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Hallo zusammen,

Ich habe ein ernstes Problem, dass mich seit Wochen intensiv plagt. Ich habe eigentlich eine gute Bildung genossen, mein Abitur und später sogar mein Master-Studium mit gutem Abschluss in der Tasche. Eigentlich sollte alles perfekt sein, ist es aber nicht. Egal worauf ich mich in meinem Arbeitsmarkt Bewerbe, ich fühle mich hoffnungslos unterqualifiziert und schlechter als alle andere Mitarbeiter. Die Krönung war heute ein bewerbungsgespräch bei dem mir normale Fragen zu meinem Wissen aus dem Studium gestellt wurden und ich enorm ins schwimmen kam. Meine Stärke liegt eigentlich darin, mich schnell in neue Themen einarbeiten zu können, aber wenn man mein theoretisches Fachwissen auf die Probe stellt, dann habe ich meine Probleme. Ich bin kein wandelndes Lexikon und muss häufig einfach nochmal kurz nachlesen, dann kann ich es wieder. Das kann man aber im Job nicht einfach immer so machen. Ich habe eine riesige Angst, irgendwo in meinem Beruf anzufangen und gnadenlos unterzugehen, weil alle anderen mir so viel qualifizierter und besser erscheinen. Das geht langsam schon in eine depressive Phase bei mir über, ich versuche die Angst irgendwie abzustellen und zu betäuben, wenn auch nur vorübergehend.

Mache ich mir als Berufseinsteiger unnötig viele sorgen? Sollte ich mich nach stellen umsehen, die weniger qualifizierte Fachkräfte verlangen? Ich weiß nicht mehr weiter, könnte jeden Abend erneut in tränen ausbrechen, und dann fühle ich mich wieder schlecht, weil sich andere über diese Abschlüsse freuen würden und ich das scheinbar nicht richtig annehmen kann. Ich fange an mich selbst zu hassen, obwohl doch eigentlich alles bestens sein sollte, doch der Erfolgsdruck erschlägt mich förmlich. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Und ich kann mit niemandem darüber reden. Meine Eltern sind toll, aber sie verstehen mein Problem nicht so richtig. Ich höre immer, dass ich das schon schaffe, aber das ist irgendwo nicht mehr als eine Phrase, ich fühle mich nicht ernst genommen. Hat jemand schon ähnliche erfahrungen gemacht und kann mir über den Ausgang berichten?

14.06.2012 03:27 • 26.01.2021 #1


6 Antworten ↓


Christina
Zitat von Fafner:
Mache ich mir als Berufseinsteiger unnötig viele sorgen?
Ja, machst du. Du bist Anfänger und wer dich einstellen möchte, weiß das. Jeder muss sich einarbeiten und auch im Job (oder eigentlich gerade da) kann man immer mal was nachlesen. Es ist viel wichtiger, sich einarbeiten zu können, als die Theorie parat zu haben. Und Fachfragen im Bewerbungsgespräch dienen oft dazu, herauszufinden, wie sich ein Bewerber schlägt, wie er Probleme anpackt.

Liebe Grüße
Christina

15.06.2012 22:27 • #2



Angst vor dem Berufseinstieg

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Jeder der einen berufsanfänger einsteigt, dass es mit dem lernen dann in der Praxis erst richtig los geht. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es nicht gut ankommt, wenn du theoretische fragen direkt nach der Ausbildung nicht beantworten kannst. Es gibt ja in jedem Bereich einige Standardfragen, die solltest du drauf haben, dann klappt das auch.

15.06.2012 23:35 • #3


Mit den gängigsten Standardfragen komme ich in der Regel klar, damit hat man immer mal wieder zu tun gehabt. Aber letztens die Fragen zielten auch auf Bereiche ab, die für mich einfach zu weit zurück lagen. Ich habe das in meiner Lehre alles kennengelernt, aber da ich es außerhalb der Theorie nie oder selten praktisch eingesetzt habe, hatte ich es auch nicht mehr griffbereit und konnte es schließlich auch nicht mehr beschreiben. Als ich nach dem Gespräch wieder nachgesehen habe, war es mir sofort wieder klar, aber da war es natürlich schon zu spät. Und das passiert mir doch immer wieder. Ich sehe bei Kommilitonen, wie die aus dem Stegreif solche Fragen beantworten können, und das zehrt natürlich schon am Selbstvertrauen, welches bei mir ohnehin schon immer niedrig war.

Vielen dank für eure aufbauenden Worte. Hoffentlich gelingt mir der Berufseinstieg und die sorgen bleiben unbegründet.

17.06.2012 03:32 • #4


Lies dir einfach viele Dinge noch mal durch vor solchen Gesprächen. Aber Denk auch daran, es wird in der Regel immer so lange gefragt, bis der Bewerber keine Antwort mehr geben kann. Da ist normal und nicht ungewöhnlich. Als was bewirbst du dich denn?

17.06.2012 11:53 • #5


Ich kann dir nur sagen, dass ich deine Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen kann. Mir geht es ähnlich momentan. Aber wir beide schaffen das und wenn man etwas längere Zeit zur Einarbeitung braucht wird man auch nicht gleich gefeuert! Viel Erfolg, weiterhin.

26.01.2021 22:01 • #6


rero
Wow Master - da kannst Du reichlich stolz auf Dich sein.

Zitat von Fafner:
Die Krönung war heute ein bewerbungsgespräch bei dem mir normale Fragen zu meinem Wissen aus dem Studium gestellt wurden und ich enorm ins schwimmen kam. Meine Stärke liegt eigentlich darin, mich schnell in neue Themen einarbeiten zu können, aber wenn man mein theoretisches Fachwissen auf die Probe stellt, dann habe ich meine Probleme


Das kann jedem mal passieren. Wichtig ist, dass du dich gut verkaufst.
Du weisst ja wo Deine Stärken sind.
Also Wirst du z.B bei einem Bewerbungsgespräch etwas gefragt, dass Du wissen solltest aber nicht weisst kann man das durchaus zugeben, aber gleich kontern und mein dein Fachwissen in andere Gebieten präsentieren. Es geht ja darum dass Du dich gut verkaufen kannst.

Tipp
10 Minuten vorher in Superman pose mit erhobenen Blick stärkt das Selbstvertrauen!
good luck !


Zitat von Fafner:
Ich bin kein wandelndes Lexikon

Da musst Du auch nicht sein - und kann niemand von Dir verlangen.

Zitat:
man muss nicht alles wissen man muss nur wissen wo es steht

Zitat von Einstein !


ps: Herzlich Willkommen im Forum

26.01.2021 22:24 • #7





Mira Weyer