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Hallo liebe Community,

das wird jetzt etwas länger, aber ich muss mein erlebtes endlich einmal loswerden und würde gerne andere Meinungen und euren Rat dazu hören.
Auch würde ich gerne wissen, ob es hier jemanden gibt, dem es ähnlich geht/ging.

Alles hat vor ca. 5 Jahren angefangen. Ich entwickelte Ängste, die sich auf meine Ex-Freundin bezogen haben. Ich hatte angst ihr könnte etwas zustoßen,
wodurch ich mein ganzes Leben daraufhin auslegte, auf sie acht zu geben. Meine Ängste waren oft so stark, dass ich mich auf nicht konzentrieren konnte,
keine ruhige Minute hatte und mir eigentlich nichts mehr Spaß bereitete.
Als sie z.B. eines Tages einen kleinen Urlaub machte und sich (für meine verrückte Vorstellung) in Gefahr begeben hat, wurde mir nach ihrer Abfahrt
richtig schlecht, ich bekam Fieber, ich wurde von jetzt auf gleich krank, hatte Herz-rasen und habe die ganze Zeit geschlafen. Ich musste zu meinem Kumpel
fahren um nicht verrückt zu werden, was aber nur bedingt helfen konnte.

Nun das alles hat unsere Beziehung leider nicht ausgehalten. Ich habe diese Beziehung vor 2 Jahren beendet. Es tut mir noch immer unglaublich weh.
Sie war meine Traumfrau und unsere Beziehung war wie in einem Bilderbuch.... wir waren 6 Jahre zusammen und ich vermisse sie noch immer.

Nach unserer Trennung ging es mir zuerst besser. Dann kamen die Ängste jedoch in einer nie dagewesenen Art und Weise zurück.
Ich bekam Schweißausbrüche, starke Atemnot und Herzbeschwerden. Meine Herzbeschwerden haben sich unglaublich verstärkt und es
vergeht mittlerweile kein Tag mehr, an dem ich nicht unter starken Extrasystolen leide. Oft ist jeder zweite Schlag ein extra Schlag, die ich ziemlich heftig
wahrnehme und mich in meinem Leben extrem einschränken. Ich habe mittlerweile aufgehört zu zählen, wie oft ich bereits in der Notaufnahme war,
wie viele EKG´s gemacht wurden und wie oft ich einen Herzultraschall erhalten habe.... mein Herz ist laut allen Ärzten kerngesund.

Durch diese Angstattacken entwickelte ich zusätzlich nun auch eine Hypochondrie, welche das alles nicht einfacher macht.
Sie geht auch mittlerweile in eine Herzneurose über und ich weiß nicht, wie ich dagegen ankämpfen kann.

Ich war bereits vor ca. einem Jahr in therapeutischer Behandlung, leider hat diese Methode nichts gebracht und ich sollte mich anschließend
in eine Verhaltenstherapie begeben. Ich möchte jetzt endlich aktiv etwas gegen mein körperliches Befinden unternehmen, da es so nicht mehr weitergehen kann.

Auch würde ich meiner Ex-Freundin alles erzählen und sie endlich wissen lassen, was damals wirklich geschehen ist. Ich denke, dass könnte mir ebenfalls
helfen, das geschehene zu verarbeiten. Irgendwie weiß ich aber nicht, ob ich das wirklich soll und ob das alles eine gute Idee ist.

Ich würde mich freuen, eure Erfahrungen zu lesen. Lasst mich wissen, wenn es jemanden ähnlich geht
oder jemand von euch am selben Punkt im Leben steht.

Danke euch

23.03.2017 01:32 • 27.03.2017 #1


2 Antworten ↓


Hotin
Hallo krebslauge,

willkommen hier im Forum.

Sehr anschaulich finde ich Deine Beschreibungen zur Angst.
Diese Kräfte, die unsere Gefühle erzeugen können, sind immer wieder beeindruckend stark.
Wenn Du sie für Dich und nicht gegen Dich anwendest, können diese Kräfte regelrechte Wunder vollbringen.
Zitat:
Ich war bereits vor ca. einem Jahr in therapeutischer Behandlung, leider hat diese Methode nichts gebracht


Warum findest Du, hat es nichts gebracht? Damit eine Therapie erfolgreich ist,
ist es erforderlich, im Denken etwas anders zu machen.
Zitat:
wodurch ich mein ganzes Leben daraufhin auslegte, auf sie acht zu geben. Meine Ängste waren oft so stark,
dass ich mich auf nicht konzentrieren konnte,


Weißt Du denn jetzt nach der Therapie, wie Du Dich hättest verhalten sollen, damit Deine Ängste nicht
so stark geworden wären?
Hast Du in Deinen Gedanken seit der Therapie etwas verändert?
Falls nicht, stellt sich die Frage. Kann es sein, dass Du bisher noch nicht weißt, was Dir wirklich helfen kann,
mit Deinen Ängsten (Gefühlen) besser klar zu kommen?

Viele Grüße

Bernhard

23.03.2017 02:22 • #2


Hallo Hotin und vielen Dank für deine Antwort.
Ich war die Tage leider etwas beschäftigt und komme erst jetzt dazu, dir zu antworten.

Zitat:
Warum findest Du, hat es nichts gebracht?

Nun, der Therapeut hat eine biografische Therapie bei mir versucht, die wie er selbst sagte,
manchmal nicht angewendet werden kann. Für mich hat diese Therapie sehr wenig gebracht
und ich werde jetzt eine Verhaltenstherapie versuchen.

Zitat:
Weißt Du denn jetzt nach der Therapie, wie Du Dich hättest verhalten sollen, damit Deine Ängste nicht
so stark geworden wären? Hast Du in Deinen Gedanken seit der Therapie etwas verändert?

Nun durch die Gespräche konnte ich die Geschehnisse zumindest aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
Gebracht hat mir das aber herzlich wenig.

Ich habe nun, 2 Jahre nach der gezwungenen Trennung meiner großen Liebe, endlich das Bedürfnis, ihr noch viele zu sagen und zu erklären.
Ich weiß aber einfach nicht, ob ich das wirklich soll. 2 Jahre später.... Ist es jetzt für große Worte nicht längst zu spät?

Naja... ich weiß auch nicht...

27.03.2017 18:55 • #3




Mira Weyer