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Hallo zusammen,

ich hab mich in diesem Forum angemeldet, weil mich seit 14 Tagen wieder eine Angst/Panik massiv beschäftigt.
Ich leide unter Angstzuständen und Panikattacken, Depressionen, diversen Persönlichkeitsstörungen (so richtig passt keine, von allem ist etwas dabei) und einer ausgeprägten Sozialen Phobie.

Auch bei mir geht es um das Thema "Toilette", allerdings hab ich weder Angst mir in die Hose zu machen noch rechtzeitig eine zu finden, wie ich es hier jetzt schon mehrfach gelesen habe.

Bei mir kommt die Panik, wenn ich mit jemandem unterwegs bin und denjenigen entweder bitten muss irgendwo anzuhalten (beim Autofahren) oder eben deswegen kurz verschwinden muss (bei ner Unterhaltung, etc.). In solchen Situationen setzt dann ein Gedankenkarusell bei mir ein und dreht sich und dreht sich, so dass mir schwindlig wird, ich anfange zu hyperventilieren, zu schwitzen, mein Körper beginnt zu kribbeln, ich zittere.

Einige Gedanken sind dann:
- wegen mir müssen jetzt Umstände gemacht werden (extra anhalten, Gespräch unterbrechen, etc.)
- der Gegenüber hält mich für schwach, weil ich es nicht aushalten kann
- es ist unendlich peinlich und sooo intim
- ich muss was ekliges/schmutziges tun und das auch noch jemandem erzählen
- was wenn der Gegenüber nein sagt? - ich bin jetzt von demjenigen abhängig

Bisher wissen nur 3 Personen davon. Mein Partner, meine Therapeutin und seit neuestem auch mein Chef.

Sorry, ist etwas lang und vielleicht wirr geworden ... so richtig klar denken kann ich im Moment nicht.


Kennt das jemand auch?

13.02.2014 12:06 • 05.03.2014 #1


8 Antworten ↓


Musst Du denn aufgrund Deiner Gefühle, dass es unangenehm wäre, auch öfters auf Toilette?

Wenn nicht, schränkt es Deine Lebensqualität ja zum Glück nur ein wenig ein, denn sooo oft geht ja "der normale Mensch" nicht zur Toilette!

Übrigens kann ich Dir als ausgewiesene zur- Toilette- Stürmerin sagen, dass ich gar nicht das Gefühl habe, etwas "Ekliges" zu tun, und auch ist es mir nicht unangenehm, es mitzuteilen, und "sooo intim" ist es doch auch nicht- wir müssen es doch schliesslich alle tun, sonst würden wir sterben!

Ich habe noch nie erlebt oder gehört und kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Mensch, bei dem Du im Auto sitzt und den Du bittest, anzuhalten, weil Du mal musst, sagt: "Ällerbätsch, das mache ich nicht!"
Sowas macht kein Mensch!

Und hast Du Dir schon mal jemals gedacht, wenn Deine Kollegin auf Toilette ging oder eine Freundin oder sonstwer: "Mensch, ist die schwach, die geht jetzt auf Toilette!"?

Weiss nicht, ob Du Dir diese Gedanken schon mal so richtig vergegenwärtigt hast, vielleicht versuchst es mal- wirst sehen, Deine Gedanken halten keiner Prüfung stand!

13.02.2014 13:47 • #2



Panik wegen Toilette mal anders

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Hallo Mahabharata,

jain zu der Frage nach dem öfter müssen. Eigentlich nicht, nur wenn ich diese Panikanfälle bekomme, krieg ich gleichzeitig auch eiskalte Füße. Eiskalte Füße und ich passen nur leider mal garnicht zusammen. Auch ohne Panik führt das zu häufigerem Harndrang.

Zur Einschränkung ... auch hier jain im Prinzip geht es. Diese Panik ist nur gerade jetzt wieder sehr aktuell. Ich arbeite bei einem Stromversorger als Sekretärin für einen Netzmeister (Instandhaltung der Stromkabel, Versorgung gewährleisten, etc.). Nach jetzt 6 Jahren im Büro hab ich den Wunsch geäußert, auch etwas über die technische Seite der Arbeit wissen zu wollen. Also sind wir beide raus ins Netz gefahren, zum Anschauungsunterricht so zu sagen. Es war kalt, ich bekam kalte Füße, musste bald auch schon auf Toilette und die Panik begann. Gesagt hab ich nichts, sondern ausgehalten. Ich weiß allerdings auch nicht mehr wirklich viel von dem was er mir da erzählt hatte.

Alle meine Gedankengänge die ich dann habe, hab ich noch nie auch nur im Ansatz bei jemand anderem gedacht. Mir ist es höchstens etwas unangenehm, wenn mir jemand sagt er geht jetzt mal eben zur Toilette, eben weil ich es als etwas sehr intimes empfinde.

Am gleichen Tag wie der Ausflug, hatte ich auch Therapiesitzung. Hab ihr davon erzählt, auch von der Panik und den Gedanken. Reaktion so wie Deine und eben gleich "Konfrontation ... Sie üben das jetzt. Gehen Sie zu Ihrem Chef und sagen Sie ihm 'ich muss mal' " Als Therapiehausaufgabe hab ich nun eben die Aufgabe bekommen, das zu üben wenn die Situation nochmal entsteht.

13.02.2014 14:21 • #3


Ahja, das kenn ich bisl! Vorallem aus meiner Kindergartenzeit. Mittlerweile hab ich das nicht mehr so.
Mir halfen und helfen drei Gedanken!

