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Hallo,

Also erstmal bin ich ziemlich neu im Angststörungs Business (seit 3 Monaten) und dementsprechend sind noch sehr sehr viele Fragen für mich offen. So eben auch diese, zum bisherigen Verlauf:

Also es ist so, dass meine Angststörung buchstäblich über Nacht auftrat und noch ohne konkrete Ängste sondern nur mit den ganzen körperlichen Symptomen die wir wohl alle in und auswendig kennen. Nach circa 2 Wochen setzten dann die Derealisationen und schließlich auch die erste Panikattacke ein und wenige Tage danach die Angst vor jeder Kleinigkeit (einkaufen, Bis fahren, ihr kennt es sicher)

Und irgendwie frag ich mich ob dieser Verlauf typisch für Angststörung ist oder nicht. Es kam ja wirklich aus dem absoluten nichts, es gab eventuell minimale Frühwarnsignale (wie dass ich fast jeden Abend Angst hatte krank zu werden) aber die waren auf keinen Fall so, dass man sie zu diesem Zeitpunkt als klinisch relevant hätte bezeichnen können. Dass es eben so auf einmal kam wundert mich so und macht mich skeptisch. Es war auch in einer sehr stressigen Zeit.

Und ja genau vielleicht kann mir ja sagen ob das normal oder atypisch ist Das kennt ihr ja bestimmt auch, dass man immer wissen will ob irgendwas normal ist.

Liebe Grüße

14.05.2019 02:39 • 24.06.2019 x 2 #1


19 Antworten ↓


Hallo,

Ja, das ist leider normal diese Symptome sind dann das deutliche Zeichen, dass in der Vergangenheit etwas zu viel für dich und dich unterschwellig beschäftigt hat. Wie hast du die Derealisation erlebt? Ich habe seit meiner Kindheit eine Angststörung und trotzdem kommen die Akutphasen auch von jetzt auf gleich. Gerade bin ich seit 3 Jahren mal wieder in einer und es wirft mich völlig aus der Bahn. Es ist, als würde ich in meinen Gedanken und Ängsten feststecken, kennst du das? Man nimmt alles andere nur noch zweitrangig dar

14.05.2019 04:02 • x 1 #2



Ablauf einer Angststörung - was ist normal?

x 3


Ich glaube,das Wichtigste ist,zu wissen,was man dagegen tun kann:

1. Verhaltenstherapie
2. medikamentöse Unterstützung in Anspruch nehmen

Wenn man diese beiden Dinge kombiniert ,kommt man früher oder später raus aus den Angstzuständen.
Ist ein anstrengender aber lohnenswerter und bereichernder Weg.

14.05.2019 07:38 • x 2 #3


Ich habe beides gemacht und war 3 Jahre beschwerdefrei. Jetzt ist die Angst leider wieder da. Aber heute um 1 hab ich einen Termin bei meiner neuen Therapeutin

14.05.2019 07:48 • x 1 #4


Hast Du die Mediakente regelmässig weitergenommen?
GGf. muss die Dosis erhöht werden oder ein anderes Medikament hinzugenommen werden.

14.05.2019 07:53 • #5


Ich hab die Medikamente gar nicht mehr genommen. Mein Therapeut und auch die Ärztin meinten, ich bräuchte keine Medis mehr. Aber dann kann es eben auch zu Rückfällen kommen

14.05.2019 07:56 • #6


Zitat von Mali286:
Ich hab die Medikamente gar nicht mehr genommen. Mein Therapeut und auch die Ärztin meinten, ich bräuchte keine Medis mehr. Aber dann kann es eben auch zu Rückfällen kommen


Der Klassiker,leider.

Sicher ist es erstrebenswert,ohne Medikamente auszukommen aber die Realität ist,dass die meisten früher oder später einen Rückfall erleiden.
Dass hat mir ein Pfleger in der Psychiatrie mal gesagt.
Die Medikamenteneinnahme dient also auch zur Rückfallprophylaxe.

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird Dir das Medikament,das Du eingenommen hast erneut helfen,es muss eben wieder eingeschlichen werden.
Der Vorteil ist,dass Du das Prozedere bereits kennst und weisst,was auf Dich zukommt.

Ich würde einen Termin beim Psychiater machen und wenn die Therapeutin meint,Du bräuchtest keine Medikamente,ist das lediglich ihre Meinung.
Nur Du allein kannst wissen,ob es Dir mit oder ohne Medikamente besser geht.
Entscheidend ist die Lebensqualität und Therapie hat eben auch ihre Grenzen,das solltest Du im Hinterkopf behalten.

