tamara

Liebe Mitbetroffene,

es ist Zeit für mich etwas zu tun. Ich will aus diesem Teufelskreis endlich raus. Mein Leben ist mittlerweile eine Phas.( Schreibt man das so?, na egal.) Es ist einfach nur noch eintönig. Meine Ängste haben mich so unter Kontrolle, das ich mich nur noch in meiner Wohnung aufhalten kann und ich mich dort wohlfühle. Der Weg zum Briefkasten ist schon eine Qual.
Telefonieren ist schrecklich für mich. Geht auf keinen Fall, ich falle sonst in Ohnmacht.
Ich kann keine Menschen treffen. Keine normalen Erledigungen machen, es ist alles so beängstigent. Einen Job kann ich z.Zt gar nicht durchhalten. Ich weiß keinen Rat mehr. Die Verhaltenstherapie die Ich seit 1,5 Jahren mache hilft nicht weiter. Es hat sich in den letzte 4 Monaten bei mir alles verschlimmert.
Vielleicht gibt es eine Selbsthilfegruppe in der Nähe von Neuss. Ich kann leider auch nicht in eine andere Stadt fahren, geschweige denn mit dem Bus. In Begleitung kann ich dorthin kommen, wenn es nicht so weit weg ist.
Wer mir ein wenig weiter helfen kann, der möge mir schnell schreiben.
Vielen Dank im voraus.
Tamara.

16.02.2002 20:27 • 18.03.2002 #1


4 Antworten ↓


Birte Funck


Hallo Tamara,

ich kann dein Problem gut verstehen. Mir geht es seit 9 Monaten auch so. Ich hatte eine Panikattacke als ich mittags durch die Stadt ging. Ich dachte in Ohnmacht zu fallen. Seitdem wurde alles nur noch schlimmer. Ich bekam Medikamente, die diesen Zustand noch verschlimmert haben. Zurzeit mache ich eine Wiedereingliederung mit 2 Stunden. Ich habe einen neuen Arbeitsplatz bekommen, weil ich 9 Monate krank war. In der Firma werde ich jetzt ganz merkwürdig behandelt, weil alle denken, dass ichtotal durchgeknallt bin, weil ich in psychiatrischer Behandlung bei einem Psychiater bin. Keiner will mit mir etwas zu tun haben. Ich traue mich sonst aber auch nirgendwo allein hin. Zur Arbeit muss ich ja, weil ich sonst meinen Arbeitsplatz auch noch verliere.
Ich wünsche dir alles Gute.

Birte

Bitte maile mir einmal wieder.

09.03.2002 18:14 • #2


tamara


Liebe Birte,

vielen Dank für Deine mail.
Es ist aber auch schlimm, wenn man mit solchen Ängsten behaftet ist.
Dennoch habe ich mir geschwören, dass ich diesen Teufelskreis durchbrechen will.
Man lebt nur einmal und ich möchte und habe noch einiges mehr vor in meinem Leben als nur ewig zu Hause zu sitzen.
Arbeit habe ich zur zeit nicht, habe aber schon einiges in den letzten Wochen geschafft. Ich kann endlich wieder vor die Türe gehen und mit meinen 10 Regeln klappt das wunderbar.
Ich wünsche Dir, dass Dich Deine Kollegen bald so akzeptieren wie Du bist. Ansonsten mußt Du diese Menschen einfach links liegen lassen und versuchen Dich an Ihnen nicht zu stören. Woher wissen Deine Kollegen denn von Deiner Krankheit?
Ich hoffe auf eine Antwort von Dir,
Gruß Tami

10.03.2002 05:59 • #3


Paddy


HI!

Ist ja sehr schlimm bei dir!! Hoffentlich wird das nie bei mir so schlimm aber leider kommt es mir so vor als, ob es so schlimm bei mir wird ich hänge nur noch zu hause rum! Habt ihr eigentlich auch Augenschmerzen, wenn ihr unter Leuten seid oder hab ich nur sowas? Viele Freunde habe ich auch nicht und eine Freundin sowieso net! *heul* Ich hoffe ich kann bald ne Therapie anfangen aber ich glaube nit das dies was bringt!

Bye!

11.03.2002 23:29 • #4


Chris


Hi Tamara!

Ich sitze hier zu Hause, lese Deinen Text und weiß, wie Du Dich fühlst. Und Ich würde Dir gerne helfen, weiß aber, dass dies übers Internet sehr schwer ist.
Ein paar Tips und Übnerzeugungen habe Ich Dir jedoch zu geben:
1. Versuche, so oft wie möglich, gezielt an Sachen zu denken, die Dir Angst machen. Traue Dich ruhig für eine halbe Stunde in die Höhle des Löwen. Danach hast Du Dir auch einen Tee oder eine sonstige Belohnung verdient.
2. Wenn Du glaubst, bei Dir hätte sich alles verschlimmert, so zeigt dies nur, dass Du die nächsttiefere Schale Deiner Persönlichkeit erreicht hast und nun hier Deine Ängste lösen kannst. Kopf hoch, es geht weiter.
3. Verstehe unter "kämpfen" bitte nicht, Deine Gefühle zu ignorieren. Dies war nähmlich lange mein Fehler. Ich tat lange nur das, was Ich meinte, was ein Gesunder Mensch tun sollte und hatte bald keinen Zugang zu meinen eigenen Gefühlen mehr. Finde den Richtigen Weg zwischen "aktiv dein Leiden bekämpfen" und "lernen, Dinge zu akzeptieren. Das ist erst einmal gar nicht so einfach.

Ich wünsche Dir noch alles Gute und dass Du eine gute Selbsthilfegruppe findest. (denn meine Meinung ist nur eine Meinung und dort kannst DU zwischen vielen verschiedenen Meinungen wählen).

Chris

19.03.2002 00:19 • #5



Dr. Reinhard Pichler


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