Hallo Juli0210,
hab Dank für dein Vertrauen.
Ich möchte dir am liebsten sagen: Vertraue in deine Fähigkeiten.
Zitat von Juli0210:Ich möchte Kindern helfen, welche einen schweren Stand im Leben haben mit dem Ziel, dass sie ein sorgenfreies und entspannteres als auch glückliches Leben führen können
Das ist doch eine sehr gute Berufsmotivation. Man wünscht sich einen solchen Heilpädagogen für die Kinder.
Zitat von Juli0210:Nach diesem halben Jahr absolvierte ich noch ein halbjähriges FSJ bei einer Ganztagesbetreuung an einer Grundschule hier in Deutschland, bei welchem ich mir sehr schwer getan habe, mich gegenüber den Kindern richtig zu behaupten, konsequent zu sein und mich auch nicht zu sehr stressen zu lassen. Nichtsdestotrotz habe ich das Studium begonnen mit dem Gedanken, dass mir im Rahmen des Studiums die notwendigen Kompetenzen vermittelt werden, um auch mit solchen Situationen umgehen zu können
Das hört sich einfach nach "Praxisschock" an. Erst mal ist der gute Wille und die gute Motivation da. Aber in der Praxis hat man echte Menschen vor sich, die sich nicht nach Regeln oder wie am grünen Tisch verhalten. So ein Praxisschock ist normal. Passiert fast jedem. Mit der Zeit, in der Praxis, wirst du alles lernen, was du können musst. Vertraue auf deine Motivation. Von dort bekommst du Kraft zum Durchhalten.
Zitat von Juli0210:"Man du hörst dich an wie ein Depp, hochnäßig, Möchtegern schlau, außerdem war das, was du gesagt hast, total dumm." Ich hätte mich am liebsten in Luft aufgelöst.
Das ist leider das Probleme. Du negierst dein Dasein und deine Lebensäußerungen so sehr, dass es mich beim Lesen traurig macht.
Wenn ich deinen Text lese, dann klingst du sympatisch, selbstkritisch und du erkennst viele deiner Probleme.
Deine eigenen Probleme werden dich befähigen, dich sehr gut in andere mit ähnlichen Schwierigkeiten einzufühlen. Das ist eine gute Ausgangssituation für deinen Beruf als Heilpädagoge.
Vielleicht wäre es gut, wenn du dich aber zunächst mal in deinem "So-Sein" annimmst. Versuche jemanden zu lieben (dich selbst), den du hier als "komischer Nerd" oder als "kompletter Außenseiter" bezeichnest.
Zitat von Juli0210:Ich frage mich nun, ob die oben genannten Symptome wirklich zu einer sozialen Phobie
Ob du deine Schwierigkeiten jetzt als soziale Phobie bezeichnen wirst oder nicht: Letztlich hilft es nur, wenn du konkret ein Problem nach dem anderen löst.
Ob man introvertiert oder extrovertiert ist, das ist ein Charaktergrundzug, der nur schwer zu verändern ist. Das muss man liebevoll akzeptieren.
Du kannst deine sozialen Fähigkeiten auch bewusst fördern und darüber Buch führen. Du könntest z.B. Theater spielen lernen, vielleicht zunächst mit Einzelstunden bei einem Schauspieler, der dazu bereit ist. Du könntest das auch in der Heilpädagogik anwenden.
Vielleicht kann dir auch Yoga helfen. Das ist gut geeignet für introvertierte, selbstkritische oder auch perfektionistische Menschen, weil man lernt, sich selbst anzunehmen und gleichzeitig aber seine körperlichen, psychischen und geistigen Fähigkeiten fortwährend auszudehnen.
Liebe Grüße