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Ich möchte nun auch meine Angstgeschichte erzählen. Ich habe zuerst alles auf Word abgetippt, überarbeitet und gespeichert, weil ich noch in 20 Jahren verstehen und mich an jetzt erinnern will.

Ich bin ein Extremtyp. Erlebe Gefühle gerne intensiv. Ich bin früher als Kind sehr offen gewesen, selbstbewusst. Seit ich ca. 15 bin bekam ich mehr und mehr Angst vor Menschen. Seit ca. 2 Jahren ist es extrem stark und ich verstehe den Sinn nicht, diese Angst durchstehen zu müssen. Wenn ich Öffis fahre ist es schlimm, wenn ich shoppen gehe, wenn ich die Wohnung verlasse (ich hoffe immer, keinem Nachbarn zu begegnen). Ich fühle mich sooo beobachtet, unsicher, SCHUTZLOS und wertlos. Ich bin tatsächlich jemand anderer unter Angst: ich rieche anders (stinke), ich denke so viele komische Gedanken, die ich nicht kontrollieren kann, ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Ich habe Angst vor der Macht anderer über mich….und vor Schmerzen.

Angefangen hat es mit meiner Mutter und allen Gleichaltrigen. Ich wurde als Kind von meiner Mutter oft geschlagen, getreten, angebrüllt (mehr schreibe ich dazu nicht, weil ich sie nicht verraten will). Ich liebe meine Mutter mehr als alles andere auf der Welt und seit ca. 1 Jahr ist unser Verhältnis perfekt – so wie ein perfektes Mutter-Tochter-Verhältnis sein sollte. Extrem liebevoll ….In der Schule wurde ich immer ausgegrenzt und gemobbt. Ich war einfach anders. Alle waren sie eifersüchtig auf mich. Ich war schöner, interessanter und selbstbewusster. Ich traute mich mit 14 nicht einmal mit offenen Haaren zur Schule zu gehen, obwohl ich es so gerne getan hätte. Ich wollte mich ja ausleben (nicht nur sexuell sonder auch emotional)so wie andere, aber ich war zu verklemmt. Ich hatte vor allen aggressiven Menschen Angst und verwandelte mich in deren Gegenwart zu jemanden, an dem man seine Wut perfekt auslassen kann.

Ich stelle sehr hohe Ansprüche an mich, und muss noch lernen gut zu mir zu sein. Angst hat immer seine Gründe…es ist gut sie überwinden zu wollen, aber ich bin einfach noch zu hart zu mir wenn es um die Konfrontation und das Lernen geht. Vor allem aus dem Grund, weil ich glaube, es dann so verdient zu haben!

Im Turnsaal haben sie den Ball auf mich geschmissen, in der Klasse haben alle über mich gelacht … und ich hab leider mitgelacht und so getan, als wäre ich dumm und glücklich dabei. Ich war dann leider wirklich dumm, weil ich so in der Rolle war, die ich mir ausgesucht habe. Ich wurde oft als „nervig“, „kindisch“ und „verrückt“ bezeichnet. Ich bin aber einfach super originell. Tolle Einfälle, tolle Energie. Ich habe jetzt fast alles von meiner Ursubstanz (meinem wahren Ich) verloren *heul* und ich flehe zu Gott, dieses Geschenk wieder zu erhalten und mich selbst wieder so erleben zu dürfen. Diese Energie die ich früher hatte, der Mut, die Freiheit, das Selbstbewusstsein….jetzt bin ich täglich energielos und die Angst vor der Angst lähmt mich. Besonders schlimm ist’s, wenn ich müde außer Haus gehe. Dann kann ich mich fast gar nicht aus dem negativen Gefühlssog befreien. Erst vor einigen Tagen habe ich mich getraut, die Angst in ihrer vollen Wucht durchleben zu wollen, weil ich glaubte, sie so besser bearbeiten zu können. Doch der Zustand der Angst ist einfach nicht besser geworden und ich verharrte meiner Meinung nach sinnlos darin, bis ich „befreit“ war (zu Hause). Ich fühle mich dann an manchen Tagen oft von Menschen provoziert, vor allem in den Öffis. Sie erwidern meine Befürchtungen und tun genau das, was ich nicht möchte (zB schaut mich ein Widerling lüstern an). Leider ziehe ich dann nur solche A****löcher an, die mich noch wertloser, schmutziger und machtloser fühlen lassen.

Ich werde demnächst einiges ausprobieren: Kinesiologie; Grinberg-Methode; Gespräche mit medial begabten Frauen. Ich glaube eher daran, als an langwierige Psychotherapie. Vielleicht hilft euch auch etwas aus der Alternativmedizin!

Ich glaube, mein Leben könnte viel schlimmer gewesen sein, wenn ich in manchen Situationen anders gehandelt hätte: die schlimmsten möglichen Gefühle dieser Welt hätte ich durchleben müssen (zB während einer Vergewaltigung).
Davor hab ich mich schon als Kind gefürchtet und vl kommt diese Angst aus einem Vorleben. Ich habe Männer lange Zeit nicht gemocht (nur solche aus meiner Familie) und sie alle als frauenfeindlich im Bild gehabt – alles potentielle Vergewaltiger, und ich konnte nicht verstehen, wieso eine Frau so dumm sein und mit bestimmten Kerlen zusammen sein wollte. Diese Einstellung hat sich vor einigen Jahren zum Glück geändert!
Mein Vater hat mich nie geschlagen und seit der Scheidung meiner Eltern ist er wie ein guter Kumpel für mich gewesen. Daran kann’s also nicht gelegen haben.

Ich habe so viel nachgedacht und mittlerweile dutzende Erkenntnisse gesammelt. Ich weiß genau welche 2 Leben ich gerne hätte: entweder wieder die zu sein, die ich wäre wenn die Welt mich nicht kaputt gemacht hätte und für die vielen Ängste gesorgt hätte….das wäre ein Leben voll zahlreicher intensiver Emotionen. Oder ein Leben, das ich mit meiner entwickelten jetzigen Persönlichkeit evt. leichter bekomme, in dem ich noch intensivere Emotionen erleben, allerdings weniger an der Zahl als bei Variante 1. Beides ist für mich gleich wertvoll, aber ich habe das Gefühl ich bin mir das 1. Leben in erster Linie schuldig, um endlich wieder zu meiner wahren Natur zurück zu finden und die Erfahrungen machen zu können, die so in der Art nur auf der Erde und mit meinem Wesen möglich sind. Ich habe aber keine Kraft und Ahnung, wie ich mir diese Leben schaffen kann – ich weiß nur, dass die Angst eingedämmt werden muss.
Interessant ist schon, dass das 2. Leben erst möglich ist, weil ich bestimmte positive Erfahrungen in den letzten Jahren meiner Einsamkeit mit mir alleine gemacht habe. Es ist vielleicht eine Art Wiedergutmachung, weil ich vl nie wieder Ich sein werde, so wie ich geboren wurde.

Es schnürt mir gerade total den Hals zu und ich bin echt traurig…es ist schön für mich zu weinen. Danach muss ich meistens gähnen und ich bin total relaxt. Also mir hilft es sehr, weil ich mich dabei Gott mitteile, und „er“ erst dadurch vl merkt, wie schwer ich es habe und daraufhin mir Hilfe zuteil werden lässt.

Ich durchlebe momentan neben der energielosen, angsterfüllten Momente auch sehr schöne Momente der Einsamkeit, aber dabei fühle ich mich absolut sicher und geschützt. Erst durch diese Sicherheit traue ich mich mich zu öffnen und meine Bedürfnisse im Geiste zu befriedigen.

