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E
Die vielen Szenarien im Kopf wie was ausgehen könnte, bis hin zum Tod umfallen, oder stolpern und nicht hoch kommen, oder oft schlimm wenn ich mal mein Handy vergessen habe, mir dann was passiert. Also es könnte immer was passieren.

Dann berechne ich vieles die Wahrscheinlichkeiten, es rattert dann wie eine Kassenmaschiene in meinem Kopf und irgend was spukts den raus.

Meine große Begeisterung und totale Überzeugung von etwas und der große Fall nach ein paar Stunden oder Tagen und was noch so toll war, wird nun zum Feind oder zur mittlere bis grosse Katastropfe.

Dann Impuls Käufe, nicht Kaufsucht, eher Ambivalent was gut war ist plötzlich eine Belastung, diese Impulskäufe gehen mit Hochgefühle da her und haben mich schon einiges gekostet, zwei Urlaube die nicht stattgefunden haben zumbeispiel.

Und noch einiges mehr.

#81


J
Das Belastende überhaupt ist, dass man kein normales Leben wie die anderen führt. Man ist nicht dümmer oder hässlicher, trotzdem weicht man allem aus, zieht sich zurück und führt ein Einsiedlerleben. Später wirds dann so sein, dass man einsam ist und niemanden mehr hat. Alleine auf der Welt. Die Minderwertigkeitskomplexe sind total normal um die abzubauen müsste man sich den Dingen stellen. Der Rückzug führt unweigerlich dazu, dass sich diese Komplexe verstärken. Es wird also schlimmer, statt besser. Mir sieht man meine Phobie an, ich wirke in gewissen Situationen panisch und will dann nur noch da raus. Gesund ist das auch nicht, mein Blutdruck schnellt jedes Mal hoch, teilweise Spitzen von über 200. Eine Ärztin meinte schon, dass das mein Herz jetzt noch mitmacht, in 10 J. habe ich meinen ersten Herzinfarkt. Das Gespräch war vor 6 J.

x 2 #82


A


ÄVPS - Ich bin langsam am Ende

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RainmanX
Zitat von Fina2:
Mich würde mal interessieren, was euch bezüglich der PS am meisten belastet? Bei mir sind es die Minderwertigkeitsgefühle und das ständige Hadern mit meinem Aussehen.

In meinem Fall sind es u.a. die ständigen Fragen und Zweifel im Kopf (ich hab eigentlich seit jeher das Gefühl, in keinster Weise stark genug für dieses für mich unerträglich hochkomplexe Leben zu sein), die geradezu chronischen Minderwertigkeits-/Unzulänglichkeitsgefühle, mir kommt es so vor, als ob Menschen wie wir niemals lernen, "normal" (nicht perfekt) sein zu dürfen, einfach ein Mensch mit Ecken und Kanten, der nicht weniger wertvoll als andere Menschen ist.

Und natürlich vor allem die schon erwähnte Einsamkeit, ich fühle mich eigentlich so gut wie immer im Leben wie das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen..nicht dazugehörig, nicht verstanden, nicht gemocht, nicht wertgeschätzt genug, selbst Komplimente prallen an mir ab, als ob ich immun dagegen wäre..Kritik auf der anderen Seite fühlt sich absolut vernichtend für mich an..(so nach dem Motto: Wenn mir 5 Leute sagen, ich wäre klug, attraktiv oder sonst was, dann glaube ich viel eher dem einzelnen Menschen, der mir sagt, ich wäre dumm, hässlich, usw..).

Dazu noch mein unerschütterlicher Idealismus, ich träume seit jeher von einer komplett anderen Welt und Gesellschaft (wer nicht..?), bin sozusagen zwanghaft kritikfähig, bei mir ist das halt sehr stark ausgeprägt, dazu mein überaus großes Harmonie- und Stabilitätsbedürfnis (gehöre auch zu den HSP), Konflikte ertrage ich sehr schlecht, und kann darüber hinaus mit jeglichen Veränderungen, Unvorhersehbarkeiten und Unschärfen des Lebens nur sehr suboptimal umgehen..

Das wären nur ein paar Dinge, könnte noch einiges mehr schreiben..

x 2 #83


F
Danke für eure Antworten!
@Elemente
Die vielen Szenarien im Kopf, was alles passieren könnte, kenne ich leider auch. Wobei ich keine Angst davor habe tot umzufallen. Das stelle ich mir gar nicht schlimm vor.
Eigentlich ist Begeisterungsfähigkeit ja was voll Schönes. Aber schlimm wenn es sich dann immer negativ entwickelt.
@Jens870
Ich denke man muss nicht unbedingt ein "normales" Leben wie alle anderen führen aber man sollte halt zufrieden mit sich und seinem Dasein sein. Das würde mir schon reichen.
@RainmanX
Schlimme Einsamkeitsgefühle habe ich zum Glück nicht. Aber dass ich mich nicht stark genug fürs Leben fühle geht mir oft genauso.
Unerschütterlicher Idealismus hört sich gut an.

x 2 #84


RainmanX
Mir ist noch was eingefallen, was bei mir ziemlich ausgeprägt ist und eigentlich mein ganzes Leben maßgeblich geformt hat (u. a. wegen eines vorzeitigen Studienabbruchs). Ich neige eigentlich mein ganzes Leben dazu, mich total zu unterschätzen und ständig an mir zu zweifeln, vor allem beruflich natürlich (hab in der Hinsicht immense Ängste), weil es mir extrem schwer fällt, an mich oder meine Fähigkeiten zu glauben, in der Hinsicht positiv zu denken oder ähnliches. Ich bin meistens übermannt von Selbstzweifeln, und es gibt sogar Situationen, wo ich mich wie der größte Depp fühle, obwohl das wahrscheinlich nur Einbildung ist. Ich hab von den meisten Menschen in meinem Leben immer nur gehört, dass ich angeblich recht intelligent wäre, aber ich fühle mich verdammt noch mal überhaupt nicht so, in keinster Weise (privat gab es Phasen, wo ich ein wenig daran geglaubt hab, aber das ist jetzt schon Jahre lang wieder schlimmer geworden). Ich muss ständig um meine Selbstintegrität kämpfen, um überhaupt das Gefühl zu haben, dass ich irgendwie fähig bin, ein halbwegs selbständiges Leben zu führen (und das obwohl ich seit 20 Jahren beruflich selbständig bin, wenn auch nur sehr eingeschränkt, aber immerhin).

Ich nehme an, ich bin nicht der Einzige hier, der diese vernichtenden Ängste und Selbstzweifel kennt?

x 2 #85


Tigerlilie
@RainmanX ich habe auch oft Selbstzweifel. Ich bin auch beruflich weit unter meinen Fähigkeiten geblieben, was die Intelligenz angeht. Aber ein Studium hätte ich mit meinen Ängsten und Symptomen einfach nicht geschafft.

x 2 #86


J
Mir wurde auch mal gesagt ich wäre intelligent, ist aber schon 30 Jahre her. zwinkernSpäter wurde man nur als minderbemittelt angesehen. So eine Sozialphobie, in starker Ausprägung, lässt für Außenstehende anscheinend keine anderen Rückschlüsse zu. Na ja, so ist das halt. 20 Jahre selbstständig? Das hätte ich mir nie zugetraut. Der Sress ist doch wesentlich höher, als nur angestellt zu sein. Auf der einen Seite bin ich aber froh kaum gesteuert zu haben. Die Gelder flossen doch eh bloß ins Ausland oder in irgendwelche korrupten Taschen. Wenn man sich den Staat anguckt, war das die beste Entscheidung. Der Abbau des Sozialstaates führt unweigerlich dazu, dass die Menschen noch kränker werden. Wenn man schon an die Pflegestufen geht und diese abschafft, damit die Kranken noch mehr belastet, ist das nur noch ein Armutszeugnis. Ebenso die Renten. In Polen lebt man mittlerweile besser. 300 Billionen Schulden und die nächste Verschuldung ist fest eingeplant. Was sagt uns das? Der Staat ist pleite. Nur noch Schönrederei von denen die dran sind. Die nächsten Generationen dürfen die Schuldenlast abtragen, die Verursacher hingegen ziehen sich fein raus.

#87


Schlaflose
Zitat von RainmanX:
Ich nehme an, ich bin nicht der Einzige hier, der diese vernichtenden Ängste und Selbstzweifel kennt?

Selbstzweifel hatte ich nur, bis ich vor 15 Jahren die Diagnose ÄVPS bekam. Mit der Diagnose sind meine Selbstzweifel komplett verschwunden, weil ich jetzt eine Erklärung für meine Unzulänglichkeiten habe und dass es nicht an mir liegt, sondern an der Erkrankung.

#88


Tigerlilie
Ich finde mich in der Diagnose ÄvPs nur noch teilweise wieder. Ich habe im Großen und Ganzen nicht mehr so viele Soziale Ängste. Man kann es also eher wie bei einer Sozialphobie auf bestimmte Situationen eingrenzen.
Ich fühle mich auch nicht mehr so minderwertig wie früher.
Womit ich noch Probleme habe, ist Kritik. Da bin ich immer noch sehr empfindlich.

#89


RainmanX
Zitat von Jens870:
Das hätte ich mir nie zugetraut. Der Sress ist doch wesentlich höher, als nur angestellt zu sein.

Für mich sind fremde Menschen der pure Stress (hab das vorher jahrelang erlebt)..daher war für mich die Selbständigkeit immer noch der weitaus bessere Weg. Ich würd für kein Geld der Welt mehr in einem Unternehmen mit irgendwelchen angepassten und hochneurotischen Schäfchen-Vollpfosten als Kollegen arbeiten..never, ever!

x 1 #90


Schlaflose
Zitat von Elemente:
Die vielen Szenarien im Kopf wie was ausgehen könnte, bis hin zum Tod umfallen, oder stolpern und nicht hoch kommen, oder oft schlimm wenn ich mal mein Handy vergessen habe, mir dann was passiert. Also es könnte immer was passieren.

Das sind aber keine Symptome von ÄVPS. Eher generalisierte Angsttörung oder vielleicht auch Zwangsgedanken.

x 1 #91


Schlaflose
Zitat von Tigerlilie:
Ich finde mich in der Diagnose ÄvPs nur noch teilweise wieder. Ich habe im Großen und Ganzen nicht mehr so viele Soziale Ängste. Man kann es also eher wie bei einer Sozialphobie auf bestimmte Situationen eingrenzen. Ich fühle mich auch nicht mehr so minderwertig wie früher. Womit ich noch Probleme habe, ist ...

Ich erfülle auch nicht mehr so viele Kriterien wie früher. Angst vor Menschen an sich hatte ich nie und es hat mir auch nie etwas ausgemacht, unter Menschen zu gehen. Nur wenn ich mit ihnen Kontakt treten musste, das konnte ich nicht. Aber inzwischen ist das auch fast weg.
Meine größten Probleme waren immer die Angst, Fehler zu machen und mich zu blamieren, im Mittelpunkt zu stehen, derjenige zu sein, der Sagen hat und Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen, wo andere beteiligt sind, vor anderen zu reden und kritisiert zu werden. Aber seit ich in Rente bin und all das in meinem Leben überhaupt keine Rolle mehr spielt, fühle ich mich völlig normal.
Was immer noch da ist und sich in diesem Leben nicht mehr ändern wird, ist eine partnerschaftliche Beziehung zugehen. Will ich aber auch nicht mehr 😄

x 1 #92


Tigerlilie
Zitat von Schlaflose:
Angst, Fehler zu machen und mich zu blamieren, im Mittelpunkt zu stehen, derjenige zu sein, der Sagen hat und Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen, wo andere beteiligt sind, vor anderen zu reden und kritisiert zu werden


Das kann ich so unterschreiben. Aber zum Glück kommt das in meinem Leben auch nicht so oft vor.

Ansonsten bin ich auch manchmal ziemlich mitteilungsbedürftig/gesellig und quatsche gern mit Leuten.

Einen Partner habe ich. Das war für mich früher schon belastend und ich hatte da Probleme, jemanden kennenzulernen.

x 2 #93


Schlaflose
Zitat von Fina2:
Was ich hier aber gar nicht mag ist die viele Werbung hier.

Wenn du spendest, ist die Werbung weg (5 Euro im Jahr reicht schon).

#94


F
Danke für den Hinweis Schlaflose! Das wusste ich nicht.
Lese übrigens immer gerne Beiträge von dir weil sie doch irgendwie zeigen, dass man auch mit dieser PS ein ganz gutes Leben führen kann.

x 1 #95


A


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Dr. Reinhard Pichler
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