1. Wenn du nicht gehst, wird es vieeeel schlimmer, peinlicher und überhaupt! Also geh und geh rechtzeitig.
2. Nein, du bist von niemandem Abhängig! Keiner, aber auch keiner kann dir verbieten zu gehen! Das gehört absolut zu den menschlichen Grundrechten
was mich zu
3. bringt.- Es ist das gottverdammt nochmal natürlichste! auf der Welt und jeder!, wirklich jeder, jeder, jeder geht aufs Klo! Ob nun Heidi Klum, Bratt Pitt oder sonst wer, jeder! Auch dein Chef!

Und bei wen du im Auto auch mitfährst, ist dir sicher dankbar, du sagst bescheid wenn du an die Raststätte willst, bevor du ihm in seinem Auto die schicken Ledersitze verunreinigste

Vllt hilft es dir auch, wenn du nicht direkt mit der Tür ins Hausfällst, sondern anstatt "ich muss mal zur Toilette" einfach sagst, "entschuldigen sie mich kurz"/"könnten sie mich kurz entschuldigen", "könnten wir bei der nächsten Raststätte mal kurz halten" etc. , es eben weniger offensichtlich ausdrückst in den Situationen, in denen das möglich ist.

13.02.2014 16:10 • x 1 #4


Da muss ich mich auch mal mit einschalten, wobei das bei mir noch etwas anders ist. Generell habe ich keine Probleme damit, Toiletten zu nutzen, allerdings gebe ich Nachhilfe, oft auch bei den Schülern privat und da kann ich nie darum bitten, mal die Toilette nutzen zu dürfen. Also achte ich darauf, vorher nicht zu trinken, aber dann trinke ich echt zu wenig, wenn ich zwei oder drei Stunden habe und die Wege dazwischen und keine Toilett da. Neulich musste ich dann mal soo dringend und hielt echt aus, bis ich zuhause war, aber da ging es mir extrem schlecht, ich hatte schon richtig Schmerzen.

Das größere Problem ist Stuhlgang woanders. Gerade wenn wir in England zehn Tage bei den künftigen Schwiegereltern verbringen, weigert sich mein Körper da einfach, etwas rauszulassen, selbst wenn ich dann schlimme Bauchschmerzen bekomme. Hin und weder geht es dann mal in einer öffentlichen Toilette oder wenn ich nachts mal aufwache oder das Glück habe, dass die Eltern meines Partners nicht zuhause sind. Hin und wieder funktioniert die Klospülung nicht richtig und schon alleine das lässt meinen Körper einfach streiken. Wenn wir wieder zuhausesind, dauert es einige Tage, bis sich das normalisiert.

04.03.2014 14:29 • #5


Warum kannst Du bei den Nachhilfeschülern die nicht Toilette benutzen?!

Das andere Thema mit dem Stuhlgang kennen ganz viele Leute, dass sie Probleme damit haben, wenn sie nicht daheim in ihrer gewohnten Umgebung sind...

Ich hatte mal einen Freund, der hatte eine Badezimmer- Tür, die man nicht zumachen konnte, stand immer einen Spalt offen- dort konnte ich auch nicht und hatte oft üble Bauchschmerzen...
Aber das hat wenig mit Angst zu tun, da ist es einem einfach unangenehm und peinlich.
Was natürlich eigentlich auch Unsinn ist und nicht gesundheitsförderlich...

04.03.2014 18:56 • #6


Zitat von Mahabharata:
Warum kannst Du bei den Nachhilfeschülern die nicht Toilette benutzen?!

Weil ich davon ausgehe, dass das unhöflich ist.

Zitat von Mahabharata:
Das andere Thema mit dem Stuhlgang kennen ganz viele Leute, dass sie Probleme damit haben, wenn sie nicht daheim in ihrer gewohnten Umgebung sind...


Gut zu wissen. Mit Leuten, die ich kenne, mag ich darüber nicht reden. Nur meinem Freund musste ich es irgendwann sagen, der bekam einfach mit, dass etwas nicht stimmte, wenn ich dann Bauchschmerzen hatte.

04.03.2014 20:45 • #7


Zitat von AlitaY:
Zitat von Mahabharata:
Warum kannst Du bei den Nachhilfeschülern die nicht Toilette benutzen?!

Weil ich davon ausgehe, dass das unhöflich ist.

Zitat von Mahabharata:
Das andere Thema mit dem Stuhlgang kennen ganz viele Leute, dass sie Probleme damit haben, wenn sie nicht daheim in ihrer gewohnten Umgebung sind...


Gut zu wissen. Mit Leuten, die ich kenne, mag ich darüber nicht reden, wenn es nicht gerade so anonym ist wie hier. Nur meinem Freund musste ich es irgendwann sagen, der bekam einfach mit, dass etwas nicht stimmte, wenn ich dann Bauchschmerzen hatte.

04.03.2014 20:49 • #8


Also- ganz ehrlich: Es ist NICHT unhöflich, zu sagen, dass man kurz auf Toilette gehen möchte!
Könntest Du Dir vorstelln, Du hast Besuch, und der sagt zu Dir: Ich geh`mal kurz zur Toilette!" Und Du erwiderst: Nein, das geht aber mal gar nicht! Bist Du unhöflich!"
Merkst`e- sowas würde kein Mensch denken oder sagen!
Also- mutig voran, das nächste Mal tust Du das, was Du tun musst, und du wirst sehen, dass kein Mensch das unhöflich finden wird!

05.03.2014 19:21 • #9




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