Vl ist der einzige Sinn dieser Sozialphobie für mich, es zu erfahren und später anderen besser helfen zu können. Es passt nur gerade gar nicht in mein Lebenskonzept: ich bin gerade mal 23 Jahre jung und voller Wünsche und Sehnsüchte. Ich habe echt genug von diesen extremen negativen Erfahrungen…ich will zwar lernen im Leben und von mir aus noch Schlechtes durchleben, aber dann selbstbestimmter und besser proportioniert. Ich möchte mich einfach als Schöpfer meines Lebens fühlen und nicht mehr als Opfer der mächtigen Wesen, die mir Angst machen.

Ich habe früher selbst manipuliert und vielleicht ist diese Angst jetzt eine Strafe dafür. Es tut grade echt weh wie Halsschmerzen, wie mich der Hals zuschnürt.
Ich jammere sonst nicht gern, jetzt versuche ich es aber absichtlich, weil wo sonst, wenn nicht hier alles ehrlich rauslassen!?

Es gäbe noch so vieles zu erzählen…..
Zum Beispiel schaffe ich es vor Leuten zu tanzen oder sogar zu *beep*, ich gehe in Discos und tobe mich als eine der Wenigen auf der Tanzfläche aus (ich gehe sogar alleine fort)…aber ich habe auch ärgste Angstzustände, wenn ich danach im Nachtbus nach Hause fahre. Ich bin beides, aber vor allem eine gute Schauspielerin. Keiner glaubt mir diese Ängste. Ich merke gerade, wie ich schon wieder vor euch versuche etwas zu spielen, nur um nicht ich sein zu müssen. Es passiert ganz automatisch und mir kommt es dabei so vor, als versuchte ich so zu sein, wie ihr mich gerne haben wollt. Egal was ihr von mir denkt, es ist vielleicht falsch weil ich es falsch aussende.

Ach ja, ich habe außerdem sehr großen Hass auf die Menschen und um mich abzureagieren, foltere ich hinterher oder zwischendurch in meinen Gedanken bestimmte Menschen, die mir untertags über den Weg laufen und lasse dabei alles raus (Fantasien sind mir sehr hilfreich). Genauso träume ich mich sehr oft in ein anderes Leben, in Situationen, die ich selbst gerne erleben würde; zB fahre ich mit meinem Traummann auf einem Motorrad durch die Natur. Ich weiß, dass mir ausschließlich mein Engel und vl auch die Liebe meiner Mutter das absolute Sicherheitsgefühl vermitteln können. Ich bin so dankbar diese Erfahrung gemacht zu haben, weil ich jetzt weiß, dass ich mich im Grunde genommen sogar gerne öffne und auch zu 100% fähig dazu bin (weil meine Gefühle in dem Moment sehr intensiv sind). Hätte ich mich so nie erlebt, würde ich von mir denken, ich sei tatsächlich so verklemmt und gefühlsarm, wie ich nach außen oft wirke während ich mich unsicher/ nicht beschützt fühle. Ich finde es nur schade, dass ich durch die Angst gezwungen werde, eine Person zu sein, die ich nicht sein will: ich will immer gut riechen, ich will mich so gut fühlen wie zu Hause (mitsamt aller intensiven Emotionen), ich will mich frei bewegen können ohne mich beobachtet zu fühlen und dabei verkrampft in extremes Nachdenken zu verfallen. Ich will einfach nur glücklich sein!! Ich wette, ihr auch. Ich wünsche es euch allen. Aber am meisten wünsche ich es endlich mir, und das sage ich so arrogant wie ich nun mal bin. Ich möchte mich lieben und zu mir stehen, damit mir keiner mehr ein wertloses Gefühl vermitteln kann. Vor allem aber möchte ich schwach sein dürfen und die Schutzbarrieren ablegen, die mich daran hindern etwas zu fühlen. Doch in dieser Welt wird Schwäche sofort ruiniert und die vollkommenen Kinder dieser Welt wurden nur geboren, um zerstört zu werden. Ich könnte so anders leben, wenn ich noch die ureigenen Fähigkeiten hätte als Kind und noch nicht mit Masken durchs Leben schreite.
Es wäre so angenehm, wenn mir endlich von einem Menschen geholfen wird, doch anscheinend muss ich lernen, dass nur ich selbst mir helfen kann. Doch wieso gibt es andere, die nie alleine dastehen?
Und noch eines: ich möchte RACHE. Rache allen, die mich zu der gemacht haben, die ich heute bin. Leider bin ich kein Gott, der über die Macht verfügt, doch eines Tages vielleicht, und dann werde ich mich austoben. Hoffentlich nicht an Unschuldigen.

