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Hallo,
Ich muss mich mal ausk.....!
Nach aussen hin denkt jeder ich hätte ein super Selbstbewusstsein. Bei mir steht aktuell ein Job Wechsel an. Vor einigen Wochen müsste ich daher in den Flieger und zum Bewerbungsgespräche alleine Reisen. Ich hatte panikattacken und innerliche Gefühle und Symptome ohne ende. Beim Gespräch war ich mehr als Selbstbewusst so das ich sogar sofort eine Zusage erhielt. Kaum aus dem Termin draussen fingen die körperlichen Symptome wieder an. Nun grübel ich seit Wochen. Zum einen ein toller Job zum anderen totale Angst vor dem alleine Reisen, mehrere Wochen in einer anderen Stadt zur Einarbeitung usw. Kein Mensch würde von mir denken, dass ich innerliche solche Ängste habe die sich bis zur panikattacke steigern. Nehme seit zwei Jahren cymbalta. Sobald Stress in mein Leben kommt, gehen die körperlichen Symptome wieder von vorne los. Es ist echt zu heulen, obwohl ich immer versucht habe nix zu vermeiden. Aber innerlich ist wie eine Blockade vorhanden. Angst vor der Angst. Ja, ich hatte schon verschiedene Therapien. Man sagte mit, das mein Nervensystem sofort Alarm schlägt bei der kleinsten Veränderung im Leben.

21.10.2015 16:06 • 05.01.2016 #1


25 Antworten ↓


Icefalki
Kenn ich auch. Und mir ist das auch aufgefallen, dass Veränderungen bei uns extrem schwierig zu verarbeiten sind.

Und weil wir die Angstsymptome so gut kennen, verwechseln wir gerne eine normale Nervosität und Aufregung mit beg. PA, die dann auch einsetzt, weil das Level immer höher geht.

Ich versuche, in der Realität zu bleiben. Sprich, ok, jetzt bin ich super aufgeregt, aber ich darf das auch sein. Ich habe dafür einen Grund. Alle Symptome, die ich jetzt habe, sind normal.

Das hilft mir ungemein. Und einen tollen Job nicht machen können, bloß weil ich mir nicht eingestehen will, dass ich gerade unsicher, aufgeregt und was noch immer bin, nein, das lasse ich mir nicht nehmen.

Zumindest muss es versucht werden.

Ich habe gerade auch einen neuen Job bekommen und habe sowas von keine Ahnung und beginne bei 0, dass ich kotzen könnte. Bin sehr leistungsorientiert und mache mir jeden Tag bewusst, dass das auch wieder "normal" wird.

Und ich bleib dran. Auch wenn ich mich gerade sehr bewusst mit mir auseinandersetzen muss.

Das habe ich aber zwischenzeitlich gelernt.

21.10.2015 16:21 • x 1 #2



Angst und Veränderungen im Leben

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Danke Icefalki, na da bin ich ja nicht alleine dem es so ergeht. Ich arbeite im Aussendienst und hab mich jahrelang vor Terminen beim Kunden verdrückt, weil ich jedesmal Panik und Angst hatte. Trotzdem war ich am erfolgreichsten im Job. Mittlerweile will ich auf Termine weil ich mich auf das Gespräch konzentriere und keine angst in der Situation mehr habe. Mein Nervenkostüm fährt gerade hoch wenn ich daran denken muss mich zur Einarbeitung einige Wochen in ein Büro zu setzen in eine fremde Stadt ganz alleine. Ich weiss jetzt schon, dass die innerliche Anspannung extrem sein wird. War bislang immer so. Sobald ich Zuhause bin ist alles wieder gut. Gibt es kein Rezept wenn man Angst hat alleine zu verreisen und warum wandert meine Aufmerksamkeit meistens immer außerhalb vom Zuhause auf meine körpersymptome?

21.10.2015 16:36 • #3


Icefalki
weil es eben die Veränderung darstellt. So schön gleichmäßig, alles im Griff haben, dann sind wir super.

Hilft nichts, gestehe dir es einfach ein. Ist so, bin eben so, das ist mein Problem. Da muss ich durch.

Mir hilft es, dass ich gelernt habe, dass ich nicht so toll bin, wie ich gerne wäre. Alles können zu müssen. Geht halt nicht.

Fremde und einsam bringt dich eben durcheinander. Ist so. Ist schei., aber was willst du machen? Geht auch wieder vorbei.

Vielleicht hilft dir in dieser Zeit viel telefonieren. Würde mich strategisch vorbereiten.

Und noch was, die Wirklichkeit und unsere Befürchtungen klaffen weit auseinander.

Also immer im Jetzt sein.

