an Normalität und selbstbestimmtem Leben erarbeitet hatte, das ich vorher nie für möglich gehalten hatte. Ich habe sehr lange schon Probleme, bei dem aufwachsen auch kein Wunder und zeitweise war mal nicht sicher, ob ich es überhaupt schaffe. Und jetzt das! Fühlt sich an wie versagen auf ganzer Linie.

30.11.2017 12:35 • #20




Mira Weyer

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