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Mir ist irgendwie keine andere Überschrift eingefallen...

Wie bereits mit teichmaus angesprochen würde ich gerne das Thema aufgreifen, was für Auswirkungen eine Therapie auf die Partnerschaft haben kann...Vielleicht können wir den Thread auch dazu nutzen, um uns mal auszuk.... oder Meinunge andere einholen, soweit das überhaupt möglich ist bei einseitiger Berichterstattung....

Wäre schön, wenn sich ein paar beteiligen würden.

Lg
nicita

31.05.2008 09:52 • 24.06.2008 #1


20 Antworten ↓


So, dann fange ich mal an..

Grund für meine Therapie war ursprünglich bei mir das Thema Eifersucht...Ich habe schon immer unter Eifersucht gelitten, meistens am Anfang einer Beziehung...Da war ich ganz extrem eifersüchtig...solange bis der Partner sich angepasst hatte und danach wurde es mir dann zu eng...und irgendwann war es mir egal und dann wußte ich bereits schon, dass das das Ende der Beziehung ist...
Ich hatte vier langjährige Beziehungen..

Als ich meinen Mann kennenlernte hatte er eine platonische Beziehung zu einer anderen Frau...Meiner Meinung nach (bis heute) war er damals schon sehr emotional an ihr gehangen und ich glaube auch nach wie vor, dass er auf zwei Hochzeiten getanzt hat...einerseits die Zuneigung zu ihr, andererseits die sichere Partnerschaft zu mir...aber das sei heute dahingestellt...In diesem Zusammenhang reagierte ich während dem ersten beiden Jahren unsere Beziehungen extrem, bis er irgendwann sagte, er breche den Kontakt ab...Das wollte ich natürlich auch nicht...ich fing an mich über Eifersucht zu informieren und tat auch erste Fortschritte...Dann kam unsere erste Krise und in der Zeit hatte er während eines Rockfestivals mit einer anderen was angefangen..wie weit das ging weiß ich bis heute nicht und will es auch gar nicht wissen...Es war für mich als Eifersüchtler natürlich der Schlag vor den Kopf und ich litt unheimlich unter den körperlichen Symptomen und zwar so stark, dass ich einfach nicht mehr wollte und mich dadurch entschloss eine Therapie zu machen...
Während der Therapie und auch im Zusammenhang mit den Büchern von Dr. Merkle und Dr. Wolf, wurde mir klar, dass da ganz andere Dinge in der Tiefe schlummern, als das Endprodukt „Eifersucht“...

Im Zusammenhang mit meiner Therapie, veränderte ich mich auch nach und nach. Im letzten viertel Jahr noch extremer..Wir haben zwei weitere heftige Jahre hinter uns, durch die Geburt meiner Tochter und einen Umzug, der sich im Nachhinein als finanzielles Fiasko entpuppte...Dadurch erlitt ich im November nochmal einen Rückschlag in Form eines Burn Outs..
Wie gesagt, langsam komme ich aus dem Sumpf raus und sehe wieder Land, bekomme mehr Selbstvertrauen, sehe viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel und halte nicht mehr den Mund so wie früher, aus Angst, er könne ja wieder fremdgehen (was er definitiv nur einmal gemacht hat)..

Mein Mann wirft mir vor, dass ich nur meckern würde und sehe nicht ein, sich in bestimmten Dingen zu ändern...

Mehr möchte ich im Moment fürs erste nicht schreiben, sonst wird es zu lang...

31.05.2008 09:54 • #2



Partnerschaft während einer Therapie.

x 3


Hallo,

wie schon mal in einem anderen thread erwähnt: ich denke, man muß dem Partner auch zugestehen, dass das Leben mit einem psychisch labilen (ich nenne es jetzt einfach mal wertfrei so) nicht leicht ist.
Oftmals wird immer sehr viel von ihm verlangt und erwartet.

Mir ist schon aufgefallen, dass user schrieben: Ich habe mich jetzt verändert und wenn mein Partner nicht mitzieht hat er eben Pech gehabt.

Ich sehe das für mich anders. Mein Mann und ich sind nun 15 Jahre zusammen und kennen uns schon 33 (!) Jahre. Er hat viel mit mir erlebt und auch sehr schwere Zeiten mit mir durchlebt. Doch er hat nie das Weite gesucht, sondern mich immer getragen - selbst als ich meine absolute Orientierung verloren hatte.

Er selbst sagte einmal, dass es für ihn nicht leicht ist, die Veränderung so ohne weiteres zu übernehmen. Er hat eben Jahre des Andersseins erlebt.
Insofern muß er eben nun lernen mich auch wieder ein Stück loszulassen ohne Angst haben zu müssen, dass etwas passiert.

Ich weiß, dass es bei mir Zeiten gab, in denen ich mich unendlich vor meinem Mann geschämt habe. Meine Güte, wie hat er mich doch erlebt ...
Und ich muß auch gestehen, dass es mit heute immer mal wieder schlecht bei dem Gedanken geht und ich mich frage, wie er mich immer noch so sehr lieben kann ...

Wir bauen wieder auf: wir bauen auf unserer Liebe auf und dem Gefühl eins zu sein. Dem Gefühl, dass ein Blick schon reicht, um zu wissen, was der andere denkt.

teichmaus

31.05.2008 13:11 • #3


Hallo,

weißt du, wenn ich dein Posting lese, dann berührt mich das wirklich...weil ich das Gefühl habe, dass dir die Beziehung wichtig ist und die Liebe zu deinem Mann...sowas finde ich toll und letztendlich träume ich auch von sowas...

Du hast natürlich recht, dass man dem Partner die Chance geben muss, eine Veränderung auch mitzuleben und auch sich neu darauf einzustellen..

Ich war gerade mit zwei Freundinen unterwegs und habe auch mit denen über dieses Thema gesprochen...

Wenn DU weißt, dass dein Partner dich bisher in diesem labilen Zustand unterstützt hat ist es glaube ich was anderes, wie wenn der Partner zum Teil mit verantwortlich ist...
Natürlich bin ich letztendlich dafür verantwortlich, wie ich mich verhalte...aber man gibt ja auch immer wieder nach in einer Beziehung und versucht zu vermitteln, zu erklären und auch zu bitten...nur wenn da lange Zeit nichts kommt an Unterstützung dann schaltest du irgendwann ab...

Setzt dann die Therapie-Veränderung ein, dann schaltest du plötzlich wieder ein und denkst...das kann es ja nicht sein...

und so Grundsatzgeschichten, wie auch in der PN geschrieben... das sind Dinge die es mir unheimlich schwer machen noch Respekt, Achtung und Halt zu finden...

Obwohl das alles mal da war...

Ich weiß im Moment nicht, wie ich diesen Halt wieder bekommen soll. Mein Thera meinte, es wäre doch kein Hochsehen sondern eine Partnerschaft findet auf Augenhöhe statt...und trotzdem bin ich der Meinung, dass es doch auch Bereiche geben muss, wo ich das Gefühl haben kann, hier wird Verantwortung abgenommen und zwar so, dass ich mich darauf verlassen kann..

Mir ist diese Partnerschaft soviel Wert, dass ich dieses Mal nicht davon laufe, sondern versuche irgendwie wieder hinzubekommen, auch wegen meiner Tochter...Aber ich werde nicht wieder einen Rückzieher in meiner Weiterentwicklung machen...

lg

31.05.2008 22:28 • #4


Hallo,

die Frage wird sich natürlich stellen, ob Du ihm verzeihen kannst, dass er mit verantwortlich für Deine Situation ist. Also, ob DU damit Deinen Frieden schliessen kannst und sagst, dass ihr es noch einmal miteinander versucht.

Die Ebene muß natürlich eine andere sein. Denn so, wie es bislang war, war es ja auch Auslöser für Deine Krise.

Mein Mann und ich waren für ein paar Stunden in einer Paartherapie, um zu versuchen uns wieder zu finden. Es war interessant: wir haben sie abgebrochen, weil wir uns sonst wahrhaftig getrennt hätten
Aber es war ein Anstoss und so sollte es auch sein ...

Ich glaube, die schweren Zeiten haben uns eins werden lassen - vor allen Dingen die schwere Erkrankung unserer Tochter.
Ich erkenne immer mehr, wie nichtig so manche Dinge sind und schaufel mich frei.
Und ich habe die Unterstützung meines Mannes. Und auch unsere Kleine ist natürlich maßgeblich daran beteiligt.

Wir haben seit der Geburt unserer Kleinen uns sehr verändert. Die Prioritäten liegen anders und es kehrt wieder Ruhe ein. Unser Freundeskreis ist ein anderer.

Es tut einfach gut zu wissen, wo man hingehört. Und ich bin auf dem Weg dahin.

Ich wünsche es Dir so sehr. Es ist aber auch Arbeit. Es fällt einem nicht so in den Schoß. Der Partner hat ja auch seinen eigenen Kopf. Leider? Naja, eigentlich ist das ja gut so

Ich finde, reden ist immer noch das Wichtigste. Klar, wenn man ein Kleinkind hat, muß man schauen, wie man das organisiert. Das merken wir auch gerade

Macht ihr noch gemeinsame Dinge miteinander?

Liebe Grüße
teichmaus

01.06.2008 10:13 • #5


Hallo,

ich bin gerade dabei zu schauen, ob ICH da einen Neuanfang hinbekomme.... Er sieht es nicht so, dass er mit verantwortlich ist...

Dass ist das was mich ärgert...wir labilen werden immer in eine Ecke gestellt...Speziell bei mir als Eifersüchtlerin...das ist die Holzhammermethode...damit kann alles entschuldigt werden...

Genau das fehlt mir, das Gefühl zu wissen, wo ich hingehöre...Dass wir eins sind, dass wir eine Familie sind und dass Entscheidungen, Verantwortungen auch mal konstruktiv abgenommen werden...DAs FAmilienfeste schöner geplant werden usw...

Wir machen schon Dinge zusammen. WE immer, unter der Woche nicht so, aber das ist ok..und reden tue ich auch viel...wahrscheinlich zuviel..

