34

Mindhead
So, den Termin hatte ich nun ebenfalls.
Die Termine werden auf mehrere Tage verlegt. Der erste Termin ist nun vorbei.
Irgendwie war es okay. Es ging vor allem über die Schullaufbahn, meine Probleme dort mit den anderen und wie es bei mit mit "Freunden" ist.

Dann habe ich einen Fragebogen bekommen, den meine Eltern ausfüllen müssen... Das wird schwer, da es beide tun müssen und nicht nur mein Vater.
Meine Mutter weiß nichts von den Termin, da sie meistens meine Probleme nicht ernst nimmt, nicht erkennt, oder sie anders darstellt als sie sind, oder meint ich übertreibe. Ich habe Angst, dass es letztendlich das Testergebnis verfälschen könnte... Angst, dass sie alles ausfüllen möchte so wie es für sie den Anschein macht und für sie gut ist...

Der nächste Termin ist nächsten Monat.
Dann wird ebenfalls Blut abgenommen und ich muss ein mrt machen, den Termin muss ich noch irgendwo machen.
Im nächsten Termin werde ich selber Fragebogen ausfüllen müssen. Das freut mich. Das kann ich besser als reden.
Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob alles so rüber gekommen ist, wie ich es wollte. Ich finde es so schwierig meine Sichtweise zu erklären.

14.06.2019 10:22 • x 1 #21


Jochanan
Probleme sich selbst zu erklären gehört zu Asperger dazu und ich finde, so wie es bei dir ist, ist es eigentlich offensichtlich. Da brauchst du dir gar keine Sorgen zu machen. Das wird schon alles gut werden.

14.06.2019 11:15 • x 1 #22


Icefalki
Zitat von Mindhead:
Das wird schwer, da es beide tun müssen und nicht nur mein Vater.


Mach dir keinen Kopf, auch wenn sie den nicht ausfüllen sollten, oder, deiner Meinung nach, schönen.

Ich musste damals indirekt fragen, ob ich als Kind geliebt worden bin. Die Antwort war sehr aufschlussreich.

Es gibt sogar psychologische Test, wo festgestellt wird, ob die Person zu Unwahrheiten neigt, das nur am Rande.

Bei dir geht es nur darum, eine Diagnose zu bekommen. Und mit einer gesicherten Diagnose kann man dann in die richtige Richtung therapieren. Also, runter mit deinem Stress. Alles gut.

14.06.2019 11:40 • x 1 #23


Mindhead
@jochanan
Ich bin mir nicht sicher, die beiden müssen auch einen Termin ausmachen -zu dem wird vermutlich nur meine Mutter gehen können, da mein Vater wo anders arbeitet und von dort aus nicht eben hier her kommen kann.
Ich habe einfach Angst, dass meine Mutter zum Beispiel ankreuzt, dass ich gerne mit anderen Kindern früher Rollenspiele gespielt habe, während ich der Frau Dr. erzählt habe, dass ich das nicht gerne gemacht habe und wenn, dann immer gesagt habe was die anderen zu tun haben (wobei das sogar meine Cousine bei Erzählungen über früher immer anmerkt und meint, ich hätte ihr immer gesagt, was gemacht wird und anders ging es nicht).
Aber ich hoffe, dass sie weiß, dass Eltern ihre Kinder oft "besser" versuchen darzustellen. Mal sehen.
Mir geht es auch nicht um die Diagnose, sondern um die Richtigkeit.

@Icefalki
Meine Eltern müssen leider auch selber dort hin kommen und mit der Frau Dr. reden. Meine Mutter ist sehr überzeugt von ihrer Wahrnehmung und ich habe als Kind z.B. nie angesprochen, dass ich mich so anders fühle. Weil ich dachte, dass sich jeder so fühlt. Ich bezweifele, dass meine Mutter das weiß.
Ich werde die kommenden Tage versuchen das mit meinem Vater erstmal zu klären, bevor das mit meiner Mutter besprochen wird. Dann sehe ich weiter.

Ich bin auch wohl gespannt, solche Gespräche führt man immerhin sonst nie. Zumindest nicht bei uns Zuhause.

Heute allerdings, haben meine beiden Eltern angesprochen, dass ich mit meinem Ehrenamt (welches ich sowieso schon nur 3-4 Stunden pro Woche mache) aufhören soll, weil ich die ganze Woche über nichts anderes machen kann (als mich erholen) und mich die paar wenigen Stunden jedes Mal schon so extrem auslaugen -ich arbeite mit Kindern. Ich arbeite dort erst seit ein paar Wochen, aber es geht einfach nicht. Auch wenn ich mich noch verpflichtet fühle dort zu arbeiten, weil ich bis Oktober eingeschrieben bin.

