Pfeil rechts
5

Hallo zusammen
Ich bin neu hier und habe eine Frage die mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Ich weiß auch nicht ob ich mein Thema hier an der richtigen Stelle im Forum eingestellt habe.
Ich nehme schon seit längerer Zeit Fluoxetin ein (5 jahre) zur Zeit eine Dosis von 20 mg täglich ich bin gerade in einer Therapie und die Therapeutin meinte so lange ich Fluoxetin nehme kommen meine Probleme nicht an die Oberfläche und ich kann mich mit meinen Problemen nicht auseinandersetzen und dann komme ich nicht vorwärts. Ich habe sehr viel Angst vor dem absetzen weil ich es schon zwei mal versucht habe und es ist mir nicht geglückt ( in Begleitung mit einem neurologen) wir haben dann beschlossen das ich die Tabletten erst mal wieder weiter nehme.
Ist es so das Fluoxetin die Probleme die man hat unter einem Deckel hält und man kann sich dann nicht mit auseinandersetzen und es bessert sich nichts? Ich habe Angst davor die Tabletten abzusetzen weil ich befürchte das dann alles wieder so wird wie vorher und meine Angsterkrankung wieder zurück kommt. Wie wirken Fluoxetin? Unterdrücken Fluoxetin die Probleme die man hat? Ich hatte gedacht Fluoxetin gleicht das Ungleichgewicht im Gehirn wieder aus? Wer hat Erfahrungen mit dem Absetzen von Fluoxetin? Vielen Dank für eure Antworten und Erfahrungen

19.11.2017 11:24 • 06.10.2018 #1


12 Antworten ↓


Gerd1965
Also ich bin ein Laie, weiß aber, dass einige Therapeuten das sagen.
Ich habe einmal einen Artikel gelesen, der auch das Gegenteilige aussagte.
Ich denke, wenn ein Therapeut gut ist, wird es auch mit Tabletteneinnahme (SSRI) möglich sein, mit dir zu arbeiten. Meine Meinung dazu

19.11.2017 11:42 • x 2 #2



Wie wirkt Fluoxetin? Erfahrungen mit dem Absetzen

x 3


Zitat von Katzenfan:
Ist es so das Fluoxetin die Probleme die man hat unter einem Deckel hält und man kann sich dann nicht mit auseinandersetzen und es bessert sich nichts?

Hallo,
es gibt keine festgeschriebene Wirkung bzgl. ADs. Wenn bei dir Fluoxetin deckelt, dann kann es bei mir vielleicht auch gar nicht anschlagen. Es gibt sicherlich auch Menschen, die unter Fluoxetin eine Art von "Dämpfung" erleben oder aber einen verbesserten Antrieb verspüren.
Zitat:
die Therapeutin meinte so lange ich Fluoxetin nehme kommen meine Probleme nicht an die Oberfläche und ich kann mich mit meinen Problemen nicht auseinandersetzen und dann komme ich nicht vorwärts.
Seltsame Therapeutin sollte eigentlich soweit ausgebildet sein, daß sie das besser hin bekommt. Ist ja wie beim Orthopäden, dem man von den vielen Stürzen berichtet und der behandelt einen nur, wenn man gerade im Warteraum gestürzt ist, anderenfalls sieht er sich zu gar nichts veranlaßt.

Oftmals ist es so: ADs machen uns überhaupt therapiefähig, weil wir ohne ADs gar nichts können.

19.11.2017 12:14 • x 1 #3


Bei mir was es so, wie reenchen schreibt.

Ich war ohne ad gar nicht wirklich Therapiefähig. Musste erstmal auf ein erträgliches Level runter kommen ehe ich an meinen Problemen arbeiten konnte...