Wie gesagt, ich weiß im Moment auch nicht wo das hinführt...Derzeit scheint es sich zu entspannen... Mal schauen

lg
nicita

01.06.2008 20:59 • #6


Hallo Nicita,

wollte eigentlich nur mitlesen, hätte da aber doch mal ne Frage:

Du hast in einem anderen thread erzählt, dass Du vor Deiner jetzigen Beziehung schon drei (? tschuldigung, mit Zahlen hab ich´s nicht so) langjährige Beziehungen hattest, in denen Deine Eifersucht auch schon eine sehr große Rolle spielte...und wie diese Eifersuchtsgefühle ganz allmählich von Routine, lange Weile und Desinteresse abgelöst wurden - Ende der Beziehung...nun meine Frage: Warst Du zwischen diesen Beziehungen auch mal längere Zeit alleine, solo, single, ohne Partner? Ich frag nur, weil ich mit meinen sehr eifersüchtigen Verwandten erlebt habe und erlebe, dass sich ihre Eifersucht, in den kurzen Phasen wo sie tatsächlich mal ohne Partner waren oder sind, genauso intensiv nur eben mit einem anderen Gesicht auf ihr außerpartnerliches Umfeld bezieht...jedenfalls ist es mir dann immer erst so massiv erschienen (vermutlich auch, weil ich dann eben auch oft Ziel dieser Eifersucht wurde...). Also ganz kurz gefasst, eifersüchtig sind sie IMMER - die bezieht sich eben nicht nur auf Partner - in Partnerschaften macht Eifersucht nur einfach mehr Sinn...irgendwie ist es ok in einer Beziehung eifersüchtig zu sein... wie ist das bei Dir? Z.b. als Du Single warst?

jetzt noch kürzer zu Deiner eigentlichen Frage: Die ersten Jahre in denen meine Schwester regelmäßig zur Therapie ging, empfand ich einerseits als Erleichterung und Andererseits als sehr schwierig...keine Gefühlsregung wurde als normal hingenommen...schlechte Laune, Wut, Ärger aber auch Freude und Lachen hat sie eingehend analysiert auseinander gepflückt und als Symptom oder Krankheit definiert...das fand ich sehr schwierig...und je nach ihrer eigenen Stimmung hat sie dann eben auch mal ganz pauschal an Jedem in ihrem Umfeld rumanalysiert..entweder man war total psychisch gestört oder man übertreibt und überreagiert, hat überhaupt keinen Grund sich so oder so zu fühlen...wie gesagt, je nach ihrer eigenen Stimmung...das fand ich teilweise sehr nervig...weil man gar keine Möglichkeit mehr bekam, ihr einfach zu sagen, wie´s einem geht oder was man von diesem und jenem hält oder weshalb man dies und nicht das getan hat...ihr Psychologe hat mir geraten ihr dann einfach klipp und klar zu sagen, dass SIE therapiert wird, weil SIE Probleme hat und nicht damit sie jeden um sich rum zu tode analysiert und diagnostiziert...mh...fand sie aber erst Recht völlig krank aggressiv feindseelig oder schei....je nachdem

03.06.2008 08:33 • #7


Hallo Cathy,

ich war, bevor ich meinen Mann kennengelernt hatte, zwei Jahre Singel und dachte wirklich ich hätte das Thema im Griff....

Es gab zwar ein, zwei Situationen, bei denen ich im Nachhinein wohl auch eifersüchtig bei Freundinnen reagiert habe, aber lange nicht in der Form. Ich habe denen nie eine Szene gemacht...Ich war eher eifersüchtig, wenn es um Pferde ging...d.h. wenn einer an mein Pflegepferd hingelangt hat...Ist aber interessant wenn ich gerade darüber nachdenke..

Wenn bei Eifersucht mangelendes Selbstwertgefühl dahinter steckt, dann definierst du dich bzw. holst deinen SElbstwert über den Partner/ die andere Person, den anderen Gegenstand...und wenn das in Gefahr gerät davon zugehen, nicht mehr vorhanden zu sein...dann kommt die Panik auf...

Als ich Singel war, habe ich mich eher zurückgezogen... Ich lebe die Vermeidungsstrategie...Hast du wenig Konfliktpunkte, hast du weniger negative Gefühl und bist gesund...da bin ich derzeit dran zu arbeiten...eben bewusster wieder in solche Situationen zu gehen.

DAs was du von deiner Schwester schreibst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe auch selbst im Moment solche Phasen, wo ich einfach nicht mehr jeden TAg über mich grübbeln will..auch mal eine Verschnaufspause einlegen.

Ich habe das auch schon aus dem Bekanntenkreis gehört, ich soll nicht immer Psychotante spielen...Man rutscht da aber auch sehr schnell rein. Zumal ja in unsere Generation, viele eine Leiche im Keller begraben haben... Ich denke oft...naja ist Zufall...muss ja nicht gleich was dahinterstecken und dann hört man die Lebensgeschichte und dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen...wobei ich mir angewöhnt habe, nicht s mehr zu sagen, soweit das geht.

03.06.2008 11:21 • #8


Hallo Nicita,

zum Thema Eifersucht im Allgemeinen: Für mich hat Eifersucht auch ganz viel mit Neid und Missgunst und/oder Kontroll/Machtansprüche zu tun...und in einigen Fällen vielleicht sogar mit einem übersteigerten Selbstwertgefühl? Eifersucht hat - für mein Verständnis/Gefühl ganz ganz viele Gesichter und Facetten und Ursachen...da fällt es mir extrem schwer die allgemeingültige Theorie als Fakt anzusehen, dass Eifersucht IMMER ein mangelndes Selbstwertgefühl des Eifersüchtigen voraussetzt...z.B. ein befreundetes Ehepaar - Für ihr Verständnis ist es ihr Recht, die Taschen, Telefone, Schränke etc ihres Mannes zu durchsuchen und ihm präventiv Scenen zu machen, bevor er mit seinen Kollegen zum Poolspielen geht...nix von mangelndem Selbstwert, ganz im Gegenteil...Sie ist felsenfest davon überzeugt (wie meine Schwester und Mutter übrgends auch) dass SIE mit ihren Scenen, Ausbrüchen und Recherchen bisher verhindert hat, dass sie betrogen/verlassen etc wird - anscheinend war das in ihren vorherigen Beziehungen ähnlich...zufälliger Weise kenne ich ihren Mann schon seit über 20 Jahren (und weiß halt wie er in Beziehungen vor ihr drauf war) und als ich dazu meinte: Ich glaube, wenn xy eine andere Frau kennen lernen würde und/oder nicht mehr mit Dir zusammen leben wollte, dann würde er einfach ne Ansage machen und gehen...ne heimliche Affäre wär dem viel zu stressig...also wenn er hier ist, wieder kommt und bei Dir bleibt, dann weil ER das so will .... Alleine dieser Gedanke, diese Überlegung ist ihr völlig fremd...genauso wie sie es völlig normal findet, dass sie von ihm eine Entschuldigung einfordert, weil sie alle Freunde/Kollegen/Verwandten durchtelefoniert hat, wenn er ne halbe Stunde später von der Arbeit kommt...Weißte, ich glaub auch, dass das irgendwer als Unsicherheit mangelnden Selbstwert o.ä. deuten könnte...aber im Grunde führt sie sich dann viel eher auf, wie ne Mutter, die ihrem missratenen Sohn erziehungstechnisch am Wickel hat...

Das war nur ein Beispiel aus dem Nähkästchen...wie sich das für Dich anfühlt und anfühlte, weiß ich natürlich nicht...Du schreibst ja selbst, dass das Thema Eifersucht auch schon in Deinen anderen Beziehungen ein riesen Thema und Konfliktstoff war...machen Deine Gefühle für Dich jetzt mehr Sinn, da Dein jetztiger Mann tatsächlich Seitengesprungen ist? Ich frag nur, weil ich es dann sehr gut verstehen könnte, dass Du trotz Therapie immer noch so heftige Schwierigkeiten hast, die Eifersucht in den Griff zu bekommen...stell ich mir schwer vor, eine Überzeugung loszulassen, die sich irgendwann mal bestätigt hat...

Ich schreib später noch mehr, muß schnell weg...

05.06.2008 10:29 • #9


Hallo Cathy,

ich muss wahrscheinlich zweimal antworten, habe im Moment Probleme beim Schreiben mit meinem Arm...

Ich glaube schon, dass meistens mangelndes Selbstwertgefühl dahintersteckt... Kontrollzwang ist letztendlich auch nichts anderes...Du bist nur was, wenn du den anderen hast...wenn du aber Angst hast das andere zu verlieren (weil du dann nichts mehr bist), versuchst du alles erdenkliche, dass das nicht passiert...Somit auch die Kontrolle...
Ich kann dir nicht sagen ob ich damit 100% richtig liege und manchmal denke ich auch...Mann, dass kann doch nicht sein, dass das IMMER dahintersteckt... wie gesagt meine Beobachtungen sind es...

Mein Mann z.B. der ist mit sich alleine zufrieden...der schaut weder nach rechts oder links...dem ist völlig Banane was andere von ihm denken...was manchmal auch extrem schwierig sein kann...

Ich habe ihn mal gefragt ob es ihm egal ist was ich mache... er meinte, es würde ihm schon weh tun, wenn ich gehen würde, aber braucht mich nicht für seine Beschäftigung, Bestätigung...

Es ist ja nochmal ein anderer Punkt wie man mit Eifersucht umgeht...Der eine tickt völlig aus, nach Außen hin...der andere schreit und heult zuhause, der nächste kontrolliert usw...

Seit dem SEitensprung gehe ich mit der Sachenentspannter um..ich habe gelernt, dass mich so was nicht umbringt...es tut höllisch weh und man ist verletzt und die Bilder sind furchtbar, die man im Kopf hat...aber mein Thera hat es geschafft mir klar zu machen, dass ich NICHT dafür verantwortlich bin..., dass nicht ICH diejenige bin über die gelacht werden soll...sondern mein Mann... ER hat die Verantwortung für sein TUN und ER ist derjenige, der das Vertrauen in die Beziehung missbraucht hat..

Habe ich geschrieben, dass ich Schwierigkeiten habe die Eifersucht in den Griff zu bekommen ? Also im Moment fühle ich mich ziemlich sicher damit...Ich habe Wege gefunden mich abzulenken, Dinge gefunden, die mir wichtiger sind als mein Mann, so hart wie es sich anhört..Meine Freundin hat am WE was interessantes gesagt: Sie brauch ihren Mann nicht, sondern sie will ihn...

Ich glaube auch das ist ganz wichtig...Ich brauche meinen Mann nicht mehr um mich in meinem Selbstwertgefühl zu bestätigen..