14.06.2019 18:45 • #24


Schlaflose
Wie alt ist du denn, dass deine Eltern einbezogen werden? Bist du nicht volljährig?
Was wäre, wenn deine Eltern tot wären, und nicht erscheinen könnten?
Ich würde darauf bestehen, dass das ganze nur mit mir getestet wird.

15.06.2019 15:45 • #25


Mindhead
Zitat von Schlaflose:
Wie alt ist du denn, dass deine Eltern einbezogen werden? Bist du nicht volljährig?
Was wäre, wenn deine Eltern tot wären, und nicht erscheinen könnten?
Ich würde darauf bestehen, dass das ganze nur mit mir getestet wird.


Ich bin 21 Jahre alt. Meine Eltern werden mit einbezogen, da es auch darum geht, wie ich z.B. war, als ich 4 Jahre alt war und jünger.
Wenn meine Eltern nicht mehr leben würden, würden sie natürlich nicht mit einbezogen werden. (Natürlich bin ich sehr dankbar, dass beide leben).

Ich habe es heute beim Frühstück geschafft mit meinem Vater darüber zu reden. Das Gespräch lief sehr positiv und wir schauen uns heute noch gemeinsam den Fragebogen an und ich zeige ihm eine Präsentation von Tony Attwood zur Information.
Dann schauen wir, wie wir das am besten mit meiner Mutter besprechen und er wird extra schauen, ob er regeln kann, dass er beim Termin, der bei der Klinik gemacht werden muss, dabei sein kann. Immerhin arbeitet er in einem anderen Land ab nächster Woche und nur noch ein Mal pro Woche in Deutschland.
Aber da lässt sich bestimmt eine Regelung finden. Ich habe auch gesagt, dass er das seinem Arbeitgeber gerne erklären darf.
Meine Mutter kommt erst heute Abend wieder nach Hause. Dann muss das wohl erklärt werden... Ich habe ziemliche Angst davor. Aber zumindest ist mein Vater offen dafür und ich habe direkt gesagt, ich werde nicht alleine mit ihr darüber reden.

16.06.2019 10:04 • #26


Icefalki
Zitat von Mindhead:
Aber zumindest ist mein Vater offen dafür und ich habe direkt gesagt, ich werde nicht alleine mit ihr darüber reden.


Hast einen guten Vater. Und wegen deiner Mutter. Erwarte einfach nichts. Weder negativ, noch positiv.

Wenn sie es braucht, wie auch immer zu reagieren, hat das was mit ihr zu tun. Du willst eine Diagnose, willst die richtige Therapie, um mehr geht es nicht.

16.06.2019 10:16 • x 1 #27


Jochanan
@Mindhead

Beruhigen dich eigentlich auch sich wiederholende Dinge sehr?

Ich schaue seit einigen Monaten ein Lets Play von Resident Evil 1 jeden Abend. Ich esse seit einigen Monaten dasselbe. Ich habe zwar über hundert Spiele, aber spiele meistens Resident Evil 4 auf der PS4 oder Subway Surfer auf dem Handy, weil es mich beruhigt.

Meinst du, das liegt an der Angst oder gehört es eher zu Asperger?

Außerdem ist es bei mir so, dass umso mehr Stress ich habe, umso passiver werde ich, bis ich dann gar nichts mehr sage. Es ist wie eine Art Mutismus, in die ich dann verfalle. Ich rede dann entweder kaum oder gar nicht mehr.

Wie unterscheidest du zwischen deine Ängsten und möglichem Asperger, z.B. wenn es um Augenkontakt geht?

16.06.2019 13:11 • #28


Mindhead
Zitat von Icefalki:

Hast einen guten Vater. Und wegen deiner Mutter. Erwarte einfach nichts. Weder negativ, noch positiv.

Wenn sie es braucht, wie auch immer zu reagieren, hat das was mit ihr zu tun. Du willst eine Diagnose, willst die richtige Therapie, um mehr geht es nicht.


Es geht auch nicht um mehr. Aber die Aussage meiner Mutter ist immerhin wichtig. Egal wie sie diese macht...

Zitat von Jochanan:


Beruhigen dich eigentlich auch sich wiederholende Dinge sehr?

Ich schaue seit einigen Monaten ein Lets Play von Resident Evil 1 jeden Abend. Ich esse seit einigen Monaten dasselbe. Ich habe zwar über hundert Spiele, aber spiele meistens Resident Evil 4 auf der PS4 oder Subway Surfer auf dem Handy, weil es mich beruhigt.

Meinst du, das liegt an der Angst oder gehört es eher zu Asperger?

Außerdem ist es bei mir so, dass umso mehr Stress ich habe, umso passiver werde ich, bis ich dann gar nichts mehr sage. Es ist wie eine Art Mutismus, in die ich dann verfalle. Ich rede dann entweder kaum oder gar nicht mehr.