DU bist schliesslich derjenige,der die Angst und Panik aushalten muss,nicht Deine Ärzte.
Ich habe auch schon Ärzte wechseln müssen,die mir einfach nicht fachgerecht helfen konnten,es gibt solche und solche.

Und nochmal zur Medikamenteneinnahme:
Die ist völlig legitim,weil sie dazu dient,Deinen Gehirnstoffwechsel wieder in´s Gleichgewicht zu bringen.
Für das Ungleichgewicht in Deinem Gehirnstoffwechsel kannst Du nichts,es muss eben einfach ausgeglichen werden.
Ein Mensch mit zu hohem Blutdruck oder Diabetes versucht ja auch nicht zwanghaft,ohne Medikamente auszukommen.

14.05.2019 08:04 • x 1 #7


Zitat von Flame:

Der Klassiker,leider.

Sicher ist es erstrebenswert,ohne Medikamente auszukommen aber die Realität ist,dass die meisten früher oder später einen Rückfall erleiden.
Dass hat mir ein Pfleger in der Psychiatrie mal gesagt.
Die Medikamenteneinnahme dient also auch zur Rückfallprophylaxe.

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird Dir das Medikament,das Du eingenommen hast erneut helfen,es muss eben wieder eingeschlichen werden.
Der Vorteil ist,dass Du das Prozedere bereits kennst und weisst,was auf Dich zukommt.

Ich würde einen Termin beim Psychiater machen und wenn die Therapeutin meint,Du bräuchtest keine Medikamente,ist das lediglich ihre Meinung.
Nur Du allein kannst wissen,ob es Dir mit oder ohne Medikamente besser geht.
Entscheidend ist die Lebensqualität und Therapie hat eben auch ihre Grenzen,das solltest Du im Hinterkopf behalten.

DU bist schliesslich derjenige,der die Angst und Panik aushalten muss,nicht Deine Ärzte.
Ich habe auch schon Ärzte wechseln müssen,die mir einfach nicht fachgerecht helfen konnten,es gibt solche und solche.

Und nochmal zur Medikamenteneinnahme:
Die ist völlig legitim,weil sie dazu dient,Deinen Gehirnstoffwechsel wieder in´s Gleichgewicht zu bringen.
Für das Ungleichgewicht in Deinem Gehirnstoffwechsel kannst Du nichts,es muss eben einfach ausgeglichen werden.
Ein Mensch mit zu hohem Blutdruck oder Diabetes versucht ja auch nicht zwanghaft,ohne Medikamente auszukommen.


Ja, wahrscheinlich war das nicht so clever.

Ich hab Escitalopram genommen, 10mg. Jetzt hab ich wieder mit 5 angefangen und werd dann nächste Woche auf 10 gehen. Kennst du die Angst, verrückt zu werden? Bei mir ist das schlimme, dass ich zwischendurch den Weg klar sehe, wie ich rauskommen kann aus der Spirale. Aber im nächsten Moment kommt der nächste negative Gedanke und ich bin wieder drin. Geht seit Samstag so und ich find es schon unerträglich. Früher habe ich wochenlang so gelitten. Jetzt denke ich, ich halte es nicht mehr aus. Die innere Anspannung ist so groß. Vielleicht kommt das aber auch durchs einschleichen. Erstverschlimmerung. Aber das letzte mal hab ich Escitalopram super vertragen

14.05.2019 09:35 • #8


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Flame - 14.05 13:23:53

Ja,die Angst verrückt zu werden ist auch so typisch,hatte ich auch. Ich dachte,ich dreh durch. Wenn es mit dem Escitalopram nicht so gut klappt,kannst Du es mit Amitriptylin versuchen. Das ist ein trizyklisches Antuidepressivum,das bedeutet,dass es gleichzeitig eine beruhigende Wirkung hat. Ist bei innerer Anspannung sehr hilfreich,weil auch das Gedankenkreisen aufhört. Es steigert zwar auch den Appetit aber ich denke,das kann man in Kauf nehmen. Ja ,so ein Zustand ist schwer auszuhalten aber der wird zum Glück nicht allzu lange dauern,da Du ja schon wieder mit der Medikamenteneinnahme begonnen hast. Übrigens gibt es bei Rossman hochdosiertes Baldrian :"Baldrian Nacht 700mg". Bis Dir Dein Psychiater was anderes zur Beruhigung verschreibt,kannst Du das erstmal nehmen. Sag einfach Deinem Psychiater,dass Du die Anspannung kaum noch aushältst,dann wird er Dir sicher was zusätzlich verschreiben - zumindest für die Einschleichphase. Wenn Du es absolut nicht mehr aushältst,gehst Du ohne Termin zu Deinem Psychiater und schilderst dort die Lage. Es wird ganz bestimmt alles wieder gut werden,sollte das Escitalopram dieses Mal nicht so gut anschlagen gibt es noch unzählige andere Möglichkeiten an Medikation. Es ist nur eine Frage der Zeit bis es Dir wieder gut geht,es ist schwer auszuhalten aber Du schaffst das. Du hast es damals auch geschafft. Dass Du die Gedanken nicht unter Kontrolle kriegst,ist normal. Das wird wieder,keine Sorge.