Was nicht heißt, dass es mich nicht verletzen würde, wenn er wieder nebenraus gehen würde...Das ist eine andere Sache...Ich schenke ihm dieses Jahr zum Geb. die Karte für das Hartrockfestival...Sie ist mit 99%iger Wahrscheinlichkeit mit dabei.
Aber was soll's...Ich weiß, dass ich mit mir im Reinen bin, dass ich nicht mehr denke sie ist besser... und wenn er was machen sollte, dann verliert er seine Familie...wenn es ihm das wert ist...dann bitte...

Ich kann dir nicht sagen, wann der Stimmungswechsel bei mir passiert ist. Ich glaube es war ein schleichender Prozess und deswegen bin ich auch froh, dass meine Therapie über 3,5 Jahre geht und nicht nach einem halben Jahr oder Jahr beendet war...
In dieser Zeit hätte ich niemals meine Einstellung zu mir selbst ändern können..

Jetzt habe ich es doch geschafft alles zu schreiben...Die Spritze hat wohl gewirkt

05.06.2008 12:41 • #10


Hallo Nicita, und hallo an die Pharmacie hoffentlich bist Du nicht so doof wie ich und nutzt die schmerzfreien Phasen, die Dir die Spritzen bescheren um gleich mal noch mehr rumzufuhrwerken, Waschmaschinen zu schleppen oder längst fällige Renovierungsarbeiten zu erledigen...irgendwer sollte mir in den Hintern treten...manchmal! ;oD


Jetzt aber zurück zum Thema:

Zitat:
Du bist nur was, wenn du den anderen hast...wenn du aber Angst hast das andere zu verlieren (weil du dann nichts mehr bist), versuchst du alles erdenkliche, dass das nicht passiert
Soweit kann ich folgen - wie soll ich das sagen - Für mein Gefühl steckt da aber eben ganz viel Ich drin und ganz wenig Du.....wie geht es mir, was will ich , was will ich auf keinen Fall, wie fühle ich mich, was kann/muss ich tun, damit ich mich besser fühle, was muss der Partner tun, damit ich mich nicht schlecht/minderwertig fühle etc, etc. etc...Weißt Du was ich meine? Vielleicht ist meine Denke einfach schräg, aber das ist für mich nicht wirklich mangelndes Selbstwertgefühl...alles dreht sich um das Ich und wahrscheinlich eben auch um Ansprüche und Bedürfnisse und auch ganz klare Forderungen und Ansagen die man sich selbst nicht erfüllen kann/will/sollte etc, die aber sehr wohl da sind, super ernst und wichtig genommen werden und verfolgt werden...ergo wird der Partner (oder sonstwer) damit beauftragt...Ich glaube, Leute die einen mangelnden oder keinen Selbstwert haben, die können sich überhaupt nicht dazu durchringen oder sich auch nur vorstellen, diese Bedürfnisse und Forderungen an Jemand Anderen zu stellen oder auch nur ganz leise zu sagen Ich will/erwarte von Dir...oder dass die eifersüchtig (ob nun still oder laut) z.B. ihre Besitzansprüche oder Beziehungsregeln geltend machen und verteidigen (z.B. Du bist mein Mann/Freund/Partner, also hast Du folgendes NICHT zu tun, oder sonst...)...macht das irgendeinen Sinn? Ich glaube, Leute mit dem mangelnden Selbstwert oder Selbstbewußtsein haben extreme Probleme damit ihre eigenen Bedürfnisse für sich selbst als wichtig genug einzuordnen...

Du bist Dir ja z.B. schon seit Jahren bewußt, was Du willst, fühlst und wie wütend und zornig Du manchmal warst und wie ungerecht und unfair behandelt Du Dich fühltest etc - dass Du das lange Zeit nicht ausgedrückt und gezeigt hast, und dass Du lange Zeit lieber die Klappe gehalten hast - um ja nur nicht den Mann zu verjagen - ist ja ne ganz andere Sache...das war Deine Methode um das zu bekommen bzw. zu behalten was Du von ihm wolltest...aber in Dir brodelt es doch schon seit vielen vielen Jahren oder? Und das ist doch Eifersucht...ob man die nun offen auslebt oder nicht, das ist ein ganz starkes und heftiges Gefühl - vielleicht auch nicht das zu bekommen, was einem zusteht, und vielleicht auch aus einer Blockade heraus, nicht deutlich und angemessen seine Gefühle und Ansprüche ausdrücken zu können.

Z.B. vor vielen Monden hatte ich noch ein Problem damit Leuten einfach zu sagen hör mal, wenn wir uns irgendwo verabreden, dann ist es für mich wichtig, dass Du pünktlich kommst, länger als 10 Minuten warte ich nicht, weil ich dann sowieso miese Laune habe - wenn wir uns in großer Gruppe irgendwo treffen oder bei mir zu Hause ist mir das eigentlich wurst...Aber nur weil ich ne Freundin bin, heißt das nicht, dass man mich dann irgendwo selbstverständlich warten lassen kann, und irgendein reingequetschter Termin will ich auch nicht sein, wer keine Zeit hat oder zuviel anderes zu tun, der soll sich nicht mit mir verabreden und gut ist...mein Tag hat ja auch nur 24 Std. Ich hab nie gedacht Oh, jetzt sitz ich hier und warte wieder mal, weil ich nicht selbstbewußt genug bin, weil mich die Anderen nicht ernst nehmen oder respektieren oder mich sowieso nicht wirklich mögen und das auf diese Weise zeigen, wie egal ich ihnen bin oder oh mein Gott, was für ein/e fiese miese Freund/in ist das denn, was für ein schlechter Mensch muß das sein, um mir soetwas anzutun?

Ich dachte und fühlte immer nur...das ist nicht ok, das nervt mich, Pünktlichkeit ist ne Tugend und keine Zauberei, wenn ich verpeilte Gurke das auf die Reihe kriege, dann kann das jeder... Und das mußte einfach nur mal angesagt werden...

...und so wie ich die Eifersucht kennen gelernt habe, ist das etwas was mich, wenn mir Jemand eifersüchtig kommt, extrem erschreckt und sehr befremdet...diese Feindseeligkeit, die unterschwellige oder ganz offensichtliche Unterstellungen, dass dieser Jemand mich ganz tief und überzeugt für einen sehr schlechten und bösartigen Menschen hält - den er aber trotzdem nicht gehen lassen will, weil er/sie ihn noch braucht oder einfach noch nicht fertig ist...wenn ich sowas merke, gehen sofort alle Schotten dicht und ich werde knallhart...will ich nicht, brauch ich nicht, hab ich nicht nötig (Selbstwert, Selbstbewußtsein, Stolz)...wer mich nicht leiden kann, oder meint ich wär ein potentieller Attentäter, der läßt mich besser ohne Kampf ziehen...sonst werd ich wirklich fies...ich bin ein Mensch hab und mache dauernd Fehler, hab so einige Macken und es gibt ne Menge Leute, die können mit mir überhaupt nichts anfangen...ist mir nicht egal, aber als riesen Drama empfinde ich das auch nicht...von daher werde ich nicht darum betteln, dass mich Jemand, der mich für übel und schlecht hält, trotzdem noch lieb hat oder mir irgendetwas menschliches verzeiht und vergibt...

Ich bin nicht katholisch, aber selbst wenn ich´s wär würde es mir herzlich wenig Seelenfrieden bringen, wenn mir ein Prister im Namen Gottes irgendwas verzeiht/vergibt, geschweige denn mein Partner, ne Freundin oder sonst irgendein Mensch...Ich selbst versuche auch Niemand anderem zu vergeben/verzeihen, das überfordert einfach mein Verständnis und Fähigkeiten als Mensch...ich bin doch auch nur ein Mensch und kein übergeordnetes göttliches Wesen, und mehr als zu versuchen mit der einen oder anderen Sache zurecht zu kommen, kann ich doch nicht...


Zitat:
Als ich meinen Mann kennenlernte hatte er eine platonische Beziehung zu einer anderen Frau...Meiner Meinung nach (bis heute) war er damals schon sehr emotional an ihr gehangen und ich glaube auch nach wie vor, dass er auf zwei Hochzeiten getanzt hat...einerseits die Zuneigung zu ihr, andererseits die sichere Partnerschaft zu mir...aber das sei heute dahingestellt...In diesem Zusammenhang reagierte ich während dem ersten beiden Jahren unsere Beziehungen extrem, bis er irgendwann sagte, er breche den Kontakt ab...Das wollte ich natürlich auch nicht...ich fing an mich über Eifersucht zu informieren und tat auch erste Fortschritte...Dann kam unsere erste Krise und in der Zeit hatte er während eines Rockfestivals mit einer anderen was angefangen..wie weit das ging weiß ich bis heute nicht und will es auch gar nicht wissen


Sorry, wenn ich ganz doof frage...was wolltest Du dann? Ist wirklich nur ne Frage...vermutlich war ich seit frühester Kindheit mit zu vielen Jungs und Männern befreundet, oder zu einfach gehäkel und hätte deswegen - genau wie Dein Kerl/Mann - angenommen, Du willst genau das, wo Du Dich doch über zwei Jahre so fürchterlich über diese Freundschaft und Beziehung und mich geärgert hast...

Siehste das ist auch sowas, wo ich Dich gerne was fragen würde Dann kam unsere erste Krise...hast Du die ersten zwei Jahre wo Deine Eifersucht so extrem war nicht als EURE Beziehungskrise empfunden?

Ehrlich, wenn ich Dich nerve oder Du keinen Bock mehr hast, dann mach Dir keine Rübe sondern sag es einfach...ich geh mir selbst schon mit meiner Fragerei auf die Nerven lol...Ich hab erst jetzt nochmal nachgelesen und bisher hab ich das so verstanden, als wüßtest Du ganz genau, dass Dein Mann Dich mit einer anderen Frau tatsächlich und faktisch betrogen hat, also Sex oder sogar noch mehr (ne Affäre) mit ihr hatte...und Du ihm gerade deshalb auch mindestens die Hälte der Verantwortung für Eure bisherigen Schwierigkeiten zuschreibst...und dass es Dich doch sehr enttäuscht und auch stresst, dass er die Verantwortung (für Eifersucht, Misstrauen, Stress etc) nicht übernehmen will...Ich frag gerade raus: hat er Dich tatsächlich mit ner anderen Frau betrogen?