Wie unterscheidest du zwischen deine Ängsten und möglichem Asperger, z.B. wenn es um Augenkontakt geht?


Ja. Wiederholendes ist für mich sehr wichtig. Sonst funktioniert gar nichts mehr bei mir.
Du musst schauen, ob es bei dir schon immer so war. Du schreibst "seit einigen Monaten". Das ist ein Unterschied.
Bei mir war es z.B. schon immer so. Ich werde ansonsten sehr frustriert und ja, bekomme Angst. Aber wie gesagt war das schon immer so. Mit Veränderungen kann ich auch nur sehr schlecht umgehen. Spontanität ist auch ein riesiges Problem.

Das mit dem Stress ist ja auch ganz normal, dass man dass passiver wird, oder eher aggressiver. Das ist zumindest bei den meisten Menschen so, soweit ich weiß.
Ich werde tatsächlich aggressiver bei Stress.

Ich unterscheide danach, inwiefern es 1. schon immer so war und 2. weshalb z.B. eine Angst da ist.
Zum Beispiel Augenkontakt: Augenkontakt war für mich schon immer schwierig. Als Kind hatte ich (sofern ich mich erinnere) keine Angst davor, habe es aber auch nicht gemacht weil mir dabei 1. sehr unwohl war und ich mich dann nicht mehr konzentrieren konnte, 2. ich einfach den Sinn nicht darin erkennen konnte und Augenkontakt nie verstanden habe und 3. es nicht funktioniert hat, wenn ich es versucht habe. Und genau so ist es auch jetzt noch, nur dass auf Grund des gesellschaftlichen Drucks die Angst dazu kommt.
Die Angst davor ist demnach nicht so im Vordergrund, sondern kam auch erst später, als man mich immer wieder dazu gedrängt hat. Auch nur weil ich so sehr dazu gedrängt wurde versuche ich es überhaupt.

Nehme ich zum Beispiel die starke Angst vor Veränderungen ist es so, dass Veränderungen Chaos in meinem Kopf anrichten und diese Welt dann noch weniger Sinn und Greifbarkeit für mich hat.
Da muss man unterscheiden z.B. wenn es darum geht, dass man Angst vor Veränderungen hat wenn es z.B. einfach zum Lebensabschnitt gehört -jeder hat Angst oder ist Aufgeregt wenn ein Jobwechsel ansteht, wenn man auszieht etc.
Ich denke vor allem ist es immer wichtig zu schauen, seit wann man diese, z.B. Ängste, hat und weshalb.
Und man darf nicht vergessen, dass manche Ängste für ein bestimmtes Lebensalter normal sind (sofern nicht übermäßig vorhanden) etc.

16.06.2019 14:26 • #29


Meteora
Respekt, dass du diese Diagnostik machst! Meine Therapeutin wollte auch mal, dass ich das mache, und ich hatte furchtbare Angst davor, weil ich völlig unbegründete Vorurteile gegen Autismus habe. Ich habe dagegen gekämpft und einige Beweise gegen Autismus bei mir gefunden:

z.B. halte ich aus Angst keinen Augenkontakt, weil ich denke, andere Leute sehen darin meine wahren Gefühle über sie, die nicht immer positiv sind. Ich habe zwar Spezialinteressen (Philosophie), welche aber ständig wechseln. Ich verstehe zwischenmenschliche Beziehungen oft nicht, aber nur, weil ich als Kind sehr isoliert war (Einzelkind und Mobbingopfer), wodurch ich gar keine Chance hatte, soziales Verhalten zu lernen und zu verstehen. Ich mag zwar raue Oberflächen nicht und brauche bei Sonne immer eine Sonnenbrille, aber solche sensorischen Schwierigkeiten hat jeder Mensch bei irgendwas. Niemand mag alles. Außerdem habe ich blaue Augen, welche aufgrund niedriger Pigmentzahl sowieso anfälliger gegen Lichtempfindlichkeit sind. Routine liebe ich natürlich, aber wer tut das nicht? Man braucht doch irgendwas, um sich daran festzuhalten! Man braucht Sicherheit, gerade wenn man Angst hat!
Du siehst also, viele autistische Symptome lassen sich durch andere psychische Befindlichkeiten erklären oder als Reaktionen auf ein Trauma deuten.

