Pfeil rechts
6

klara84
Es gibt keine Lösung für meine Sorgen. Schreiben möchte ich trotzdem darüber. Vielleicht geht es jemandem ähnlich.

Ich wünsche mir einfach nur meine Ruhe. Aber die werde ich nicht bekommen. Weil es in keine Richtung richtig geht.

Ich bin Angstpatient seit über 15 Jahren. Eine psychosomatische Reizblase und eine Phobie vor fester Nahrung (Angst zu ersticken beim Essen) machen mir das Leben schwer.

Einjährige Geprächstherapie. 4 Wochen Psychatrie. 6 Wochen Psychsomatische Klinik. 25 Stunden tiefenpsychologische Therapie. Ich weiß, das ist garnicht so viel. Aber ich habe Therapie noch nie gemocht. Ich sitz da immer nur und heule.

Zweimal habe ich die 10. Klasse wiederholt. Abgebrochenes Studium. Beendete vollzeitschulische Ausbildung.
Kein Fuß auf dem Arbeitsmarkt gefasst.

Das Jobcenter hat versucht mir mit einem Beruflichen Training zu helfen, dass musste ich abbrechen. Bin ich auch nicht mit klargekommen.

Jetzt war ich ein Jahr zu Hause, vom Amtsarzt unter 3 Stunden arbeitsfähig geschrieben. Nun habe ich wieder einen Termin beim Amtsarzt. Und ich weiß nicht was ich ihm sagen soll. Ich bin immer noch krank. Habe das Jahr nicht für eine weitere Therapie genutzt. Werde ich wieder arbeitsunfähig geschrieben habe ich Angst, dass ich am Ende in einer Behindertenwerkstatt arbeiten muss. Werde ich arbeitsfähig geschrieben, bin ich gezwungen mich an einem Ort unter Menschen aufzuhalten obwohl ich das garnicht will (+ Ängste werden natürlich stärker unter Druck) . Ich will frei sein. Ich will meine Ruhe. Ich will endlich irgendwie ankommen.

Hört sich grad an wie ein kleines Klind, was? Aber ich möchte einfach frei entscheiden und diese Freiheit habe ich nicht. Ich bin nicht frei. Wenn andere für mich zahlen HartIZ oder Sozialhilfe, bin ich auch nicht glücklich. Ich kann mir mein Leben und meine Existenz nicht leisten. Ich bin abhängig von anderen. Ich sitze zu Hause und mir klingeln die Ohren in den höchsten Tönen (Tinitus) obwohl ich garnichts mache, aber mich sorge, weil ich nicht weiß wohin mit mir.

Geht es jemandem vielleicht ähnlich?

klara84

02.09.2017 03:21 • 03.09.2017 #1


5 Antworten ↓


Coru
Ich hab zwar keine Lösung, aber weiß was du meinst. Du möchtest gerne unabhängig sein, aber kannst es nicht, weil andere für dich zahlen, aber arbeiten kannst du auch nicht.

Ich kenn mich nicht so aus, aber das mit dem Tinnitus kenn ich. Angenommen du könntest machen was du wolltest also ohne Ängste und alles was würdest du denn dann machen?

02.09.2017 05:12 • x 1 #2



Therapie Jobcenter Arbeiten Weiß nicht wohin

x 3


Zitat von klara84:
Jetzt war ich ein Jahr zu Hause, vom Amtsarzt unter 3 Stunden arbeitsfähig geschrieben. Nun habe ich wieder einen Termin beim Amtsarzt. Und ich weiß nicht was ich ihm sagen soll. Ich bin immer noch krank.

Wie bist du denn mit unter 3 Stunden Arbeit klar gekommen? Wieviel Stunden Arbeit würdest du dir zutrauen? Es gibt ja die Möglichkeit, dauerhaft eine geringfügige Beschäftigung beizubehalten. Allerdings wird sich das später in der Rente niederschlagen. Es gäbe auch die Möglichkeit zunächst eine psychosomatische Reha in Angriff zu nehmen mit dem Ziel, ein arbeitsmedizinisches Gutachten zu bekommen, das dir nur eine geringfügige Beschäftigung empfiehlt. Aus einer Reha wird man entweder "arbeitsfähig" (mit entsprechenden Einschränkungen) oder "nicht arbeitsfähig" entlassen. Der Reha-Bericht (Gutachten) ist bindend für Arbeitgeber und Behörden. Nicht einfach sagen "ich kann nicht auf Reha gehen", sondern gut darüber nachdenken, ob das nicht doch der letzte Ankerplatz sein sollte, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, eben damit du Ruhe hast. Wenn festgestellt wird, daß du nur für 4-6 Stunden arbeitsfähig bist, dann wäre doch schon eine Grenze gesetzt.
Hast du den GdB einer Schwerbehinderung feststellen lassen? Das geht auch für psychische Beeinträchtigungen.