Zitat:
Meine Freundin hat am WE was interessantes gesagt: Sie brauch ihren Mann nicht, sondern sie will ihn...
Ja genau, kann ich nur und ganz laut Hurrah zu sagen - nur so funktioniere ich und fühle ich mich auch in Freundschaften wohl und bisher waren meine Männer eben auch und immer meine Freunde und sind es bis Heute (mir doch egal, was deren Frauen davon halten lol)- Zweckgemeinschaften, vertraglich abgesicherte regulierte Beziehungen, familiäre Verpflichtungen und Abhängigkeiten und Bindungen gibts schon im Beruf und Alltag genug...kann ich mir nicht aussuchen, aber mit wem ich ganz privat und intim zusammen sein WILL das ja, und ich gehe einfach mal davon aus dass auch meine Freunde so drauf sind...das ist für mich Liebe...

06.06.2008 19:41 • #11


Hallo Cathy,
ich habe echt Schwierigkeiten aufgrund der länge deiner Postings zu antworten...

Ich versuche es trotzdem, verzeih mir aber,wenn ich irgend eine Frage übersehen habe
Zitat:
was kann/muss ich tun, damit ich mich besser fühle, was muss der Partner tun, damit ich mich nicht schlecht/minderwertig fühle


Der erste Satz ist richtig...was kann ICH tun damit es mir besser geht...der zweite Satz was der Partner tun kann...geht schon wieder in die falsche Richtung...Nur ICH kann was dafür tun, dass es mir gut geht...das ist unheimlich schwierig, weil wir ja trotzdem Außengesteuert sind...ich kann das auch nicht...aber das steckt dahinter...

Zitat:
Ich glaube, Leute die einen mangelnden oder keinen Selbstwert haben, die können sich überhaupt nicht dazu durchringen oder sich auch nur vorstellen, diese Bedürfnisse und Forderungen an Jemand Anderen zu stellen oder auch nur ganz leise zu sagen Ich will/erwarte von Dir...oder dass die eifersüchtig (ob nun still oder laut) z.B. ihre Besitzansprüche oder Beziehungsregeln geltend machen und verteidigen (z.B. Du bist mein Mann/Freund/Partner, also hast Du folgendes NICHT zu tun, oder sonst...)...macht das irgendeinen Sinn? Ich glaube, Leute mit dem mangelnden Selbstwert oder Selbstbewußtsein haben extreme Probleme damit ihre eigenen Bedürfnisse für sich selbst als wichtig genug einzuordnen...


Genau...das ist das was man lernen muss...

Zitat:
und so wie ich die Eifersucht kennen gelernt habe, ist das etwas was mich, wenn mir Jemand eifersüchtig kommt, extrem erschreckt und sehr befremdet..


Für mich auch immer wieder, wenn ich es bei anderen sehe!

Zitat:
Sorry, wenn ich ganz doof frage...was wolltest Du dann? Ist wirklich nur ne Frage...vermutlich war ich seit frühester Kindheit mit zu vielen Jungs und Männern befreundet, oder zu einfach gehäkel und hätte deswegen - genau wie Dein Kerl/Mann - angenommen, Du willst genau das, wo Du Dich doch über zwei Jahre so fürchterlich über diese Freundschaft und Beziehung und mich geärgert hast...
Das ist jetzt zu lang um nochmal die ganze Geschichte zu erzählen, habe das auch ewig in meinem früheren Eifersuchtsforum durchgekaut...Die eine Seite in mir ist die Eifersucht, es gibt aber auch die normal denkende Seite...die nachdem die Eifersucht wieder weg ist...die denkt. Man was war das denn wieder...

Zitat:
Siehste das ist auch sowas, wo ich Dich gerne was fragen würde Dann kam unsere erste Krise...hast Du die ersten zwei Jahre wo Deine Eifersucht so extrem war nicht als EURE Beziehungskrise empfunden?

Nein, auch das waren verschiedene Dinge...auch hier möchte ich nicht tiefer einsteigen...mit Sicherheit war das mit ein Anfang...aber zu dem damaligen Zeitpunkt waren andere Gründe für die „Krise“

Zitat:
und Du ihm gerade deshalb auch mindestens die Hälte der Verantwortung für Eure bisherigen Schwierigkeiten zuschreibst...und dass es Dich doch sehr enttäuscht und auch stresst, dass er die Verantwortung (für Eifersucht, Misstrauen, Stress etc) nicht übernehmen will...Ich frag gerade raus: hat er Dich tatsächlich mit ner anderen Frau betrogen?
Das kam falsch rüber, für unsere jetzigen Schwierigkeiten, mache ich nicht den Seitensprung verantwortlich, ich sagte nur, dass man sowas nicht vergisst.... er hat schon die Verantwortung übernommen...mein Thera hat mir versucht das klar zu machen...dass derjenige der eben fremdgeht, verantwortlich ist...
Ich weiß definitiv, dass er wohl mehrere Minuten lang seine Zunge in ihrem Mund gehabt hat (und sie ihre in seinem) um es mal bildlich zu beschreiben...und das im vollbetrunkenen Zustand unter Zeugen.. ob da NOCH mehr war an dem WE und wie weit es danach noch gelaufen ist, weiß ich nicht...ich weiß nur, dass sie sich anschließend noch getroffen und gesmst hatten....Da er aber erst nach massiven Drängen von mir es zugegeben hat mit der Knutscherei und mir dann noch versichert hat es wäre nicht mehr gewesen...will ich es dabei belassen..Mein Problem war, dass ich gerade ein Jahr bei ihm gewohnt hatte und noch keine Anlaufstelle hier hatte, sonst wäre ich mit Sicherheit eine zeitlang ausgezogen...aber so mussten wir das ja klären.Ich weiß auch, dass sie immer wieder zu Partys danach gekommen ist, wo er auch war...Wahrscheinlich heute auch noch, aber ich frage nicht mehr nach...Mittlerweile haben wir eine Tochter und wie gesagt er kennt meine Ansage...noch einmal und das war's...Dieses Mal habe ich Möglichkeiten, den Schlusstrich zu ziehen..
Cathy, es ist unheimlich schwierig...die, die eifersüchtig sind schämen sich oft deswegen, weil wir sofort in eine Ecke gestellt werden... ich habe das schonmal gesagt...der Partner kann nahezu alle Dinge mit der Argumentation „du bist ja sowieso wieder eifersüchtig“ totschlagen..man muss für sich erstmal einen weg finden um zu erkennen...bis hierher ist es ok, ab da eben nicht mehr...da hat jeder andere Vorstellungen...dem einen ist egal ob der partner mit ner Frau alleine essen geht... den nächsten verletzt es vielleicht, weil der partner mit einem selbst nie essen geht...als beispiel...

06.06.2008 22:07 • #12


Hey und Hallo Nicita,

Zitat:
Ich versuche es trotzdem, verzeih mir aber,wenn ich irgend eine Frage übersehen habe
Hör mal auf, ich frag Dir hier völlig unkoordinierte Löcher in den Bauch, ich finds schon richtig nett und geduldig von Dir, mir überhaupt zu antworten...

Zitat:
Der erste Satz ist richtig...was kann ICH tun damit es mir besser geht...der zweite Satz was der Partner tun kann...geht schon wieder in die falsche Richtung...Nur ICH kann was dafür tun, dass es mir gut geht...das ist unheimlich schwierig, weil wir ja trotzdem Außengesteuert sind...ich kann das auch nicht...aber das steckt dahinter...
naja, aber wenn der irgendwas tut, was einem überhaupt nicht passt oder gefällt, dann fragt man sich ja nicht ganz spontan und vernünftigOh, was kann ich jetzt wohl gegen diesen Arger und diese unschönen Gefühle tun...die sind nicht gut und auch nicht liebevoll das kriegt auch keiner so hin, der weniger eifersüchtig, emotional etc ist...wie gesagt, in meiner Familie wird die Eifersucht ganz offen und frei ausgelebt...da kommen dann tatsächlich auch Aussprüche wie: Wenn Du jetzt (nicht) dies und getan/gesagt/geguckt hättest, dann müßte ich mich auch nicht so aufregen, Du bist Schuld, dass es mir schlecht geht... Punkt. Derlei Erfahrungen und Erlebnisse haben natürlich auch meine Eindrücke bzgl. Eifersucht etc in eine Richtung geprägt...einfach nur schon, weil sie seitdem ich denken kann genau wie Wut und Zorn, Ungeduld, Enttäuschung etc. ganz offen und ungeniert ausgelebt werden...darf ich natürlich NICHT auf Dich bzw. Eure Beziehung übertragen...werd ich versuchen drauf zu achten...

Zitat:
es gibt aber auch die normal denkende Seite...die nachdem die Eifersucht wieder weg ist...die denkt. Man was war das denn wieder...
Noch sone Frage, die sich in meiner Familie keiner stellt...ist für sie alles schlüssig...nicht schön und auch nicht beziehungsfördernd...aber schlüssig...Wenn Du derlei Gedanken nachträglich hegst...teilst Du die dann auch mit Deinem Mann?

Zitat:
ich sagte nur, dass man sowas nicht vergisst..
Na ganz bestimmt vergisst man sowas nicht...deswegen schweifte ich auch ab, und erzählte was ich von diesem Vergeben/Verzeihen Ding halte...oker oder leichter verdaulich wird sowas auch nicht wenn ich großherzig vergebe...ist wie ne verschorfte Wunde, die zur Narbe wird..wenn man sie nicht dauernd wieder öffnet oder dran rumfingert...was ja schon ne Menge Disziplin abverlangt...aber die Narbe bleibt

Zitat:
mein Thera hat mir versucht das klar zu machen...dass derjenige der eben fremdgeht, verantwortlich ist...
Was wieder zu Deinem eigentlichen Thema passt...Therapie und Beziehung...Ich kann Dir gar nicht genau sagen, wieso ich bei diesem Statement ein komisches Gefühl habe...natürlich ist jeder Erwachsene für sein Tun und Handeln selbst verantwortlich - Du , Dein Mann, Ich, Eure Nachbarn...aber irgendwie kommt mir das noch nicht fertig gedacht vor...was ist mit den Konsequenzen mit dem Danach? Ganz wertfrei...moralisch/ethisch die Verantwortung für sein Tun zu übernehmen ist ja keine Wahl....dann übernehm ich halt die Verantwortung sage ich bin Schuld und dann? Mein Gewissen wird dardurch nicht erleichtert und der Andere hat auch nicht wirklich was davon, oder doch? Ok, die Schuldfrage ist geklärt, ok, ich übernehm die Verantwortung...und nu? Weißt Du was ich meine? Zufriedener macht das langfristig keinen...oder? Sicherlich verschlimmert es eine Situation nur, wenn ich meine Verantwortung einfach mal versuche auf einen anderen abzuwälzen...aber ...weiß auch nicht, irgendwas fehlt mir da...

