Zitat von dude: Doch daran denke ich dann manchmal nicht vorher zu überlegen ob die Person jemand ist der was für sich behalten kann oder nicht. Ganz einfach weil ich über ein Thema reden wollte.
Dieser Punkt ist m. E. hervorzuheben und mal näher zu betrachten. Ich habe mich schon oft mit Vertrauen bzw. Vertrauensmissbrauch bzw. -bruch beschäftigt bzw. beschäftigen müssen.
Dabei fiel mir auf, dass das Vertrauen, das man selbst aufbringt um sich jemandem (erst mal egal, wem) zu öffnen, entscheidend ist. Der Coming-Out-Effekt ist erstmal sehr wichtig und entsprechend
wirksam und darum geht es ja erstmal.
Was der "Vertraute" dann "damit macht", kommt erst an zweiter Stelle. Wir sollten versuchen, das als weitgehend unabhängigen Schritt zu betrachten. Bei jeder Handlung auf Vertrauensbasis muss man zwingend das Risiko des Vertrauensbruchs bzw. missbrauchs eingehen. Das gehört einfach dazu.
Und wenn man diesen Fakt mal akzeptiert, blickt man vielleicht auch dahinter, dass dieses Risiko selbst es ist, was Vertrauen letztendlich so wertvoll macht: Vertrauen erfordert Mut, Annahme einer Herausforderung, ja - im Endeffekt sowas wie "Lebensmut" und Verantwortungsübernahme.
Wer immer nur im stillen Kämmerlein "seine Themen" behütet, wird sich bald in Isolation wiederfinden. Der Austausch mit Unseresgleichen bestimmt uns und unser Weltbild. Ganz zu Ende gedacht führt diese offene Kommunikationshaltung irgendwann vielleicht auch dazu, unsere Handlungen generell
vor ihrer Ausführung zu überdenken - nach dem Motto: "Kann ich meine Handlung vor der "Welt" vertreten?".