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Ich möchte mal meine Erfarungen zu dem Thema schildern, weil ich den Eindruck habe dass ich das so gut wie nie tue, aber hier wo ich anonym bin kann ich das ohne sozialen Druck tun. Ich bin jetzt 32 und männlich.

Erstmal zu Beginn, meine Entwicklung lief nicht wirklich gut. Ich glaube die Tatsache dass ich einen Vater hatte war schlimmer als wenn ich keinen gehabt hätte. Er hat zwar nie etwas schlimmes getan und auch weder körperlich noch seelisch misshandelt, aber ich habe nie seine Anerkennung oder Zustimmuing erhalten. Meine Beziehung zu ihm war immer angespannt, und als ich mich halbwegs behaupten konnte habe ich versucht um seine Anerkennung zu kämpfen oder ihn zu dominieren, wobei mir meine Mutter geholfen hat und immer auf meiner Seite war.

In der Schule war ich eher unterdurchschnittlich, hatte aber nie wirklich Freunde, weil ich mich einfach nicht integrieren konnte. Steht auch so in meinen Grundschulzeugnissen. Im Gymnasium wurde daraus dann Mobbing, das hat zu Konflikten und das zu Einsamkeit geführt. In der Pause allein herumstehen, im Sport nicht ins Team gewählt werden, schlechte Noten .

Jetzt bin ich 32, habe ein Studium abgeschlossen und seit 7 Jahren einen festen Job. Stehe finanziell solide da und habe alles was ich möchte (materiell gesehen), aber diese Thematik ist geblieben. Ich habe mir zwar einen Bekanntenkreis aufgebaut, aber ich fühle mich einfach niemandem nahe. DIe Leute mit denen ich zu tun habe kenne ich teilweise übers Internet (Sportaktivitäten oder Datingwebsites), aber ich fühle mich niemandem wirklich nahe. Ich habe das Gefühl dass ich es nicht wert bin auf einer Stufe mit den anderen zu stehen, und deshalb habe ich immer ein verkrampftes Gefühl, ich rechne irgendwie unterbewusst dass ich verurteilt werde wenn ich nicht irgendwie besonders toll bin oder der anderen Person einen Gefallen tue. Ich habe auch große Probleme in Gruppen zu sprechen und meine Meinung kundzutun, im Job trete ich deswegen auf der Stelle. Wenn ich mitbekomme dass andere sich treffen ohne mich einzuladen fühle ich mich minderwertig und ausgeschlossen. Ich fühle eine soziale Ohnmacht, ich sehe wie sich die anderen freuen und locker und spontan kommunizieren, aber ich kann das nicht. Wenn ich sehe wie sehr ich mich von den anderen unterscheide ist mir das peinlich und ich meide diese Situationen wo es offfenkundig wird dass ich sozial gesehen minderwertig bin.

Ich habe mir im Lauf der Zeit ein paar verhaltensmerkmale und Programme antrainiert welche es mir erlauben bspw. Frauen erfolgreich abzuschleppen oder sportliche Aktivitäten mit anderen zu genießen. Aber ein Gefühl dazuzugehören hatte ich noch nie, nichtmal bei meiner Familie. Es ist ein Teufelskreis. Ich bin auf einer Party, werde freudig begrüßt, mir wird ein B. in die Hand gedrückt, in meinem Kopf geht das Karussell los: Was erwartet Person jetzt wie ich mich verhalten soll? Ich fühle mich nicht vor Freude strotzdend sondern bin vorsichtig/zurückhaltend, merkt das mein Gegenüber? Muss ich jetzt so tun als ob ich locker bin und mich freue dabei zu sein? Was wenn ich rot werde oder schwitze? Was wenn . All diese Fragen bringen mich dazu dass ich innerlich total angespannt bin und kaum mit Leuten in Kontakt bin. Die Scham darüber verstärkt das nur und die Höllenspirale wird in Gang gesetzt und ich hab erstmal wieder genug von sozialen Aktivitäten.

