Hey Leute!

Also ich habe mir jetzt so das ein oder andere in diesem Forum durchgelesen. Ich kenne vieles davon nur zu gut. Leider...

Ich bin jetzt 21 Jahre alt und mittlerweile habe ich mich mit meiner sozialen Phobie abgefunden... Oh Gott, wie das schon klingt.. "ich habe eine soziale Phobie"... wenn das jemand lesen würde, oder ich es jemandem erzählen würde.. das würde er gar nicht glauben...
Oftmals ist die Fassade auch einfach perfekt...

Viele sehen mich als sehr komplizierten und launischen Menschen. Nur ich weiss, wieso es wirklich so ist! Meine Angst begleitet mich zwar immer aber hin und wieder scheint auch mein wirkliches Ich durch... Ich bin oft auch zickig, beherrschend und rechthaberisch. Diese Energie besitze ich auch. Aber bin ich das dann wirklich? Oder bin ich nur so, wegen meiner Angst? Oder bin ich das was ich bin, mit meiner Angst?
Auf der anderen Seite bin ich das komplette Gegenteil. Manchmal versinke ich so in meiner Angst... aber manchmal ist sie mir egal und ich tue, was ich will... Oft wirke ich als sehr lebensfroher Mensch und sehr selbstbeusst. Oft habe ich schon gehört "Du bist auf keinen Fall schüchtern"...
Wenn die mal wüssten....
Ich nehme Sitationen oft die Fäden in die hand, um sie zu kontrollieren, was mich in den Mittelpunkt stellt, was ich wiederrum gar nicht möchte! Aber nur so vermeide ich, dass ich durch meine unauffällige Art auffalle. Ja, ich denke ein paradoxeres Beispiel kann man gar nicht nennen...

Das hat alles mit 14 in der Schulzeit gegonnen... Ich war schon immer so, dass ich etwas ruhiger und schüchtern war, auch als kleines Kind.. So wie ich mich beschreiben würde, war ich auch gar kein typisches Kind. Ich war (klingt merkwürdig) ein ernstes Kind. Sehr vernünftig... ich wurde immer schon gefragt wieso ich so traurig gucke, was ich habe, was los sei...
In bestimmen Situationen wirde ich aber oft laut und bin einfach geplatzt. Oft war das zu Hause, bei der Familie, mit den Geschwistern. Draussen jedoch, in der Schule, bei Bekannten, mit Freunden, war ich ganz anders. Nie hab ich getraut meine Meinung zu sagen.... Heute ist das anders.... Die Angst spielt trotzdem jede Sekunde eine Rolle...

Ich habe eine Zwillingsschwester, mit der habe ich auch immer alles gemeinsam gemacht. Ich musste nie alleine in die Schule, von alleine neue Kontakte knöpfen oder bei einer Frage Antworten... denn da war ja noch meiner Schwester... auf die habe ich mich immer verlassen... Meine Eltern haben uns ebenso immer vor allen Dingen geschützt "geht da nicht alleine hin, immer zu zweit.. Komm ich mach das, du tust dir weh, pass auf, das ist gefährlich"... ich denke dadurch hat sich das alles so entwickelt. Es war einfach zu viel Liebe. Und die, die ich damals zu viel bekommen habe, fehlt mir jetzt... Ich sehe mich jede Minute nach jemandem, der mir zuhört, der mich einfach versteht... Aber wie soll ich sowas jemandem erzählen? Dass ich Angst habe, vor alltäglichen Dingen? dazu bin ich auch noch ein Mensch, der sehr misstrauisch und pessimistisch ist... ob ich nun so bin, oder nur wegen den ängsten so bin.. ich weiss es nicht...

Ich habe auch recht viele Freunde und niemanden, der mich nicht leiden kann. Ich bekomm auch zu meinem Äusseren immer wieder bestätigung, ohne blöd zu kingen, aber viele Jungs/Männer hätten auch gerne eine Beziehung mit mir.. Aber erstens steht mir die Phobie im Wege und zweitens bin ich sowieso nicht der Typ dafür, gleich mit jedem mitzugehen. Ich weiss, wie die Männerwelt heutzutage so ist
und wer mich besser kennt, sagt mir, dass ich was ganz besonderes sei... Und schon wieder das : Wenn ihr wüsstet....

Als ich klein war, wollte ich Friseurin werden... Wieso jetzt nicht mehr, kann sich jeder denken...
Als diese Angst begonnen hat, war das das schlimmste, was ich in meinem Leben erlebt habe. Es war der Horror, ich wolte nicht mehr zur Schule, habe sehr oft geschwänzt, im Unterricht war ich mündlich sowieso nicht beteiligt.. Diese Panik, die in einem aufsteigt, sobald es zu einer unangenehmen Situation kommen KÖNNTE, ist unerträglich und man möchte einfach aufstehen und gehen... Aber was denken die Leute dann von einem? Nachher muss man sich dafür noch rehctfertigen.. Nein... Also erst gar nicht in solche Situationen kommen... Aber wie will man das vermeiden? Richtig... das Haus nicht verlassen.. und selbst da war man umgeben von "Gefahren"... Schon als ich im Zimmer saß (natürlich so, dass ich eine zeitschrift vorm gesicht hatte und in eine Richtung schauend, bei der ich mich gut "verstecken kann") und ich jemanden hab kommen hören, stieg die panik schon auf... man musste immer auf alle Situationen gefasst sein. Denn jemand könnte reinkommen, dich ansprechen...

Das alles hat dazu gefürt, dass ich die letzten Jahre in meinem Leben vergeudet habe.. Aushilfsjobs, Praktika, Ausbildungen einfach abgebrochen... und ständig mit der Ausrede "das ist doch nichts für mich" mittlerweile sitze ich mit meinen 21 jahren zu Hause, bei Mama und Papa. Ich habe keine Ausbildung, keinen Job und auch nur einen lausigen Abschluss... Weiter zur Schule gehen? Undenkbar....
Beim Arbeitsamt, wurdn mir die ergebnisse des 5-stündigen test mitgeteilt.... "Überdurchschnittlich gut"... Ich werde laufend gefragt, wieso ich das was ich wirklich drauf habe, nicht anwende...
Und da ist es wieder: Wenn ihr wüsstet...
Aber wie sollen sie denn wissen, wenn sie es nicht wissen?
Wie soll ich es ihnen sagen, wenn ich doch genau davor Angst habe, dass es jemand weiss?
Wann sollte mir jemand mal dabei helfen, wenn ich mir nicht helfen lasse?
Habe ich mich wirklich schon abgeschrieben?
Es ist so mühsam. Ich kann deswegen mittlerweile nichteinmal weinen... Ich habe mich abgefunden....
Ich kann mir auch ein Leben ohen diese Angst nicht mehr vorstellen...
Habe ich auch davor Angst? Ein Leben ohen diese Angst zu leben?
Wie fühlt sich ein Blinder, der plötzlich sehen kann?
Wie fühlt sich jemand, der sein ganzes Leben im Rollstuhl gemeistert hat, wenn er nach jahrzehnten laufen kann?
Will er das?

Aber ich kämpfe immer wieder dagegen an und ich ecke auch oft an... denn ich bin anders... ich sage meine meinung, ich will nicht untergehen... das will ich einfach nicht. Und der Kampf ist so verdammt hart aber ich will mich nicht für irgendwen verstellen.. wenigstens das, was ich zeigen kann, wovor ich keine angst habe es zu zeigen.. ja, wenigstens das möchte ich preisgeben.. und deswegen ist auch dieses starke Kontrastprogramm bei mir so unübersehbar....
Ruhig, zurückhaltend, schüchtern...
Ausbrausend, energiegeladen, rechthaberisch und ich will meinen Willen durchsetzen...

Im Grunde funktioniert man einfach nur noch. Man ist programmiert, wie eine Maschine. Man weiss genau, was wann, an welchen Stellen zu tun ist. Es ist wie ein Schalter, den man betätigt, um aus einer Situation wieder "heil" rauszukommen. Tatsächlich ist man ein sehr liebendwerter mensch, man will einfach nur Zuneigung und Verstandenheit. Aber wie man wirklich ist, kann man nicht zeigen. Darum ist man auch für viele Menschen herzlos und kalt... ja, das bin ich. aber nur, weil ich mein Herz nicht zeigen kann und der Kopf mein ganzes Leben bestimmt. Man muss handeln, wie man eigentlich gar nicht will, damit es einem gut geht.. Auf Dauer eine katastrophe und ich möchte gar nicht dran denken, wo ich in 10 Jahren stehe....

es tut mir leid, wenn ich den Text zu trocken geschrieben habe.... Aber ich sah auch keinen Grund darin ihn mit ein paar Sprüchen aufzulockern...

Danke, fürs lesen
~silence~

22.06.2008 15:27 • 27.07.2008 #1


68 Antworten ↓


Hallo ~Silence~,

ich habe soeben gerade Deienn Eintrag gelesen. Ich erkenne mich in vielem wieder.

LG
Matthias

22.06.2008 15:48 • #2



Hoffnung aufgegeben

x 3


@ ~Silence~,

habe Dir gerade eine PN geschrieben

22.06.2008 16:03 • #3


Hallo Silence,

also so silent ist dein Beitrag gar nicht.

Und du kommst tatsächlich ziemlich intelligent rüber.

------------------

Was ich nicht verstanden habe:

Du bist erst 21.
Du hast offenbar zeitweise Angst (wovor genau?). Zeitweise nicht.
Du kannst Situationen aktiv und erfolgreich kontrollieren, wenn du das willst.
Du bist beliebt und hast viele Freunde.
Du siehst gut aus und kannst das auch akzeptieren.

Wie wäre es, wenn du dich einfach so akzeptieren würdest, wie du bist, nämlich genau so, wie ich es oben aufgezählt habe, bzw. wie du es selber beschrieben hast?

Ich habe den Eindruck, dass du deine Vorstellung davon, "wie du wirklich bist", korrigieren müsstest. "Wirklich" bist du nämlich genau mit deinen Ängsten und Widersprüchen, nicht ohne sie!

Nicht die ideale Person mit ihrer Liebebedürftigkeit und Nettigkeit ist dein derzeitiges "wirkliches Ich", sondern eben die Person mit all den Stärken und Schwächen, wie du sie vermutlich ziemlich gut aufgelistet hast.

Was meinst du, wie viele Menschen allein schon für deine Fähigkeit, in einer Situation die Fäden in die Hand zu nehmen und die Kontrolle auszuüben, viel geben würden und dich darum beneiden? Das ist eine große Fähigkeit! Helmut Schmidt ist damit Bundeskanzler geworden, dass er mal die Fäden in die Hand genommen hat, ohne Rücksicht auf rechtliche Beschränkungen, die in dem Moment eher schädlich waren ...

Und wie viele Menschen dich für so manches andere beneiden und bewundern?

Und was meinst du, wie viele Menschen genauso wie du immer wieder Angstgefühle haben, z.B. Sorge um mögliches Versagen?
Oder keine Lust, etwas zu tun?
Oder am liebsten ihre Meinung sagen würden, aber sich nicht trauen,
oder aber auch sie tatsächlich nicht sagen dürfen, weil die Konsequenzen zu destruktiv wären?

Und wie viele Menschen auf der - mehr oder weniger vergeblichen - Suche nach dem großen Verständnis und Geborgenheit sind ...?
Es ist heutzutage anscheinend schon eher normal, dass man so etwas nur ausnahmsweise, eher selten erlebt, als dass es der Normalfall wäre ...

Und bezüglich deinem alten Berufswunsch:
Als Kind haben viele merkwürdige Berufswünsche. Jungens wollen fast alle Feuerwehrmann oder Lokführer werden, Mädchen Friseuse oder Lehrerin, Ärztin oder sowas.