Wenn du diese Diagnose hast, dann hast du sie dein ganzes Leben. Es hilft, sich in eine Schublade einordnen zu können, und endlich zu wissen, was einen anders macht als andere. Aber hilft es dir wirklich, wenn du dich anderen damit erklären kannst? Genau dieser Vorteil ist nämlich auch ein Nachteil, weil andere dich dann durch die Brille "Autistin" sehen.
Autismus ist zurzeit eine Modediagnose. ADHS war die Modediagnose in meiner Kindheit, deswegen hatte ich sie auch. Heute ist das aber revidiert. Ich kann mich auf was konzentrieren, wenn es mich wirklich interessiert, auch vier Stunden am Stück. Am Ende meiner Therapie revidierte meine Therapeutin auch ihre Vermutung von Autismus. Mein Verhalten sei eher ein Automatismus aufgrund der schwierigen Erlebnisse in der Kindheit.

19.06.2019 11:39 • x 1 #30


Mindhead
@Meteora

Hallo,
ich wollte am Anfang ebenfalls die Diagnostik nicht machen. Deswegen habe ich auch erst zwei Monate später zugestimmt, als die Psychologin und ich vieles durchgegangen sind.
Welche Vorurteile hast du denn gegen Autismus?
Tatsächlich war ich erst schockiert, als die Psychologin dieses Thema und den Verdacht ansprach, da ich auch nur Autismus kannte im Hinblick auf den frühkindlichen Autismus. Danach habe ich mich damit auseinander gesetzt und sie hat mir auch sehr viel erklärt. Ich denke für mich war es auch gut, mich mit dem Thema nicht auszukennen. Denn somit konnte ich mir nichts ausdenken -ich hoffe du verstehst, wie ich das meine.

Ich habe ebenfalls versucht erstmal Gründe zu finden, die bei mir gegen Autismus sprechen.
Bei dem was du schreibst, kann ich durchaus verstehen, dass es dann wohl kein Autismus ist und deine Therapeutin ihre Meinung geändert hat. Bei dir scheint es für diese Verhaltensweisen einige Erklärungen zu geben.
Bei mir lassen sich so jedoch keine Gründe finden. Erst später durch ein Trauma (da war ich schon im Teenager Alter), dass ich deswegen noch schwieriger mit Körperkontakt umgehen kann. Das war vor dem Trauma allerdings auch schon so und das Trauma hat es "nur" verschlimmert.
Zum Beispiel, dass ich so schlecht bin in zwischenmenschliche Beziehungen, dagegen kann ich keinen Grund finden. Denn ich war zwar ab ein gewisses Alter ein Mobbingopfer, allerdings habe ich eine sehr gute Familie und auch einen Bruder. Lernen konnte ich soziale Regeln nur indem sie mir sehr deutlich und direkt erklärt wurden ohne Drumherum und sogar dann mach(t)e ich noch viele Fehler.
Spezialinteressen können sich aber auch ändern. Das ist kein Grund gegen eine Diagnose. Meine haben sich im Laufe der Zeit ebenfalls geändert. Zwar wenig, aber es gab einen Wechsel.
Meine Körperwahrnehmung ist sehr verwirrend. Ich bin extrem Licht- und Geräuschüberempfindlich. Dass ich Geräuschüberempfindlich bin kann mit meiner Hörschädigung zusammenhängen, ist allerdings kein Muss. Ich laufe auch im Winter mit einer Sonnenbrille umher. Ich habe grüne Augen.
Schmerzunterempfindlich bin ich ebenfalls und es gibt Materialien die ich überhaupt nicht anfassen kann (zum Beispiel Ton) oder nicht essen kann (Zwiebeln, Trauben etc.) auf Grund der Konsistenz oder Farbe (keine gelbe Marmeladen). Zudem habe ich zwei Synästhesie Formen.
Ich verstehe auch nicht, wie Menschen keine Routinen mögen können. Aber die meisten Menschen klammern sich nun mal nicht so sehr daran. Bei mir geht ohne Routinen gar nicht. Dann ist es pures Chaos in meinem Kopf. So kann ich auch kein bisschen flexibel sein.
Das mit dem Blickkontakt habe ich hier schon erklärt, aber nochmal: Vor allem als Kind hatte ich keine Angst davor. Aber mir wurde dabei sehr unwohl und ich konnte/kann einfach nicht verstehen, weshalb der Blickkontakt für Menschen wichtig ist. Ich kann da nichts erkennen und es ergibt keinen Sinn für mich. Die Angst davor kam mit der Zeit, als der Druck von Außen immer größer wurde, dass ich die Menschen ansehen MUSS. Zum beispiel hat mich ein Lehrer bei der Verabschiedung am Ende des Schultages immer wieder nach hinten in die Reihe geschickt, wenn ich ihm beim "auf wiedersehen" sagen nicht in die Augen geschaut habe. Solche Sachen haben dann mit den Jahren Angst hervor gerufen, weil da von meiner Seite auch einfach die Frage war, "wieso?" und "ich verstehe das einfach nicht".
Aber letztendlich KANN ich es einfach NICHT. Ich kann beim Anschauen mich nicht konzentrieren. Denn dann muss ich mich darauf konzentrieren und dann kann ich weder reden, noch zuhören. Und wie gesagt, es ergibt für mich einfach keinen Sinn.