Auf der anderen Seite muss ich auch selbstkritisch sagen dass ich nicht viel tue um dazuzugehören. Es ist ein Vermeidungsverhalten, da ich es vermeiden möchte Ablehnung zu kassieren. Ich habe noch nie meinen Geburstag gefeiert und noch nie Leute zu mir nach Hause eingeladen (hatte schon Gäste, aber entweder einzelne Personen oder Verwandte). DAbei würde ich so gerne mal Leute einladen und was kochen oder einen Spieleabend machen. Der Gedanke daran dass ich es so gern würde aber ich mich nicht traue macht mich ganz kirre. Ich sehe es ja bei ein paar Leuten, die teilweise gar keinen Bock auf Spieleabend haben, einfach weil sie das in ihrer Jugend oft genug hatten. Mein Gedanke ist dann, was denken die über mich, wenn sie erkennen dass ich sozial gesehen auf dem Entwicklungsstand eines 3-Jährigen bin.

Ich würde so gern unbefangen und frei mit Leuten in Kontakt treten, aber ich kann es nicht. Ich werde rot, fange mit dem Schwitzen an, werde nervös, und gebe dem anderen einfach keinen Grund sich mit mir abzugeben. Irgendwie ist soziale Kompetenz das von mir am höchsten angesehene Gut, und Leute die dieses Gut haben - so nehme ich es wahr oder fürchte ich - verurteilen mich weil sie sehen dass ich 0 Sozialkompetenz habe. Ich weiß, es ist ein Widerspruch, gerade Leute mit Sozialkompetenz und Empathie sollten nicht vorschnell urteilen, aber es ist einfach so dass es mich abschreckt mit solchen Leuten in Kontakt zu treten, weil sie mich ja als das entlarven könnten was ich bin, was ich so gut es geht verberge, weil ich mich dafür schäme.

Dabei würde ich so gerne .

27.06.2020 21:42 • 13.07.2020 #1


30 Antworten ↓


Das glaube ich dir sehr gerne und kann es gut nachempfinden denn auch ich habe schon lange eine soziale Phobie an der ich immer wieder mit meiner Therapeutin arbeite.
Es wäre für dich vielleicht auch nicht verkehrt dir diesbezüglich Hilfe zu holen um ein Material zu bekommen,dass dich in deiner Verhaltensweise unterstützt. Liebe Grüße

27.06.2020 21:54 • x 1 #2



Wie unbefangen und frei mit Leuten in Kontakt treten?

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Ich rede darüber auch mit meinem Therapeuten. Aber er ist alt und männlich, ich lege dabei ähnliche Verhaltensweisen wie bei meinem Vater an den Tag, seine Anerkennung ist mir das wichtigste. Wenn ich das Gefühl habe ich habe eine Pointe gut getroffen oder war heute besonders selbstreflektiert oder habe die richtigen Schlüsse gezogen gehe ich zufrieden aus der Sitzung. Das wofür ich mich schäme versuche ich auch dort zu vermeiden und wenn ich es anspreche, dann rede ich kalt und abgeklärt darüber, als ob ich es nicht an mich ranlasse.

Ich frage mich ob diese soziale Phobie irgendwann vorüber geht oder ob es überhaupt Hoffnung auf Besserung gibt...

27.06.2020 22:16 • #3


Du musst dich öffnen und das erzählen was du wirklich fühlst,sonst funktioniert es nicht.

27.06.2020 22:19 • #4


Calima
Zitat von LoseHose:
Ich frage mich ob diese soziale Phobie irgendwann vorüber geht oder ob es überhaupt Hoffnung auf Besserung gibt...

Die gibt es immer. Aber sie kommt nicht von allein. So wie man eine Sprache durch Reden lernt, trainiert man soziale Kompetenz durch Kontakte mit anderen.

Das Problem in solchen Fällen ist ja immer die Sorge vor der Bewertung. Aber echte Begegnung, so wie du sie dir wünscht, kann nur entstehen, wenn man die Deckung aufmacht. Du kannst auch mit zugeklapptem Visier kommunizieren, aber es wird anders sein, als wenn dein Gesicht nackig ist.

Und ja: ungeschützt eine geklebt kriegen, tut weh. Aber nie berührt zu werden ist auch keine gute Alternative.

27.06.2020 22:40 • x 1 #5


Zitat von Calima:
Aber echte Begegnung, so wie du sie dir wünscht, kann nur entstehen, wenn man die Deckung aufmacht. Du kannst auch mit zugeklapptem Visier kommunizieren, aber es wird anders sein, als wenn dein Gesicht nackig ist.Und ja: ungeschützt eine geklebt kriegen, tut weh. Aber nie berührt zu werden ist auch keine gute Alternative.


