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265

S

sarah2
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Kennt ihr das?
Man wünscht sich einerseits soziale Kontakte.
Andererseits findet man soziale Kontakte anstrengend.
Und noch wesentlich anstrengender ist die Suche nach sozialen Kontakten.
Ich bin dann auch schnell erschöpft.
Und wenn ich dann an einer Aktivität teilnehme z.B Verkauf in der Kleiderkammer bin ich nach 1 Stunde extrem kaputt und habe dann aber noch 2 Stunden vor mir, weil die Schichten so lange dauern.
Was könnte helfen?
Ich hoffe das Problem ist verständlich erklärt.
Selbsthilfegruppe hat mir nicht geholfen.

05.02.2025 x 6 #1


271 Antworten ↓
Idefix13

Idefix13
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Zitat von sarah2:
Auch wenn es für viele unverständlich klingt.

Nein, tut es für mich nicht.
Aber das können wohl nur jene Nachvollziehen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder die ein ähnliches Leben führen.

Habe 13 Monate meine Wohnung nicht verlassen, wegen der Agoraphobie und konnte auch nicht von "jetzt auf gleich" alles wieder bewerkstelligen. Selbst wenn der Wille da ist, benötigt es Zeit - Wochen, Monate.
Und nur weil sie sich jetzt Hilfe sucht, hier im Forum und so viele Möglichkeiten genannt wurden, wird sie jetzt nicht "so aktiv" wie viele andere oder viele andere es gerne möchten.

Prokrastination wird ganz bestimmt eines der Begleiterkrankungen sein, mit dem sie sich auch immer herumschlagen muss. Mach selbst ich täglich, bis man nicht mehr davon weglaufen kann. Weil einem die Termine einholen..

Ihr habt alle geholfen.
Jetzt gebt ihr Zeit sich selbst zu helfen. Entweder sie überreist es und kann sich aus ihrem Kokon befreien, sich den Kontakten und anderen Dingen stellen oder sie kann es nicht.
Es ist ihr Leben und sie alleine muss es leben und darf somit auch bestimmen, wie sie es lebt.

Viel Erfolg dir, egal für welchen Weg du dich entscheiden wirst. 🍀

08.08.2024 21:17 • x 5 #200


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Kontakte suchen extrem anstrengend?

x 3


E

Ex-Mitglied
Gast

@54nnerg

Ich weiß. Ich kenn das. Ich war als Kind in der gleichen Situation. Hab ja Asthma, Neurodermitis, Allergien gehabt. Ne Brille, Zahnspange und nen Topfschnitt, weshalb nicht ganz klar war, ob ich Junge oder Mädchen bin. Das ging bis etwa zur 6. Klasse.

Im Grunde war ich ein richtig krasser Philipp mit Pflaster auf dem Auge. Ergo das Ziel aller möglichen Hänselein.

Das hat mich auch geprägt fürs Leben. Irgendwann war ich dann aber wg anderer familiärer Probleme so weit unten, dass der Philipp mit dem Pflaster auf dem Auge sich verändert hatte.

Ich fing an frech zu werden, zu beleidigen, zu schlagen, die Brille abzusetzen, die Spange vom Auto überfahren zu lassen, um ne Ausrede beim Zahnarzt zu haben (wie dumm eigtl Very Happy), hab die Mobber von früher über Jahre fix und fertig gemacht.

War ich dadurch besser geworden? Wohl kaum. Vieles davon quält mich bis heute, weil ich weiß warum ich es gemacht habe und wieso es die anderen Kinder gemacht haben.

Leider hab ich erst mit knapp 30 (im Knast runden GB gefeiert yay) damit aufgehört, weil ich viel drüber nachdenken konnte. Therapie hatte ich ja nie gemacht.

Mittlerweile hatte ich dann gelernt damit besser umzugehen, sodass mich trotz meiner Sensibilität nicht einfach jeder Hanswurst aus der Bahn werfen kann. Ich weiß wer ich bin. Ich weiß was ich kann und was ich nicht kann. Ich weiß wie hart ich einstecken kann und ich weiß wie hart ich austeilen kann.

Früher als Kind wusste ich das nicht. Ich war einfach nur Philipp mit dem Pflaster auf dem Auge. Mit der Person habe ich aber nichts mehr gemeinsam, außer der gemeinsamen Geschichte, die uns verbindet.

13.07.2024 18:14 • x 5 #63


Zum Beitrag im Thema ↓


main
Wenn du an einer Garderobe arbeitest, kommen zwangsweise viele Menschen vorbei. Ansonsten würde sich eine Garderobe nicht lohnen. Du wirst dort mit allen Arten von Menschen konfrontiert. Das musst du so akzeptieren. Genauso in Gastro arbeiten. Dort musst du auch immer den selben Service abliefern. Sonst bist du ein schlechter Mitarbeiter. An einer Garderobe kommt man nur oberflächlich ins Gespräch. Ich glaube du sucht etwas engeren Kontakt. Versuche das ganze nicht auf beruflicher Ebene zu erledigen. Da bist du eingespannt und nicht locker.