Das heißt nicht, dass diese Berufe wirklich zu diesen Kindern, wenn sie erwachsen werden, passen.
Und eins kann ich dir sicher sagen: "Friseurin" passt zu dir ganz und gar nicht.
Dafür bist du, sorry, viel zu gescheit und reflektiert. Ich möchte hier auf keinen Fall einer Friseurin oder einem Frisör auf die Füße treten. Aber dass "Frisöse" normalerweise die Berufswahl von Hauptschülerinnen ist, deren Schulnoten für Anspruchsvolleres nicht ausreichen, ist doch bekannt, nicht wahr? Wenn man also keinen wirklich wichtigen Grund hat, diesen Beruf zu ergreifen - elterlicher großer Friseursalon oder eine Wahnsinns-Kreativbegabung, die sich NUR auf Haare bezieht -, dann sollte man sich etwas anderes oder zumindest eine umfangreichere Kreativausbildung überlegen, falls man kreativ sein will.
Denn zu einem Beruf gehören immer auch Kollegen und Kolleginnen. Und wenn diese nicht zu einem passen, wird man fast unweigerlich in diesem Beruf unglücklich. Die Frisösen, die ich überwiegend kennengelernt habe, würden vermutlich nicht zu dir passen.

Vielleicht hast du bisher überhaupt noch nicht richtig hingeschaut, was dir wirklich am Herzen liegt.
Welche Ausbildung(en) hast du denn begonnen und abgebrochen?

Gruß,
GastB

22.06.2008 18:41 • #4


Danke erstmal dafür, dass du dich an diesen text gewagt hast um ihn zu lesen und dann auch noch darauf antwortest
Aber was erzähl ich da... So ist das nunmal in einem Forum

Es ist merkwürdig. Und das ist das, was ich auch selbst nicht verstehe und zwar, dass meine Angst eigentlich von Dauer ist aber sie manchmal schwächer ist. Ich weiss nämlich ganz genau, wann sie stärker eintrifft. Und zwar, wenn ich mir zu viele Gedanken mache... Ganz simpel. So klingt es, aber Sag einer Person mal, dass sie nicht an einen schwarzen Vogel denken soll! Nein, es hat nichts mit dem Vogel zu tun
Ich will damit sagen, dass man seine Gedanken einfach nicht abestellen kann...
extreme Probleme habe ich, wenn ich unter Menschen bin, die eine starke Persönlichkeit haben. Das schüchtert mich ein. In meinem Umgeld allerdings, kann ich oift sein, wie ich wirklich bin. Obwohl es da auch hin und wieder Schwierigkeiten gibt. Doch diese sind zu kontrollieren. Aber neue Situationen nicht immer...
Was ist also, wenn ich mir plötzlich Tage vorher nicht über ein bestimmtes Ereignis gedanken mache? Ich schmeisse mich also freiwillig ins eiskalte Wasser. Ich weiss aber, dass es das eigentlich besser machen würde, da es das eigene Todesurteil ist, sich über Dinge vorher so viele Gedanken zu machen, dass man verrückt wird... Ich muss es aber tun, zwanghaft. Da ich auf alle Situationen gefasst sein möchte und jederzeit richtig reagiere, eben damit ich mich nicht blamiere...
Wovor habe ich Angst... Eigentlich ne ganz gute Frage.. Wenn ich genauer drüber nachdenke, weiss ich ja, dass es keinen grund gibt, Angst zu haben... Aber die Angst sich einfach zu blamieren, was falsches zu sagen, sich ungeschickt zu benehmen, negativ aufzufallen, ist immer da. Und für diese Fälle muss man einfach "befwaffnet" sein und geht vor so einer Situation alles in Gedanken durch, was passieren könnte.. Man malt sich das Schlimmste aus um darauf reagieren zu können...
Und noch nie hat mich jemand "entlarvt". Sie sehen mich alle als kommunikativen Menschen, der schlagfertig ist und sich immer zu wehren weiss, lustig ist und immer einen coolen Spruch auf den Lippen hat... Und ja, das habe ich auch. Aber ich denke es ist eher ein Schutz. Angriff ist die beste Verteidigung...
Ich weiss, dass es paradox ist. Aber so ist es nunmal.

Und ich bin nicht blöd. Das weiss ich selber... Aber ich wünschte, ich wär es. Dann würd ich mir warscheinlich auch nicht über so viele Dinge Gedanken machen, vieles einfach hinnehmen und gar nicht so weit denken. Das Leben wär doch viel einfacher oder nicht?

Da ich es, wie gesagt, nicht immer kontrollieren kann (besonders in neuen Situationen) habe ich auch noch nichts in meinem Leben erreicht... ja, als ich jünger war, wollte ich Friseurin werden... Und nun will ich es nicht nicht mehr, weil ich was besseres will sonden weil ich diese Angst habe... Aber ehrlichgesagt, würde mich das (auch ohne die Phobie) nicht befriedigen. Ich weiss, dass ich mehr kann und ich will mehr schaffen aber es geht einfach nicht. Es funktioniert nicht! Ich will die Zeit meines Lebens nicht verschwenden. Aber ich muss. Mir bleibt nichts anderes übrig. Ich würde so gerne weiter zur Schule gehen... Ach, wenn ich diese Phobie nicht hätte, dann würd ich gerade auch gar nicht davon träumen sondern hätte meine Schule schon hinter mr... ich würde auch sicher studieren.. Schon früher haben mir meine Lehrer gesagt, dass sie sehen, ganz genau wissen, dass ich viel mehr schaffen kann... Aber das kann ich einfach nicht. Ich weiss nicht, was ich noch mit meinem Leben anfangen soll. Ich habe schon mehrere Angebote für eine Ausbildung bekommen. Aber ich musste jedesmal ansagen. D.h. ichhabe es gar nicht so weit gebracht eine Ausbildung zu bekommen. Kurz davor habe ich immer weiche Knie bekommen und gedacht "Fang es gar nich erst an, du wirst es sowieso abbrechen, 3 Jahre hälst du nicht durch" Also habe ich, bevor ich etwas unterschrieben habe, lieber gleich gesagt, dass ich nicht mehr möchte. Ein Beispiel dafür ist zB als Rechtsanwalts-und Notarfachangestellte. Da habe ich ein Praktikum gemacht und nach dem ersten tag abgebrochen. Ich kann den Druck einfach nicht ertragen. Jede Kleinigkeit, die ich falsch gemacht habe, hat mich total runtergezogen. Die Blicke der Anderen. Unerträglich. Und der erste Tag in einem Beruf ist sowieso der schwerste. Wie aber soll ich einen weiteren überstehen?
Im Grunde ist mir auch egal, was ich mache. Es sollte mir einfach nur Spaß machen. Das ist alles. Aber wie soll ich denn sowas finden? Mit dieser Phobie werde ich niemals Spaß an irgendwelchen Dingen finden.. Und ja, auch wenn es niemand merken würde und ich 3 Jahre kämpfen würde. Ich würde mich damit zerstören. Würde es mir dann etwas bringen?