Und deine Angst fühlst du im Körper. Anspannung merkst du dann körperlich.

Ich in der Seele. Da ich schon in einer tiefen depri war, bemerke ich bei mir dann diese anschleichende "Schwere".

Bei Ablenkung ist alles weg.

Aber, da es uns bewusst ist, sind ja keine Neulinge mehr, kann sich mit einfachem Akzeptieren , dass wir eben so sind, eine gewisse Erleuchtung einstellen.

Versuchs mal. Dieser "naja, ist halt so, muss da jetzt durch" - Gedanke, dieses Annehmen unserer Problematik, wirklich annehmen, sich gelassen abfinden. Mir hilft es.

21.10.2015 16:59 • x 1 #4


Danke für die tollen Worte Icefalki. Ich werde bis zum Arbeitsantritt die Zeit nutzen um Meditation zu machen. Hilft mir immer ganz gut um zu entspannen.

21.10.2015 17:17 • #5


Icefalki
Perfekt. Siehst du, hast doch ein prima Handwerkszeug an der Hand.

Damit bist du gut gerüstet.

21.10.2015 17:30 • #6


Weisst du an was ich gerade denken muss? Als Kind, wenn ich Probleme hatte mit dem Kindergarten oder Schule, hatte ich Bauchweh. MAMA hat mich dann immer Zuhause gelassen und sich um mich gekümmert. Die Bauchschmerzen waren dann schnell weg. Die Psyche verbindet das Gefühl als vierjährigen immer noch nach fast 40 Jahren wie es damals war. Is doch total bekloppt -

21.10.2015 18:34 • #7


Icefalki
Haha, ne, eben nicht. Und jetzt kannst du doch die Zusammenhänge erkennen.

Passt doch wunderbar. Deine Gefühle sind noch die gleichen. Und jetzt, da du es weißt, können die Erwachsenengedanken beginnen, zu löschen.

Dauert zwar, aber gut machbar. So hab ich das auch gemacht.

Das Kindheitsmuster erkannt, und dann umbewertet. Immer und immer wieder bis jetzt und auch weiterhin.

Wenn das nicht ein Meilenstein für deine Heilung ist. Klasse. Bleib dran.

21.10.2015 18:42 • x 1 #8


Was icefalki schreibt ist so wahr!

Aber ich hätte noch eine Frage dazu. Hast du Angst vor den Gesprächen oder den Städten oder dem woanders sein an sich ? Gefällt dir dein Job etc. oder hast du nur Angst davor wegen der Angst, dass es zu Panikattacken kommen kann?
Welche Therapien hast du wie lange gemacht?

21.10.2015 18:46 • #9


Hallo vonnchen,
Also Angst vor Terminen wo ich abends wieder Zuhause bin fallen mir mittlerweile leicht. Mir geht es eher darum alleine auf mich gestellt zu sein, weil dann immer sofort körpersymptome einsetzen sobald ich von Zuhause auf Geschäftsreise bin. Sobald ich Ablenkung habe ist alles Wunderbar. Es ist eher das Gefühl der Angst vor der Angst. Therapien hatte ich damals aus Gründen wie Scheidung, finanziell, schlechter Job usw. Bei mir wurde eine Angststörung und Panikstörung diagnostiziert, teilweise mit einer mittelschweren Depression. Aber ich hatte soweit alles gut im Griff bis es wie gesagt eine Veränderung ansteht

21.10.2015 18:58 • #10


@mohikaner: ich habe echt einen Moment überlegt, ob ich Dir antworte, weil ich auch keine altklugen Ratschläge durch die Gegend wirbeln will, aber hast Du schon mal versucht, mittels Atem, indem Du Dich sofort, wenn es im Kopf rund geht, die Angst akut ist, Du Dich auf einen gleichmäßigen, ruhigen, tiefen Atem konzentrierst, dem entgegenzuwirken? Du kannst es überall tun, es merkt niemand. Wenn wir große Angst haben, aufgeregt sind, atmen wir schneller und flacher. Durch diese Übung kann man aber das Hirn ein wenig austricksen, und die Empfindungen werden entspannter.