Was bei mir z.B. gegen Autismus sprechen würde, ist tatsächlich die Sprache. Ich kann zwar mehrere Sprachen, jedoch keine perfekt. Was auch größtenteils an meiner Hörschädigung liegt, bzw. am ausschließlich visuellem Denken.
(Die Hörschädigung wird für meine restlichen Symptome übrigens ausgeschlossen als Ursache)

Der Grund, dass viele autistische Symptome sich durch andere (z.B.) psychische Störungen erklären lassen, ist natürlich der Grund, dass die Diagnostik so lange dauert und viel ist. Denn es ist wichtig die Abgrenzung zu machen. Ich finde das ebenfalls sehr wichtig.

Bei mir kommt vielleicht dazu, dass mein Cousin selber einen atypischen Autismus hat (sofern ich weiß) und in meiner Familie gehäuft autistische Züge vorkommen. Die Frau Dr., welche meine Diagnostik macht, kann sich auch vorstellen, dass z.B. mein Vater betroffen ist.

Die Diagnostik mache ich nicht für andere, sondern nur für mich. Natürlich geht es auch darum, dass meine Familie lernen kann mich besser zu verstehen -aber vor allem möchte ich mich, mein Verhalten und meine Wahrnehmung besser verstehen. Ich würde auf keinen Fall jedem von der Diagnose erzählen. Wozu auch? Wichtig ist es vielleicht für das Studium und später für die Arbeit. Aber ansonsten möchte ich als die Person akzeptiert werden, die ich bin. Und nicht weil Menschen sich denken "oh, sie ist autistisch, so ist sie eben". Ich bin ich und nicht eine Diagnose.
Ich habe auch lange überlegt, ob ich überhaupt eine Diagnose möchte. Eben weil man sie dann sein ganzes Leben lang hat und viele Menschen Vorurteile haben.
Für mich ist es aber wichtig die geeignete Hilfe dafür zu bekommen. Und auf all meine Fragen eine Antwort zu erhalten. Ich habe mich mein gesamtes Leben anders und falsch gefühlt. Ich wollte immer normal sein (gesellschaftlich betrachtet) -bzw. ab dem Mobbingbeginn- und ich habe es nie geschafft.
Ob etwas eine Modediagnose ist... was das angeht habe ich keine Ahnung. Damit habe ich mich nie beschäftigt und darum habe ich mir nie Gedanken gemacht. Ich finde das auch nicht wichtig, sofern eine gute und professionelle Diagnostik gemacht wird.

Letztendlich kann es durchaus sein, dass es kein Autismus ist. Das ist eine Möglichkeit.
Ich versuche mir da gerade gar nicht so viele Gedanken drüber zu machen. Ich werde abwarten was dabei raus kommt und je nachdem, was raus kommt, werde ich mir die geeignete Hilfe holen.

Vor den kommenden Terminen habe ich allerdings trotzdem Angst. Nicht selber vor dem Ausfüllen der Fragebögen, aber eben vor dem Termin zu denen meine Eltern gehen müssen und vor dem Fragebogen, den sie ausfüllen müssen.
Einerseits, weil ich auch irgendwie Angst davor habe mehr über mich herauszufinden, andererseits weil vor allem meine Mutter mich häufig anders darstellt, als ich bin und meine Probleme oft verharmlost/mir die Schuld zuschiebt.

19.06.2019 12:52 • #31


Mindhead
Ich bin gerade den Fragebogen mit meinen Eltern durchgegangen.
Meine Mutter schiebt alles auf meine Hörschädigung.
Mein Vater und meine Oma zum Beispiel, die teils die gleichen Probleme haben, dürfen das aber, weil sie auf beiden Ohren hören?

Es ist erschreckend zu sehen, wie sie über manche Fragen lacht, meint ich bilde mir etwas ein (wie soll man sich etwas einbilden, wenn man das vorher gar nicht kannte?), Sachen einfach anders darstellt, als sie sind.
Zum Beispiel beim Thema Freunde: Ich habe kaum welche. Ist okay. Aber sie wollte "Häufig" ankreuzen? Und das, obwohl sie selber immer sagt, dass ich ja kaum welche habe, manchmal gar keine etc. Jetzt hat sie Manchmal angekreuzt, weil mein Vater noch meinte "schau mal den Unterschied zwischen ihr und ihren Bruder an" und meine Mutter nur "Aber sie hat doch zum Beispiel L.". Udn ich "L. ist doch gar nicht mehr meine beste Freundin..." (L war in der Grundschule meine einzige und auch meine beste Freundin). Aber meine Mutter stellte es jetzt plötzlich da, als wären wir immer noch super gut befreundet und hätten viel Kontakt.
Obwohl sie genau weiß, dass es gar nicht so ist.
Aber sie ist so dermaßen überzeugt von ihrerer Sicht. Und mich verletzt es wirklich sehr zu sehen, dass meine eigene Mutter, mich scheinbar nicht akzeptiert.

