Elektronon

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Hallo,

ich bin mir nicht sicher ob ich hier Richtig bin, aber ich fand soziale Angst für mein Problem ganz passend oder eher noch "soziale Abgeneigtheit".
Mir ist folgendes aufgefallen: Ich bin seid jeher ein Mobbingopfer, angefangen hat es in der Schule. Das ist schon ein Grund dafür warum ich Menschen gegenüber im persönlichen Umgang abgeneigt bin. Nach mehreren Praktika ist mir jedoch aufgefallen, dass in der Sparte "Sozialarbeit" sehr gut zurechtkomme und anderen gut Helfen kann, daher habe ich eine Ausbildung in dieser Richtung begonnen, und das Grundpraktikum mit "sehr gut" abgeschlossen.
Ich bin grundsätzlich immer freundlich, aber werde dann ausgenutzt oder unterbuttert. Und das ist der Knackpunkt: ich bin immer diejenige die Nachgibt bzw nachgeben muss und meist verliert. Ich halte das nicht mehr aus. Charakterlich bin ich eigentlich taff und eigenständig und spreche meist (in der Familie) auch direkt aus was ich denke und was ich tun würde. In einem Sozialgefüge habe ich das Gefühl- ist es egal was ich sage, ich verliere das Gespräch und muss resignieren. Bis jetzt hab ich das immer in mich reingefressen, heute bin ich zum ersten Mal laut geworden, und hab vor Wut einen Gegenstand hingeworfen, was mir natürlich keine Sympathie einbrachte. Seitdem bekomme ich heute nichts mehr hin, weine sofort. Früher endete alles mit Ritzen, heute kann ich das wenigstens vermeiden.
Eine Therapie mache ich gerade, auf dieses Thema sind wir aber noch nicht richtig eingegangen.
Ich habe durch die Erfahrung keine Lust mehr mit Menschen zu interagieren, da mir das Gefühl bleibt, eh immer nachgeben zu müssen.
Vielleicht kann es wer nachvollziehen und mir helfen.

Liebe Grüsse

27.05.2018 11:53 • 15.06.2018 #1


3 Antworten ↓


FeuerWasser

FeuerWasser


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Zitat von Elektronon:
Charakterlich bin ich eigentlich taff und eigenständig

Taff sein würde bedeuten, dass du durchsetzungsfähig bist und das scheint nicht der Fall zu sein wenn du immerzu ein "Mobbingopfer" bist und in der
Arbeitsstelle unterbuttert wirst. Ich denke dir fehlt ein gesundes Maß deine Emotionen zu regulieren. Einerseits bist du "immer" freundlich und dann fliegt
ein Gegenstand vor Wut. Das lässt noch viel Reaktionsraum dazwischen. Es muss nicht nur das eine oder andere Extrem sein. Es ist sicher der richtigen Weg
dieses Thema in der Therapie aufzugreifen.

27.05.2018 13:47 • #2


TomTomson

TomTomson


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was heisst denn für dich ein Gespräch zu verlieren?

27.05.2018 14:08 • #3


heyichbinfri


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Huhu, ich denke, dass ich ein ähnliches Problem habe. Und ich denke, dass unser Problem ist, dass wir "zu nett" sind. Aber nicht - ich spreche jetzt für mich - weil ich immer nett sein möchte oder das immer bin, um dem anderen einen Gefallen zu tun. Sondern weil ich keine Durchsetzungsfähigkeit habe und Probleme, meine Meinung und meine Bedürfnisse laut zu äußern. Grund dafür ist die Angst nicht gemocht zu werden. Bei dir klingt es nach einem wenigstens ähnlichen Problem. Alles hat sich angestaut, du bist immer nett zu jedem, aber niemand zu dir (subjektiv). Bumm fliegt ein Gegenstand, um darauf aufmerksam zu machen, dass man nicht alles mit dir machen kann. Ich denke, wenn wir beide den Mumm hätten, einfach auszusprechen, was wir denken, müssten wir nicht zu solchen Mitteln greifen - wir sind ganz bestimmt beide ziemlich toughe Menschen, aber nicht im Einstehen für uns selber. Sprich das Problem unbedingt in deiner Therapie an, ich bin auch gerade dabei, das anzugehen. Das hilft sehr !

15.06.2018 08:26 • #4



Dr. Reinhard Pichler