Zitat von Wolke P:Unsere Große lässt noch ganz gerne ihre Laune an uns aus. Insbesondere an mir. Da muss ich Heute mitunter noch ganz schön die Grenzen klar machen. [ ... ]
Würde sie in dem Moment aber auch nicht zugeben. Aber ab dem anderen Tag ist die Küche wieder in Ordnung.

Ähnelt dem, was mir eine Freundin (Mutter von 3 Kindern) mal erzählte. Sie war es satt, ständig ihren Söhnen hinterher zu räumen, besonders deren Zimmer. Auch nahmen die - wenn sie sich etwas zu essen machten - die Teller mit dahin und dann standen sie dort.
Zimmer wurden nicht mehr aufgeräumt, Wäsche nicht mehr gewaschen, wenn sie nicht richtig zugeordnet war und das Besteck, die Teller für ihre Große und sich selber kamen aus einem verschlossenem Schrank. Es dauerte eine Weile, aber irgendwann war kein Teller mehr im Küchen-, keine saubere Hose mehr im Kleiderschrank, die Quengelei groß. Es wurde langsam angefangen, ab und an mal Schmutz-Wäsche zuzuordnen, Teller und Besteck abzuspülen. Wirklich gewirkt hat dann der Besuch der Freundin des Älteren. Als diese sich für den Nachmittag anmeldete, fing der Ältere bereits morgens an, die Bude aufzuräumen. Wenn auch mit einem eher 'ungenügendem' Ergebnis. Die Reaktion des Mädels muss entsprechend gewesen sein. Besonders, als sie an der offenen Tür des kleineren Bruders vorbei ging. Der Besuch war offenbar schnell vorüber. Aber nachhaltig. Innerhalb einer Woche waren die Zimmer blitzblank. Die Jungs ließen sich sogar erklären, wie man Fenster putzt, Flecken aus dem Teppich entfernt...

Zitat von luna_:Kann deine Reaktion verstehen, ist auch nicht schön, wenn nach einem geschlagen wird. Solang Du nur gefaucht hast haha, kann mir vorstellen, dass das Kind perplex war

Wenn ich mir jetzt im Nachhinein überlege, was gewesen wäre, wenn ich es getan hätte? Mein Kampfkuschler wiegt seine 6 Kilo. Das Mädel vielleicht 10. Ich habe etwa 100. Wenn ich die schlagen würde, wäre es ungefähr so, als würde mich ein Elefant treten. Keine meiner Wunschvorstellungen...

Andererseits, wenn man unverhofft, unerwartet, oder antizyklisch reagiert, ist der 'Schock' für den Anderen oft 'heilsamer' als 'verprügeln'. Die Kleine kommt immer noch lachend zu mir. Wohl nicht, wenn ich mich als Elefant im Porzellanladen verhalten hätte.
Manchmal reicht auch ein entspanntes Beobachten, eine 'richtige' Einstellung zum Thema zu finden. Mein Kampfkuschler begann vor einiger Zeit mich zu krallen. Er strich mit seinen Vorderpfoten über meine Unterschenkel. Aufgrund seiner scharfen Krallen nicht wirklich angenehm. Ursache manches Kratzers. Anfänglich war ich versucht, ihn dafür anzufauchen. Durch Beobachten begriff ich jedoch bald, er wollte nur meine Aufmerksamkeit. Entweder wollte er gestreichelt werden, es war seine Zeit für ein Leckerli, aber damit machte er mich auch mal darauf aufmerksam, dass mein anderer Kampfkuschler sich in einem Tuch verfangen hatte, kaum wieder heraus kam, oder dass sich ein fremder Kater auf dem Balkon verirrt hatte.
Irgendwann hatte ich begriffen, sein Krallen war nur ein Pendant zu meinem Streicheln. Nur kann er seine Krallen nicht so weit einfahren wie ich. Meine Abhilfe? Schnell mal zu schauen, was er denn will. So 'dressiert' man sich halt gegenseitig, nicht nur mit Tieren....