Wenn ich das lese fühle ich mich ehrlich gesagt unverstanden. Es ist ja nicht so dass ich durch die Welt gehe und mein Visier runterklappe. Es ist eher so dass ich keine Ahnung habe wie es geklappt ist und wie ich es auf- oder zuklappen kann. Ich weiß nur dass ich starke Probleme im zwischenmenschlichen Umgang habe und die körperlichen Symptome von Schwitzen über Erröten bis zu Stottern gehen. SO möchte ich gar nicht dran denken mein Visier runterzuklappen, dass ich am Ende wie der Depp dastehe bzw wenn ich körperliche Symptome habe KANN ich es nicht runterklappen, wenn runterklappen hier steht für locker drauf sein.

Andere Leute denken dann immer (denke ich mir), dass ich ihre Gegenwart nicht schätze, und deshalb so verhalten bin. Dabei schreckt es mich ab wenn ich Leuten begegne die eine enge Gemeinschaft bilden und ich sozusagen der Störenfried bin. Ich kann mich einfach nicht sinnvoll in Gruppen integrieren. Sobald ich auch merke dass sich 2 oder mehrere Leute gut verstehen fühle ich mich ausgeschlossen, und reagiere dementsprechend.

Denke das hat damit zu tun dass es mein innigster Wunsch ist, integriert zu sein und dazuzugehören und meine größte Angst dass es nicht so ist. Schon seltsam wenn ich darüber nachdenke habe ich mich nie integriert gefühlt, wieso habe ich dann so eine große Angst davor nicht integriert zu sein? Aber die Male wo ich mich integriert gefühlt habe war mit das schönste in meinem Leben. Krass oder, ich bin 32 und höre mich wie ein 15 Jähriger Emo an...

28.06.2020 18:16 • x 1 #6


Das hat mit dem Alter wenig zu tun finde ich,es hat für mich etwas damit zu tun,dass man sich öffnen muss und das kann man lernen.
Wenn ich meinem Gegenüber verschlossen bin,wie soll dann eine Kommunikation zustande kommen?
Es ist immer ein Balanceakt wieviel oder wie wenig ich von mir zeigen möchte,dabei kommt zuviel auch nicht gut rüber.
Bei einer sozialen Phobie ist es häufig dass man sich in Gesellschaft von vielen Menschen nicht wohl fühlt aber auch das ist durch eine fundierte Therapie zu behandeln.
Du schreibst, dass du eine Therapie machst,eventuell ist es nicht der richtige Therapeut oder der falsche Ansatz oder Ausgangspunkt?
Liebe Grüße

28.06.2020 18:33 • #7


Calima
Zitat von LoseHose:
Ich kann mich einfach nicht sinnvoll in Gruppen integrieren


Das kann niemand. Es ist immer die Gruppe, die jemanden integrieren muss. Ob sie das tut, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Sympathie ist einer davon, gemeinsame Interessen und Ziele sind weitere. Manchmal ist es aber auch schlicht so, dass die Gruppe niemanden will, weil sie so, wie sie gerade ist, zufrieden und im Gleichgewicht ist.

Und wenn einer oder mehrere Faktoren gegen eine Aufnahme sprechen, kann derjenige, der gerne dazu gehören möchte, Purzelbäume schlagen und Männchen machen, wie er will, er wird doch nicht aufgenommen werden. Deswegen ist jedes Anklopfen bei einer bestehenden Gemeinschaft immer nur genau das: Eine Anfrage. Und die kann angenommen oder abgelehnt werden.

Am ehesten kann man irgendwo dazu gehören, wo sich Interessen und Ziele gleichen. Wenn man sich also ein paar Hobbys zulegt, bei denen man auch andere Menschen treffen kann, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, Anschluss zu finden. Signalisieren, dass man gerne Kontakt möchte, muss man allerdings ebenso, wie die Signale anderer beantworten. Wenn das Visier runtergeklappt bleibt, weil man sich dahinter verstecken möchte, wird man weder das eine noch das andere können.

Und vielleicht hilft es dir auch, ein wenig an deinen Ansprüchen zu arbeiten. Integration ist ein Prozess, keine Momentaufnahme und auch kein Dauerzustand. Zwischenmenschliche Beziehungen verändern sich ständig. Wenn man Leute kennenlernt, macht es Sinn, sich und den anderen für dieses Kennenlernen Zeit zu geben. Du weißt doch auch nicht, ob du unbedingt zu dieser oder jener Gruppierungen gehören möchtest, bevor du nicht rausgefunden hast, ob euch etwas verbindet.

28.06.2020 18:49 • x 2 #8


Okay ich merke schon, die Antworten gehen stark in die Richtung dass ich aktiv werden muss. Konkret mit Gruppen ist halt meine Erfahrung die dass ich noch nirgendwo nachhaltig integriert wurde, und ich denke immer es liegt an mir, dass ich nicht so interessant, so extrovertiert so nicht schwitzend wie die anderen bin.

Konkret mit Gruppen meine ich eine ganz bestimmte Gruppe von Leuten die ich seit der Schulzeit kenne. Dort bin ich wie das Reserverad, quasi oft dabei aber immer unscheinbar und manchmal eben einfach nicht eingeladen. Das geht seit der Schulzeit so und hat sich auch nicht geändert. Die Leute sind zwar höflich und nett, aber dazugehören tue ich nicht. Ich beneide die Leute dieser Gruppe, die sich so lange Zeit so gut kennen und ein gutes Verhältnis zueinander haben, zwanglos kommunizieren und gemeinsame Interessen und Lebensstile haben. Wobei die gemeinsamen Interessen dieselben wie noch in der Schulzeit sind.

Mein Problem ist halt auch dass ich mich nicht traue, dadurch probiere ich wenig und dadurch weiß ich nicht so genau was ich will und was mir gut tut oder was mein Bauchgefühl mir sagt. Wenn ich mich beispielsweise ausgeschlossen fühle dann resigniere ich und werde depressiv und denke ich bin minderwertig. Mir ist klar dass es mein Fehler ist so zu denken, und dass ich ja allein für meine Gefühle verantwortlich bin, aber das ganze ist ein Teufelskreis, in den ich leicht gerate und nur schwer wieder rauskomme.

Ich mache momentan eine analytische Psychotherapie. Auslöser war eine Trennung die mir sehr zugesetzt hat. DIe Therapie setzt aber nicht am eigentlichen Problem an, dass ich mutiger werde, sondern es ist ein gefühlt ewig langer Prozess des Reflektierens und bewusst werdens. Der Therapeut redet auch sehr selten sondern lässt mich fast 90% frei assoziieren und ich liege auf der Couch. Das bringt schon was, aber eine echte Beziehung zum Therapeuten baue ich nicht auf, konkrete Tipps bekomme ich nicht. Ich kann nur beobachten wie ich mich wiederhole und hinterfragen wieso ich eigentlich was empfinde.

28.06.2020 20:45 • #9


Hm,dass ist echt schwer für dich und tut mir auch sehr leid,vor allen Dingen das ich dir nicht weiterhelfen kann.
Hast du denn das Gefühl das es die richtige Therapie ist?Weil mein Empfinden ist,dass du auf der Stelle stehen bleibst oder dich im Kreis drehst?
Natürlich kannst nur du etwas ändern und ich wünsche es dir von Herzen, dass Gefühl immer ein Außenseiter zu sein ist sehr verletzend.
Naja du stehst am Anfang der Therapie und es kann sich ja noch alles zum positiven verändern ,ich bin nie in deinen Schuhen gelaufen, deswegen kann ich dir keinen Rat geben....ich kann nur mutmaßen und das ist sinnlos.
Vielleicht berichtest du uns wenn eine positive Veränderung oder aber du die Ursache gefunden hast.
Liebe Grüße

28.06.2020 21:20 • #10


Ich bin nicht am Anfang der Therapie, sondern mittendrin, mache das seit 1,5 Jahren.

Aber danke für deine Anteilnahme.

29.06.2020 12:24 • #11


In 1,5 Jahren sollte man allerdings schon mehr über sich selbst in Erfahrung gebracht haben.
Du schreibst das du immer versuchst Anerkennung zu finden,wenn deine Therapie so abläuft nur mit dem Ziel anerkannt zu werden und du so mit einem guten Gefühl nach Hause gehst....was bringt dir das denn,Frage ich mich?
So richtig weiter gekommen bist du anscheinend noch nicht! Liebe Grüße

29.06.2020 13:21 • #12


Calima
Zitat von LoseHose:
Das geht seit der Schulzeit so und hat sich auch nicht geändert.


Hast du denn etwas geändert? Wenn nein: Warum sollte sich dann etwas an der Situation verändern?

30.06.2020 15:34 • x 1 #13


Ich ändere nichts weil ich Angst davor habe.

01.07.2020 22:13 • #14


Verstehe ich dich richtig....du möchtest bei deinen Freunden gut ankommen,hast aber gleichzeitig Angst vor dieser Situation?
Also wenn du nichts verändern möchtest weshalb machst du dann eine Therapie? Ich verstehe das nicht richtig...sorry

01.07.2020 22:18 • x 2 #15


Also was mich bisschen stört ist du möchtest an Erkennung aber schreibst du hast Dir an trainiert Frauen abzuschleppen und Sport Partner zu treffen. Das hört sich für mich ( es ist meine Meinung zu dem was ich hier raus lese ) ziemlich oberflächlich an. Ich werde 40 dieses Jahr und habe erst mit 37 verstanden ich bin wie ich bin ich verstelle mich nicht ich tu nicht mehr Sachen die ich nicht tuen will und wenn jemand beleidigt ist dann Pech. Will oder kann ich nicht dann ist das so ist jemand beleidigt dann ist er nicht gut für mich weil man soll den anderen akzeptieren wie er selbst akzeptiert werden will. Ich würde einfach Du sein ! Du bist du und du bist wunderbar und es ist gut wie du bist sonst wärst ja nicht so.

Das mit dem Abschleppen war nicht böse gemeint aber es hört oder eher liest sich wiedersprüchlich. Weil ich denken nicht das du das so wirklich willst kann mich aber auch täuschen da ich dich nicht kenne

01.07.2020 22:47 • x 3 #16


JollyJack
Zitat von Jules80:
Also was mich bisschen stört ist du möchtest an Erkennung aber schreibst du hast Dir an trainiert Frauen abzuschleppen und Sport Partner zu treffen. Das hört sich für mich ( es ist meine Meinung zu dem was ich hier raus lese ) ziemlich oberflächlich an.


Genau DAS stösst mir auch sauer auf!
Ich wollte @LoseHose schon antworten, aber ich denke, ich warte seine Reaktion erstmal ab.

JJ

01.07.2020 23:02 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

TomTomson
Hallo,
die Psychoanalyse ist ein sehr langwieriger Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann, die Idee dahinter ist auch tatsächlich die, dass der Therapeut versucht sich so weit es geht rauszuhalten und dir primär bei der Selbstreflexion hilft. Ich kann allerdings gut verstehen, dass dies nicht für jeden das richtige ist, und wenn es dir nicht zusagt empfehle ich dir den Therapeuten zu wechseln, denn sonst verschwendest du dort nur deine Zeit.

So wie ich das verstanden habe ist dein Hauptproblem dein tief sitzender Glaubenssatz, dass du minderwertig bist. Und daher wollte ich dich mal fragen, wieso hast du das Gefühl dass du minderwertig bist? In welchen Punkten bist du weniger wert als andere Menschen? Gab es in deiner Kindheit Ereignisse, welche dazu geführt haben, dass du dich minderwertig fühlst?

Zitat von Jules80:
Also was mich bisschen stört ist du möchtest an Erkennung aber schreibst du hast Dir an trainiert Frauen abzuschleppen und Sport Partner zu treffen. Das hört sich für mich ( es ist meine Meinung zu dem was ich hier raus lese ) ziemlich oberflächlich an.


Es ist korrekt, dass dies oberflächlich ist, doch genau das ist ja sein Problem, er hat gelernt sich so zu verstellen, dass andere Menschen ihn eher akzeptieren. Dies möchte er allerdings ablegen und lernen Menschen an sein wahres Ich ranzulassen.

