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Ja, das könnte tatsächlich ein abendfüllendes Thema sein.
Wobei man dabei ja auch mal kritisch anmerken muss, dass nicht jeder Einsatz von Tieren im pädagoischen oder therapeutischen Bereich unbedingt gut zu heißen ist. Die Bedürfnisse der Tiere sollten dabei genauso eine Rolle spielen wie die der Menschen (also keine Überforderung der Tiere usw.). Gerade beim Thema Delfintherapie sollte man auch immer bedenken, wie die Delfine gehalten werden, die in diesen Bereichen zum Einsatz kommen. In den meisten Fällen leben sie in viel zu kleinen Becken und alles andere als auch nur ansatzweise artgerecht. Da verschiedene Studien gezeigt haben, dass mit Hunden und anderen hier domestizierten Tieren eigentlich ähnliche Erfolge erzielt werden können wie mit Delfinen und diese Tiere in unserer Gesellschaft wenigstens artgerechter gehalten werden können als Delfine (ganz artgerecht ist ja eigentlich keinerlei Tierhaltung in menschlicher Obhut), sollte man eher darauf zurückgreifen. Mal ganz davon abgesehen, dass Delfintherapie von privat normalerweise gar nicht zu finanzieren ist und vor Ort auch kaum möglich ist (findet bevorzugt in Florida oder Spanien statt).
Ich habe während meiner Tätigkeit als Integrationshelferin mal ein schwerstmehrfachbehindertes Mädchen betreut, das über einen Verein eine Delfintherapie in Spanien finanziert bekommen hat - hat aber keinerlei sichtbare Erfolge gebracht. Ein Wundermittel ist tiergestützte Therapie und Pädagogik auch nicht und es gibt durchaus auch Kinder (oder auch Erwachsene), die mit Tieren gar nichts anfangen können. Leider wird aber gerade in Bezug auf die Delfintherapie den verzweifelten Eltern behinderter Kinder immer noch der Anschein vermittelt, die Delfine wären so eine Art Wundermittel und die Eltern klammern sich mit all ihrer Hoffnung daran und sind maßlos enttäuscht, wenn ihr Kind nach solch einer Therapie keinerlei Fortschritte zeigt bzw. schon während der Therapie scheinbar auch keinerlei Spaß am Umgang mit den Tieren zeigt.
Mmh, schon wieder so lang geworden.
LG
Fantasy (die gerade schon wieder den inneren Schweinehund bezwungen hat und mit dem Fahrrad unterwegs war, weil das gestern auch schon so gut geklappt hat )