Lg

19.11.2017 14:13 • x 1 #4


Bei mir ist das immer so wenn ich Fluoxetin nehme dann geht es mir gut und ich denke mir ich kann die Tabletten jederzeit absetzen jetzt brauche ich keine Tabletten mehr aber leider hat es nie funktioniert dann nehme ich die Tabletten wieder und es geht mir nach einer Zeit wieder besser und dann denke ich mir das kann doch gar nicht sein das ich das mit dem Absetzen nicht schaffe
Was sind eure Erfahrungen mit dem Absetzen wie lange habt ihr Fluoxetin genommen?

19.11.2017 19:07 • #5


8 Wochen - es wirkte bei mir nicht.

19.11.2017 19:24 • #6


Hat jemand Erfahrungen mit dem Absetzen von Fluoxetin?
Sind bei euch Absetzerscheinungen aufgetreten?
Sind nach dem Absetzen wieder alte Probleme zurück gekehrt?
Wie lange habt ihr Fluoxetin genommen?
Ich habe ein bisschen Angst das ohne Medikamente die alten Probleme wieder zurück kommen.

06.10.2018 08:04 • #7


Perle
Hallo Katzenfan,

ich habe in meinem Leben glaube ich vier Mal Fluoxetin nehmen müssen, jeweils immer so etwa -3 Jahre. Das letzte Ausschleichen war dieses Jahr von Februar-Mai, Ausgangsdosis waren 20 mg. Dadurch, dass ich die Ausschleichphase in winzigen Schritten vollzogen habe, hatte ich gar keine Absetzerscheinungen.

Ich muss sagen, dass es mir derzeit echt gut geht und ich überhaupt keine Gedanken mehr an das Medikament verschwende. Ich hoffe, ich kann diese Stabilität dieses Mal halten. Bei mir hängt es ganz stark von den aktuellen Lebensumständen ab und die sind momentan geregelt und positiv. In früheren Zeiten hatte ich Ängste, Unzufriedenheit, Minderwertigkeitsprobleme, Bindungsprobleme und noch einiges mehr. Das hat sich alles reguliert.

Insofern kann ich Dir nur ans Herz legen, das Ausschleichen zu probieren. Machs in kleinen Schritten wie ich, was soll schon groß passieren? Und Probleme aus der Vergangenheit? Nun, haben wir die nicht alle? Sie gehören zum Leben dazu, wichtig ist Deine Einstellung dazu und ob Du daraus gelernt hast.

Ich drücke Dir die Daumen. Nur Mut!

LG Perle

06.10.2018 09:09 • #8


Ich werde es nebenbei noch mit einer Psychotherapie versuchen. Vielleicht habe ich dann bessere Chancen das es mir gelingt.

06.10.2018 09:30 • #9


Ich habe Fluoxetin 7 Jahre lang genommen. Es gab 3 Ausschleichversuche, die schief gingen. Der 4. 2014 gelang auch nicht wirklich, denn seitdem nehme ich nichts mehr und es ging deutlich bergab. Das Ausschleichen war vielleicht doch nicht langsam genug, wer weiß. Ich hatte am beim Ein-und Auschleichen immer viel Herzklopfen und Restless legs, immer eine Gewichtszunahme unter der Einnahme, außerdem häufigen Juckreiz. Gegen die Depressionen half es, gegen die Ängste auch, aber sehr bedingt. Eine Histaminunverträglichkeit habe ich auch entwickelt. Ein Oberarzt in einer Medikamentenedukation im Zuge eines Klinikaufenthaltes bestätigte meine Frage, ob es damit zusammenhängen könne, denn Serotonin und Histamin sind beides biogene Amine. Habe auch andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten in der Zeit der Einnahme entwickelt, die sich noch nicht zurückentwickelt haben. Auch ich wurde erst unter der Einnahme therapiefähig, aber jetzt ohne fühle ich intensiver und komme an meine Gefühle besser heran, auch, wenn sie leider extrem intensiv sind, mich überfluten. Beim Ausschleichen fand ich es erst angenehm, endlich Freude wieder richtig spüren zu können, aber ich fing schnell wieder an, nah am Wasser gebaut zu sein, depressives, dissoziieren etc kam wieder. Auch bei mir gibt es Schwankungen. So gab es Zeiten, wo es einigermaßen ohne ging, aber nie wie früher, wie es sein müßte um normal zu leben. Parallel läuft natürlich (!) Therapie, leider nur noch Notfallstunden und auch EMDR, wovon ich viel halte. Klar, ich bin ich immer wieder am schwanken, ob ich wieder Fluoxetin nehmen soll, aber ich habe durch Allergien und Erfahrungen eine Medikamentenangst entwickelt und es gibt noch andere Gründe. Ich wollte immer Kinder und unter Fluoxetin ist dies nicht möglich. Fluoxetin hat mir einerseits geholfen, andererseits meine Probleme gedeckelt, das kann ich klar beantworten. Mein Psychiater und meine Therapeutin drängen mich aber nicht zu Medikamenten. Es gab massig Ärzte, bei denen es anders verlief, wo es ausschließlich um Medikation ging. Ich habe auch einiges durch, was ich nicht vertrug. Ich muss sagen, ich glaube nicht an eine dauerhafte Regulierung der Neurotransmitter durch Fluoxetin. Sobald ich es ausschleichen ließ, kam alles wieder, obwohl ich viel geändert habe. Scheinbar nicht genug oder meine Neurotransmitter sind einfach dauerhaft in einem Ungleichgewicht. Mir wurde auch gesagt, dass man es eigentlich nicht verstehen würde, denn ich bin reflektiert, aber scheinbar regulieren sich meine Neurotransmitter trotzdem nicht. Belastende Veränderungen werfen mich vollkommen aus der Bahn. Gehirntechnisch und auch hormonell.
Allerdings, Katzenfan, eine Dosierung von 20mg sind wirklich nicht so viel und daher sethen die Chancen vielleicht nicht schlecht, dass du nach sehr langsamem Ausschleichen doch ohne klar kommen könntest. Meinen Erfahrungen entspricht das nicht, aber jeder Fall ist anders. Liebe Grüße!

06.10.2018 12:17 • x 1 #10


Floki
Zitat von Reenchen:
8 Wochen - es wirkte bei mir nicht.


Bei mir hat es fast 3 Monate gedauert bis die Fluoxetin wirkten. Hatte enorme Nebenwirkungen!

lg

06.10.2018 13:03 • #11


Jadala
Ich habe Floxetin wegen Zwangsgedanken für etwa 9 Monate genommen. Die schlimmsten Nebenwirkungen waren nach 12 Wochen vorbei (ich konnte nur noch 2-3 Stunden schlafen). Das Absetzen ging problemlos, keine Entzugserscheinungen o.ä.
Ich hab seitdem (ist 12 Jahre her)?immer nur kleine Rückfälle gehabt, die ich gut händeln konnte. Aktuell geht es mir psychisch wieder schlechter, allerdings habe ich keine ZG sondern eine Angststörung.

06.10.2018 13:14 • #12


Zitat von Crazy-Monkey:
Sobald ich es ausschleichen ließ, kam alles wieder, obwohl ich viel geändert habe.


ich habe es auch schon zweimal versucht Fluoxetin auszuschleichen, aber es hat irgendwie immer nicht ganz geklappt.
Vielleicht war der Zeitpunkt nicht ganz der richtige weil ich damals eine Weiterbildung gemacht hatte.

Wir sind jetzt von 40 mg auf 20 mg runter und wenn ich mit der Therapie anfange bekomme ich vom Neurologen einen Plan für das Ausschleichen.
Ich hoffe das es dann beim dritten mal klappt.

Ich habe ein bisschen Angst davor dass nach dem Absetzen z.B. Panikatacken wieder auftreten können. Fluoxetin hat mir dabei sehr geholfen. Ich hoffe das ich mich in der Zeit so viel weiter entwickelt habe das keine Panikatacken mehr auftreten.

06.10.2018 17:20 • #13



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. med. Andreas Schöpf