Zitat:
..Da er aber erst nach massiven Drängen von mir es zugegeben hat mit der Knutscherei und mir dann noch versichert hat es wäre nicht mehr gewesen...will ich es dabei belassen
Siehste, das meinte ich mit Selbstbewußtsein und Selbstwert...ich stell mir vor, dass ne Frau ohne Selbstwert keine Entscheidung wie ICH will gar nicht mehr wissen und hören Ich will es dabei belassen getroffen hätte...Du hast schon vor Jahren ganz deutlich entschieden und selbst bestimmt was, wann und wieviel Dein Mann erzählt, nicht er...das zeugt doch von einem gesunden und selbstbestimmten Menschen.Wie Du an die grundsätzlichen Infos rangekommen bist - bevor er´s Dir erzählt hat, frag ich nicht...das geht wirklich nur Euch beide was an...


Zitat:
Cathy, es ist unheimlich schwierig...die, die eifersüchtig sind schämen sich oft deswegen, weil wir sofort in eine Ecke gestellt werden
Das kann ich gut verstehen...aber stellst Du Dich selbst nicht auch in eine Ecke? Ich weiß, es ist immer noch was anderes wenn man sich selbst in eine Schublade steckt oder verkriecht, als wenn es Jemand anderes tut...ich kann Dir nur sagen, dass Du auf mich persönlich (was nicht wirklich ne Aussage ist) kein bißchen wie eine Frau auf mich wirkst, die sich so mir nichts dirnichts per Du bist ja sowieso nur wieder krankhaft eifersüchtig mundtod in ihre Ecke schubsen läßt...das akzeptierst Du nicht und respektieren und für Dich annehmen, tust Du das schon mal gar nicht - vielleicht ist das jetzt auch der Erfolg der Therapie, das kann ich natürlich nicht beurteilen, aber bei mir kommst Du an als wärst Du ne starke Persönlichkeit, die schon länger sehr genau weiß und fühlt, was sie will und braucht...

Zitat:
dem einen ist egal ob der partner mit ner Frau alleine essen geht... den nächsten verletzt es vielleicht, weil der partner mit einem selbst nie essen geht...als beispiel...
Naja, grundsätzlich kann ich das auch für mich nicht sagen, wann es für mich ok wär und wann nicht...kommt auf die Umstände drauf an, auf die Leute an sich...auf ob ich z.B. hätte mitgehen können, aber einfach keine Lust oder Zeit hatte oder ob Partner einfach mal nur mit seiner allerbesten Freundin über alles Mögliche in Ruhe quasseln möchte, oder mit ner Kollegin die Situation in der Firma durchkauen will oder ob ich diese Frau leiden kann oder nicht oder oder...etc...ich weiß natürlich auch nicht, wie und ob ihr sonst Eure Freizeit oder Abende verbringt, ob ihr gemeinsame Hobbies oder Interessen habt etc...wenn es Dich verletzt, dann ist das so...das ist dann aber ne Sache mit der Ihr auch BEIDE umgehen müßt...weiß auch nicht, vielleicht bin ich zuviel Kerl lol...Das verletzt mich, weil...das wollte ich schon wissen...aber dann würde ich bald fragen: Und nu? Was schlägst Du vor, was schwebt Dir vor? Ich bin ganz schön krass drauf, merk ich gerade...;OD

07.06.2008 13:31 • #13


Hallo Cathy,

vielleicht ist das ein Punkt...wie man die Eifersucht auslebt...Ich finde es furchtbar peinlich, wenn ich eine Szene vor anderen mache...außerdem sind bei mir die körperlichen Begleiterscheinungen, wie Übelkeit, zittern, rot werden usw. so extrem, dass ich schon alleine deswegen das in den Griff bekommen wollte...Ich habe am Anfang gesagt, wenn mir nur jemand die Übelkeit wegnehmen würde, könnte ich damit besser umgehen...Leider ist mein Magen derjenige, der alles letztendlich austrägt, egal ob Eifersucht oder die netten anderen Phobien, die da links stehen

Natürlich ist der andere erstmal schuld...aber ICH bin es doch, die entscheidet, wie ich damit umgehe, ob ich mich darüber aufrege bzw. wie ich anschließend damit umgehe... das kann man jetzt auch problemlos auf andere Bereiche, sei es Freundeskreis, Nachbarn, Beruf etc. übertragen..

Wir haben immer relativ offen über meine Eifersucht gesprochen, auch über meine Empfindungen...ich habe ihm immer gesagt, wenn ich wieder normal war...vielleicht war das auch wichtig, damit er es einigermaßen verstehen konnte...

Mit dem DANACH muss ich selbst umgehen...das wird mir in der Therapie nicht vermittelt. Die Entscheidung liegt bei mir..es geht ja erstmal darum, die Gefühl zu analysieren und da war zunächst erstmal das Schuldgefühl, die Scharm auf meiner Seite..., wenn das mal weg ist, kann man weiterschauen... dann fängt man (von der Theorie an) zu schauen, was man SELBST WERT ist... und ob die Beziehung einem noch soviel wert ist, dass man weitermachen will...wenn man sich für das Weitermachen entscheidet....sollte man versuchen es abzuhagen und nicht immer darauf rumhacken...Ist schwierig, geht aber...zumindestens in meinem Fall...Es gibt immer noch ab und an Spitzen...das gestehe ich mir aber zu...

Vom Schreiben her, kann ich diese Meinung gut vertreten...und das ist mit Sicherheit Arbeit der Therapie...ich gehe auch offen mit dem Thema Eifersucht um...alles andere bringt nichts...aber fühlen, empfinden tue ich noch nicht so...
Brauche ich auch nicht, weil ich im Moment keine Situation habe, wo ich eifersüchtig reagieren könnte...Ich habe alles im Griff
..und trotzdem wenn ich gerade wieder den Satz lese...kann ich nur offener damit umgehen, weil sich das Selbstwertgefühl gesteigert hat...Ich habe mich vor drei Jahren schon in eine Ecke gestellt...kopf nach unten..

Das Beispiel mit dem Essen gehen.. war jetzt nicht auf meine Beziehung bezogen...

Zurück zum Thema des Threads...
...und weg von der Eifersucht...

Die Frage war, wie geht der Partner mit der persönlichen Entwicklung, Veränderung während der Therapie um...? Wie wird er mit einbezogen und will ER überhaupt eine Veränderung, weil es für ihn ja auch Unbequem werden könnte...

Also bei uns gibt es extrem viel Reibungspunkte, seit ich sage, was ich will und vorallem merke, was ich will...
Ist aber wieder unfair, weil der Partner einen ja anders kennengelernt hat...

Vor einer Woche bekam ich die Aussage...Wenn ich damals gewusst hätte, dass deine Einstellung zu....so wäre, dann hätte ich dich als Spieserin bezeichnet und wir wären nicht zusammengekommen....

Das als Beispiel dazu...

lg

08.06.2008 05:30 • #14


Hallo Nicita, sorry für die Verspätung...Im Moment ist mal wieder mein 150er Einsatz im Real-Life gefordert...wollte auch nicht schnell irgendwas hinhauen...


Zitat:
Vom Schreiben her, kann ich diese Meinung gut vertreten...und das ist mit Sicherheit Arbeit der Therapie...ich gehe auch offen mit dem Thema Eifersucht um...alles andere bringt nichts...aber fühlen, empfinden tue ich noch nicht so...
Diesen Satz find ich ganz besonders aussagekräftig - genau deshalb hab/hatte ich z.B. enorme Schwierigkeiten mit z.b. meiner Schwester umzugehen, wenn sie mir wie eine Therapierte/Therapierende begegnet oder entgegen tritt...weil ich genau das, was Du da beschreibst auch ganz deutlich von ihr wahrnehme und auffange...Ich bin heilfroh, dass sie zur Therapie geht, und ich bin sicher das ist auch für sie sehr wichtig und hilfreich...aber bei ganz vielen Themen ist es eben nun mal so, dass sich hier und da ihr Vokabular geändert hat, und hier und da auch ihre Aussagen (je nach Stimmung und Situation)...aber wirklich empfinden und fühlen tut sie selbst das nicht, was sie da sagt...verlangt und fordert aber, dass ihre Umwelt diese Veränderungen emotional mitträgt, beführwortet und übersieht, dass vieles einfach immer noch nur Psychologische Theorie bzw. These ist...

Nicht falsch verstehen, ICH erwarte und fordere von ihr nicht, dass sie ihre komplette Persönlichkeit umkrempelt...aber in manchen Situationen fühle ich mich ehrlich gesagt ganz simpel und einfach nur verarscht...ich kenn sie doch, sie ist doch meine Schwester...ob sie mir ins Gesicht springt und mich anbrüllt oder mir mit nem ganzen Haufen psychologischem Vokabular sagt, dass sie eine riesen Wut auf mich hat, und mir am liebsten eine reinhauen würde...das macht für mich NULL Unterschied...für sie aber sehr wohl, denn auf Ich fühle mich von Dir massiv beleidigt, verletzt, angegriffen - warum möchtest Du mir so wehtun DARF ich ja nicht reagieren wie auf Wenn Du nicht sofort die Klappe hälst, dann.... Ich hoffe, ich kann das wenigstens halbwegs beschreiben...ich find es gut, dass sie jetzt schon wesentlich kontrollierter ihren Frust rausläßt und nicht einfach ganz spontan um sich schlägt - für sie selbst...das hat ihr in der Vergangenheit sehr viele Probleme mit anderen Menschen bereitet...aber solgange sie noch genau das fühlt und noch genauso rachsüchtig, eifersüchtig ist und noch genauso aggressiv empfindet (was Jeder sehen und an ihrer Tonlage hören kann, der sie auch nur ein bißchen kennt ), solange empfinde und fühle und sehe ich da auch keine Veränderung in z.B.unserer Beziehung, die ich überhaupt mittragen könnte...

Das hört sich jetzt bestimmt unglaublich egoistisch und hochnäsig an...aber weißte, ich hab meine eigenen Probleme und sicher auch einige Dinge an denen ich arbeiten sollte...aber vor mir ist noch Niemand (der mich persönlich kennt)z.B. voller Angst oder Zorn weggerannt, ich hab n gutes Verhältnis zu meinen Ex Freunden und ich fühl mich mit meinen Freunden emotional sehr liebevoll verbunden...meine Schwester hat vor Jahren einer Therapie zugestimmt, weil es IHR dreckig ging und ihr ganzes Leben ein einziger großer Kriegsschauplatz war und es keine Verbündeten mehr gab, nur noch ein paar wenige zweckgebundene Waffenstillstände (z.b. ihre Beziehung)...das ist für mich als Schwester sehr schwer so knallhart zu sagen...aber alles andere wäre pure Illusion...SIE hat SICH für SICH professionelle gesucht und für NIEMANDEN sonst...und das ist gut so und da hat sie alle und jede Unterstützung von mir bekommen...aber das ist z.B. eine dieser Sachen die sich vermutlich niemals wirklich verändern werden und in jeder Beziehung ein riesen Thema bleiben werden ...keine Unterstützung, keine Liebe, keine Zuneigung, keine Entschuldigung, kein Bitten und Betteln, kein Gespräch etc, etc etc...wird jemals genug sein oder sie auch nur halbwegs zufrieden stellen...Ich wünsche ihr nichts sehnlicher, als ein kleines bißchen Zufriedenheit hin und wieder...damit sie fühlt, wie gut sich das anfühlt, wie erstrebenswert dieser Zustand ist...aber das liegt nicht in meiner Macht und in der des Therapeuten auch nicht...dazu müßte sie tatsächlich ihre ganze Persönlichkeit umkrempeln...denn nur Zufriedensein ist nicht glücklich, erfolgreich und machtvoll sein, nur gerne gehabt zu werden ist nicht bedingungslos geliebt zu werden - für sie nicht...Meine Schwester wär ein Super Job-Coach für angehende Manager, das mein ich ganz ernst...wenn sie weniger energetisch, kämpferisch und überzeugt von sich währe, hätte sie schon vor Jahrzehnten das Handtuch geworfen...wär nie wieder ne Beziehung eingegangen, wär im Job gefeuert worden etc und hätte auch da nicht immer wieder die gleichen Kämpfe gekämpft...sie ist nicht unkaputtbar...aber sie ist und bleibt eine Kriegerin - Therapie hin oder her - das hört sich jetzt fürchterlich dramatisch und vielleicht sogar selbstmitleidig an...aber in ganz vielen Bereichen, hat sie durch die Therapie nur noch mehr und effektivere Waffen kennen und zu nutzen gelernt....wie oben beschrieben...in vielen Bereichen (z.B. Job)war und ist
das auch ne großartige Sache...aber wie gesagt, in ihren persönlichen Beziehungen funktionieren diese neuen Strategien und Methoden eben auch nur bis zu dem Punkt, wo ihr Gegenüber ganz genau spürt, dass sich an ihrer inneren Überzeugung nicht wirklich viel geändert hat...das war auch nie mein Anspruch an sie...niemals...ich krieg eben nur n dicken Hals, wenn sie mich auf diese Art und Weise davon zu überzeugen versucht, dass ICH mich jetzt ob IHRER Veränderung anders zu fühlen habe (schlechtes Gewissen, wenn ich rede wie immer), anders zu agieren habe und meine Einstellungen gefälligst anzupassen habe...

Das war jetzt wirklich ne ewig lange Ausführung - aber ich glaube, das passt durchaus zu Deinem Hauptthema
Zitat:
Wie wird er mit einbezogen und will ER überhaupt eine Veränderung, weil es für ihn ja auch Unbequem werden könnte...
...Wenn Du z.b. tatsächlich innerlich von Deiner Eifersucht Abstand gewinnst, dann wär das für IHN alles andere als eine unbequeme Veränderung bzw. innerhalb Eurer Beziehung...unbequem würde es nur, wenn er Jemand ist, der despotisch und schon immer auf ganz klare Machtstrukturen Wert legt...was wohl eher nicht der Fall ist, weil er dann nicht mal versucht hätte, mit z.b. Deiner Eifersucht umzugehen..

Zitat:
Also bei uns gibt es extrem viel Reibungspunkte, seit ich sage, was ich will und vorallem merke, was ich will...
Das kann ich mir vorstellen - ist vermutlich auch ein Problem weil er sich vielleicht auch immer wieder fragt Wieso rückt Frau denn erst jetzt damit raus...hat sie die ganzen Jahre ne Show abgezogen? oder im Anfall schlechter Laune Die tut jetzt dauernd so, als hätte ich sie Jahrelang mit der Knute unterdrückt und ihr den Mund oder ihren eigenen Willen verboten...oder im Zweifelsfall Na großartig, Frau geht zur Therapie weil SIE Probleme hat und ICH soll mich umkrempeln und alles auf den Kopf stellen und MICH verändern... .

Keine Ahnung warum es bei EUCH nun Krach gibt, Nicita...aber im Grunde sind wir vermutlich wohl alle Gewohnheitstiere...das geht ganz fix und automatisch...hast Du nicht selbst auch geschrieben, irgendwie könntest Du Dir gar nicht mehr vorstellen, zurück zur Arbeit zu gehen? An zu Hause sein und seinen eigenen Tagesablauf planen können, ist auch ne Sache an die wir uns ganz fix gewöhnen...da weiß man schon nach ner Woche Krankschreibung wegen ner Grippe nicht mehr so richtig wie man noch vor 2 Wochen alles unter einen Hut bekommen hat...Du beziehst jetzt vermutlich sehr viele Dinge die Dein Mann tut und sagt, ganz direkt und gezielt auf Dich persönlich bzw. auf Deine Therapie oder deren Erfolge weil Du eben auch schon durch die Thera sensibilisiert bist...und dich hier und da auch ausgebremmst fühlst...Ich weiß natürlich nicht, wie ihr vor Deiner Thera miteinander umgegangen seid...oder wie ihr vorher miteinander kommuniziert habt...aber wie schon oben ausführlich beschrieben, find ich es auch sehr schwierig, wenn mir Jemand, den ich bisher (trotz all ihrer Impulisivität und Unstetigkeit) zu lesen wußte, plötzlich mit So jetzt bin ich anders, verhalt Dich dementsprechend und akzeptier das kommt...oder wenn Jemand, der vorher einfach losgebrüllt hat, wenn ihm/ihr etwas nicht passte, nun die Sache ausdiskutieren möchte, oder sagt ich fühl mich nicht ernst genommen oder ähnliches...

Ganz ehrlich, ich zieh das keineswegs ins Lächerliche...Natürlich sollst und mußt Du sagen und ausdrücken, was Du möchtest und willst...ist halt nur sehr schwierig aufzunehmen, wenn Du z.B. dafür ein Vokabular verwendest, dass Du vor Deiner Thera nicht verwendet hast...Weiß ich ja nicht, ob Du das machst...ist halt nur auch sone Sache, die mir auch bei anderen Leuten aufgefallen ist, die sich vor ihrer eigenen Thera z.B. nie mit Psychologie als Thema beschäftigt haben...da wird dann eben nicht mehr gesagt boah, was bin ich genervt sondern vielleicht eher ich fühl mich gerade mit dieser Situation überfordert o.ä...das ist wie...

Sprecht ihr bei Euch in der Gegend einen Dialekt? Wenn ja dann wär das so, als wenn Dein Mann plötzlich Hochdeutsch mit Dir spricht, wenn er ein ganz bestimmtes Anliegen kommunizieren möchte...vielleicht würdest Du ihm sogar zustimmen oder ihn emotional wirklich verstehen...aber trotzdem würdest Du das ganz sicherlich merkwürdig finden, wenn nicht sogar als Arroganz und/oder Hochnäsigkeit...und im schlimmsten Fall als ganz finsteren Manipulationsversuch...Das ist nur ein Beispiel Nicita...natürlich weiß ich nicht, wie und auf welche Weise ihr redet...oder ob Du überhaupt Dein Vokabular verändert hast...ganz allgemein, wollte ich nur mal drauf hinweisen, dass das alleine schon reicht um Jemanden zu irritieren mit dem man normaler Weise ganz anders gequasselt hat...


Zitat:
Wenn ich damals gewusst hätte, dass deine Einstellung zu....so wäre, dann hätte ich dich als Spieserin bezeichnet und wir wären nicht zusammengekommen....
Siehste, das ist z.B. so was... ich nehme an, alleine in der Wortwahl erkennst Du Deinen Mann wieder, weißt was er damit sagen will und nimmst das auch gar nicht so ernst, sonst hättest Du diesen hier nicht drunter gesetzt:
Zitat:
Das als Beispiel dazu...
. Wenn er jetzt aber gesagt hätte Du weißt Du, ich habe jetzt das Gefühl und den Eindruck, dass ich Jahrelang getäuscht wurde - und wir, nachdem was Du mir jetzt alles sagst, nie zusammen gepasst haben...darüber muss ich erstmal nachdenken und vielleicht in meiner nächsten Therapiestunde ansprechen Dann würden bei Dir sicherlich alle Alarmglocken angehen. Ich verstehe dass das bestimmt nicht leicht ist...aber das ist es für keinen von Euch Beiden, Nicita...wenn Du JETZT sagst...dies und das wollte/meinte ich eigentlich NIE wirklich so, oder Dazu hab ich eigentlich schon immer eine ganz andere Einstellung gehabt...dann kommt das bei Deinem Partner im Zweifel eben auch an wie Ich hab Dir all die Jahre in diesen und jenen Punkten verheimlicht wer ich bin oder Dir sogar was vorgemacht und Du hast es geschluckt...und da ist es vielleicht erstmal wirklich egal, worum es konkret geht...sowas nagt am Stolz eines Jeden...das muß auch erstmal verdaut werden...

14.06.2008 12:26 • #15


Zitat:
Sprecht ihr bei Euch in der Gegend einen Dialekt? Wenn ja dann wär das so, als wenn Dein Mann plötzlich Hochdeutsch mit Dir spricht, wenn er ein ganz bestimmtes Anliegen kommunizieren möchte...vielleicht würdest Du ihm sogar zustimmen oder ihn emotional wirklich verstehen...aber trotzdem würdest Du das ganz sicherlich merkwürdig finden, wenn nicht sogar als Arroganz und/oder Hochnäsigkeit...und im schlimmsten Fall als ganz finsteren Manipulationsversuch.



Nur ganz kurz...

Jo...Ichspreche Dialekt und zwar Tiefbadisch und mein Mann spricht HOCHDEUTSCH

Gab bisher (fast) keine Probleme, außer als er zu mir immer sagte: Verstehst du das ...? irgendwann bin ich ab wie 'ne Feuerwehr deswegen, bis wir festgestellt haben, dass ich hinter fast jedem Satz Weischt ? gesagt habe...