Das Verstecken meiner Energie vor der Welt raubt mir soviel Energie. Ich fühle mich beim Öffnen nur leider so vergewaltigt, wie wenn andere gegen meinen Willen durch mich erregt werden. Weiters hindert mich die Angst vor Schmerzen und Machtspielen anderer mich am Öffnen.

Trotzdem geht es mir relativ gut wenn ich bedenke wie es mir in meinen Visionen noch gehen könnte. Ich weiß einfach, dass mir schreckliche Dinge hätten passieren können und irgendwie bereue ich es sogar…als wäre ich zu feig dafür gewesen. Nur leider sprechen 2 widersprüchliche Stimmen in meinem Kopf und jede hat eine andere Lebenseinstellung. Die eine meint, man braucht kein Schlechtes zu erfahren um glücklich zu sein…die andere sagt das Gegenteil. Beides stimmt irgendwie, aber ich habe Angst, dass die zweite Stimme in bestimmten Situationen, in denen ich leicht gedanklich manipuliert werden kann (zB mit dem Gedanken „ich habe es nicht verdient bla bla bla“) dafür sorgt, dass ich mich in sehr gefährliche Situationen begebe….in denen ich die Hölle durchlebe und das vielleicht dann sogar jahrelang.

Bitte schreibt mir eure Meinungen! Das ist mein großer Wunsch an euch. Gleichfühlende währen natürlich auch super. Ich habe mich lange genug alleine gefühlt…


Alles Gute,
Sheherazade

19.07.2010 14:44 • 22.07.2010 #1


4 Antworten ↓


Hallo Sheherazade

Willkommen im Forum.

Ich möchte eigentlich nur einen einzigen Satz zu allem schreiben:

Überdenke einmal deine Beziehung (dein wahres Denken und Fühlen) zu deiner Mutter.

Sie hat dich als Kind (also in deiner Prägungszeit) geschlagen, getreten (!) und angebrüllt.
Du schreibst heute, dass du sie liebst und ihr ein perfektes Verhältnis habt.
Du schreibst aber auch, dass du Rache an dem Menschen willst, der dich zu dem gemacht hat, was du heute bist (oder glaubst zu sein).

Viele Grüsse, Der Beobachter

20.07.2010 09:50 • #2



Meine Sozialphobie & mein Leben

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Zitat von Sheherazade:
Und noch eines: ich möchte RACHE. Rache allen, die mich zu der gemacht haben, die ich heute bin. Leider bin ich kein Gott, der über die Macht verfügt, doch eines Tages vielleicht, und dann werde ich mich austoben. Hoffentlich nicht an Unschuldigen.

Und: Haben es die hoffentlich Schuldigen verdient?

20.07.2010 11:29 • #3


Hallo!
also nach reiflicher Überlegung muss ich doch auch ein Kommentar dazu schreiben..
Ich habe den Eindruck, dass du dir eine Scheinwelt aufgebaut hast, in der du die Gute bist und fast jeder um dich herum schlecht..
Deine Aussagen sind teilweise total wiedersprüchlich..zum Beispiel deine Behauptung,dass du ein selbstbewusstes Kind gewesen bist. Ein misshandeltes Kind (in welcher Form auch immer) ist und kann nicht selbstbewusst sein!
Ich glaube wirklich(so hart das auch klingen mag), dass du ohne professionelle Hilfe keine Heilung erfahren wirst.
Alles Gute!

20.07.2010 18:47 • #4


halloo

ich kann mich in deinen beitrag in einigen sachen gut wiederfinden..
wenn du willst kannst du ja meinen beitrag auch mal durchlesen..


liebe grüße
steffiii

22.07.2010 19:31 • #5




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