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@54nnerg
Ich weiß. Ich kenn das. Ich war als Kind in der gleichen Situation. Hab ja Asthma, Neurodermitis, Allergien gehabt. Ne Brille, Zahnspange und nen Topfschnitt, weshalb nicht ganz klar war, ob ich Junge oder Mädchen bin. Das ging bis etwa zur 6. Klasse.
Im Grunde war ich ein richtig krasser Philipp mit Pflaster auf dem Auge. Ergo das Ziel aller möglichen Hänselein.
Das hat mich auch geprägt fürs Leben. Irgendwann war ich dann aber wg anderer familiärer Probleme so weit unten, dass der Philipp mit dem Pflaster auf dem Auge sich verändert hatte.
Ich fing an frech zu werden, zu beleidigen, zu schlagen, die Brille abzusetzen, die Spange vom Auto überfahren zu lassen, um ne Ausrede beim Zahnarzt zu haben (wie dumm eigtl

), hab die Mobber von früher über Jahre fix und fertig gemacht.
War ich dadurch besser geworden? Wohl kaum. Vieles davon quält mich bis heute, weil ich weiß warum ich es gemacht habe und wieso es die anderen Kinder gemacht haben.
Leider hab ich erst mit knapp 30 (im Knast runden GB gefeiert yay) damit aufgehört, weil ich viel drüber nachdenken konnte. Therapie hatte ich ja nie gemacht.
Mittlerweile hatte ich dann gelernt damit besser umzugehen, sodass mich trotz meiner Sensibilität nicht einfach jeder Hanswurst aus der Bahn werfen kann. Ich weiß wer ich bin. Ich weiß was ich kann und was ich nicht kann. Ich weiß wie hart ich einstecken kann und ich weiß wie hart ich austeilen kann.
Früher als Kind wusste ich das nicht. Ich war einfach nur Philipp mit dem Pflaster auf dem Auge. Mit der Person habe ich aber nichts mehr gemeinsam, außer der gemeinsamen Geschichte, die uns verbindet.
13.07.2024 18:14 •
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