Lea1990
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ich habe soziale Phobie und bin mit jemandem befreundet, der auch soziale Ängste hat. Das Problem ist, dass wir uns aufgrund seiner Ängste nicht treffen können, obwohl wir im gleichen Stadtteil wohnen. Wir haben schon sehr lange Kontakt über Handy, Chat und Telefonieren. Das hat er sich zuerst auch nicht getraut, aber mit der Zeit klappte das.
Er erzählt mir jetzt aber schon seit fast 9 Monaten, dass er mich treffen will. Wir kennen uns schon in echt, aber das waren immer nur kurze Situationen, wo jemand anders dabei war. Er verspricht mir seit 9 Monaten, dass wir uns auch mal alleine treffen und was wir dann zusammen unternehmen können. Aber es kommt nie dazu. Er hat mir schon oft gesagt wir können uns am Sonntag treffen oder wir treffen uns in deinem Urlaub oder wir treffen uns in den nächsten Tagen und dann halte ich mir die Tage teilweise auch frei und freue mich schon darauf, aber dann kommt es wieder nicht dazu. Entweder schafft er es nicht, das Haus zu verlassen, oder er sagt, er wäre krank oder hätte was Falsches gegessen und dann heißt es nächste Woche, aber ich weiß genau, dass es auch dann nicht klappt.
Mich zermürbt das ständige Warten und Hingehaltenwerden total. Ich habe ja selbst soziale Ängste, aber ich würde mich total gern mit ihm treffen und ich denke immer, ich müsste Verständnis für ihn haben, weil er das gleiche wie ich hat.
Einmal war es auch so, dass er mir versprochen hat, mich zu einer ambulanten OP zu begleiten. Da dachte ich, dass er mich wenigstens dann nicht hängen lassen kann, aber auch da habe ich vergeblich auf ihn gewartet.
Nach den ganzen Schwierigkeiten jetzt auch mal das Positive: Ich verstehe mich mit ihm total gut, wir haben viele gemeinsame Interessen, das gleiche studiert, können offen über alles sprechen. Er sagt, ich wäre die wichtigste Person in seinem Leben. Er bastelt für mich, schickt mir Geschenke. Wenn diese ganzen Probleme mit den Ausreden und dass kein Treffen möglich ist nicht wären, wäre das total schön mit ihm.
Ich weiß nicht, was der richtige Weg ist. Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Hättet ihr überhaupt so lange gewartet und die Sachen immer geglaubt? Sollte ich für alles Verständnis haben, weil ich selbst betroffen bin?
Ich merke, dass mich das alles total aufwühlt und ich teilweise richtig depressiv werde. Immer wieder Hoffnungen und dann aufs Neue enttäuscht und traurig. Immer wieder glaube ich ihm, wenn er sagt, wir würden uns auf jeden Fall in den nächsten Tagen treffen. Vielleicht glaubt er das ja sogar selbst, wenn er das sagt. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Wenn ich andere Leute versuche kennenzulernen und zu einem Treffen gehe und ihm davon erzähle, wird er immer ganz komisch und tut so, als hätte ich ja jetzt andere Leute und bräuchte ihn nicht mehr. Er macht dann auch Kommentare wie z.B. Du brauchst mich wohl nicht mehr oder Du hast ja so viele Freunde.., obwohl das überhaupt nicht stimmt. Wegen ihm treffe ich auch viel weniger Leute? weil ich Angst habe, den Kontakt mit ihm ganz zu verlieren. Wenn ich z.B. erzähle, ich treffe am Samstag ein paar Bekannte, dann sagt er Also können wir uns Samstag nicht treffen.., und tut so, als hätte er mich sonst genau an dem Tag getroffen, obwohl wir uns die Monate vorher auch nicht getroffen haben. Dann will er es so drehen, als wäre ich schuld, dass wir uns nicht treffen, obwohl ich jederzeit bereit wäre und auch an Tagen, wo ich jemand anders treffe, ja auch abends z.B. noch Zeit hätte. Bitte um Hilfe und sorry für den langen Text.
• • 01.01.2019 #1
