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Hi zusammen, Ich würde euch gerne nach eurer Einschätzung meiner ziemlich akuten Probleme fragen undzwar: seit Ende 2017 habe ich eine soziale Phobie und eine leichte Depression und regelmäßig Escitalopram in den Dosierungen 5-15mg genommen. Seit Dezember letztes Jahr habe ich das Medikament komplett ausgeschlichen. Mittlerweile geht es mir allerdings wieder so schlecht (Soziale Phobie enorm, Ängste generalisieren, Depression fühlt sich stärker an), dass ich trotz Therapie wohl nicht um ein Medikament komme - meine Situation ist so, dass ich es sogar wieder nehmen möchte trotz der Anstrengungen mit dem Ausschleichen. Mein Arzt hat mir dazu geraten, doch mal Paroxetin auszuprobieren. Wenn ich allerdings die wissenschaftlichen Paper dazu lese, fällt die Wirkung durch die Bank schlechter aus als bei Escitalopram und die Nebenwirkungen sind deutlich mehr. Ich war nie 100% überzeugt von Escitalopram, meinte Ängste haben auch während der Einnahme gefühlt etwas zugenommen, aber ich hab mich ja immerhin so gut gefühlt, um mit dem Absetzen zu beginnen. Ich weiß jetzt nicht, ob ich ein neues Medikament ausprobieren soll oder doch wieder Escitalopram eindosieren. Ich möchte nur wissen, wie eure Erfahrung mit dem Probieren unterschiedlicher SSRIs ist und was ihr zu meinem Fall sagt.

02.08.2021 19:33 • 08.08.2021 #1


9 Antworten ↓


Maxo
Hallo,

Paroxetin hat er dir vermutlich empfohlen, weil dein Hauptthema die soziale Phobie und auch andere Ängste sind. Es ist so das jedes SSRI, insgesamt gibt es 6 Stück auf dem deutschen Markt, etwas besser in die eine Richtung oder in die andere wirkt. Also sie wirken alle ähnlich, aber mit unterschiedlichen Nebenwirkungen und auch unterschiedlich gut / weniger gut für bestimmte Themen. Soziale Ängste werden in der Regel mit Paroxetin, Sertralin und Venlafaxin (SSNRI) behandelt. Zwangserkrankungen eher mit Fluoxetin usw.. So hat jeder Wirkstoff sein Haupteinsatzgebiet, was wiederum nicht heißen muss das Escitalopram nicht bei Ängsten wirkt. Es gibt eben keinen Allround-Wirkstoff, sonst würde man nur noch auf einen einzigen SSRI zurückgreifen.

Beste Grüße und alles Gute!

02.08.2021 21:15 • #2



Zurück zu Escitalopram oder doch etwas neues mit Paroxetin?

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Maxo
Und nochwas aus eigener Erfahrung: viele Leute begehen den Fehler und schleichen die Medikamente wieder aus, weil es Ihnen gut geht. Es geht Ihnen aber nur durch das Medikament gut.

02.08.2021 21:17 • #3


@Maxo vielen Dank für deine hilfreiche Antwort! Mein Hauptthema war jahrelang die soziale Phobie, seit sehr kurzem generalisieren die Ängste allerdings. Mein Arzt geht laut meinen letzten Aussagen (die ja auch zutrafen) davon aus, dass ich nur soziale Phobie habe.

Vielleicht kriege ich ja bald mal einen Termin bei ihm oder schau morgen einfach in der Praxis vorbei, weil es doch recht akut ist. Paroxetin sollte ja auch bei generalisierten Ängsten und gegen Depressionen helfen.
Wenn man z.B. hier schaut:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4047306/
unter Efficacy: clinical studies with escitalopram and paroxetine

schneidet Escitalopram sowohl bei Ängsten wie auch Depressionen besser ab.

02.08.2021 21:57 • x 1 #4


Maxo
@Mak30 danke dir auch Das schaue ich mir nachher mal an. Ja das Thema mit den Ängsten. Das ist leider auch meins geworden.

Beste Grüße und ich hoffe das du schnell Abhilfe bekommst!

03.08.2021 06:17 • x 1 #5


@Maxo oh man, gerade die ersten 10mg Paroxetin genommen und Durchfall nach 2h bekommen und ich fühle mich wie in Watte gepackt und habe Konzentrationsschwierigkeiten. Von Escitalopram hatte ich das nicht, aber da hatte ich auch keine richtige Wirkung.

03.08.2021 12:04 • #6


Maxo
@Mak30 woah das ist schon fies gleich mit dem Durchfall. Du hast dich also für das Paroxetin entschieden, da bin ich gespannt wie es sich entwickelt! Weil falls ich doch irgendwann wieder weg will vom Venlafaxin, wäre das auch eine Option für mich. Beim Sertralin damals hatte ich auch so ein totales Downsein nach der ersten Tablette. Meine Nebenwirkungen betrafen das Herz. Es raste wie verrückt. Ich dachte, es wird mein Ende sein, jetzt sterbe ich. Ich hatte richtige Angst. Bei jeder Erhöhung auch. Oh nein, das werde ich auf keinen Fall jemals wieder einnehmen.

03.08.2021 17:00 • #7


@Maxo ich hatte nicht mehr das Gefühl, dass ich einen 'Absturz' nur mit der jetzigen Psychotherapie verhindern konnte und ich habe eh schon länger gewartet als wahrscheinlich gut war, um es ohne Medikamente zu schaffen. Schaumer mal, wie die nächsten Tage so werden. Ich halte dich auf dem Laufenden.

03.08.2021 17:35 • x 1 #8


Hallo Mak,

ich habe sowohl schon Paroxetin als auch Escitalopram genommen.
Meiner Erfahrung nach wirkt Paroxetin gegen die Sozialphobie deutlich(!) besser als Escitalopram.
Man bekommt so ein leichtes "egal-Gefühl" in sozialen Situationen.

Das Problem bei Paroxetin ist, dass das Absetzen extrem schwer und langwierig ist und Escitalopram hatte bei mir weniger Nebenwirkungen.

Grüße

08.08.2021 00:41 • x 1 #9


@JohnnyDeep vielen Dank! Ich schleiche Paroxetin 20mg noch ein und fühle mich zittrig und schwindelig öfters, auch die Müdigkeit macht mir zu schaffen. Die Ängste sind eher noch stärker. Ich nehme es aber auch erst seit 6 Tagen.

08.08.2021 09:33 • #10



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Dr. med. Andreas Schöpf