Freundliche Grüsse

01.07.2020 23:13 • x 2 #18


Zitat von TomTomson:
So wie ich das verstanden habe ist dein Hauptproblem dein tief sitzender Glaubenssatz, dass du minderwertig bist. Und daher wollte ich dich mal fragen, wieso hast du das Gefühl dass du minderwertig bist? In welchen Punkten bist du weniger wert als andere Menschen? Gab es in deiner Kindheit Ereignisse, welche dazu geführt haben, dass du dich minderwertig fühlst?Es ist korrekt, dass dies oberflächlich ist, doch genau das ist ja sein Problem, er hat gelernt sich so zu verstellen, dass andere Menschen ihn eher akzeptieren. Dies möchte er allerdings ablegen und lernen Menschen an sein wahres Ich ranzulassen.Freundliche Grüsse


Anscheinend scheint es einige zu stören dass ich Bedürfnisse habe und diese befriedige. Aber mal halblang, mit Frauen abschleppen meine ich gar nichts systematisches oder negatives, sondern nur dass ich in Situationen wie Abends weggehen mein Minderwertigkeitsgefühl überspielen kann und es ab und an vorkommt dass ich zu jemandem mit heimgehe oder andersrum, das wollte ich damit sagen. Oder dass ich Freunde habe mit denen ich oft Sport mache bzw. Sport unser verbindendes Element ist. Wieso ist das eurer Meinung nach oberflächlich?

Dass ich minderwertig bin glaube ich gar nicht mal. Ich habe eher das Gefühl dass ich im sozialen Kontext minderwertig bin, also wenn andere Leute miteinander zwanglos und offen kommunizieren. Je größer diese Gruppe und je mehr Hierarchien und Verflechtungen desto unwohler und angespannter fühle ich mich.

Im sozialen Kontext minderwertig meine ich konkrete Situationen wie dass ich mich nicht zugehörig fühle, das leisteste Anzeichen einer Nicht-Beachtung löst in mir Gefühle der Ausgrenzung aus, und ich reagiere dann emotional entsprechend. Im Nachhinein wird es mir meist klar dass die Situation auch hätte ganz anders interpertiert werden können. Es ist diese Angst vor Ausgrenzung dass ich es emotional immer wieder durchlebe ausgegrenzt zu werden, sodass sich Glaubenssätze entwickeln dass ich minderwertig sein muss, wieso sonst werde ich auch ausgegrenzt. Das ist mittlerweile soweit dass ich grundsätzlich davon ausgehe ausgegrenzt zu werden und mich auch seelisch darauf vorbereite.

Meine ganze Kindheit und Jugend habe ich mich als Außenseiter gefühlt, ich wurde nicht akzeptiert. Ich möchte nicht sagen dass ich schlechte Eltern hatte, aber meine Mutter war sehr fordernd was Leistung und das Schulische angeht, und mein Vater hatte eine generalisierte Angststörung und eine Beziehung zu ihm war schwierig bzw von einem ständig währenden Kampf um Anerkennung geprägt, den ich nie gewonnen habe. Das blöde war, dass ich irgendwann meinen Vater dominieren wollte und meine Mutter mir dabei geholfen hat. So hatte ich nie das Gefühl zu einer Person eine ganz normale Beziehung zu haben.

Bei anderen habe ich daher das Gefühl, so sein zu müssen wie sie mich haben wollen oder ihren Erwartungen zu entsprechen, sodass ich die Wahrscheinlichkeit ausgegrenzt zu werden minimiere. Meine innere Anspannung ist im sozialen Kontext so hoch dass ich mich nur damit beschäftigen kann wie ich Ausgrenzung vermeiden kann. Ich schwitze auch sehr häufig vor Anspannung, was den Teufelskreislauf nur noch verstärkt. Soziale Situaion -- hoffentlich versage ich nicht -- Interaktion -- Schwitzen -- Angst davor dass andere meinen Schweiß riechen -- noch verkrampfter werden -- Situation vorbei, das Gefühl versagt zu haben da ich angespannt bin und nach Schweiß rieche. Das hat dazu geführt dass ich bin wie ich bin, vielleicht oberflächlich ja, aber nicht weil ich es sein möchte, sondern weil ich es nicht anders kenne, ich kann es irgendwie nicht anders...

03.07.2020 09:19 • #19


Ich verstehe dich gut das du in Therapie bist.. es braucht seine Zeit,dass geht nicht so schnell vor allen Dingen wenn es tief verwurzelt ist.Liebe Grüße

03.07.2020 10:45 • x 1 #20



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