Sie kann meine Probleme nicht ernst nehmen. Es ist als würde sie eine andere Person sehen, aber nicht mich.
Mein Vater hat letzte Woche beim Durchgehen des Fragebogens einige Fragen noch anders beantwortet und jetzt hat er einfach immer meiner Mutter zugestimmt.
Dabei war er dem gegenüber eigentlich so offen. Meine Mutter hingegen ist komplett voreingenommen und würde mich vermutlich als perfektes Kind darstellen wollen, wenn sie könnte.

Sie fragte mich, ob ich denn nicht hätte fragen können, ob es denn wirklich nötig sei, dass sie den Fragebogen durchgehen. Ich wäre doch schon erwachsen und sollte das sollte doch so geregelt werden können.
Und ich überlege mir wirklich ihr zu sagen, dass wenn sie kein persönliches Gespräch möchte sie doch bitte dort anrufen soll und das selber sagen soll.
Tatsächlich würde sogar ich das für sie machen.

Ich fühle mich jetzt so dumm, dass ich wirklich auch nur die Hoffnung hatte, dass sie es ernst nehmen würde.

23.06.2019 12:52 • x 1 #32


kopfloseshuhn
Ich finde, du solltest das bei der Diagnostik auch dringend ansprechen!
Ich glaube kaum, dass du allein damit bist, dass die Eltern lieber eine bessere Version ihres Kindes darstellen wollen.

Es tut mir leid, dass du dich deswegen so abgelehnt fühlst.
Ganz ganz liebe Grüße

23.06.2019 14:36 • x 2 #33


Jochanan
Hallo,

es tut mir sehr Leid, dass deine Mutter so reagiert, aber ich finde es auch nachvollziehbar. Sie liebt dich und möchte nicht, dass du als Autistin gilst. Es ist zwar ärgerlich, aber ich hoffe, du verstehst sie.

Du könntest dein Vater darum bitten, dass er dir ein kurzen Bericht schreibt, über seine Ansicht und ich würde an deiner Stelle ebenfalls auch ein kurzen Bericht schreiben, in dem du u.a. die Sitation mit deiner Mutter erklärst und wie du es siehst.

Ich muss noch die Arztberichte besorgen, aber ich werde ein zweiseitigen Bericht noch einreichen.

Es ist zwar mehr Arbeit an die, aber es ist nichts schlimmes. Die werden sich das durch lesen.

Du hast nichts zu verlieren. Und, ich bleibe dabei, bei dir ist es wirklich offensichtlich.

Mach dir bitte keine Sorgen. Ich würde mich stark wundern, wenn die es nicht erkennen würden und sei dir sicher, dass alles nicht nur an dem Arztbericht deiner Mutter hängt.

Und, falls du die noch hast, würde ich die Grundschulzeugnisse in Kopie auch einfügen. Da steht ja meistens einiges über einen.

Bei mir steht z.B. dass ich Anschlussschwierigkeiten habe. Genauso wie ich noch immer Anschlussschwierigkeiten habe. Dies hat sich nicht geändert und ich weiß wirklich nicht, ob es nur die Angst ist oder ich es einfach nicht hinkriege.

23.06.2019 14:47 • x 1 #34


Mindhead
@kopfloseshuhn
Ich denke ebenfalls, dass das bestimmt viele Eltern tun.
Ich weiß nur nicht genau, wie ich das ansprechen soll, wenn nicht explizit danach gefragt wird.
Damit habe ich dann große Schwierigkeiten...
Ich danke dir sehr. Ich finde es gerade sehr schwierig damit umzugehen.

Liebe Grüße!

@jochanan
Hallo du,

natürlich kann ich nachvollziehen, dass meine Mutter das nicht möchte. Auch wenn es keinem von uns beiden etwas bringt, dass sie sich so verhält.
Es verletzt mich sehr. Ich werde versuchen in den kommenden Tagen doch noch mal mit ihr darüber zu reden. Hoffentlich schaffe ich das.
Ansonsten frage ich tatsächlich meinen Vater nochmal, ob ich für ihn noch etwas aufschreiben soll (zum Beispiel bei was an ihrem Kind aufgefallen ist (da hat meine Mutter NUR die Hörschädigung erwähnt, weil das ja ihre Erklärung ist)).
Ich denke, meine Mutter braucht meine Hörschädigung als Erklärung. Weil es greifbar ist? Körperlich?

