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frau_knacks
Hallo ihr,
ich hatte heute mein aller erstes Gespräch mit einem Psychologen. Ich muss sagen dass ich eher enttäuscht bin.
Ich leide unter teilweise sehr heftigen Angstzuständen und phasenweise Hypochondrie. Er ging darauf aber kaum ein sondern fragte viel über meine Kindheit, über das Verhältnis zu meinen Eltern usw. Da meine Kindheit durchwachsen war (Scheidung, Vater brach iwann den Kontakt ab) fand er da natürlich viel Futter und bohrte immer weiter. Es fiel mir total schwer mich direkt so nackig zu machen vor einem völlig fremden und irgendwie fühlte ich mich die ganze Zeit missverstanden. Er sagte dann auch dass er nicht ganz den Zusammenhang zu meinen Ängsten und Panikattacken versteht. Ich fühlte mich die ganze Zeit so unwohl obwohl er an sich recht nett war. Außerdem war ich die ganze Zeit kurz vorm losheulen und wusste gar nicht warum.

Mich würde mal interessieren wie bei euch so die ersten Gespräche waren. Habt ihr sofort gespürt ob ein Therapeut zu euch passt? Habt ihr euch auch so schwer getan über euch zu reden mit einem völlig fremden Menschen? Musstet ihr weinen oder was hat es emotional mit euch gemacht?

28.05.2019 19:24 • 06.10.2019 #1


16 Antworten ↓


-Leeloo-
Bei mir war es auch heftig, ich bin in Tränen ausgebrochen, das war mir auch sehr peinlich. Aber ich habe auch genau das gesagt, dass es mir unangenehm ist, dass ich jetzt heulen muss. Du kannst selbst entscheiden, was und wieviel du am Anfang erzählen möchtest. Du kannst auch sagen, dass es dir gerade unangenehm ist, dass die Situation neu ist und du dich unwohl fühlst. Wenn er empathisch darauf eingeht, kannst du nach und nach mehr erzählen...es liegt in deiner Hand...
Ich hatte ca. 5 Gespräche, um zu spüren, ob die Chemie zwischen uns passt.

28.05.2019 20:16 • #2


Safira
Vergiss den Psychologen und ab zum nächsten Psycho Date.

Ich hatte bis jetzt 5 Erstgespräche. Alle waren anders. Nr1 und 4 haben mich nie wieder gesehen.
Beim fünften war ich sehr sehr skeptisch bezüglich der Erfahrung meiner letzten Therapeutin Nr.3. Habe dieses Erstgespräch von Nr.5 zu Hause im Geiste auseinandergenommen. Letztendlich habe ich mit ihm eine Therapie begonnen und bin sehr zufrieden.

Schlussendlich dient dieses Erstgespräch dazu um für dich herauszufinden ob du mit diesen Menschen über schwere Themen sprechen kannst. Ob es einen Ansatz für eine Basis gibt. Das kann man auch manchmal nicht beim ersten Gespräch erkennen. Aber wenn es gleich so abläuft wie du geschildert hast musst du gucken. In der Regel hast du fünf probatorische Gespräche, die man dazu nutzen kann. Du musst dich also nicht gleich entscheiden. Kannst du aber.

28.05.2019 20:20 • x 1 #3


frau_knacks
Ich habe morgen direkt das nächste und bin schon sehr gespannt. Es ist leider mittags und danach muss ich wieder an die Arbeit, weshalb ich hoffe dass es mich nicht zu sehr aufwühlt.
Der von heute hat momentan auch nur was in der Gruppentherapie frei und ich bin mir noch nicht sicher ob das was für mich ist.

28.05.2019 20:38 • #4


Safira
Hat er dich denn über diese Gruppentherapie aufgeklärt?

28.05.2019 21:37 • #5


frau_knacks
@Safira nur ein bisschen, da war die Zeit dann leider schon um und er konnte nicht mehr so darauf eingehen. Ich weiß nur dass eine Sitzung dann 2x 50 Minuten dauert und 7 Teilnehmer dabei sind (was ich ganz schön viel finde)..

Das 2. Gespräch vorgestern war dafür total angenehm, ein sehr netter Psychologe der scheinbar auch viel Ahnung gerade von den ganzen Symptomen um die Panik herum hat. Leider arbeitet er nur bis 16 Uhr und was sage ich dann meinem Arbeitgeber?
Naja, weitersuchen ist angesagt...

Ich habe jedenfalls für mich herausgefunden dass eine Verhaltenstherapie mir eher zusagt als eine tiefenpsychologische. Das sagte mir auch der 2. Psychologe bei dem ich war. Das hat mir wieder etwas Hoffnung gegeben.

31.05.2019 11:14 • #6


Schlaflose
Zitat von frau_knacks:
Ich weiß nur dass eine Sitzung dann 2x 50 Minuten dauert und 7 Teilnehmer dabei sind (was ich ganz schön viel finde)..


7 viel? Ich war mal in einer Gruppentherapie, da waren 10-12 Teilnehmer. Es herrschte aber oft langes Schweigen, weil niemand sehr gesprächig war

31.05.2019 17:20 • #7


Safira
Ich finde 7 auch okay. In meiner Psycho Klinik waren wir mindestens 14. Von Anfang bis zum Ende habe ich mich überhaupt nicht wohlgefühlt. Die Therapeuten wechselten wie sie gerade Dienst hatten. War alles 0/8/15
Durch die Fluktuation waren wöchentlich auch 2-4 neue Patienten neu in der Gruppe. Es kam nichtmal ansatzweise ein Vertrauensgefühl in mir auf. Leider waren alle Krankheitsdiagnosen zusammen gewürfelt gewesen.