#2


Hotin
Zitat von sarah2:
Man wünscht sich einerseits soziale Kontakte.
Andererseits findet man soziale Kontakte anstrengend.

Das Du beginnst, mehr auf Menschen zuzugehen, finde ich echt toll.

Zitat von sarah2:
Und wenn ich dann an einer Aktivität teilnehme z.B Verkauf in der Kleiderkammer bin ich nach 1 Stunde extrem kaputt und habe dann aber noch 2 Stunden vor mir, weil die Schichten so lange dauern.

Ich denke, das ist sehr verständlich, wenn Dich das anfangs sehr anstrengt. Vermutlich wirst Du Dich übermäßig stark
konzentrieren. Hast vielleicht auch Ängste, möglichst wenig Fehler zu machen. Anfangs ist das eher normal und verständlich.

Zitat von sarah2:
Was könnte helfen?

Mach so weiter und spreche Dir selbst Mut zu. Sage Dir, "Ich möchte das schaffen",

Fast alles, was man beginnt erscheint unheimlich schwierig zu sein.
Beobachte mal, wie wir Menschen etwas lernen. Viele Monate brauchen wir, um uns aufzurichten und
um laufen zu lernen. Anfangs fällt man oft wieder um.
Und wie viele Jahre hat es gebraucht, um Rechnen zu lernen? Wie oft haben wir dabei ein falsches
Ergebnis errechnet? Aber irgendwann kann man das.
Und nun bist Du dabei, soziale Kontakte aufzubauen. Also gib Dir dafür ein paar Monate Zeit.
Danach kannst Du dann zurückschauen, wie es Dir dabei ergangen ist.

Bitte gib nicht zu schnell auf. Mach einfach weiter. 👍

x 4 #3


S
Ich merke auch immer mehr, dass ich anders bin.
Und ganz andere Ansichten, Bedürfnisse etc. habe ( das detailliert aufzuschreiben würde den Rahmen sprengen).
Das erzeugt dann noch zusätzlich Stress und Angst.

x 1 #4


nati1989
@sarah2 ich fühle deine Worte.
Ich hab schon ein paar "Freundinnen" aber fühle mich am wohlsten bei meinem Mann und meiner Tochter. Oder auch Eltern und meiner Schwester.
Ich treffe mich echt nur meiner Tochter zuliebe mit anderen. Wobei ich sagen muss, dass sie 11 ist und auch alleine zu Freundinnen geht. Heute waren wir im Schwimmbad ( da lasse ich sie nicht alleine hin) und gab mich mit mit andern getroffen. Ich merke auch wie schnell meine Social Battery leer ist. Ich hab früher immer versucht Kontakt zu knüpfen aber es irgendwann aufgegeben weil ich einfach kein Mensch bin, der sich dauernd treffen muss.

Liebe Grüße

x 2 #5


S
Ja das stimmt natürlich.
Andere Dinge wie z.B rechnen konnte ich auch nicht sofort und musste längere Zeit üben.
Allerdings fiel mir dass doch noch leichter.
Ich finde es z.B auch schwierig die passende Situation zu finden.
Abseits von so Sachen wie nach Produkten im Geschäft fragen etc.
Wie schon gesagt Aktivitäten dauern oft relativ lange und es werden auch gewisse Anforderungen an die Kommunikation gestellt z.B in der Kleiderkammer.
Zusätzlich muss ich mich dann auch noch auf die Aktivität selbst konzentrieren.
Ich hoffe das ist verständlich erklärt.

x 1 #6


Schlaflose
Zitat von sarah2:
Und wenn ich dann an einer Aktivität teilnehme z.B Verkauf in der Kleiderkammer bin ich nach 1 Stunde extrem kaputt und habe dann aber noch 2 Stunden vor mir, weil die Schichten so lange dauern.

Inwiefern versprichst du dir denn, dabei Kontakte zu knüpfen? Machst du das regelmäßig und triffst dabei immer auf die gleichen Leute? Dann könnte sich mit der Zeit etwas entwickeln. Ansonsten eher kaum.

x 1 #7


S
Ja ich müsste es wahrscheinlich regelmäßig und intensiv machen.
Bin mir aber auch nicht sicher, ob es sinnvoll ist gezielt nach Kontakten zu suchen.

x 1 #8


S
Ich muss auch dazu sagen, dass es auch nicht einfach ist etwas passendes zu finden.
Ehrenämter sind ja als solches oft schon herausfordernd und dann auch noch versuchen nebenbei Kontakte zu knüpfen macht es noch schwieriger.

#9


Nane7
Die Suche nach neuen Kontakten ist anstrengend und vielleicht auch belastend. Nicht immer versteht man sich etc.
Und das nähere Kennenlernen auch.
Man kennt sich ja nicht, kennt die Empfindlichkeiten, Fettnäpfchen nicht.
Immerhin gibt es heute Chats, man kann telefonieren - muss sich nicht immer treffen.

x 1 #10


S
Und wenn dann eben noch die Angst dazukommt.
Und man extreme Probleme hat anderen Menschen zu vertrauen.

