App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

6

L

lars1010
Mitglied

Beiträge:
20
Themen:
7
Mitglied seit:
Hallo zusammen,

öfters mache ich mir mal Gedanken, wie es wohl anderen Menschen geht, die Familienmitglieder verloren haben. Hat es mich hart getroffen, oder geht es noch härter. Deshalb meine Frage an euch:
Wem hab ihr in euerem Leben schon verloren?

Hier meine Verluste: Ich bin 38 Jahre alt, habe vor fast zehn Jahren meinen Vater und vor drei Jahren meinen Bruder verloren.
Wie sieht es bei euch aus?

Freue mich auf Antworten.

Liebe Grüße

12.12.2015 #1


23 Antworten ↓
Einsamkeit

Einsamkeit
Mitglied

Beiträge:
155
Themen:
16
Danke erhalten:
75
Mitglied seit:
Das ist ein Thema, zu dem ich auch etwas zu sagen habe. Etwas, dass ich sehr selten erwähne, da man ja im normalen Umgang miteinander über so etwas nicht spricht oder nur kurz Fakten bennen wie: "Mein Vater lebt seit 16 Jahren nicht mehr".
Bei mir war es so:
Mein Vater starb kurz vor meinem 20. Geburtstag. Seine Beerdigung war an meinem Geburtstag. Ich bin heute gar nicht gut drauf und jetzt, wo ich das schreibe habe ich schon tränen in den Augen. Seitdem hasse ich meinen Geburtstag und auch wenn ich versuche, an dem Tag gut drauf zu sein oder Leute zu sehen, es gelingt nicht. Es ist wie ein Fluch...
Ich hatte mal eine Schwester, aber die habe ich nicht kennengelernt, denn Sie starb ein Jahr vor meiner Geburt. Die Todesursache war keine natürliche. Auch das ist etwas, was mich sicher geprägt hat, denn meine Eltern hatten eine schwere Zeit. Mein Uropa, der mit uns im Haus lebte starb so in etwa als ich 14 war. Das war sehr schlimm für mich, denn ich hatte einen sehr engen Bezug zu ihm, ich mochte ihn so sehr auch wenn es ein Motzkoffer war. Beide Opas starben und eine Oma starb auch früh, an Sie erinnere ich mich nicht. Ich hab noch meine letzte Oma, die jetzt 84 ist und körperlich abbaut. Mir ist bewusst, dass irgendwann der Tag kommt....Das wird nochmal sehr schwer für mich, denn ich besuche Sie in aller Regelmässigkeit und immer wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, ist Sie die erste und einzige wo ich denke da kann ich unangemeldet vorbei fahren und es ist immer jemand da. Da wird ganz gewaltig was fehlen....
Ja, soviel zu mir und dem Tod. Ich sage immer, der Tod gehört zum Leben dazu und damit kenne ich mich nun wirklich gut aus...

30.11.2015 13:47 • #5


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Wer aus euerer Familie ist schon verstorben?

x 3


H

Hilmar
Mitglied

Beiträge:
24
Themen:
4
Mitglied seit:
Interessant, sich darüber auszutauschen. Es stimmt tatsächlich - je älter man wird, desto übersichtlicher wird die Familie.
Als ich vor 45 Jahren geboren wurde, war meine Mutter schon Oma (!) - ihre Tochter (also meine Schwester) war 20 Jahre älter als ich und hat ein halbes Jahr vor meiner Geburt schon ihr erstes eigenes Kind bekommen.
Meine Mutter hatte im Zug ihres Lebens immer nur einen Stehplatz.
Ihr erstes Kind (meine Schwester) wurde 1950 geboren. 1953 folgte ein Sohn, 1955 ein weiterer Sohn.
Der dritte Sohn kam 1960 und der vierte (ich) 1970.

Der 1953 Geborene nahm sich 1973 das Leben - er drehte den Gashahn auf. Der 1955 Geborene wurde 1962 von einem Auto überfahren - 3 Wochen vor seiner Einschulung.
Das muss man als Mutter erstmal verkraften.

Sie selbst (meine Mutter, geboren 1932) starb 2002 an Magenkrebs. Mein Vater (geboren 1934, seit 1969 mit ihr verheiratet) war allein nicht lebensfähig, er ist psychisch eingegangen und starb 2005.

Vier Wochen vor ihm starb meine Schwester, damals 54. Sie brach Weihnachten 2000 zusammen - man stellte ein Aneurysma am Herzen fest, was sie zunächst überlebte. Im März 2005 sollte sie ein zweites Mal operiert werden, was sie nicht überlebte.
Zurück blieb ihr Mann (mein Schwager) - ein herzensguter Mensch - geboren ebenfalls 1950.
Er starb im Januar 2009.

Jetzt hab ich noch meinen Bruder, geboren 1960.

Alle Anderen aus erster Linie sind tot. Das Leben ist endlich - manchmal hab ich das Gefühl, dass es immer schneller an uns vorbei rauscht.

Man wird nicht nur älter - es wird auch einsamer.

Euch allen alles Liebe !

Hilmar

11.12.2015 22:38 • #23


Zum Beitrag im Thema ↓


Hazy
Lieber Lars,
Ich habe 2003 meinen Opa verloren. Das war es bei mir schon. Aber ich habe damals viel geweint und meine Angststörung hat sich kurzfristig auch verschlimmert. Ich habe noch lange immer wieder mal mit ihm in Gedanken geredet.
Liebe Grüße

#2


anjaf
Ich bin 45 Jahre alt und mein Vater verstarb 2004 und meine Mutter 2014. Der Altersunterschied zu den Eltern war recht gross - meine Mutter fast 41 Jahre aelter und mein Vater 43 Jahre aelter. Eine Oma verstarb bereits 1987.

Lg Anja

#3


R
Hallo,
desto älter wir werden, desto mehr Familienmitglieder verlassen uns und es kommen neue hinzu. Wink Es ist deshalb nicht richtig zu denken, man selbst hätte nur verloren und das war's. Allerdings ist es besonders schwer, wenn man ein gutes Verständnis zueinander hat und so war der Tod meines Vaters für mich auch sehr tragisch. Meine Großeltern sind schon lange tot. Das Eintreffen meines Enkels war allerdings der Knaller. Laughing Und nun warte ich auf die anderen Enkelkinder - und hoffe, meine Familie bleibt gesund und wir sterben erst, wenn wir alt sind.

#4


Einsamkeit
Das ist ein Thema, zu dem ich auch etwas zu sagen habe. Etwas, dass ich sehr selten erwähne, da man ja im normalen Umgang miteinander über so etwas nicht spricht oder nur kurz Fakten bennen wie: "Mein Vater lebt seit 16 Jahren nicht mehr".
Bei mir war es so:
Mein Vater starb kurz vor meinem 20. Geburtstag. Seine Beerdigung war an meinem Geburtstag. Ich bin heute gar nicht gut drauf und jetzt, wo ich das schreibe habe ich schon tränen in den Augen. Seitdem hasse ich meinen Geburtstag und auch wenn ich versuche, an dem Tag gut drauf zu sein oder Leute zu sehen, es gelingt nicht. Es ist wie ein Fluch...
Ich hatte mal eine Schwester, aber die habe ich nicht kennengelernt, denn Sie starb ein Jahr vor meiner Geburt. Die Todesursache war keine natürliche. Auch das ist etwas, was mich sicher geprägt hat, denn meine Eltern hatten eine schwere Zeit. Mein Uropa, der mit uns im Haus lebte starb so in etwa als ich 14 war. Das war sehr schlimm für mich, denn ich hatte einen sehr engen Bezug zu ihm, ich mochte ihn so sehr auch wenn es ein Motzkoffer war. Beide Opas starben und eine Oma starb auch früh, an Sie erinnere ich mich nicht. Ich hab noch meine letzte Oma, die jetzt 84 ist und körperlich abbaut. Mir ist bewusst, dass irgendwann der Tag kommt....Das wird nochmal sehr schwer für mich, denn ich besuche Sie in aller Regelmässigkeit und immer wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, ist Sie die erste und einzige wo ich denke da kann ich unangemeldet vorbei fahren und es ist immer jemand da. Da wird ganz gewaltig was fehlen....
Ja, soviel zu mir und dem Tod. Ich sage immer, der Tod gehört zum Leben dazu und damit kenne ich mich nun wirklich gut aus...

#5


M
Mein Vater stirbt recht bald an einem Gehirntumor. Macht mir nichts aus.

#6


Schlaflose
Ich bin 53. Mein Opa (mütterlicherseits) starb mit 63, als ich 18 war. Drei Jahre später folgte mein Vater, der mit 61 starb. Meine Oma (mütterlicherseits) starb vor 13 Jahren mit 82. Und dieses Jahr im Sommer starben meine Tante (die Schwester meiner Mutter) und ihr Mann mit 78 bzw. 77 im Abstand von 2 Wochen. Meine Großeltern väterlicherseits habe ich nie kennen gelernt, denn sie starben im Krieg.
Mir haben die Todesfälle nicht viel ausgemacht.

#7


MrsAngst
Ich bin 22 Jahre alt und ich habe keine Großeltern mehr.
Meine eine Oma starb bevor ich auf der Welt war. Ihr Mann also mein Opa als ich so 8-9 Jahre alt war.
Meine andere Oma ist letztes Jahr verstorben und ihr Mann mein anderer Opa vorletztes Jahr...

x 1 #8


M
Oh Mann, Mrs. Angst. Das ist echt hart. Fühle dich gedrückt. Trost

#9


prodomo81
ich bin 34...in den letzten 2 Jahren sind die Großeltern (Anfang 80) und mein Vati (54) verstorben. Die Großeltern waren krank und pflegebedürftig. Der Tot war irgendwie schon willkommen. Mein Vater hat mir allerdings den Boden unter den Füßen weg gezogen. Kämpfe seit 2 Jahren mit massiven Verlustängsten. Er ist einfach auf der Straße umgekippt. Schock....

x 1 #10


Uropanoel
Wenn ich hier anfangen würde, zu schreiben, wer alles in meiner Familie verstorben ist, und dann noch in welchen Alter das sterben schon angefangen hat und dann noch an was sie alles gestorben sind…….dann bin ich froh, noch zu leben.
Dieses Thema gehe ich deshalb gern aus dem Weg, genauso, wie ich einen Riesenbogen um jeden Friedhof mache, aber einen ganz großen Bogen. seufzen

#11


V
Bei mir bisher nur Oma & Opa.

Friedhöfe mag ich sehr. Gehe gerne dort spazieren. Es ist ein ruhiger, grüner Ort. Interessante Namen, Inschriften und vor allem mag ich die alten Grabsteine bzw Statuen. Da ist es wie in einer anderen Welt.

#12


M
Ich liebe Friedhöfe. Vor allem den Wiener Zentralfriedhof mit den Uraltgräbern.

#13


MrsAngst
Danke MathiasT ich muss aber dazu sagen, dass zumindest die Großeltern die die letzten beiden Jahre verstorben sind, schon recht alt waren. Mein Opa über 80 und meine Oma sogar 90...

Ich war nicht mehr geplant Very Happy mein Papa ist auch schon fast 60

x 1 #14


P
Mein Opa mütterlicherseits ist 1997 gestorben. 1998 meine Tante mütterlicherseits. 1999 mein Bruder, zwei Wochen später meine Oma (zweite Frau meines Opas väterlicherseits), 2 Monate später, das war dann schon Anfang 2000 mein Opa väterlicherseits. 2004 mein Schwiegervater und meine Uroma. 2011 ist meine Tante (also dann auch noch die zweite Schwester meiner Mutter) gestorben.

Der Tod meines Bruders und meiner Tante vor 4 Jahren waren definitiv die schlimmsten Erlebnisse.

Um's positiv abzuschließen muss ich aber sagen, dass die leibliche Mutter meines Vaters mit 72 noch quietschfiedel ist, trotz Krebs vor 15 Jahren und meine Oma mütterlicherseits ganze 95 Jahre alt ist. Die gute Frau ist kerngesund und ein Hypochonder vom Feinsten. Seit neuestem muss sie ein Mittagsschläfchen machen und ist total verunsichert, woher die Müdigkeit kommt. Ich muss sie bei sowas immer liebevoll am Kopf tätscheln und denk mir dabei "Ah, DAHER hat das meine Mutter. Ahhhhhhh, daher hab ICH das." Wink

#15


Icefalki
Mein Schwiegervater ist vor 20 Jahren an einem Hirntumor gestorben. Er durfte im Kreis der Familie gehen. Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihm und wir haben auch vorher über seinen Tod miteinander gesprochen..ä
Als es dann soweit war, hab ich ihm gesagt, dass er jetzt gehen darf. Und das hat er getan.

Für mich war es nicht traumatisch, und ich bin sehr dankbar, dass ich ihn begleiten durfte.

Dadurch habe ich den Tod anders kennengelernt. Gedanklich hab ich ihn "rübergeschickt" und er wartet jetzt, bis wir kommen.

So ein bisschen kindliches Denken mag ich.

Will das auch nicht hinterfragen, sondern mir einfach behalten. Wenn ich gehe, treffe ich die lieben Menschen wieder, vielleicht, man wird sehen...

x 1 #16


R
Wenn die Generationen ablösend erlebt werden, ist es auch besser zu verarbeiten, denn die Judend rückt nach und die Alten müssen irgendwann gehen.
Schlimm finde ich allerdings, wenn die Jugend vor den Alten stirbt. Sowas ist immer sehr tragisch und daran zerbrechen die Alten.
Ich mag keine Friedhöfe und bin eigentlich nicht der Mensch, der regelmäßig Blumen bringt. Für mich hat die letzte Ruhestätte nicht so die Bedeutung als Trauerort, den man regelmäßig pflegt.

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Schlaflose
Je größer die Verwandtschaft ist, die man hat, umso mehr Todesfälle erlebt man mit. Das ist halt so, war schon immer so und wird immer so bleiben.

Da meine nahe Verwandtschaft von vornherein sehr klein war, habe ich nicht so viel damit zu tun gehabt. Es gab zwar noch ganz entfernte Verwandte, mit denen wir aber nie Kontakt hatten. Jetzt habe ich nur noch meine Mutter und eine Cousine und einen Cousin.

#18


V
Ich hab ne große Verwandtschaft und tatsächlich sind erst zwei verstorben.

Und he kleiner die Verwandtschaft umso blöder jeder einzelne Tote denn die Leere wird umso eindrücklicher. Könnte man auch so deuten...

Oder aber egal welche Ausgangssituation, jeder Verstorbene hinterlässt eine Lücke.

#19


P
Zitat von lars1010:
Wem hab ihr in euerem Leben schon verloren?


Zu viele Menschen hab ich verloren.
Den wichtigsten Menschen in meinem Leben verlor ich im August 2014.
Seit dem komm ich emotional nicht mehr auf die Beine
weil ich unvollständig bin.
Zwei meiner engsten Freundinnen verstarben auch vor nicht langer Zeit,
die letzte davon im Juni diesen Jahres.
Ich weiß dass es hart ist und nix tröstet.

x 1 #20


A


x 4


Pfeil rechts



App im Playstore