Mit meinen Zeugnissen werden sie nichts anfangen können, diese sind nicht auf deutsch geschrieben.
Aber ich werde trotzdem einen Bericht von meinem Abschlusszeugnis der Grundschule mitbringen. Dort steht auch wortwörtlich, dass ich "apart" bin und ich habe z.B. die Note 4 bekommen im Umgang mit den anderen Mitschülern, da steht ebenfalls bei Anschluss an der Klasse "selten" etc.
Den werde ich als Kopie mitbringen.

Mir geht es gerade auch gar nicht mal so um die Diagnose selber, lediglich darum, wie meine Mutter mich darstellt und wie sie sich weigert auch nur darüber nachzudenken, dass es vielleicht mehr sein könnte.

Magst du mir mal einen Ausschnitt zeigen, von wie du einen Bericht über dich schreibst? Das würde mich interessieren. Du musst aber nicht, wenn du nicht willst. Ich muss aber beim nächsten Termin noch die Fragebögen selber ausfüllen, da weiß ich nicht, inwiefern es nützlich ist selber schon einen selbst geschriebenen Text mitzubringen. Die Stichpunkteliste nehme ich auf jeden Fall mit und den Bericht aus der Grundschule. Den kann ich persönlich dann übersetzen.

Du kannst ihnen auch sagen, dass du nicht weiß ob es bei dir zum Beispiel an der Angst liegt, oder an etwas anderes.
Ich denke, sie können dir diesbezüglich bestimmt auch eine Antwort geben!

Liebe Grüße

23.06.2019 15:08 • x 1 #35


kopfloseshuhn
Wenn du Schwierigkeiten hast, es anzusprechen Druck dein Posting aus und leg es zu dem Bogen. Mal so ein Vorschlag

24.06.2019 05:29 • x 1 #36


Mindhead
Zitat von kopfloseshuhn:
Wenn du Schwierigkeiten hast, es anzusprechen Druck dein Posting aus und leg es zu dem Bogen. Mal so ein Vorschlag


Ah gute Idee. Ich finde etwas auch einfacher zu sagen, wenn ich es schon auf einem Zettel habe und einfach weiß, dass ich diesen dabei habe als Rücklage. Als etwas Greifbares.
Danke für den Tipp!

24.06.2019 06:58 • x 1 #37


Mindhead
Morgen ist der nächste Termin.
Ich habe die neue Überweisung und den Fragebogen schon hingelegt, fertig, um diese mitzunehmen.
Ich muss nüchtern hin kommen, da mir dort auch Blut abgenommen wird. Davor habe ich total Angst. Vor dem nüchtern sein. Und der Termin ist erst um 10. Normalerweise ist 10 eine gute Uhrzeit, aber spät wenn man nicht essen darf. Ich nehme aber Essen mit für nach der Blutabnahme.
Mein Körpergewicht ist im Untergewicht (wofür ich nichts kann) und zudem kann es sein, dass ich meine Tage bekomme. Da ist mein Kreislauf immer instabil und auch meine Gefühle spielen verrückt (ist ja normal, wenn man seine Tage hat). Dazu die extreme Müdigkeit und dann weiß ich immer noch nicht, wie ich mit dem Auto dort hin komme, weil eine Straße gesperrt ist. Mit dem Auto fühle ich mich sicherer, als wenn ich mit dem Zug fahren muss und dann doch 20 Minuten laufen muss. Also ich fühle mich sicherer, weil ich die Kontrolle habe, wenn ich mit dem Auto fahre. Das würde mich beruhigen.
Ich habe solche Angst morgen oder noch heute meine Tage zu bekommen. Ich bin doch an den ersten zwei Tagen zu nichts zu gebrauchen... Ich weiß nicht, wie ich das dann machen soll. Ich habe dann immer solche Angst umzukippen und brauche mindestens Traubenzucker und mein Körnerkissen um die Schmerzen zu verringern...

Die andere Angst gilt natürlich dem Termin. Muss ich wieder reden? Sie meinte ich muss Fragebögen ausfüllen. Damit komme ich klar. Aber reden? Ich hasse es mich zu erklären. Ich vergesse in solchen Situationen einfach alles, weil ich so nervös bin und mein Gegenüber nicht einschätzen kann.
Und dann muss ich noch das mit meiner Mutter erklären. Davor habe ich am meisten Angst.
Ich habe mir überlegt ihr anzubieten, dass man vielleicht ein telefonisches Gespräch mit meinem Vater einrichten könnte. Das wird zwar schwierig wegen der Zeitverschiebung... aber sollte nicht unmöglich sein.
Sie meinte nur, dass meine Mutter gerade so wichtig ist, weil sie meint, mein Vater könnte selber betroffen sein. Das verstehe ich. Aber gerade erkennt mein Vater besser meine Probleme als meine Mutter, die das ganze gar nicht ernst nimmt und Tatsachen verdreht.

