Tom2


hallo "S"

habe die mails gelesen und bin neugierig ob du dich für seroxat endschieden hast. wenn ja wie geht es dir heute ?
ich selber habe seit 7 jahren panikattacken und rette mich mit atosil über den tag. es sind aber eher notfalltropfen die mich aus der schlimmsten attacke holen. deshalb bin ich auf der suche nach einem neuem arzneimittel, da mein leben ziemlich eingeschränkt ist und nur die nötigsten dinge mich auf die strasse bringen.

gruß
angsthase tom

21.09.2002 19:10 • #21


Steffi


hallo tom,

ich habe mich (vorerst) gegen seroxat entschieden, möchte doch erst mal die möglichkeiten der verhaltenstherapie ausschöpfen, um dann zu sehen, wie weit ich komme.

weißt du tom, ich hatte es schon mal geschafft die ängste loszuwerden, aber ich ging einige jahre nicht sorgsam genug mit mir um und so kamen sie dann wieder.....

meine therapie beginnt nach den herbstferien und bis dahin übe ich "babysteps"...ich schöpfe die möglichkeiten, die mir blieben voll aus und bewege mich immerhin in den umgebungen, die mir kaum schwierigkeiten bereiten.
wenn ich mich dann sozusagen "warm" gelaufen habe, gehe ich immer einen kleinen schritt weiter und wage ein wenig mehr.....babysteps eben...

heute war ich eine stunde lang in einem bistro und bevor es mir schlecht gehen konnte, ging ich wieder raus. es ist ein erfolgserlebnis gewesen, denn diese eine stunde ging gut.....das nächste mal bleibe ich wieder eine stunde, vielleicht auch noch ein viertelstündchen mehr...immer nur so lange ich mich wohl fühle.

ich denke, man sollte es am anfang nicht zu sehr ausreizen, um sich den erfolg nicht zu versagen, aber trotzdem immer weiter dran bleiben, damit es auch weitergeht.

tabletten lehne ich mittlerweile völlig ab, ich habe ein paar baldrian/melisse präparate, die ich im notfall verwende....

deine "vermeidungshaltung" kenne ich nur zu gut, bei mir war es so, dass ich wirklich die nase voll hatte von diesem ewigen eingeschränkt sein, mein leben rauscht mit vollgas an mir vorbei und ich nehme nicht mal ein bißchen daran teil....damit soll mal schluß sein.

ich fange jetzt an, mit mir selbst zu üben und den rest mache ich dann mit meinem psychologen zusammen, den ich erst nach vier-fünf anläufen fand.

die therapie besteht aus einer kompletten analyse und zeitgleich lernt man sein verhalten zu ändern und konfrontiert sich mit den angstauslösenden situationen, aber gaaaaanz behutsam, kein ruckzuck-verfahren und es wird nichts verlangt, was man nicht selbst will.

man lernt, seine "krücken" die man im laufe der jahre sich angeschafft hat (die beruhigungspille, die plastiktüte in der tasche, das pulsmessen) abzubauen und sich nicht mehr darauf zu verlassen, sondern vertrauen in den eigenen körper zu bekommen, er läßt dich nicht im stich....

noch etwas ganz wichtiges....das vermeintliche herzrasen existiert nicht wirklich....
messungen in langfristigen studien haben gezeigt, dass bei einem angstanfall der herzschlag nur unwesentlich beschleunigt ist !!
die wahrnehmung ist eine andere !!

gruß, steffi

21.09.2002 22:08 • #22



Dr. Reinhard Pichler


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