21.10.2015 18:59 • #11


Hallo gnomenreigen, ich sollte mal auf die Atmung achten. Aber in dem Moment wo man innerliche Gefühle und schlimme Gedanken in Sekundenbruchteilen bekommt, sich im aussnahmezustand befindet, ist es oft schwer sich auf die Atmung zu konzentrieren. Bei mir ist es ja so, dass die Gefühle nur Sekunden dauern und Minuten später wiederkommen. Ein alarmsystem das ständig den Körper beobachtet

21.10.2015 19:27 • #12


ja, deshalb, auch mein Zögern, ich war mir nicht sicher, inwieweit dieser Vorschlag überhaupt praktizierbar ist

21.10.2015 19:35 • #13


Okay also ist es einfach die angst vor der angst. So geht es mir wenn ich in den urlaub fahren möchte. Ich schlafe nicht so gern woanders wegen der angst dann eine attacke zu bekommen . Dennoch habe ich mich davon nicht leiten lassen. Ich sage mir immer ob zu hause oder woanders, die panikattacken gehen vorüber , man kann diese überall aushalten, egal wo man grad ist.bin also trotzdem immer in urlaub gefahren und hatte im Urlaub nieeeee attacken. Das befürchtete trifft oft gar nicht ein. Was wäre wenn ist einfach ne blöde Herangehensweise...ich bin auch ein was wäre wenn überleger aber auch das gewöhne ich mir ab.
Man hat nur dieses eine leben.

21.10.2015 20:59 • x 1 #14


So, ich hab meinen Job gekündigt und einen neuen Vertrag unterschrieben. Mache meinen aktuellen Job nur noch lustlos von Zuhause aus. Liege den ganzen tag Rum und weiss nix mit mir anzufangen. Was mich am meisten stört ist, dass ich die ganze zeit so eine Art Benommenheit spüre. So wie in Watte gepackt. Es wird stärker wenn ich mal ausser Haus gehe und ich hab voll Angst wieder in eine Depression zu verfallen. Innerlich hängt es bestimmt mit den Gedanken an den neuen Job zusammen. Kennt jemand dieses Gefühl nicht richtig da zu sein?

24.10.2015 13:04 • #15


Hallo Mohikaner,
Ich hab gerade einen Thread von dir von 2014 gelesen zum cymbalta u der Frage wann es endlich wirkt.
Bin gerade in der selben Situation u würde gerne wissen wie das damals ausgegangen ist.
LG
Nic 75

24.10.2015 17:13 • #16


Hallo nic75, also das cymbalta hatte mit am Anfang geholfen aber wie auch alle anderen ad nach einer Zeit nicht mehr. Ich nehme es aber trotzdem. Woher kommt nur meine Mattscheibe bzw. diese komische Benommenheitsgefühle?

24.10.2015 17:31 • #17

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...diese Benommenheitsgefühle habe ich auch schon seit Jahren, kann dann keinen klaren Gedanken fassen, völlig apathisch, nur liegen, nichts hören, sehen, dazu Schwindel.... dauert so 2 Tage, dachte früher, es seien Nebenwirkungen, glaube aber jetzt, dass "da oben" im Stoffwechsel was quer läuft. Hilft nur warten.

24.10.2015 17:38 • #18


Vielleicht beobachtest du dich einfach zu sehr und rufst so diese Symptomatik hervor. Machst du sport? Triffst du dich mit Freunden, unternimmst du irgendwas ( shoppen, spazieren, essen gehen etc.) ! Wenn du nur viel zu hause bist und über die ängste und benommenheit nachdenkst wird dir nicht viel geholfen sein.

Ich hatte gestern abend auch echt ne fiese panikattacke...die war echt mist und mir gehst heute noch etw schlecht davon....weil die so ungewöhnlich stark und lange war, da war ich sogar in gedanken kurz im Krankenhaus, was ich noch nie brauchte und auch kurzzeitig dieses neben mir stehen, konnte mich auf nix konzentrieren...voll reingesteigert...das ist normal wenn man sich so sehr mit der situation befasst und so blod reinsteigert....habs aber ausgehalten und mir einfach nur gesagt das geht vorbei, war ein stressiger tag und dann wurde es weniger und dann weg und fertig...abgehakt...kann passieren......naja nun war ich arbeiten heute, dann etw hausputz und schön in der wanne danach...und gleich geh ich trotz mulmigen Gefühl und halsenge noch freunde besuchen 24 km entfernt....die angst soll uns nicht im griff haben.es gibt immer mal schlechte tage abe wichtig ist sich klar zu machen dass all dies ungefährlich ist und wieder verschwindet. Dein leben zwischendurch ist aber lebenswert. Das gilt es zu leben und zu genießen.....heut ist nicht mein tag obwohl alle kunden im Büro mich heut so gut gelaunt empfanden....joar geht so.
Also fertig machen und raus mit mir....gedanken ändern!

24.10.2015 18:12 • x 1 #19


Stoffwechsel? Also ich gehe heute abend auch mal feiern. Ich berichte morgen weiter. Vielleicht achte ich auch zusehr darauf. Aber wenn der Kopf ständig Matsch ist, dann macht man sich schon als seinen Kopf deswegen. Alles Mist

24.10.2015 18:51 • #20



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