Ich weiß wie belastend das ist, nicht einfach normal leben zu können wie alle anderen, ganz für sich selbst sorgen zu können und sich mit der Angst rumzuplagen. Dagegen ist kein Kraut gewachsen und niemand versteht einen und plötzlich sitzt man mit seinem Ballast allein da und weiß nicht ein noch aus.

Übrigens ist eine Behindertenwerkstatt auch nicht das Ende der Welt.

02.09.2017 09:11 • x 3 #3


klara84
Hallo!

Danke für eure Nachrichten.

Zitat:
Angenommen du könntest machen was du wolltest also ohne Ängste und alles was würdest du denn dann machen?


@Coru

Vielleicht in einer Bibliothek arbeiten oder mit Tieren oder im Garten. Ich interesse mich für vieles.

@Reenchen

Den Schwerbehindertenausweis muss ich mal beantragen,ja. Auch wenn nicht glaube das ich den bekomme. Magersüchtige oder an Bullimie erkrankte Menschen bekommen den auch nicht, soweit das meine Googlesuche ergeben hat. Ich war bis jetzt noch garnicht arbeiten. Zu meiner vollzeitschulischen Ausbildung gehörte eine dreimonatiges Praktikum. Das habe ich auch durchgezogen. Nur habe ich dort entweder Angst entwickelt einen unangenehmen Körpergeruch auszusenden. Oder das ist wirklich etwas körperliches. Ich weiß es nicht. Um meine Phobien zu umgehen, trinke ich nicht viel in der Öffentlichkeit und esse eher ungesund. Dann schwitzt man noch vor Aufregung. Da kann das ja schon sein das man riecht. Aber ich fand das so gemein. Mein erster kleiner Schritt ins Arbeitsleben, man stellt sich seinen Ängsten und dann kommt der nächste Mist.

Den Versuch einer Arbeit nach zu gehen mit gekürzter Stundenzeit kann ich mir auch vorstellen. Es zumindest zu probieren. Aber Behindertenwerkstatt wäre für mich schon schlimm.

In der psychosomatischen Klinik in der ich war, habe ich in 6 Wochen 4 kg abgenommen. Damals von 46 kg auf 42 kg. Und mir wurde vorgeworfen. Magersüchtig zu sein. Also auf Reha bin ich auch nicht scharf. Wenn ich in Ruhe auf meinem Zimmer essen könnte. Würde ich das aber auch nochmal mitmachen.

Aber ich versuch positiv zu bleiben und werde zumindest ninjamäßig den Wunsch arbeiten zu gehen (4- 6 Stunden) äußern( beim Amtsarzt). Glaub ich. Oder nicht oder doch. Baahh

02.09.2017 21:35 • #4


Kleine Elfe
Gegen das Schwitzen, es gibt 72 Stunden Deos, die da sehr helfen können, die finde ich gut und man fühlt sich geschützt. Gegen deine Problematik mit der Arbeitssituation würde ich mich in die Hände einer Verhaltenstherapeutin begeben um einfach erstmal da raus zu kommen und nicht auf der Stelle zu treten. In fast allen Situationen da wird es mit der Zeit besser, also nachdem man sich einem bestimmten Reiz ausgesetzt hat (z.B. auf Arbeit mit Menschen) dazu muss man aber erstmal stabil sein und dazu gehört für mich auch eine gute körperliche Gesundheit.

03.09.2017 00:50 • x 1 #5


Du bist nicht allein. Ich konnte wegen meinen Ängsten auch nie Fuß fassen. Ich schäme mich unglaublich dafür. Für mich ist es immer ein hoffen und bangen dass irgendwer zahlt. Da fühlt man sich wie ein Schmarotzer. Ich schaff es aber auch nicht beruflich auf die Beine zu kommen. Meine körperlichen Symptome sind einfach zu dominant.

03.09.2017 11:18 • x 1 #6





Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf