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Liebe Leser,

aufgrund meiner Ängstlichkeit und Selbstunsicherheit habe ich keinerlei Bekanntschaften. Es fällt mir schwer auf andere zuzugehen und ich möchte gerne versuchen über dieses Forum Mitmenschen zu finden, denen es vielleicht ähnlich geht und die Lust haben sich auszutauschen gerne auch über Themen abseits der Ängste. Persönliche Begegnungen kann ich mir später ebenso vorstellen, brauche aber oft eine Weile, um Vertrauen aufzubauen.

Doch wer schreibt euch hier überhaupt?

Mein Name ist Matthias, bald werde ich 33 und Augsburg ist meine Wahlheimat. Angst und Sorge prägen meinen Lebensweg sowie meinen Alltag. Insbesondere in sozialen Kontakten bin ich gehemmt, komme mir schnell lächerlich und unbeholfen vor, fühle mich beschämt und unwohl. Aus Angst durch Ablehnung entwertet zu werden bin ich meist unsicher und nervös. Ich neige daher dazu, soziale Kontakte zu vermeiden und spüre den unangemessenen Zwang, mich selbst gegen unwahrscheinliche Umstände abzusichern. Das ist sehr anstrengend.
Gefühle, Gedanken und Freiheit werden durch meine Angst unterdrückt. Wer mir flüchtig begegnet, wird mir die Ängstlichkeit kaum anmerken. Ich bin höflich zurückhaltend, auch wenn es im Inneren ganz anders aussieht. Ärger zeigen, Missstände benennen, etwas beanspruchen all sowas ist sehr schwer für mich. Ich schaffe es kaum persönliche Rechte wahrzunehmen und Verantwortung zu übernehmen.
Zusammengefasst bin ich also introvertiert, sozial phobisch, ängstlich vermeidend. Aber ich möchte das nicht überbetonen und versuche nach dem wirklich hilfreichen Leitspruch zu leben: Ich habe diese Angst, doch ich bin nicht diese Angst.

Jenseits der Krankheit bin ich nämlich noch vieles andere: Zum Beispiel eine musikbegeisterte Leseratte. Literatur und Musik sind meine Leidenschaft. Außerdem verfolge ich gerne das Zeitgeschehen und bin offen für politische Themen, Neuigkeiten aus Wissenschaft und Gesellschaft, sowie Philosophie.
Wohl fühle ich mich in Buchhandlungen, Cafés, Museen, Zoos, Gärten und Konzertsälen, aber auch in der Natur beim Spazierengehen und Wandern in den Bergen. Und ich liebe Augsburg.

Gerne möchte ich euch kennenlernen und freue mich über jede bitte persönliche Nachricht!

Viele Grüße

Matthias

21.10.2017 09:58 • 18.11.2017 #1


4 Antworten ↓


Hallo Matthias,
ich kann viele der von dir geschilderten Probleme gut nachvollziehen.
ich habe seit Jahrzehnten mehr schlecht als recht mit meinen Ängsten und Panikattacken gelebt (Erythrophobie, Soziale Phobie, Sehr starke Verspannungen und innere Unruhe Hochsensibilität, Minderwertigkeitsgefühle ...).
Vor etlichen Wochen habe ich einen AOK Kurs zu progressiver Muskelrelaxation (PMR) mit durchschlagendem Erfolg gemacht.
Details findest du hier:

An meinem Umfeld hat sich seitdem nichts geändert, aber ich gehe ganz anders mit den alltäglichen Herausforderungen um, ruhe in mir und habe wieder Freude daran, auf Menschen zuzugehen, was davor einfach nur anstrengend für mich war.
Innere Ruhe ist die Grundvoraussetzung, entspannt auf andere zugehen zu können. Wenn du in einem Gespräch die ganze Zeit mehr mit dir selbst, als mit deinem Gegenüber beschäftigt bist - das war bei mir so - dann ist das Scheiten vorprogrammiert.
Probier PMR in einem entsprechenden Kurs aus und ich kann mir gut vorstellen, dass es dir dann deutlich besser geht. Außerdem lernst du dort Leute kennen, die auch Spannungen abbauen wollen.

17.11.2017 18:22 • #2



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Hallo MarkyM,

vielen Dank für deine Antwort!

Es freut mich sehr, dass du mit der PMR etwas gefunden hast, was dir wieder zu innerer Ruhe verholfen hat. Ich denke auch, dass Ausgeglichenheit eine wichtige Voraussetzung ist, den Alltag zu meistern und wieder Freude an Dingen zu finden, die sonst mit Angst besetzt sind.
Ich muss sagen, dass ich mit der PMR auch ganz gute Erfahrungen gemacht habe. Wenn ich die Übungen regelmäßig zuhause mache, merke ich, wie sich meine ständige Anspannung etwas reduziert. Und in Angstsituationen habe ich gelernt, mit dem Atem zu arbeiten. Das hilft mir meinen Körper zu beruhigen und die kreisende Selbstbeobachtung zu durchbrechen. Aber ich habe lange gebraucht zu kapieren, dass man Atemtechnicken wirklich vorher gut einüben muss, um sie später in Angstsituationen anwenden zu können. Anfangs dachte ich immer es würde reichen ein paar gute Bücher zu lesen und die Tipps dann anzuwenden, wenn es so weit ist...

Die PMR in einem Kurs mit anderen zu machen ist eine gute Anrgegung. Ist einfach was anderes als zuhause die Kopfhörer aufzusetzen. So hat man auch gleich leichtere soziale Kontakte in einer entspannten Atmosphäre und kommt aus der Wohnung. Ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

18.11.2017 09:13 • #3


Hallo Matthias,

ja, ich würde dir unbedingt zu einem Kurs raten. Ich habe vor Jahren auch schon selber mit PMR rum experimentiert. Es hat mir geholfen, etwas herunterzukommen, mehr aber auch nicht. Erst jetzt unter professioneller Anleitung, hat es mir richtig viel gebracht.
Davor hatte ich auch immer unter Stresssituationen bewusst versucht, meine Atmung zu kontrollieren, weil ich dann immer zu flach oder gleich gar nicht mehr geatmet habe.
Jetzt muss ich nicht mehr darauf achten, weil der Atem einfach automatisch fließt. Für mich ein enormer Fortschritt.

Liebe Grüße

Marky

18.11.2017 09:56 • #4


Hallo Marky,

wow das ist super, dass sich deine Atmung so stark verbessert hat. Genau das ist auch mein Ziel, dass die Atmung ohne sie bewusst lenken zu müssen tiefer und ruhiger wird. Mir geht es ähnlich wie dir, dass ich unheimlich sensibel bin und die ganzen Reize aus der Umwelt sehr intensiv wahrnehme. Dem entsprechend bin ich schnell erschöpft und mein Körper reagiert mit starker Anspannung. Vor allem die Atmung, der Hals und der Kiefer sind dann blockiert. Ich bin dann von Kopf bis Fuß in Alarmbereitschaft und will nur noch weg, wenn es zu viel wird. Aber wenn man es von vorn herein schafft, sich ruhig zu halten, kann man sich besser auf stressige Momente einlassen und dann lernen, sich besser zu fühlen. Ich bin jedenfalls ganz erstaunt, wie viel dir der Kurs geholfen hat. Einfach super.
Gerade habe ich über meine (gesetzliche) Krankenkasse nach einem Kurs gesucht und auch gleich nachgefragt, ob es noch freie Plätze gibt. Der Eigenanteil beträgt nur 14 Euro für 9 mal 90 Minuten, das hätte ich gar nicht gedacht! Das möchte ich auf jeden Fall machen und bin gespannt, wie es mir hilft.

Liebe Grüße

Matthias

18.11.2017 11:57 • #5




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