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Axiom
Mitglied

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Hallo ihr Lieben,

leider bin ich ganz neu hier im Forum angemeldet. Ich finde es doof, nach Hilfe zu fragen, ohne vorher jemandem anderen geholfen bzw. mich ausgetauscht zu haben. - Allerdings bin ich gerade erst durch einen kleinen Geistesblitz auf die Idee gekommen, dass es bestimmt Foren wie dieses hier geben muss. Und nun bin ich da lachen

Vielleicht habt ihr ja zu meiner Problematik (Angst) einen Input? Ich möchte gar nicht zu weit ausholen, aber kurz zu meiner Geschichte: Ich bin 37 Jahre alt und habe seit 20 Jahren meinen Führerschein. Gewisse Ängste vor Menschen (Überfüllungen und vor allem große Lautstärke haben mir immer ein ungutes Gefühl gegeben) habe ich seit fast immer. Kann damit aber eigentlich sehr gut leben. U.a. ist das trotzdem der Grund, warum ich Karneval mittlerweile nicht mehr mag und Silvester hasse (eigentlich fast nur wegen den ganz lauten Böllern, was ich irgendwie immer in Verbindung mit unsozialen Menschen bringe).
Nunja, vor ca. 5 Jahren habe ich dann das erste mal Ängste beim Autofahren entwickelt. Es ging immer um die gleichen Themen: Was, wenn sich jemand von mir behindert fühlt? Was, wenn ich einen Fahrfehler begehe, über den sich jemand fürchterlich aufregt? - Die Angst richtete sich immer darauf, das sich jemand "rächen" könnte. Damit ging einher, dass ich natürlich sehr ungern Auto gefahren bin, ständig die Spiegel beobachtet hatte und ich einfach Angst hatte. Die 15 Jahre davor hatte ich das mal Situativ, aber nie als ständige Angst! Ich habe es nach einigen Monaten dann geschafft, dass sich die generelle Angst wieder gelegt hat. Ich war zwar auch ein Jahr lang in Therapie, allerdings fand ich diese wirklich nicht gut. Wie ich damals genau da rausgekommen bin, weiß ich nicht, aber ich habe halt auch nicht vermieden und bin einfach weiter Auto gefahren.

Nun zu meiner aktuellen Thematik:
Die Angst ist plötzlich wieder da und auch heftiger (ein wenig mit Panikattacken verbunden). Ich habe Angst, dass mir oder meiner Familie etwas passieren könnte, vor allem halt durch fremde Autofahrer, die sich über einen von uns fürchterlich aufregen. Wichtig wäre hier vermutlich zu erwähnen, dass ich frisch verheiratet bin und wir ein Kind erwarten. Ich fühle mich also nun für drei Personen, statt nur für eine (mich) verantwortlich. Mich bringen wirklich kleine Dinge aus der Bahn, wie
- nach meinem Gefühl dichtes auffahren (wobei das vermutlich auch subjektiv ist). Angst: Ich fahre ihm zu langsam und er kann beispielsweise nicht überholen, weil nur einspurig. Möchte der mir jetzt am liebsten irgendetwas antun?
- Ein Hupen oder Lichthupe nach einem Fahrfehler, oder wegen Ungeduld (kommt selten vor, aber wirft mich total aus der Bahn). Angst: Der wird sich rächen und mich im Zweifel zuhause aufsuchen!
- Zu (subjektiv?) langsames abbiegen. Der hinter mir überholt dann (extra?) schnell, sobald er kann? - Macht er das wirklich, oder geht er nur wieder auf die normale Geschwindigkeit, weil er natürlich kurz wegen mir abbremsen musste? Angst: Wie beim ersten Punkt. - Möchte er mir jetzt irgendetwas antun?

Das Problem an der Geschichte ist, dass ich eigentlich anonym bin, aber im zweiten Step gibt es trotzdem noch mein Kennzeichen, wodurch mich im Zweifel jemand ausfindig machen könnte. - Oder es eskaliert eventuell mal direkt vor Ort. Allerdings kamen keine dieser beiden Punkte in 20 Jahren Fahrzeit jemals bei mir vor. Bis auf mal ein blödes gestikulieren, oder eben die Lichthupe, dichtes Auffahren. Für mich reichen diese Sachen aber als absolutes Zeichen der realen Gefahr!