Ich weiß aber was du meinst...Speziell bei uns unten gehen wir oft an die Decke wenn jemand plötzlich hochdeutsch spricht...Da kommt dann gleich der Spruch...Red' mal normal

Mittlerweile habe ich aber gelernt, wenigstens die Wörter komplett auszusprechen und nicht abzukürzen, wie wir es gerne machen oder ganz zu verändern...

DAs ist mit ein Grund für meine Redeangst

Zu dem anderen demnächst mehr...

15.06.2008 08:19 • #16


Zitat:
.aber bei ganz vielen Themen ist es eben nun mal so, dass sich hier und da ihr Vokabular geändert hat, und hier und da auch ihre Aussagen (je nach Stimmung und Situation)...aber wirklich empfinden und fühlen tut sie selbst das nicht, was sie da sagt...verlangt und fordert aber, dass ihre Umwelt diese Veränderungen emotional mitträgt, beführwortet und übersieht, dass vieles einfach immer noch nur Psychologische Theorie bzw. These ist...
Ich kann mir vorstellen, dass das sehr anstrengend ist, aber ich glaube nur so geht der Weg...ersteinmal hörst du ja die Stimmen / Sätze der Therapie und gibst die wieder und wahrscheinlich am ehesten im vertrauten Umfeld, wie Freunde und Familie...Irgendwann fängst du aber an das auch zu leben und wirst gar nicht mehr so viel es aussprechen, sondern du spürst es.

Natürlich ist es befremdlich für die Umwelt, wenn jemand sich plötzlich verändert und man die Person aber noch so sieht wie sie ist...

Ich will da jetzt keine Partei ergreifen oder sie in Schutz nehmen...Ich glaube nur, dass das einfach ein Entwicklungsweg ist, wenn sie da nicht stecken bleibt.

Zitat:
ich kenn sie doch, sie ist doch meine Schwester..


Das muss ich mir von meiner Mutter auch immer anhören... „Sie kennt mich doch, sie weiß wie ich denke, ihr brauche ich nichts vorzumachen...“

Du kannst dir nicht vorstellen, wie ich diese Sätze hasse..! Natürlich kennt sie mich, aber eben nicht komplett und das heißt nicht, dass ich mich deswegen nicht verändern darf...Sie kennt mich wie ich bisher war...aber sie trägt die Veränderung nicht mit, weil es für sie unbequem ist......und sie kennt mich auch nur in soweit wie sie meint mich zu kennen...Doofer Satz, ich weiß...Aber wie oft, dachte ich schon früher...Mensch, eigentlich hat sie keine Ahnung wie ich tatsächlich fühle...
Klar kann sie aus meiner Mimik lesen und aus meinem Verhalten...aber weiß sie was wirklich dahinter steckt ? Nein! Das merke ich speziell jetzt noch mehr als früher...

Zitat:
.ich find es gut, dass sie jetzt schon wesentlich kontrollierter ihren Frust rausläßt und nicht einfach ganz spontan um sich schlägt -
Das ist doch gut, dass sind doch Schritte, die sie erreicht hat!
Zitat:
solange empfinde und fühle und sehe ich da auch keine Veränderung in z.B.unserer Beziehung, die ich überhaupt mittragen könnte...

Die Veränderung ist da...völlig normale Entwicklung...Geht mir genauso...ich bin auch noch unkontrolliert in meinen Äußerungen...Das ist das Gewohnheitsbild...Außerdem stehst du ihr wahrscheinlich emotional zu nahe..

Macht deine Schwester eine Verhaltenstherapie ?
Hast du ihr schonmal „gedroht“ dich abzuwenden, wenn sie ihr Verhalten nicht ändert ?
Irgendwas wo sie erkennt, SIE muss was ändern...
Sagst du ihr es, wenn dir das Ganze zu viel wird ? Meine Mutter hat mir das auch schon gesagt, ich solle nicht alle über einen Kamm ziehen und mein Thera ist auch jemand, der eher sagt: „Butter bei den Fischen lassen...“

Bei mir geht es im Moment nicht mehr so stark um das Thema Eifersucht, sondern um das Thema Selbstwertgefühl...Wenn ich mich dahin gehend verändere, kann es durchaus für ihn unbequem werden, weil ich mehr sage was ich denke, mehr „Forderungen“ als früher stelle und mehr „Nein“ sage..

Es ist richtig, dass es schwer ist für den Partner, wenn man sich verändert...Nur es ist nicht so, dass ich jahrelang die Klappe gehalten habe. Ich habe schon was gesagt, nur ohne Konsequenz...Jetzt ist das anders...Ich mache klarere Ansagen, vielleicht auch einen veränderten Tonfall...Vielleicht spreche ich heute ruhiger, früher habe ich nur „gemeckert“..Heute reagiere ich notfalls mit LMAA-Stimmung und gehe meinen eigenen Weg, ohne ständig um Aufmerksamkeit zu betteln (ist jetzt übertrieben dargestellt)..
Natürlich ist das ungewohnt für den Partner...Aber soll ich mich jetzt deswegen zurückhalten ? Ich habe im Moment die Einstellung, ich versuche so ordentlich wie möglich damit umzugehen und werde sehen was die Zeit bringt. Vielleicht passen wir wirklich nicht zueinander, vielleicht kann er aber auch manche Dinge abstellen, bei denen es sich z.T. Nur um den höflichen Umgang im Miteinander geht...
Die größeren Brocken, die ich hier nicht breittreten möchte...sind ein anderes Thema...

Kurzes Beispiel zum Schluss...
Wir waren am WE Frühstücken und er „schmieß“ eine Scheibe Wurst auf meinen Teller...Ich schaute ihn an, weil wir die ganze Zeit schon die Diskussion haben wegen unserer Tochter, dass wir „ordentlich“ essen..
Er grinste und meinte: „Es hat keiner gesehen.....“ (vom Nachbartisch)...
Früher hätte ich nichts gesagt, hätte mich innerlich weitergeärgert...
Diesesmal sagte ich:
„Doch! Es hat jemand gesehen... ICH!“



Ich muss los...

16.06.2008 15:59 • #17

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Hallo Nicita,

Zitat:
Kurzes Beispiel zum Schluss...
Wir waren am WE Frühstücken und er „schmieß“ eine Scheibe Wurst auf meinen Teller...Ich schaute ihn an, weil wir die ganze Zeit schon die Diskussion haben wegen unserer Tochter, dass wir „ordentlich“ essen..
Er grinste und meinte: „Es hat keiner gesehen.....“ (vom Nachbartisch)...
Früher hätte ich nichts gesagt, hätte mich innerlich weitergeärgert...
Diesesmal sagte ich:
„Doch! Es hat jemand gesehen... ICH!“
Das meinte ich...Du bist ja schon lange überzeugt davon, dass Du z.B. bessere Manieren als Dein Mann hast, und auch davon, dass er hier und da ein Tischrüpel ist...dass es Dich nervt und ärgert, wenn er sich Deines Erachtens daneben benimmt ist ja nix neues und daran hat sich auch nichts geändert...Du sagst es jetzt halt nur laut und deutlich...gut für Dich, alles ist besser als so einen Ärger aufzustauen um dann irgendwann Tage spöter wegen irgendwas anderes zu platzen....ich will mich nicht bei Euch einmischen...ich weiß nur von mir selbst, dass ich mich über sowas NUR dann ärgere, wenn ich mit mir selbst unzufrieden bin...wenn ich ok mit mir selbst bin, dann nerven mich solche Sachen bei meinem Partner, Freund oder sonstwem kein Stück, dann ist es das was es ist, ne liebenswerte Macke oder Marotte und gut ist...den Schuh muß ich mir nicht anziehen, der hat ne Mama, ist erwachsen und für den sind solche Sachen wie z.B. einwandfreie Tischmanieren einfach nur nicht wichtig, oder der spielt einfach immer noch gerne mit Essen (mach ich übrigends auch, genauso wie ich auch in Restaurants das rauspicke und an den Rand lege was ich nicht mag - ich bin erwachsen, entscheide selbst was und wie ich esse und solange ich nicht Rülpsend, Schmatzend und Furzend meine Umgebung belästige muß das den Anderen reichen - und wenn ich ok mit mir selbst bin, dann kann ich auch locker und easy über derlei Unwichtigkeiten bei Anderen hinwegsehen...Für mich ist es z.B. das schönste Kompliment, wenn ich für Freunde koche und die sich bei Tisch die Hosen aufknöpfen um noch mehr Essen zu können...oder beim Kuchen backen mit dem Finger den rohen Teig aus der Schüssel zu *beep*...macht man nicht...klar macht man das, das ist doch das allerbeste am Backen...

Um ganz ehrlich zu sein, ich dachte immer, das wär genau das Ziel einer Therapie...dass man über derlei Dinge einfach wieder augenzwinkernd hinwegsehen kann und sowas eben nicht mehr als persönlichen Angriff oder diskriminierende oder respektlose Handlung des Anderen interpretiert...

...ich weiß nur - auch aus eigener Erfahrung, dass derlei Aufreger und Trigger nur ganz ganz selten etwas mit der Anderen Person an sich zu tun haben, sondern nur mit einem selbst. Wenn ich richtig finster drauf bin und mit mir selbst unzufrieden, dann find ich auch immer ganz schnell was (beim Anderen) das mich nervt, aufregt und ärgert...deshalb meinte ich z.b. Ich kenn doch meine Schwester...genauso wie ich unsere Mutter in der Beziehung kenne... Ich weiß nicht 100% was in deren Köpfen und Herzen vor sich geht...aber ich weiß 100% dass es - wenn sie sowieso schon mies drauf sind - schei. egal ist, was ich tue/sage/mache...irgendwas werden sie immer sehen/fühlen was sie als Aufhänger für ihren tiefsitzenden Ärger hernehmen können, ob das nun bei mir ist, bei ihren Kindern, ihren Partnern oder Irgendwem, der ihnen auf der Straße entgegen kommt...Schwester ist seit 15 Jahren in Therapie, davon über 10 in Verhaltenstherapie...Mutter hatte es nie nötig ...