Wenn es von Anfang bis zum Ende immer die gleichen Leute wären, mit einem straiten Coach, würde ich sofort ja sagen.

31.05.2019 17:41 • #8


Hallo,

was haltet Ihr von einer Psychologin, die sagt wenn man einen Termin bei Ihr nicht rechtzeitig absagt (48 Std vorher) sie die Stunde in Rechnung stellt, der Grund ist egal und es ist keine Privatpraxis.

03.10.2019 16:24 • #9


kritisches_Auge
Das ist ihr gutes Recht, es gibt sogar Therapeuten die ein Gespräch abrechnen auch wenn man rechtzeitig absagte.

Im allgemeinen hasse ich zwar den Satz " wenn das alle täten" aber hier hat er seine Berechtigung, die Stunden stellen die materielle Existenz des Therapeuten sicher und die kk bezahlt nicht für Stunden die nicht gegeben wurden.

Wenn manche Therapeuten großzügig sind und die abgesagten Stunden nicht abrechnen, ist das nett, aber nicht einforderbar.

03.10.2019 16:32 • x 1 #10


Ja klar ist das Ihr gutes recht, sie hat es mir auch so erklärt das sie viele anfragen bekommt und es nicht gut findet einen Termin abzusagen wo in der zeit jemand anderes den Termin hätte wahrnehmen können. Ich hatte schon mal 2 kostenlose Gespräche in einer Privatpraxis, aber das ist bestimmt die Ausnahme.

Wenn man gut verdient tun 80 Euro nicht so weh, aber jemand der nicht viel hat, schreckt das schon ab.

03.10.2019 16:41 • #11


kritisches_Auge
Die Härte ist ja auch, dass manche Therapeuten verlangen dass man sich mit den Ferien nach dem Therapeuten richtet.

Ich finde bei wirklich ernsten Gründen, z.B. Krankheit sollte nach Vorlage eines Attestes die kk eine Mindestsumme zahlen.

Meine Therapeuten verlangten es nicht.

Ich wurde bei einem Erstgespräch gefragt was ich ändern wollte

03.10.2019 16:50 • x 1 #12


Ja bin deiner Meinung, bei Krankheit sollte die kk was beisteuern. Sie meinte auch irgendwie wenn sie es könnte, würde sie sogar Termine bis Mitternacht anbieten....

Da kann man schon denken, das Geld vor dem Klienten Vorrang hat
Aber irgendwie kann ich das schon verstehe, Therapiegespräche sind nicht einfach und für eine Psychologie Studium muss man auch lange Studiert haben.

03.10.2019 17:04 • #13


Schlaflose
Zitat von Mentalist:
Aber irgendwie kann ich das schon verstehe, Therapiegespräche sind nicht einfach und für eine Psychologie Studium muss man auch lange Studiert haben.

Nicht das Psychologiestudium ist der Grund sondern die mehrjährige teure Ausbildung zum Psychotherapeuten, die aus eigener Tasche bezahlt werden muss, um die Kassenzulassung zu bekommen, ist der entscheidende Faktor. Das hat aber jetzt ein Ende. Es ist gerade ein neues Gesetz in Kraft getreten, dass Psychotherapie ein eigener Studiengang geworden ist. Auf diese Art werden hoffentlich in Zukunft mehr Therapeuten auf dem Markt sein.

04.10.2019 07:05 • x 1 #14


kritisches_Auge
Nicht nur für die Kassenzulassung braucht man diese Ausbildung sondern um überhaupt als psychologischer Therapeut praktizieren zu können, es gibt da noch ein Hintertürchen mit dem Patienten noch vor der Kassenzulassung angenommen werden können oder auch Selbstzahler.

Während der Ausbildung müssen ja verschiedene Praktika gemacht werden, mit viel Glück kann man eins bekommen bei dem man schon als Psychologe mit Bezahlung arbeiten kann. Das ist sehr stressig, weil regelmäßig das Institut in dem die Ausbildung stattfindet aufgesucht werden muss, dann gibt es kein Wochenende.

Wie gut, dass es jetzt Änderungen gibt.

Ich machte eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie, mein Therapeut hatte gleichzeitig eine große Praxis als Psychiater und seine Frau, die am Empfang saß, sagte einmal, sie wären froh über jede Absage weil sie dann mehr Zeit hätten.

Er bohrte, fragte ewig was ich än mir ändern wollte, als ich sagte, das sei verschwommen, wie im Nebel, meinte er, dann müsse man diese Nebel eben greifen, er würde mich am Zopf herausziehen und dass er nicht den Anspruch habe, helfen zu können, helfen müsste ich mir selber.

04.10.2019 08:28 • #15


frau_knacks
Zitat von Mentalist:
Hallo,was haltet Ihr von einer Psychologin, die sagt wenn man einen Termin bei Ihr nicht rechtzeitig absagt (48 Std vorher) sie die Stunde in Rechnung stellt, der Grund ist egal und es ist keine Privatpraxis.

Das machen alle Psychologen so, soweit ich weiß. Meine auch. In der Regel haben alle Psychologen einen so vollen Terminkalender dass sie ohne Probleme jemanden dazwischen schieben können wenn jemand ausfällt, dann musst du auch nicht zahlen. Außerdem richtet sich der Betrag nach dem Gehalt und da ich wenig verdiene haben wir es bei 30 Euro angesetzt, was mich jetzt auch nicht in den Ruin treibt.

06.10.2019 15:05 • x 1 #16


kritisches_Auge
Ich meine, das erste Gespräch sollte eher auf sachlicher Ebene ablaufen, informieren welche Art der Therapie dieser Therapeut macht, Aufklärung, auch hierbei merkt man, ob der Therapeut einem sympathisch ist.

06.10.2019 15:22 • x 1 #17




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf