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201015.10




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Hallo ich bin 23 Jahre alt hab eine Ausbildung als Zahntechnikerin und arbeite auch in diesem Beruf. Allerdings macht er mir kein Spaß mehr, es ist nur stressig und ich muss viele Überstunden machen. Mein ganzes Leben dreht sich nur noch um die Arbeit, wenn ich abends heimkomme muss ich daran denken was mich am nächsten Tag alles erwartet, nachts träum ich von der Arbeit und morgens gehe ich mit Magenschmerzen und Angst zur Arbeit. In der Arbeit hab ich immer Angst etwas falsch zu machen obwohl mir noch nie was gravierendes passiert ist. So begleitet mich die Angst Tag für Tag. In meiner Ausbildung hab ich auch sehr unter Prüfungsangst gelitten. Nach meiner Ausbildung wollte ich die Fachhochschulreife nachholen und musste abbrechen, da ich durch den extremen Lerndruck und die vielen Arbeiten völlig am Ende war. Gute Noten hatte ich zwar immer nur mach ich mir immer so einen mega Stress, dass mir total übel wird, Schweißausbrüche, schlechte Laune,.... Das Problem jetzt ist, dass ich gerne eine neue Ausbildung machen würde, allerdings ist das eine schulische Ausbildung, dauert 3 Jahre und soll sehr schwer und lernintensiv sein. Ich hab Angst ich könnte das wieder nicht packen, sodass ich wieder abbrechen müsste und das wäre ein unding. In meinem Beruf kann ich echt nicht mehr lange arbeiten weil er mich so psychisch kaputt macht. Ich bin sehr unglücklich und weis nicht was ich machen soll.

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7 Antworten ↓



  15.10.2010 18:41  
Hallo Marie,

Ist es denn wirklich der Beruf an sich oder nur deine Berufsumgebung die dir so zusetzt?
Du schreibst es ist sehr stressig und du machst viele Überstunden, denkst nur an die Arbeit - aber das klingt nicht so als wäre der Zahntechniker an sich das Problem, sondern eher dein Chef bzw. der Betrieb in dem du arbeitest? Vielleicht brauchst du "bloß" einen neuen Chef und nettere Kollegen, und dann ist der Job auch in Ordnung. Ich sprech das an weil es meinem Onkel ähnlich ging. Er fand seinen Job entsetzlich, hat sich nur noch hingeschleppt, ständig über den Chef gejammert, hatte richtig schlimme Falten im Gesicht, sah irgendwie immer unglücklich aus. Dann hat er sich einen Ruck gegeben und gewechselt. Er ist jetzt immer noch im selben Fach tätig, aber in einem anderen Bereich, unter neuem Chef und mit anderen Kollegen - und jetzt strahlt er förmlich, sieht aus wie das blühende Leben und hat nebenbei auch noch begonnen die Frustkilos die er sich da angefressen hat mit den Weight Watchers wieder los zu werden. Manchmal braucht man gar nicht komplett das Handtuch werfen sondern nur eine kleine Luftveränderung.
Wenn du dir selbst so massiven Druck machst wäre es evtl. auch eine Idee erst mal da anzusetzen. Denn wer immer das Unmenschliche von sich selbst verlangt der denkt zwangsläufig ständig ans Lernen, den Beruf, die Ausbildung, hat Versagensängste. Da ist es egal wo man hin geht und was man lernt oder arbeitet - wenn man sich selbst fertig macht dann macht kein Beruf Spaß weil der Druck und der Stress immer da sein werden. Sie gehen ja von einem selbst aus.
Ich würde an deiner Stelle erst mal an diesen beiden Dingen anpacken bevor ich den ganz großen Sprung in die Neuorientierung wage. Von einer gesunden Erwartungshaltung wird dann auch dein Lernerfolg profitieren falls du dich doch für die zweite Ausbildung entscheidest

Liebe Grüße,
Bianca





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  16.10.2010 19:23  
Hey erst mal vielen Dank für deine Nachricht. Echt sehr lieb geschrieben!
Ja da hast du allerdings recht, dass ich mir immer so nen Druck mach und alles perfekt und gut machen will, nur Einser im Zeugnis will. Aber es ist so schwer umzudenken und die Sachen lockerer zu sehn. Das fällt mir sehr schwer.
Ich hatte lange darüber nachgedacht obs an dem Betrieb liegt oder an dem Beruf ansich. Also das ist schon das zweite Labor in dem ich arbeite und hab bei meinen Vorstellungsgesprächen einige andere Labore kennengelernt und es ist einfach überall das gleiche in der Branche. Mir würde der Beruf schon gefallen, wenn ich nicht immer unter so einem Druck stehen müsste und einfach genügend Zeit hätte die Arbeiten perfekt zu machen.
Mit meinen Kollegen verstehe ich mich eigentlich sehr gut (sofern wir überhaupt mal zum unterhalten kommen) und einen neuen Chef haben wir auch erst seit kurzem. Ändern tut sich leider nichts. Also am liebsten wärs mir etwas anderes zu machen....aber das ist halt auch wieder schwierig. Ich weiß einfach nicht weiter.



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Status: Online online
  01.03.2019 14:03  
Hallo ich habe dasselbe Problem. Ich studiere und muss gerade zwei Seminararbeiten in einem Monat schreiben. Obwohl ich es immer rechtzeitig geschafft habe, schiebe ich Panik, es nicht zu schaffen,obwohl eine Arbeit schon zu mehr als die Hälfte fertig ist. Ich arbeite nebenher als Putzhilfe und habe auch da große Angst, etwas falsch zu machen, obwohl ich bei Fehlern bisher nicht bestraft oder gekündigt wurde und eigentlich alle nett zu mir sind. Ich wurde mit sehr viel Leistungsdruck und Kritik erzogen und definiere mich zu 100% über meine Leistung. Die Gesellschaft tut ihr übriges. Wer nicht leistet, kann nicht leben, zumindest nicht gut. Ich bin einmal gekündigt worden und habe schreckliche Angst vor dem Ende meines Studiums, weil dann der Ernst des Lebens losgeht. Deshalb habe ich ein sehr langes Studium (Theologie) gewählt. Selbstbewusstsein, um zu meinen Fehlern zu stehen, habe ich keins, aber es ist durch die Therapie immerhin soweit besser geworden, dass ich nach aussen hin so tun kann,als ob ich dazu stehe. Ich überlege, mein Studium abzubrechen, aber in einem anderen Job muss ich ja auch leisten und Kritik ertragen und kann es einfach nicht! Mir wurde von allen eingeredet, dass ich ein Versager bin und nichts kann, daher glaube ich daran. Woran soll ich zuerst arbeiten, damit die Versagensangst besser wird?



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BaWü
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  01.03.2019 17:07  
Meteora hat geschrieben:
Woran soll ich zuerst arbeiten, damit die Versagensangst besser wird?


Daran, dass andere dir nix einzureden haben. Mach deine eigenen Fehler und geniesse sie. Als "andere" Person sag ich das jetzt zu dir. Kannst mir also auch glauben. Oder meinst du, dass die anderen mehr Rechte als ich habe?

Versteht, was ich damit meine? Andere Meinungen sind nur so wichtig, wie du sie bewertest. Hör einfach damit auf. Kann man echt lernen.

Danke2xDanke


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Status: Online online
  Gestern 17:44  
Icefalki hat geschrieben:
Andere Meinungen sind nur so wichtig, wie du sie bewertest. Hör einfach damit auf. Kann man echt lernen.

Das klingt so einfach. Und ich gebe mir auch sehr große Mühe, normal zu werden, aber ich bin es eben nicht. Die Ängste werden schlimmer, je näher ich dem Examen komme (wahrscheinlich Sommersemester 2020) und meine Noten bleiben konstant im Viererbereich. Vielleicht ist mein Studium ja auch schwer. Aber ich höre immer noch meine Mutter schreien: "Wenn du so weitermachst, kriegst du nie einen Job"!
Ich versuche zurzeit, einen Therapieplatz zu bekommen. Aber letztendlich, fürchte ich, kann ich mir nur selbst helfen. Gibt es gute Botschaften, die man sich sagen kann gegen die Ängste? Sachen wie: "Auch ohne Job bin ich was wert"? Und prägt sich das ein, wenn man es sich brav immer wieder vorsagt?



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  Gestern 18:13  
Als ich im Examen war und wegen massiven Schlafstörungen große Sorgen um meine Examennoten hatte, sagte meine Mutter immer (wörtlich aus dem Ungarischen übersetzt): wie es fällt, so landet es. Frei übersetzt heißt das: es wird schon irgendwie werden. Das hat mich immer sehr beruhigt. Dass ich nicht durchfallen würde, war klar, meine Sorge war, nicht Bestnoten zu haben. Und mit Schlaftabletten habe ich es dann auch ganz passabel hinbekommen.

Danke1xDanke


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BaWü
10199
  Gestern 19:30  
Meteora hat geschrieben:
Das klingt so einfach.


Schau dir mal das Video an.


https://www.google.com/url?sa=t&source= ... 9RpZKaOGCU

Gibt noch mehr von Vera Birkenbihl auf YouTube. Alle echt klasse.



Mira Weyer

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