Worauf ich hinauswill ist, dass das der Punkt ist, wo ICH sage, solange sie mit sich alleine nicht klar kommen und immer unzufrieden sind, solange werden sie auch nie mit Irgendjemand anderen zufrieden sein und immer irgendeinen Makel und Grund im Anderen finden, der ihren Arger und ihre Unzufriedenheit begründet und erklärt...ob sie diesen nun laut und deutlich ausdrücken oder in sich hineinfressen und irgendwann später platzen...das ist für SIE nicht egal, für SIE fühlt es sich natürlich besser und ehrlicher an, wenn sie´s gleich rauslassen - und das ist auch ok so...aber damit ist es NICHT getan...das reicht nicht...denn wenn´s nicht das eine ist dann ist es was anderes, was sie an dem Anderen ärgert, enttäuscht und was sie persönlich nehmen...und weißt Du was Nicita, das bricht mir das Herz...nicht die Gewissheit, dass meine Schwester und Mutter niemals zufrieden mit mir sein werden (ich brauch das nicht, ich hab andere Menschen, die mich auch trotz aller Schwächen und Macken lieb haben) - sondern weil das die beiden zu den einsamsten Menschen macht, die ich kenne...

Weil sie immer das Gefühl und die Gedanken hegen, dass sie nicht das von Anderen bekommen, was sie brauchen, was ihnen zusteht und was sie Zufrieden macht...und das spürt Jeder...und solange sie im Verhalten der Anderen Gründe für ihre eigene Unzufriedenheit suchen, werden sie nie Jemandem nahe genug sein, um den so anzunehmen und zu lieben, wie er ist...das ist das Zentrale Thema, dass es meines Gefühls nach geht...Eifersucht, Szenen, Ausbrüche, tiefe Enttäuschung, ausufernde Sexualität, überzogene Anforderungen an sich selbst und Andere...das sind meines Gefühls nach Symptome...das Haupthema ist Wie/Wann/Von Wem bekomme ich bedingungslose Liebe und Loyalität...so leid es mir tut...diese Zielsetzung kann ich nicht unterstützen und fördern...weil ich fest glaube, dass das das ultimativ falscheste Ziel ist, dass man nur anstreben kann...meiner Schwester ist es tatsächlich auch völlig egal, was ihr Thera oder Psychologe davon hält (das sagt sie mir auch ganz offen)...anfänglich ganz extrem und auch jetzt immer noch möchte sie aber immer noch von beiden lernen wie sie andere Menschen dazu bewegen kann ihr eben das entgegen zu bringen...

Nicht ärgerlich werden, ich vergleich Dich nicht mit meiner Mutter oder Schwester...ich weiß tatsächlich nicht, welche Ziele Du verfolgst, was Du von Dir selbst, und Deiner Umgebung erhoffst und erwartest...ich hab die Geschichte nur erzählt, um zu erklären, warum es für MICH für unserer Beziehung in Extremsituationen auch immer noch nicht den großen Unterschied macht, ob meine Schwester eine Therapie macht oder nicht...denn gerade dann zeigt sich immer wieder und ganz deutlich, dass sie es immer noch sehr, sehr persönlich nimmt, dass ich nicht die bin, die sie will...und für sie ist auch noch so klar wie für unsere Mutter, dass ICH nur nicht will obwohl ich könnte...da kommen so Sätze wie Du, ich fühl mich gerade völlig überfordert - lass mir bitte ne Minute Zeit überhaupt nicht an...weil wir beide sehr genau wissen, es geht im Grunde gar nicht um dies oder das oder irgendeine andere Person (wie z.b. an dem Tag an dem unser Vater verstorben ist)...sondern darum, dass ich IHRE ultimativen Bedürfnisse nach absoluter Liebe und Loyalität nicht erfüllen kann und das auch gar nicht von mir verlange...was sie dann umsomehr ärgert, enttäuscht und wütend macht...sie interpretiert das dann manchmal als IHR fehlendes Selbstbewußtsein...wenn sie selbstbewußter wär, dann würde sie noch hartnäckiger, noch deutlicher und noch konkretere Forderungen stellen...das denk ich mir nicht aus, das sagt sie selbst...

Ich bin ganz sicher, dass der Thera und auch auch der Psychologe in enger Zusammenarbeit darauf abzielen und hinzuarbeiten versuchen, dass sie erstmal lernt diese Ziele etwas runter zu schrauben und eben nicht mehr alles und jedes so persönlich zu nehmen...auch wieder zu unterscheiden, wann es tatsächlich um sie persönlich geht - in einigen Bereichen (z.B. im Beruf) oder wenn es ihr ok geht, hat das auch innerlich gegriffen - was ganz phantastisch ist...aber in persönlichen/intimen Beziehungen und gerade in intensiven Momenten...steht sie weiterhin voll und ganz zu ihren Überzeugungen, Zielen und Ansprüchen...die sie manchmal äußert indem sie ihren Ärger an einem einzigen Wort, einer Geste oder Blick von ihrem Gegenüber aufhängt...oder indem sie ungefiltert ihrer Enttäuschung Ausdruck verleit...nach so vielen Jahren Thera, weiß sie natürlich auch selbst, dass sie sich selbst am meisten damit schadet und von den Anderen abtrennt...aber das ist eben genau das was sie manchmal tatsächlich auch will...vielleicht ist ihre Angst vor der Erfüllung kleinerer Forderungen größer als die davor NIEMALS mit irgendwem irgendwas zufrieden zu sein...

21.06.2008 12:35 • #18


Hallo Cathy,

ich habe dein Post gestern schon gelesen...bin aber im moment etwas müde um es noch mal voll zu lesen...

Ich gebe dir recht, dass wenn man mit sich zufrieden ist, dass einen dann andere Dinge nicht wirklich aufregen...

Nur noch mal kurz zu den Tischmanieren...Wenn das das einzige wäre, würde ich da wahrscheinlich drüber stehen...Aber das andere Thema möchte ich hier nicht anbringen...

Tatsache ist, dass ich immer mehr erkenne, worin mein bisheriges Handeln herresultiert und das dies eine Geschichte ist, die ich eigenlich nicht mehr so möchte...und das ist mein Ziel...

Ich finde es gut, dass du die Beziehungsseite aus ner anderen Perspektive wie die des Partners aufgezeigt hast...
Ich denke es gibt aber da noch einen kleinen Unterschied. Du lebst ja mit deiner Schwester (wahrscheinlich) nicht zusammen..In einer Mann-Frau Beziehung (und dann noch mit Kind), ist das nochmal eine andere Geschichte. Du hast den Alltagsstress, du bist als Frau sowieso eine zeitlang komplett auf den Partner angewiesen, du sollst auch noch zwischenmenschl. Bedürfnisse befriedigen usw...

Mein Ziel ist, dass ich hoffentlich zufriedener werde, meine Therapie in Ruhe abschließen kann, danach hoffentlich in einigermaßen normalen Form äußern kann was ich will und was ich nicht will, mich auch dabei gut fühle und mir selbst mehr vertraue..

Wie sich das auf die Partnerschaft auswirkt ist derzeit für mich völlig offen...Ich kann dir nicht sagen ob mein Mann auf DAuer mit so einer Spießerin leben will, ich kann dir auch nicht sagen, ob ich die kleinen Macken übergehen kann....ich weiß es derzeit einfach noch nicht...

Solang wir beide ordentlich mit der Erziehung unsere Tochter umgehe und ich es schaffe, dass sie ein gesundes Tochter-Vater Verhältnis entwickelt bin ich schon zufrieden...und dann muss ich halt schauen, ob ich es schaffe einen Zufriedenen Weg für mich selbst zu finden.

lg
nicita

P.S. ich gehe davon aus, dass du eine Angehörige bist...ich finde es immer wieder gut Input von der anderen Seite zu bekommen. DAs hat mir in meinem alten Eifersuchtsforum auch die zweite SEite der Medaille gezeigt

22.06.2008 20:23 • #19


Hallo Nicita,

Mir war irgendwie schon klar, dass diese Kleinigkeiten wie Tischmanieren, nur symptomatisch sind, und die richtig heftigen und grundlegenden Dinge die in Eurer Beziehung schwierig sind, hier nicht angesprochen werden...das kann ich gut verstehen, gerade wo Du selbst noch Mitten drin steckst und noch nicht richtig weißt...tja...was...ich wünschte, ich könnte Dir da irgendwas hilfreiches anbieten...

Natürlich ist das Verhältnis zwischen meiner Schwester und mir ein Anderes...dennoch gab es sehr wohl Zeiten, wo wir viel zu eng, viel zu Paarbeziehung miteinander klar kommen mußten und uns auch bzgl. Kindererziehung etc miteinander auseinander setzen mußten...das waren ein paar sehr konfuse und sehr schwierige Jahre...Irgendwie standen wir beide zwischen allen Welten...Schwestern, Freundinnen, Partnerersatz, Verantwortliche, Eltern, Töchter, Tröster, Notfallmediziner etc etc etc...

Haben Du und Dein Mann vielleicht mal darüber nachgedacht oder gesprochen, dass ihr - neben Deiner Einzeltherapie - vielleicht mal einige Termine beim Thera zusammen wahrnehmen könntet? Deine Therapie, bezieht sich ja nur auf Dich, es geht um Deine Gefühle und Empfindungen und Ideen....als Außenstehender (Partner/Verwandter etc) bekommt man aber schnell auch den Eindruck, dass da ständig in Abwesenheit ÜBER einen selbst gesprochen und diskutiert zu werden scheint....und man dann einfach nur die Ergebnisse vorgesetzt bekommt....Natürlich redet ihr dort auch ÜBER Deinen Mann, aber ich bin sicher, dass es DEINE Empfindungen/Gedanken und Ideen sind, die dann besprochen werden und nicht die Psyche/der Charakter Deines Mannes, aber da Dein Mann im Moment , genau wie Du, nicht genau weiß was vor sich geht und wohin es geht, wird auch er nicht wirklich in der Lage sein, das ganz faktisch und distanziert zu bedenken...im schlimmsten Fall stellt er sich vor, ihr sitzt da ne Stunde und Du erzählst dem Thera was für ein übler Geselle er ist...

Ich glaub nicht, dass Du das machst, oder das der Thera das überhaupt in der Form zulassen würde (genaues Gegenteil von Therapie)...aber in dem Fall würd ich sagen, selbst erfahren ist 1000 mal deutlicher als davon erzählt zu bekommen...vielleicht gibt es sogar Themen, zu denen er sich selbst gerne mal äußern möchte...? Klar geht es hauptsächlich um Dich um Deine Therapie...aber eben auch um EURE Beziehung und Euer Miteinander...oder? Letztlich kannst Du nicht alleine für Veränderungen in der Beziehung sorgen...und ich finde, das solltest Du Dir auch nicht auferlegen.

23.06.2008 08:15 • #20



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