14.05.2019 13:48 • #9


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Mali286 - 14.05 14:50:51

Die Unruhe ist wirklich furchtbar. Jetzt war ich bei der Therapie, die hat mich ganz durcheinander gebracht mit Zwangshandlungen. Die habe ich nicht, aber jetzt habe ich Angst, die zu entwickeln... Ich bin jetzt irgendwie noch tiefer in meinen Gedanken gefangen. Überlege schon, ob ich in die Klinik gehe. War ich noch nie

14.05.2019 14:52 • #10


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Flame - 14.05 17:32:57

Ich würde gleich morgen früh zum Psychiater gehen und mir was zur Beruhigung verschreiben lassen. Man kann auch in die nächstgelegene Psychiatrie fahren,wenn man es nicht mehr aushält (auch ohne Einweisung). Aber mit einem beruhigenden Medikament kann man es auch zuhause gut schaffen.

14.05.2019 17:35 • #11


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Mali286 - 14.05 17:34:44

Ja, ich brauche wirklich was zur Beruhigung. Escitalopram hilft da nicht wirklich

14.05.2019 17:36 • #12


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Flame - 14.05 17:38:14

Es gibt 2 Möglichkeiten: 1. Ein beruhigendes Medikament nur für die Einschleichphase bzw. dann später als Bedarfsmedikament. (Also Escitalopram weiter nehmen und warten,bis es anschlägt und begleitend was zur Beruhigung einnehmen.) 2. Eine Dauermedikation,die beruhigend wirkt,wie eben das Amitriptylin oder andere trizyklische Antidepressiva. Das Amitriptylin macht zu Beginn etwas müde aber das lässt sich aushalten. Tausendmal besser zu ertragen als die ewige innere Anspannung. Es wirkt angstlösend und antidepressiv,kannst Du glaub ich beides gut gebrauchen.

14.05.2019 18:29 • #13


Importer
Mali286 - 14.05 20:22:06
Ich denke, unterstützend zum einschleichen ist eine gute Idee. Ich werd morgen mal nachfragen.
Vielen Dank für den Tipp

15.05.2019 08:31 • #14


Wie geht es Dir inzwischen?

17.05.2019 13:22 • #15


13.06.2019 14:39 • #16


la2la2
Hey,
Zitat von DrPeterchen:
nehme seit 3 Wochen Medikamente dagegen.

Welche denn und in welcher Dosis?

13.06.2019 17:00 • #17

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Schlaflose
Zitat von DrPeterchen:
Ich habe eine Angststörung und nehme seit 3 Wochen Medikamente dagegen. Sie helfen mir enorm, es ist ein Welten Unterschied. Vor 4 Wochen ging es mir furchtbar, wenn ich einkaufen gehen musste und mittlerweile kann ich ohne Probleme stundenlang draußen unterwegs sein.

Du hast Glück, dass sie dir innerhalb von drei Wochen überhaupt schon so gut helfen. Normalerweise setzt eine erste positive Wirkung erst nach 3-4 Wochen ein (wenn es ein Antidepressivum ist).

13.06.2019 20:04 • #18


Zitat von Flame:
Wie geht es Dir inzwischen?


Ich habe mein Leben zurück, es ist wunderwunderwunderschön. Jeden Tag möchte ich einfach nur die Welt erobern. Belebte Plätze und Fußgängerzonen verursachen noch leichte Unruhe aber ansonsten ist es der Hammer

20.06.2019 18:25 • #19


Leichte Unruhe ist o.k.,das kann man ganz gut aushalten.
Freut mich sehr,dass es Dir soviel besser geht!

24.06.2019 16:19 • #20



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