Gibt es unter euch Personen, die ähnliche Ängste vor Rache oder Gefahr anderer Menschen haben? Konntet ihr die Angst besiegen oder so minimieren, dass sie euch nicht mehr beeinträchtigt? Medikamente ziehe ich auf jeden Fall in Erwägung, nehme ich aktuell aber noch nicht und würde es am liebsten natürlich, wie vor 5 Jahren, wieder ohne schaffen. Ich nehme ganz frisch Vitamin D3, um zumindest das "Sonnenvitamin" intus zu haben.

Wenn mir jemand Antworten mag, freue ich mich - auf jeden Fall wünsche ich euch aber ein ganz tolles Wochenende!🎉

Liebe Grüße
Axiom

30.01.2026 x 1 #1


3 Antworten ↓


sensibelchen98
Hi Axiom, Willkommen hier im Forum
ich kann nur sehr wenig mitreden, habe mich aber dennoch wiedererkannt. Ich habe nie den Führerschein gemacht, hatte ihn angefangen, Theorie bestanden aber danach abgebrochen weil ich mit dem praktischen Teil nicht klar kam. Meine Ängste waren dabei ähnlich wie deine, obwohl ich extra die Fahrschule gewechselt hatte und einen recht gechillten Fahrlehrer bekam.
Ich habe mich dennoch von anderen Autofahrern ständig beobachtet und verurteilt gefühlt. Ich dachte, dass sie sich denken: 'klar, da sitzt so ein junges Blondchen am Steuer, kann ja nix werden, die kann das nicht.'
Habe mich oft sehr geschämt. Ich denke das geht auf meine soziale Phobie zurück. Ist sowas in der Art bei dir diagnostiziert?
Wie gesagt, mein Beitrag mag nicht hilfreich sein aber ich wollte dich wissen lassen dass ich dich gut verstehen kann und du definitiv nicht alleine bist 🤗

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A


Angst vor der Gefahr durch unbekannte Menschen Autofahren

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A
Lieben Dank, Sensibelchen.

Ich kann dich total verstehen. Ich bin ein Mann und habe ähnliche Gedanken während der Fahrt. Ich kann dir von mir und meinem Umfeld aber sagen, dass uns solche Gedanken, wie "junges Blondchen" nicht kommen. Es mag komisch klingen, aber wenn ich einen jungen Autofahrer sehe, dann habe ich ein gewisses Verständnis für unsichere Fahrweisen. Klar, das kann von hinten nicht erkennen, aber generell ist meine Meinung, das jeder ein bisschen mehr Geduld haben sollte...

Ich hoffe, ich schaffe es weiterhin zu fahren. Momentan ist das immer eine große Aufgabe für mich.

x 1 #3


D
Konzentrier dich auf dich und dein Fahrzeug (was natürlich nicht heißt, dass du den Verkehr um dich herum nicht beobachten sollst).

Es ist Fakt, immer wenn du mit deinem Auto auf der Straße unterwegs bist, behinderst du irgendwen. Jemand muß warten, weil du Vorfahrt hast, du stehst vor jemandem an der Ausfahrt aus dem Parkhaus, jemand will überholen und kann nicht, weil du gerade überholst, jemand muß warten, weil du einparkst, usw.

Das gilt natürlich für jeden, der mit dem Auto unterwegs ist. Jeder wird von anderen behindert und behindert andere. Dauernd. Normal.
Es ist aber überhaupt nicht dein Problem, wenn jemand schneller fahren will, du aber vor ihm bist. Wenn jemand abbremsen muß, weil du abbiegst. Muß er eben warten. Wenn das ein Problem für ihn ist, muß er früher losfahren, aber nicht dein Problem.

Ich rege mich schon lange über andere nicht mehr auf im Straßenverkehr. Fährt einer dicht auf, dann fährt er dicht auf. Ich fahre so weiter, wie ich auch sonst fahren würde. Nicht langsamer aber auch nicht schneller. Bei nächster Gelegenheit mache ich Platz und fertig.
Mag auch daran liegen, dass ich einen Geländewagen mit vergleichsweise wenig Leistung fahre und somit sowieso gegen jeden mittelmäßig motorisierten Kleinwagen abstinke.

Wenn mich mal jemand behindert durch langsames Fahren, dann freut mich das nicht, aber ich will dem auch nichts antun. Ich fahre mit ausreichend Abstand hinterher, wenn sich eine Gelegenheit bietet und es sich lohnt, überhole ich. Wenn nicht, dann nicht.

Klar ist natürlich auch, dass man nicht ohen trifftigen Grund besonders langsam fahren sollte. Also wenn 80km/h erlaubt sind und es vom Weter und Verkehr zu rechtfertigen ist, sollte man auch 80km/h fahren.

#4






Mira Weyer
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