Edit:
Meine Mutter hat übrigens immer noch keinen Termin gemacht und ich möchte sie auch nicht nochmal danach fragen...

14.07.2019 17:57 • #38


Mindhead
Alles ist geschafft für heute.
Diesen Termin fand ich persönlich einfacher als den erste Termin. Vielleicht, weil ich mich besser darauf einstellen konnte.
Das mit meiner Mutter wurde jetzt akzeptiert. Jetzt versuche ich, dass das vielleicht irgendwie mit meinem Vater klappt, ansonsten telefonisch.

Ich musste auch wieder reden. Aber es ging. Es war etwas einfacher. Obwohl meine Konzentration so schlecht war, ich hatte immerhin nichts gegessen.
Bei manchen Fragen saß ich da wirklich und dachte mir "keine Ahnung? Für mich ist das doch normal... ich weiß nicht, wie genau ich das und das mache". Das waren die schwierigsten Fragen.
Und ihr glaubt nicht, wie dumm ich mich gefühlt habe als Sprichwörter abgefragt wurden. Das erste Sprichwort kannte ich. Den Rest nicht. Beim zweiten habe ich noch versucht herauszufinden was es bedeuten konnte, lag aber komplett daneben. Bei den anderen habe ich nicht mal mehr geantwortet weil ich überhaupt keinen Plan hatte und mich so dämlich gefühlt habe. Ich meine, ich weiß ja, dass ich damit Schwierigkeiten habe. Aber trotzdem hatte ich gehofft das besser hinzubekommen.
Danach ging es zum Fragebögen ausfüllen. Ich hatte drei Stück. Fragebögen ausfüllen liegt mir definitiv besser. Natürlich hat man da auch bei einigen Fragen "kommt auf die Situation an", oder "kommt auf die Person an", etc.
Aber so ging es. Ich saß in einem Raum, alleine, Tür zu. Das war gut. Obwohl es so hell dort war.
Der nächste Termin (im nächsten Monat) wird mein letzter Diagnostik Termin sein. Da bin ich schon gespannt. Danach kommt dann das Abschlussgespräch (also das wäre natürlich ein weiterer Termin). Und am besten sollte ein Gespräch mit meinem Vater noch vor dem Abschlussgespräch erfolgen und wenn nicht möglich, dass zur selben Zeit wie das Abschlussgespräch. Aber mal sehen ob das funktioniert. Sie haben jetzt natürlich auch die Kenntnis über die Situation. Zumindest habe ich versucht es so gut wie möglich zu erklären und da es vor allem meine Mutter war, die den Fragebogen ausgefüllt hat, hoffe ich, dass es reicht.

Ich bin echt fertig für heute. Ich wünschte, ich könnte mich etwas hinlegen und schlafen. Aber danach würde es mir noch schlechter gehen, also versuche ich mich wach zu halten.

15.07.2019 14:51 • #39


Mindhead
Mein Vater hat jetzt auch einen Termin ausmachen können. Entweder wird es telefonisch stattfinden, oder persönlich. Das ist noch nicht sicher. Je nachdem wie es für meinen Vater geht. Aber der Termin steht fest.

Ich bin gerade erleichtert, dass das gut funktioniert hat. Es wird an einem Tag sein, an dem meine Mutter sowieso zu ihrer Mutter fahren muss und ich denke, dass das für alle besser ist. Ich kann jetzt wirklich keine erneute Konfrontation mit meiner Mutter haben. Dazu bin ich gerade (und vermutlich auch nächsten Monat) nicht in der Lage.

Ich fand es auch nochmal wichtig bei dem letzten Termin anzusprechen, dass es mir vor allem darum geht, geeignete Hilfe in Anspruch nehmen zu können und da hat sie mir zugestimmt. Ich weiß nämlich wirklich nicht, wie es ohne Hilfe weitergehen soll. Und egal was als Ergebnis raus kommt, ich werde Hilfe in Anspruch nehmen. Alleine kann ich nicht weiter. Und allein schon das zu akzeptieren, ist für mich ein großer Schritt. Schon allein zugestimmt zu haben diese Diagnostik zu machen, war für mich ein großer Schritt. Ich habe gerade das Gefühl nur große Schritte zu machen und dazwischen sowohl zu stolpern, als auch voran zu kommen. Ich weiß gerade nur nicht genau, wo ich hin laufe. Aber heißt es nicht, dass egal wo der Weg hin geht, man an ein Ziel kommt?

23.07.2019 11:03 • #40




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