#11


Schlaflose
Ich glaube, du musst dich einfach damit abfinden, dass du mit deiner psychischen Erkrankung keine Kontakte finden und erst recht nicht aufrechterhalten kannst, wenn du schon nach kurzer Zeit erschöpft bist. Kontakte zu haben bedeutet, Dinge miteinander zu unternehmen, sich gegenseitig zu besuchen usw. Es ist anstrengend und man muss Energie investieren.
Jemand, der durch einen Unfall querschnittsgelähmt im Rollstuhl landet, muss sich auch damit abfinden, nicht mehr laufen und andere Dinge machen zu können, so sehr er sich das auch wünscht.
Lockere, unverbindliche Kontakte kann man gut schließen, wenn man regelmäßig etwas macht, wo man immer auf die gleichen Leute trifft. Ich gehe seit über 20 Jahren jeden Sommer fast täglich ins Freibad und habe da mindestens mit 30 Leuten lockere Kontakte. Man wird einfach von anderen angesprochen, wenn man sich regelmäßig sieht, sei es übers Wetter oder das Wasser etc. Mit den Jahren habe ich mit einigen auch tiefgehendere Gespräche, man erzählt sich private Dinge und Probleme, während man auf der Bank in der Sonne sitzt. Zu mehr ist aber nie gekommen, weil für mich auch zu anstrengend wäre, außerhalb des Freibades mit jemandem etwas zu unternehmen und engeren Kontakt zu haben. Bei mir ist es wegen meinen Schlafstörungen, dass ich mich dagegen sträube, weil für mich jede Verabredung dazu führen kann, dass ich tagelang davor und auch danach nicht schlafen kann. Ich habe mich damit abgefunden und mein Leben daraufhin ausgerichtet, mich viel allein zu beschäftigen.

x 4 #12


S
Das ist wahrscheinlich wirklich so.
Vielleicht sollte ich mir überlegen wie ich es akzeptieren kann.
Und trotzdem das Leben lebenswert gestalten kann.

#13


D
Wenn Dein Denken Deinem Schreiben entspricht, dann überlege doch mal den Konjunktiv zu vermeiden. Vielleicht kommst Du dann ins Handeln, statt nur zu sinnieren ob Du handeln könntest. Du würdest ja sicherlich nicht so lange überlegen ob Du was trinken solltest, weil Du Durst hast und dann verdursten, obwohl ein Getränk in Reichweite ist.

x 2 #14


S
Das Problem ist auch, dass soziale Ängste für viele Leute nicht verständlich sind.

x 2 #15


Hotin
Zitat von sarah2:
Das Problem ist auch, dass soziale Ängste für viele Leute nicht verständlich sind.

Warum ist das ein Problem?

x 2 #16


S
Weil die Leute dann nicht verstehen warum ich mich ängstlich und zurückhaltend verhalte.
Und dann auch Fehler mache.

x 2 #17

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D
Zitat von sarah2:
viele Leute

Zitat von sarah2:
Weil die Leute

Ja die Leute. Wenn‘s die nicht gäbe.
Nur Du wirst „die Leute“ nicht ändern. Wenn Du also etwas ändern willst, dann fang doch einfach mal bei Dir an und wenn Du dann anders bist, sind die Leute vielleicht auch anders (zu Dir)
Zitat von sarah2:
Weil die Leute dann nicht verstehen warum ich mich ängstlich und zurückhaltend verhalte.
Und dann auch Fehler mache.

In jedem Deiner Themen hier, kommt irgendwann immer diese Aussage von Dir und offensichtlich kommst Du damit auch nicht weiter.

x 1 #18


E
Zitat von sarah2:
Weil die Leute dann nicht verstehen warum ich mich ängstlich und zurückhaltend verhalte. Und dann auch Fehler mache.


Ich verstehe das, aber die wütende Welt, in die Du geboren wurdest, wird Dir in dem Punkt leider nicht mit offenen Armen entgegenkommen oder Dir Deine Schwächen nachsehen.

Es ist an Dir, was Du daraus machst.

Du kannst versuchen davor wegzulaufen, aber dieser Fakt wird Dich immerwieder einholen.

Dir haben genau zwei Menschen was geschenkt und dafür gesorgt, dass Du es bis hierher geschafft hast.

Den Rest musst Du selbst vom Baum holen. Nur so kommst Du davon los, darauf angewiesen zu sein, ob sich andere Trockennasenaffen bereiterklären Dir etwas hinunter zu werfen.

Du musst Dich für Dich selbst gerade machen. Egal vor wem und in welcher Situation. Du musst es Dir selbst wert sein, dann kann Dich auch niemand klein halten oder Dich verunsichern.

x 2 #19


Hotin
Zitat von sarah2:
Weil die Leute dann nicht verstehen warum ich mich ängstlich und zurückhaltend verhalte. Und dann auch Fehler mache.

Was ist denn schlimm daran?
Verstehst Du denn die anderen Leute,
warum sie sich anders verhalten als Du?
Vermutlich nicht. Aber deswegen lernt man sich kennen und spricht miteinander. Denn dabei lernt man das kennen, was andere Menschen anders machen und was sie vorrangig interessiert.

x 1 #20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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