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Zitat von cinderellaa:Sozialphobiker können nicht so einfach Kontakt mit Leuten haben, die keine sp haben. Ist ja wohl logisch oder?
Logisch für wen? Steckt da nicht eher eine sich selbst erfüllende Prophezeiung dahinter?
In einem anderen Thread hast du die Eigenschaften deines Wunschpartners beschrieben. Wie willst du diesen denn dann kennenlernen, etwa in dem begrenzten Mikrokosmos von Selbsthilfegruppen?
Sorry, wenn meine Fragen vielleicht etwas naiv klingen, weil ich mich nicht so recht hineinversetzten kann.
Meine Frau hatte, bevor ich sie vor 22 Jahren kennenlernte, undefinierbare Angststörungen, die sie einfach überkamen, z.B. wenn sie allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren musste. Sie hatte dadurch bereits ihre Arbeitsstelle verloren und diverse Therapien hinter sich. Das Arbeitsamt wollte ihr keine Arbeitsstelle mehr vermitteln, bevor sie nicht psychologisch begutachtet und ihre Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde. Dadurch war sie bereits auf Sozialhilfe abgerutscht.
Ich bin vor dieser Situation nicht zurückgeschreckt, sondern habe sie ermutigt jeweils selbst zu analysieren was der Auslöser ist und was Schlimmstenfalls passieren könnte, ansonsten habe ich ihre Ängste weitestgehend einfach ignoriert. Ein halbes Jahr später hatte sie einen neuen Arbeitsplatz – ohne Hilfe vom Arbeitsamt – aber zugegeben, einem leicht von mir geschöntem Lebenslauf. Ihre Ängste tauchten nur noch sporadisch auf, bis sie schließlich ganz verschwanden. Den Arbeitsplatz hatte sie bis zu dem Schicksalsschlag, der dann unser beider Leben zerstörte, behalten.
Ich will damit sagen, dass es nicht unbedingt einem Gleichgesinntem bedarf, oder einem überaus Verständnisvollem, sondern vielleicht einfach nur einer Stütze. Jemandem, der einfach nur für einen da ist. Aber darauf muss man/frau sich auch einlassen können.