Zitat:Ich hatte schon immer meine Probleme mit Zeitdruck...
Mit Zeitdruck wirst du aber überall zu tun haben. Sowohl an der Uni als auch an der FH als auch in der Ausbildung als auch im Praktikum
Bei den Sprachen oder sozialen Bereichen bist du sicherlich besser aufgehoben. Allerdings gibt es nur wenige FHs die das anbieten (die meisten sind noch immer durchweg technisch) und dann sind die Studiengänge auch meistens überfüllt. Bitte klammere dich nicht an die FH Mannheim weil du da wohnst - gerade als Student muss man sich darüber im Klaren sein dass Uniwechsel mitunter notwendig sind wenn man erfolgreich sein will. Ich hab z.B. nicht an meiner "Home-Uni" studieren können weil die nur zum Wintersemester anfangen, da hätte ich noch 6 Monate warten müssen, wollte ich aber nicht. Also hab ich eine 2h Fahrt entfernte Uni genommen, da konnte ich direkt anfangen. Jetzt wohn ich bei meinem Freund 500km von Zuhause weg und geh an eine andere Uni, das bringt allerdings jobtechnisch gesehen Vorteile weil ich hier eine breitere Auswahl an Master-Kombis hab als ich an meiner alten Uni gehabt hätte. Wenn du was mit Sprachen machen willst sind Auslands-Semester ebenfalls Pflicht! Ich hab mich bereits um Praktika beworben, fliege diesen Sommer nach England um als Lehrerin Sprachunterricht zu geben und mein eigenes Englisch zu verbessern, und bin dann 3 Monate nicht hier in Deutschland. Das ist wichtig für ein erfolgreiches Sprachstudium. Erst kürzlich hab ich mit nem Mädel gesprochen das war jetzt 6 Monate in Spanien, und meine Freunde aus der Uni fliegen auch oft in den Semesterferien als Au-Pair nach England oder in die USA. Wenn du eine Sprache lernen willst auf Hochschul-Niveau, dann ist das echt unverzichtbar dass du kein Problem damit hast auch mal ins Ausland zu gehen. Ich hab auch schon oft mit Studenten gesprochen die die Uni gewechselt haben - teils 500km! - weil sie dort bessere Chancen haben, der Abschluss angesehener ist.
Was auch ein großer Unterschied ist zwischen Uni/FH und Ausbildung: In der Ausbildung lernst du deine Kontakte so nebenbei kennen, bist ja in der Firma, kennst schon ein paar Leute die später bei der Jobsuche helfen könnten. Wenn man Glück hat wird man direkt übernommen und muss garn icht weiter suchen. Gut. In der Uni/FH aber musst du dich selber um Kontaklte und Praktika kümmern, und zwar so früh wie möglich. Sonst stehst du nach dem Abschluss da, bist reiner Theoretiker und kein Boss will dich haben, du hast ja außer Auswendiglernen nix gemacht in seinen Augen
Aber eines ist klar: Inzwischen muss man flexibel sein, auch was den Ortswechsel anbelangt. Ich bin in den letzten Wochen oft gependelt und ich hab so viele Menschen kennen gelernt die wegen der Ausbildung, dem Studium oder einem besseren/sicheren Job hundert Kilometer weit von Zuhause weg gegangen sind. Mir hat das am Anfang auch nicht gefallen, diese Entwicklung hautnah erzählt zu bekommen, mir machte das auch Angst. Aber inzwischen ist es wohl wirklich eine normale Entwicklung. Mein Onkel ist letztes Jahr von Nürnberg nach Hannover gezogen für einen besseren Job der mehr zu ihm passt und ist dort sehr glücklich. Aber eben 500km von Zuhause weg.
Es gibt natürlich auch noch die andere Seite, die klappt wenn man Glück+Talent+Ausdauer hat. Meine Schwester z.B. möchte auf keinen Fall weg von Zuhause, sie will an ihrer Heim-Uni studieren. Dafür nimmt sie in Kauf sage und Schreibe 20 Monate, fast 2 Jahre, auf ihren Platz an der Uni zu warten. Anders kommt sie nicht rein. Ihr Freund hat nach 8 Monaten und fast 120 Bewerbungen eine Stelle direkt im Heimatort gefunden, dort seine Ausbildung gemacht, und weil es ein kleiner Betrieb ist und er fleißig war wird er jetzt im Sommer übernommen. Heimverbundenheit geht auch, aber ich persönlich würde sie mir nicht mehr leisten wollen. Es gibt so viele schöne Städte in Deutschland, und man gewöhnt sich irgendwie an Alles und kann überall festwurzeln. Ich wohn jetzt in Bochum und entgegen meiner erzbayrischen Vermutung ist der Ruhrpott auch ganz schön. Als ich vor 2 Wochen 500km Heim gefahren bin weil mein Opa Geburtstag hatte und ich ihm persönlich gratulieren wollte war das überhaupt keine große Sache mehr für mich, und auch mein Onkel der aus Hannover kam meinte: Man gewöhnt sich an Alles. Der hat nen Kollegen in Hannover der jedes Wochenende nach Wien zu seiner Freundin fliegt. Für die Beiden ist das total normal
Also, mein Tipp: Hab keine so große Angst vor Veränderungen, die gehören zum Leben einfach dazu und müssen nichts Schlechtes bedeuten wenn du offen dafür bist Du bist relativ ungebunden, also klammere dich nicht so sehr an deine Heim-Uni.
Mach Praktika und geh an die FHs in deine bevorzugten Studiengänge. Und hab keine Angst auch mal was falsch zu machen. Ich kann dem zustimmen was hier schon mal geschrieben wurde: Ich hab viele Freunde die machen jetzt, 2 Jahre nach dem Abi, was GANZ Anderes als sie ursprünglich angefangen haben. Ich ja auch! Aber sie sind zufrieden damit. Ausprobieren gehört irgendwie auch dazu, bis man was gefunden hat wo man dann wirklich ankommen kann.
Liebe Grüße!