Ich habe auch oft schon zum Spaß gehört "Such dir einen reichen Mann" (die Leute denken natürlich, dass ich ständig abbreche, weil ich kein Gefallen daran habe, weil ich mit den Leuten nicht klar gekommen bin usw).. Aber ich such mir doch keinen reichen mann, nur damit... ach, Blödsinn.. Ich will den Satz nichteinmal zu ende führen. Es ist lächerlich. Dann bleib ich lieber mein ganzen Leben allein und unglücklich, anstatt mir irgendwen herzuholen, damit ich abhängig werde. Das kann ich nicht.
Ich will das nicht! ich will selber was schaffen. Ich will etwas machen, was einen Sinn hat, womit ich helfen kann. Einen wichtiigen Beruf. Wo die Leute sagen "Hey, das machst du echt gut, das passt zu dir. das ist dein Ding!"

Es ist ein teufelskreis. Es hat kein Ende. Wie soll ich mich verwirklichen, wenn ich nichtmal ein Ziel habe? Auch wenn ich es hätte, würd ich es nicht erreichen. Ich seh das realistisch, ja.. pessimistisch.. wie auch immer. Auf jeden Fall ist es für meine Verständnisse undenkbar. Ich könnte nicht weiter zur Schule gehen. Aber mit meinem Abschluss finde ich niemals den passenden Beruf. Ich bin 21. besonders viel ausprobieren kann ich auch nicht mehr. Abgesehen davon hab ich auch schon viele Kathegorien durch... Es ist aussichtslos... Und einerseits könnte ich, wenn ich an mein Leben denke und das mit dessen anderes vergleiche, jeden Moment anfangen zu heulen. Andereseits bringt es mir nichts. Denn es wird so bleiben. Es wird sich nichts ändern!
Wie?


~Silence~

22.06.2008 19:46 • #5


Hallo Silence,

irgendwie muss ich bei deinen Texten doch auch lächeln.
Wie kann man nur so gescheit sein und sich so dämlich benehmen.
Ich hoffe, du verstehst, wie ich das meine.

Also, eigentlich sehe ich aus deinem jetzigen Posting auch wieder dasselbe:

Du willst dich NICHT mit DER Silence begnügen, die du wirklich bist

Du guckst deine verschiedenen Seiten und Gefühle an und sortierst wie im Märchen: "Die guten ins Töpfchen, die schlechen ins Kröpfchen!"
Moderner gesagt: "Die (vermeintlich) guten Punkte auf die "Ja-das-bin-ich-Liste" - und die (vermeintlich) "weniger guten" Punkte auf die "Nein-das-bin-ich-nicht-Liste".

So geht das aber nicht, meine Liebe

ALLES gehört zu dir! Das Tolle und das weniger Tolle und das überhaupt nicht Tolle. Und das ist IN ORDNUNG so. Das ist ja schließlich bei anderen Leuten auch nicht anders. Oder willst du gleich heiliggesprochen werden, bevor du überhaupt gelebt hast?

Solange du so in "gut" und "schlecht" spaltest, solange wirst du natürlich keinen Frieden mit dir und der Welt machen können. Solange wirst du natürlich auch in ständiger Angst leben (müssen), dass du "auffliegen" könntest. Denn du willst der Welt nur deine sog. "guten" Seiten zeigen, willst PERFEKT vor den ANDEREN (!) DASTEHEN; und da das natürlich gar nicht funktionieren kann, weil kein Mensch perfekt ist, schon gar nicht mit 21 Jahren (!), musst du entweder schauspielern oder dich verkriechen. Die Schauspielerei wird von Tag zu Tag natürlich schwerer, deswegen wird das Verkriechen immer mehr.
Stimmt's, Silence?

Schau mal, was du hier geschrieben hast:
Zitat:
extreme Probleme habe ich, wenn ich unter Menschen bin, die eine starke Persönlichkeit haben. Das schüchtert mich ein.

Das halte ich für in deinem Alter völlig normal, Silence - und sogar für ein Zeichen von geistiger Gesundheit!

Um zwischen "Menschen mit starker Persönlichkeit" überhaupt ein ungewohntes Gefühl zu entwickeln, muss man ja erstmal in der Lage sein, solche Menschen zu erkennen - nicht wahr?
Allein das ist bereits eine gute Leistung.
Und weißt du, es ist vielleicht auch eine Folge der heutigen Hip-Gesellschaft, in der es - angeblich - wichtig und angesagt ist, total "cool" zu sein, dass du glaubst, wenn man sich als junger Mensch zwischen Persönlichkeiten unsicher fühlt, dass das etwas Negatives sei.
Ich meine, dass das absolut nichts Negatives ist. Im Gegenteil, wer selbst als sehr junger Mensch immer glaubt, allen um ihn herum locker das Wasser reichen zu können, der ist ein naseweiser Grünschnabel ohne Feingefühl und wahre Wertschätzung. So sehe ich das, Silence.
Du musst nur noch lernen,
a) das zu akzeptieren und sogar gut zu finden, dass du dich gegenüber manchen Menschen unsicher fühlst
b) dich dann entsprechend deinen Gefühlen zu verhalten. Z.B. indem du einfach die Klappe hältst
oder indem du freundlich sagst: "Ich fühle mich in Ihrer Gegenwart wahnsinnig unsicher, weil Sie so viel wissen" oder "weil Sie so berühmt sind" oder "weil Sie so einen starken Eindruck machen" - je nachdem, worum es sich handelt.
Du wirst dich wundern - in 99,9% der Fälle wird der "Stärkere" dir freundlich gesinnt werden und dir entgegenkommen, so dass du weniger oder gar keine Angst mehr haben musst und wirst.
Und allein schon, wenn man so eine offene Ausage gemacht hat, fühlt man sich anschließend gleich sicherer. Denn was könnte jetzt noch "auffliegen"? Es ist ja alles gesagt!

Zitat von ~Silence~:
In meinem Umgeld allerdings, kann ich oift sein, wie ich wirklich bin.

Du meinst, da fühlst du dich wohl, weil da nur diejenigen Eigenschaften von dir zum Tragen kommen, die du akzeptieren kannst - stimmt's?
Wie gesagt, das andere bist auch "du", nur magst du diese Seiten und Gefühle nicht akzeptieren!
Zitat:
Da ich auf alle Situationen gefasst sein möchte und jederzeit richtig reagiere, eben damit ich mich nicht blamiere...

Genau DAS ist es, Silence. Dein ganzes Streben ist darauf ausgerichtet, dich nicht zu "blamieren".

Dass du dann keine Lust auf nix hast und voller Angst bist, ist nur allzu verständlich, Silence.
So funktioniert es nicht. So kann es nicht funktionieren.

Jeder Mensch "blamiert" sich ab und zu, und erst recht jeder junge Mensch, und erst recht jeder junge Mensch in einer Ausbildung.
Eigentlich ist das aber gar kein "blamieren", sondern einfach: einen Fehler machen. Wenn ein Azubi keine Fehler machen würde, schon am ersten Tag nicht, wozu sollte er/sie dann überhaupt erst eine Ausbildung machen, anstatt gleich die Abschlussprüfung abzulegen?

Es ist VOLLKOMMEN normal, dass man Dinge, die man noch nie gemacht hat und/oder die einem noch nicht richtig erklärt worden sind, falsch macht. Das ist kein "Druck" - denn niemand erwartet, dass man es gleich richtig macht.
Klar, wenn ein Azubi trotz 5-facher, wirklich guter und korrekter Erklärung und mit den richtigen Vor-Kenntnissen einen kleinen Handgriff noch immer nicht begreift oder der Kundin die Haare schon spült, bevor das Shampoo drauf war, dann wird ein Ausbilder irgendwann nervös, oder sogar auch mal wütend, und wird im allerallerschlimmsten Fall - der aber nur gaaaanz selten auftritt, weil das von der Kammer kontrolliert wird - auch das Handtuch werfen.
Aber da du ja alles andere als blöd bist, wird das bei dir ja nicht passieren!

Dass du in einer Ausbildung Fehler machen wirst, ist hingegen ziemlich sicher, weil du vermutlich die erste Auszubildende wärest, die fehlerfrei durch ihre Ausbildung geht. Das ist schier unmöglich - allein schon, weil auch die ausbildenden Personen Fehler bei der Ausbildung machen und der Azubi es also deswegen dann falsch macht. Was Ausbilder dann manchmal nicht gerne zugeben.

Und schau mal dies hier nochmal genau an:
Zitat:
Ich will etwas machen, was einen Sinn hat, womit ich helfen kann. Einen wichtiigen Beruf. Wo die Leute sagen "Hey, das machst du echt gut, das passt zu dir. das ist dein Ding!"

Auch hier gehst du nicht davon aus, was DU SELBST für dich richtig finden würdest, und was DU darüber sagen würdest,
sondern du blickst auf "die Leute", die dann auf dich blicken würden und dich gut und deine Arbeit wichtig finden würden.
Stimmt's?

Sag mal, Silence, jetzt eine wirklich sehr ernsthafte Frage:

WESSEN Wertschätzung und Zustimmung ist dir am allerwichtigsten? Welcher Person aus deinem bisherigen Leben?
Anders gefragt: Von welcher Person hast du am meisten Wertschätzung und Zustimmung vermisst - und tust es noch heute?
Noch anders gefragt: Vor welcher für dich wichtigen Person hast du dich schon mal schlimm "blamiert"-so dass du den Eindruck hattest, dass die Person dich deswegen anschließend weniger beachtet oder sogar weniger geliebt hat?

WER IST ES?

In welcher Situation war das?

Es MUSS da etwas geben, Silence.

Schau wirklich hin. Sollte es dir nicht sofort einfallen, dann schau in der nächsten Zeit weiter hin. Wer weiß, vielleicht wird ein Traum es dir zeigen, falls du es nicht eh gleich weißt.

Liebe Grüße,
GastB

22.06.2008 20:33 • #6


Hey Fremder!

Alles was du sagst ist richtig. Ich brauche gar nicht auf bestimmte Fragen genauer eingehen. Denn du hast Recht. Du hast einfach Recht!
Auf die einzelnen Punkte noch mehr einzugehen, würde nichts bringen. Es ist sogut wie alles gesagt. Es würde mir auch nichts bringen, das was du sagst zu widerlegen. Nein, das kann ich nicht, denn du hast Recht! Und das weiss ich. Aber alles das, was du da schreibst überrascht mich auch nicht. Es sind Dinge die vollkommen einleuchtend sind und die ich einer krankenPerson genauso deutlich machen wollen würde.

Auch wenn ich jetzt was ändern will, bzw nichts ändere und einfach mich so akzeprieren wollen würde, wie ich bin. Es würde doch gar nicht funktionieren. Bin ich da zu festgefahren in meiner Meinung? Wie soll es denn funktionieren... Ich bin schon immer so eine Person gewesen, die ruhig und zurückhaltend ist, sich alles erst ansieht und dann urteilt, sich dann entsprechen verhält, nachdenklich usw... Aber seit ein paar Jahren weiss ich, dass es eine Krankheit ist, die mich seit fast 8 Jahren begleitet. Und sie wird bestimmt nicht weggehen. Denn ich kann mir auch ein Leben ohne die Angst gar nich vorstellen.

Vielleicht klammer ich mich auch einfach nur an diese Angst. Denn hey, das ist doch ein tolles Hadicap oder nicht? Aber ich frage mich wofür ich das brauche? Versuche ich vielleicht gar nicht, was dagegen zu tun? Ruhe ich mich auf gewisse Weise darauf aus? Denke ich grade viel zu weit? In die falsche Richtung?

So langsam beschleicht mich das Gefühl, dass du genervt von dem sein könntest, was ich hier schreibe. Weil ich weiss, dass du mir etwas deutlich machen willst und helfen willst, ich aber immer Widerworte habe... Tut mir leid, aber trotz meiner Angst bin ich kein Ja-Sager (gehen wir ma nicht davon aus, dass das hier ein Forum ist, da es sowieso leichter ist zu schreiben als zu sprechen)

Für einen "normal" Schüchternen ist es schon schwer, mal offener und lockere zu sein. Für jemanden für mich, in Situationen, in denen es für mich undenkbar ist, unmöglich! Es ist ein extrem beengende Gefühl in so eine Situation zu kommen, mal will einfach nur weg. Da kann man nicht mehr klar denken. Du verlierst den Faden in deinen eigenen Gedanken. Allein die Vorstellung daran, dass das mal anders sein könnte, ist unerreichtbar...

Ach, alles Bla Bla... Es führt zu Nichts...

Zu deiner letzten Frage... Ich weiss es nicht... ich hab wirklich, wirklich keine Ahnung...
Willst du nun also "nur" wissen, wann genau das begonnen hat? Was mir passiert ist, dass ich diese Angst habe?
Oder willst du wissen, vor wem/bei wem ich so große Angst habe?
Oder haben beide Sachen eine Verbindung?

Ich habe aber zu keiner dieser Fragen, die ich gestellt habe, die deine sind/sein könnten, eine Antwort....

~Silence~

22.06.2008 21:30 • #7


Hallo Silence,
Zitat:
WESSEN Wertschätzung und Zustimmung ist dir am allerwichtigsten? Welcher Person aus deinem bisherigen Leben?

Anders gefragt: Von welcher Person hast du am meisten Wertschätzung und Zustimmung vermisst - und tust es noch heute?

Noch anders gefragt: Vor welcher für dich wichtigen Person hast du dich schon mal schlimm "blamiert"-so dass du den Eindruck hattest, dass die Person dich deswegen anschließend weniger beachtet oder sogar weniger geliebt hat?

Dazu solltest du eigentlich etwas sagen können, denke ich.

Wenn nicht, könntest du damit Recht haben:
Zitat:
Vielleicht klammer ich mich auch einfach nur an diese Angst. Denn hey, das ist doch ein tolles Hadicap oder nicht? Aber ich frage mich wofür ich das brauche? Versuche ich vielleicht gar nicht, was dagegen zu tun? Ruhe ich mich auf gewisse Weise darauf aus?
...
Aber seit ein paar Jahren weiss ich, dass es eine Krankheit ist, die mich seit fast 8 Jahren begleitet. Und sie wird bestimmt nicht weggehen. Denn ich kann mir auch ein Leben ohne die Angst gar nich vorstellen.

Das hört sich ja richtig kuschelig an. Wie schön, deine "Krankheit" begleitet dich, du bist nie allein, sie ist immer bei dir.

-----------

Was meinst du denn damit?
Zitat:
Auch wenn ich jetzt was ändern will, bzw nichts ändere und einfach mich so akzeprieren wollen würde, wie ich bin. Es würde doch gar nicht funktionieren.
.....
Für einen "normal" Schüchternen ist es schon schwer, mal offener und lockere zu sein. Für jemanden für mich, in Situationen, in denen es für mich undenkbar ist, unmöglich!

Hab ich gesagt, du sollst lockerer sein?

Das scheint eine fixe Idee von dir zu sein, dass du immer "locker" sein sollst. Cool und locker, ja?
Nie unsicher, nie traurig, nie fehlerhaft - ja?

Wie lange willst du denn diesen Anspruch an dich aufrechterhalten?

23.06.2008 23:11 • #8


Hey GastB!


Ich weiss ja nicht, ob ich das richtig sehe, aber gerade fühle ich mich etwas angergriffen. Ich denke mal, dass du sowieso schreibt, dass es nicht so ist.
Deine Texte machen den Anschein, als würdest du gar nicht glauben, was du da liest. Ja, du machst dich förmlich lustig darüber, dass es jemanden wie mich geben kann. Aber wie ich mitbekommen habe, scheine ich ja wohl nicht die Einzige zu sein...



~Silence~

24.06.2008 17:52 • #9


Zitat von ~Silence~:
Ich weiss ja nicht, ob ich das richtig sehe, aber gerade fühle ich mich etwas angergriffen. Ich denke mal, dass du sowieso schreibt, dass es nicht so ist.


Da irrst du dich.

Ich greife sehr wohl deine Einstellung an.

Nämlich die, dass du entweder nur als fiktives Idealsubjekt oder gar nicht unter die Menschen gehen kannst.

Dass du nur dann "du selbst" bist, wenn du "locker" bist - andernfalls seiest das gar nicht du.

Weißt du, wie viele Menschen täglich unsicher und unlocker zur Arbeit oder zu einer Behörde usw. gehen?

Meinst du, die Welt besteht aus lauter Lockeren, und wenn man nicht locker ist, dann sei das eine Krankheit oder dann würde das gar nicht zum eigenen Leben dazugehören?

Solange du dir das selber so irreal vormachst, solange wirst du weiter von deiner Unlockerheit beherrscht werden.

Auch die Unsicherheit gehört zum Leben. Dazu gehört auch eine gute Portion Demut. Bereitschaft, unperfekt zu sein und sich anderen unterzuordnen, wo es nötig ist. Hast du diese Bereitschaft?

Gruß,
GastB

25.06.2008 17:15 • #10


Diese Bereitschaft hab ich nicht. Ich hätte sie gerne. Aber ich habe sie nicht! Sonst gäbe es ja auch kein Problem.

27.06.2008 15:56 • #11


Hi Silence,
ich kann das meiste was du schreibst ziemlich gut nachvollziehen. Vor allem dieses sich einerseits ändern wollen aber sich andererseits erstmal akzeptieren wie man ist. Es ist für alle Menschen schwierig sich zu ändern, vor allem wenn man immer schon zurückhaltend war und dann mit 20 21 beginnt sich ändern zu wollen. Ich denke man muss sich als zurückhaltende Persönlichkeit akzeptieren, aber versuchen, das eigene Verhalten in kleinen Schritten und in gewissen Situationen zu optimieren, so dass man sich irgendwann wohler damit fühlt.
Ich persönlich merke, dass ich mich mit den kleinsten Schritten sehr schwer tue, weil ich halt in dieser Rolle der zurückhaltenden und stillen Person drinne bin. Es erscheint mir am Sichersten so zu sein wie ich jetzt bin und obwohl ich so oft unter den Konsequenzen meines Verhalten leide verhalte ich mich dann doch überwiegend weiterhin so, weil ich es so GEWOHNT bin.
Naja, weiß nicht ob dir das weiterhilt... Viele Grüße erstmal

27.06.2008 19:05 • #12


Hey unsicher!

Danke für deinen Eintrag und deine Ratschläge.

Auch wenn ich es, so wie du sagst, mit kleinen Schritten, schaffen würde... Es würde doch nichts daran ändern, dass ich diese Angst habe. Es wird niemals verschwinden. Ich könnte versuchen damit besser umzugehen, was ich auch schon irgendwo im Griff habe. Aber es ist anstrengend. Ich bin müde... Ich bin müde vom ewigen nachdenken. Ich hab dazu einfachkeine Lust und keine Kraft mehr. Es beherrscht mein ganzes verdammtes Leben. Auch wenn ich mich den Situationen stelle... Na und? Ich habe Angst! Ich werde mir mein ganzes Leben Gedanken über sch**** undwichtige Dinge machen, die andere blöde Leute von mir denken könnten.
Natürlich denk ich mir auch: Wen zum Teufel hat es zu interessieren, wie ich bin, was ich sage, was ich tue. WEN? NIEMANDEN! es ist MEIN Leben! ICH muss darin leben und ich muss es mir so schön wie möglich machen! Aber es geht einfach nicht! Im Endeffekt steh ich sowieso alleine dar, weil ich auch niemandem sagen kann, was los ist. Wenn die anderen das wissen würden, würden sie dann darauf achten und das wär für mich nahezu tödlich...
Wenn Situationen auftreten, wo ich mich vielleicht doch komisch, den anderen gegenüber verhalte, werden sie sich vielleicht fragen was los ist. Dem konnte ich bis jetzt gut entgehen. Aber genau da ist der Punkt. Ich will es doch gar nicht. Ich komme aus diesem Kreis einfach nicht raus.

Früher war vielleicht das Gefühl schlimmer, aber ich habe mir keine Gedanken über meine Zukunft gemacht. Aber mittlerweile weiss ich, dass es ne psychische Störung ist. Es wird nicht verschwinden und ich werde nichts in meinem Leben erreichen. Genau das ist der Punkt, der mich zum verzweifeln bringt. Ich habe mich fast aufgegeben. Ich weiss, das soll man nicht tun. Aber langsam ist das Maß voll.
Irgendwie schaff ich es immer und immer wieder, Situationen zu meistern, naja oder ihnen aus dem Weg zu gehen. Wie auch immer. Fakt ist, dass es verdammt viel Energie kostet.
Aber das schlimmste ist einfach, dass ich nichts erreiche damit. GAR NICHTS! Ich schummel mich so durchs Leben. Ich will aber mehr, ich will so viele Dinge machen. Ich will so viel sehen. Ich will das Leben sehen. Aber keine einzige Tür ist geöffnet. Keine einzige! Es geht nicht. Ich bin gefangen und komm da einfach nicht raus.
Ich will nicht, wenn ich alt bin, ich Bett liegen, meinen Enkelkindern die Hand halten und davon erzählen, wie hart mein Leben war (Auch wenn da sniemand glauben mag, weil sie ja denken ich habe nichts erreicht). Ich will ihnen erzählen, was ich geschháfft habe, wo ich war, was ich erlebt habe, was ich da lasse von mir.
Das wird aber nicht passieren...

lg
~Silence~

02.07.2008 21:19 • #13


Zitat von ~Silence~:
Ich will nicht, wenn ich alt bin, ich Bett liegen, meinen Enkelkindern die Hand halten und davon erzählen, wie hart mein Leben war (Auch wenn da sniemand glauben mag, weil sie ja denken ich habe nichts erreicht). Ich will ihnen erzählen, was ich geschháfft habe, wo ich war, was ich erlebt habe, was ich da lasse von mir.
Das wird aber nicht passieren...

Hallo Silence,

du wirst mir deswegen böse sein, aber ich sag's dir ganz ehrlich: Beim Lesen kommt mir die Galle hoch.
Du willst zwar später damit angeben können, was du alles geschafft hast - aber hart , anstrengend darf es dabei nicht gewesen sein!? Also anstrengen, Hindernisse überwinden willst du dafür nicht?
Es hört sich nach einem total verwöhnten Gör an, Silence!

Und nicht einmal in deiner noch zarten Jugend willst du dich jemandem unterordnen? Wie willst du denn etwas lernen, wenn du dich der lehrenden Person nicht unterordnen willst?
Kennst du denn jemanden, der viel geschafft hat und sich dabei weder unterordnen noch anstrengen musste? Wer ist das?

Nicht einmal die Bundeskanzlerin kann einfach frei alles das tun, was sie mag, sondern muss sich vielen Vorschriften und Regeln unterordnen, nationalen und internationalen. Und ich denke, dass sie so manches Mal in ihrer Karriere Angst überwinden bzw. etwas trotz Angst machen "musste" - d.h., sich dazu entschied, es trotzdem zu tun.

Wenn du von dir und dem Leben forderst, dass du alles das, wovor du Angst hast, nicht tun musst, dann kann das einfach eine Masche deines Unterbewusstseins werden: Ich mag etwas nicht tun, also bekomme ich Angst davor, dann muss ich es nicht mehr tun ...

Findest du es nicht selbst ein wenig merkwürdig, dass du mit 21 Jahren aufgibst, alle Bemühungen für vergeblich erklärst?

Nochmal: Man kann Dinge auch dann tun, wenn man vor ihnen Angst hat!
Angst ist keine gültige Ausrede dafür, etwas bleiben zu lassen. Sondern Bequemlichkeit.

Gruß,
GastB

03.07.2008 12:10 • #14


Dein erster Absatz ist echt nett. Vielleicht auch gar nich so falsch was du da schreibst, aber er hört sich beschissen an und ich glaube es regt mich gerade auf, dass du damit recht hast. Deswegen werd ich auch nichts widerlegen.
Du hast natürlich recht mit allem was zu sagst... Das weiss aich doch auch.

Dass ich mich auf meiner Angst ausruhe, hab ich auch schon oft gedacht. Das war auch das, was ich in meinem zweiten oder dritten Text gesagt habe. Aber wie gesagt, ist es ja auch keine normle Angst... Die Merkel hat garantiert keine soziale Phobie. Das machts doch noch viel schlimmer für mich. Andere schaffen vielleicht die ein oder anderen Sachen, aber sie haben auch eine gesunde Angst vor dem, was sie tun. Das ist doch gerade das Problem.


~Silence~

03.07.2008 15:28 • #15


Hallo Silence,

das finde ich ja schon mal ganz gut, dass du nicht die Wand hochgegangen bist.


Ich frage mich und dich aber: Was genau meinst du eigentlich mit deiner "sozialen Phobie"?

In deinem ersten langen Posting kann ich eigentlich keine solche wirklich erkennen. Außer, dass du offenbar durch Schonung und Vorsicht durch Schwester und Eltern dermaßen verwöhnt worden bist, dass du dich nicht traust, altersgemäß Dinge zu tun, die alle anderen tun - offenbar auch deine Zwillingsschwester tut.

Ich zitiere:
Zitat:
Ich habe eine Zwillingsschwester, mit der habe ich auch immer alles gemeinsam gemacht. Ich musste nie alleine in die Schule, von alleine neue Kontakte knöpfen oder bei einer Frage Antworten... denn da war ja noch meiner Schwester... auf die habe ich mich immer verlassen... Meine Eltern haben uns ebenso immer vor allen Dingen geschützt "geht da nicht alleine hin, immer zu zweit.. Komm ich mach das, du tust dir weh, pass auf, das ist gefährlich"... ich denke dadurch hat sich das alles so entwickelt.

Was würdest du denn mit einem Kind tun, das sich so übertrieben ängstlich verhält wie du jetzt?

03.07.2008 18:53 • #16


Was ich mit "soziale Phobie" meine?
Denkst du, ich red mir das vielleicht irgendwie ein oder übertreibe? Ich meine damit, dass ich Angst habe. Ich gerate schon Wochen vor einem Termin in Panik und male mir die schlimmsten Dinge aus. Mein Kopf arbeitet den ganzen Tag, der Mist beherrscht mein ganzes Leben. Davon hab ich die Schnauze voll. Aber ich lebe ja weiter. Ich mache ja weiter. Irgednwie. Ich will aber normal leben und nicht so, auch wenn ich es jeden Tag schaffe. Es raubt einem extrem viel Kraft... Schon wenn ich die Wohnung verlassse, fühle ich mich wie auf dem Präsentierteller. Keine Ahnung, du kannst dir das wohl vielleicht nicht vorstellen. So wie ich gerade lebe, tritt die Angst auch nicht so häufig ein, weil ich ja nirgendwo hin muss, wie gesagt, ich habe keinen Job und gehe auch nicht zur Schule. Aber ich geh ja auch den ganzen Dingen schön aus dem Weg, weil ich mich für schwach halte.... gerade mache ih mir so viele Gedanken um den ganzen Mist, weil ich schn 21 Jahre alt bin und noch nichts erreicht habe. Ich stell mir vor, as in 5 jahren ist und ehrlichgesagt mag ich daran gar nich denken. Ich werd noch immer hier sitzen und darüber nachdenken. Ich weiss, jetzt kommste wieder mit deinem: "könnt kotzen wenn ich das höre... usw!" Ich ab das Gefühl, du verstehst das nicht so richtig... ODER (und das ist auch echt möglich), du versuchst zu zeigen, dass du es vielleicht nich ganz nachvollziehen kannst um ir so in gewisser Hinsicht "Mut" zu machen... Weiss nich, obs funktioniert. Weiss nich... Is alles mühsam. Keine Ahnung was ich glauben soll....

Was ich mit meinem Kind machen würde, dass so ne Angst hat? Dazu würde es ja gar nicht kommen. Ich weiss wie meine Eltern mich erzogen haben. (und das hätt ich vermieden) Und sie sind wirklich sehr gute Menschen. Das ist das Problem. Sie sind viel zu gut. Sie haben mich, wie gesagt, vor allen Dingen geschützt weil sie einfach Angst um ich hatten. Sie legen auch sehr viel Wert auf die Meinung anderer. Das seh ich auch heute noch. Aber falls du es wissenwillst: Mine Eltern wissen gar nicht, dass ich diese Angst habe. Abgesehen davon. auch wenn sie es wissen würden. helfen könnten sie mir nicht. Sie hätten sowas in der Erziehung verhindern sollen. Nun ist es zu spät um irgendwas rückgängig zu machen (blöder Satz, weil man nie etwas rückgängig machen kann, aber ich denke du weisst, was ich meine).


~Silence~

06.07.2008 02:43 • #17


P.S. War dein erster Satz sarkastisch? Wär bißchen dämlich, wenn....

06.07.2008 02:45 • #18


Provokanter Vorschlag: Dann geh doch ins Kloster... Würde DAS Deine Eltern aufregen?

Wo sind Deine Wurzeln?

RTFM!

06.07.2008 11:41 • #19


hallo silence

du siehst dich also als opfer einer zu behüteten erziehung? du glaubst, deine ängste kämen nur daher, dass dir früher alle ängste frühzeitig aus dem weg geräumt wurden?

habe ich das soweit richtig verstanden?

06.07.2008 11:58 • #20



x 4




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