Pfeil rechts
24

Hallo Robinson,
zur Vervollständigung: Ich war gestern bei meinem Neurologen und er meinte, es wäre ungewöhnlich, wenn ein Medikament erst gut wirkt und plötzlich schlecht. Und dass Tia nicht abhängig macht. Ich also das Tianeptin wieder rausgekramt und 1 Tablette genommen. 10 Minuten später ließen Unruhe und Verzweiflung langsam nach und der Tinnitus wurde wieder laut. Warum mein Körper auf die letzten bruchstückhaften Tia-Gaben so schlimm reagiert hat, weiß ich nicht.
Ich nehme das Tia jetzt wieder 3x12,5. Nicht gerne, wegen der Nebenwirkungen, aber vermutlich gibt es passendere Gelegenheiten als jetzt das Zeug abzusetzen. Eigentlich kann ich froh sein, dass überhaupt mal was hilft.
Was die Krankheit ist und was Entzug/Gewohnheit wird man mit einer 20-jährigen Einnahme von ADs & Co. wohl nie erfahren. Vielleicht ist es an der Zeit, das zu akzeptieren.

18.09.2019 18:49 • #61


Robinson
Na ja, ganz ehrlich,
bei Krümeldosen ist es doch eher die Psyche und die Erwartungsangst, und dann kommen die Symptome.
Das ist jetzt keine Abwertung, die Symotome hast du ja wirklich, aber nicht von dem Wirkstoff.
Gerade Tia ist eines der NW-ärmsten Medikamente und ich habe Null NW.
Bestimmt kriegst du das jetzt in den falschen Hals, aber das liegt auch an unserer Krankheit.
Allerdings fühle ich auch einen subjektiven Wirkverlusst, d.h. ich spüre jetzt keinen direkten Benefit mehr.
Und lasse ich sie weg, ohne Ausschleichen,geht das ohne Probleme.
Kein Schweissausbruch, Zittern oder andere Spielchen.
Ich merke nur, wie ich wieder mehr Dperessiver werde.

Gruss vom Robinson !

11.10.2019 01:16 • #62



Tianeurax mein Erfahrungsbericht

x 3


Hallo,
ich nehme immer noch Tianeurax. Jetzt sind es schon an die 4 Jahre. Durch einen Unfall, Krankenhaus und weiteren Medikamenten hatte ich zeitweise mit der Einnahme von Tia Schwierigkeiten (mal vergessen, mal 2 Tage kein Tia nehmen können im Krankenhaus usw.), einige Wochen stärker dosiert Tramadol nehmen müssen, Ibu und Metamizol, dadurch schien Tia überhaupt nicht zu wirken und natürlich schwere Episode bekommen.

Bin auf dem Weg der Besserung und nehme Tia jetzt seit September wieder absolut präzise nach Uhrzeit und wenigstens die Depression bessert sich zusehenst.

Liebe Grüße

06.11.2019 14:52 • x 1 #63


Robinson
Ich bekomme zur Zeit Nachts Stressprobleme.
Tagsüber kann ich mit Tia gut Schlafen, aber nach 22Uhr geht es los mit schwer aushaltbaren Stresszuständen.
Liege meist bis 02Uhr wach, dann nehme ich eine DPH und kann so 4H Schlafen.
Ich weiss nicht, ob das ein Entzugssymtom ist.

12.11.2019 09:29 • #64


Robinson
Ist es wohl.

Ich habe jetzt (4.00h) mal Tia genommen und merke, dass ich Entstresster und Entspannter werde. Druck löst sich im Kopf.
Bekomme sonst richtige Unruhezustände Nachts, mit Zähne zusammenbeissen und Kopfdruck, Agitiertheit, Gedankenrasen usw.

Aber mein Tagesrhytmus ist eh futsch.
Penne tagsüber Stundenweise weil ich Nachts nicht mehr Schlafen kann...

Leider bekomme ich jetzt stärkere Depressionen als ohne Tia.
Aber alles was mich runterholt macht mich wohl Depressiv.
Da bricht sozusagen das Zähne zusammenbeissen weg und ich bin dann am Aufgeben des Widerstandes gegenüber meinen Gefühlen und Gedanken
Leider führt Tia dazu, dass man sich viel bewusster der ganzen Misere seines Lebens ist, weil Kognitiv viel angestubst wird.
Was verbuddelt war kommt zutage, weil man sich besser Erinnern kann und das Denken klarer wird.
Nur, so ohne Therapie als Auffangbecken ist das recht kritisch, also Vorsicht, auch wenn man dazu noch alleine ist.
Tia 'kappt' ja schliesslich nicht die Emotionen wie SSRI.
Wenn man was zur Nacht hat, ist man gut beraten.
In wie Weit das Nachts nicht mehr Schlafen können als "Entzug" zu werten ist weiss ich nicht.
Aber da Tia eine kurze HWZ hat, ist es zu vermuten, da ja auch Schlaflosigkeit im BPZ als NW steht.
Und: ich kann prima mit Tia tagsüber einschlafen.
Und, was mir noch auffällt, ich bemerke jetzt dadurch deutlichen "Nachlegedrang".
Nicht in der Einzeldosis sondern im Verlauf. Besonders wenn ich Tia Solo nehme, und nichts nehme zur Nacht.

Gruss Robinson...

10.12.2019 06:43 • x 1 #65


Nicht wenige sind ja der Ansicht das die vorgeschriebene Dosis von 3 x 12,5mg zu wenig ist für einen therapeutischen Effekt.

10.12.2019 17:06 • #66


Robinson
Zitat von Acanthurus:
Nicht wenige sind ja der Ansicht das die vorgeschriebene Dosis von 3 x 12,5mg zu wenig ist für einen therapeutischen Effekt.


Nun, zu wenig vielleicht. Ja.
Es entsteht nur ein unangenehmes Loch, wenn man nicht schlafen kann, oder nichts zum Schlafen nimmt.
Eigentlich logisch bei einer Wirkdauer von 4 Stunden.
Ausserdem ist dieser Switch vom Come-Up und der Come-Down Phase anstrengend.
Man ist immer irgendwie im Jojo der Gefühle.

Aber 2x12.5mg bringen auch nicht mehr. Nur mehr Kopfdruck. Und das Gehirn gewöhnt sich an das Medikament und regelt dagegen.
Trotz allem finde ich den Effekt der verbesserten Kognitiven Leistung gut, wenn man damit umgehen kann.
Schön, wenn man an Medikament weiter forschen könnte, denn es hat sein Potential bestimmt noch nicht ausgereizt.

Schade.

10.12.2019 17:53 • #67


Es soll ja die Wiederaufnahme von Serotonin verstärken also ein völliger Widerspruch zur Serotoninhypothese bei Depressionen &Co. Die Hauptwirkungung ist wohl eher die Modulation von Glutamat und die Bindung an Opiatrezeptoren, letzteres vor allem in höherer Dosierung. In Frankreich ist das Medi ja BTM.

Verstärkt oder bessert es eher Schlafstörungen bei längerer Einnahme? Ich hatte es nur kurz, leider keinen positiven Effekt auf Stimmung oder Schlaf.

10.12.2019 18:34 • #68


Zitat von Acanthurus:
In Frankreich ist das Medi ja BTM.Verstärkt oder bessert es eher Schlafstörungen bei längerer Einnahme? Ich hatte es nur kurz, leider keinen positiven Effekt auf Stimmung oder Schlaf.

Hi,
es ist richtig, daß Tianeptin am Opiat-Zentrum im Gehirn andockt... BTM? Nö! Es kann dich leider nur rückfällig machen, wenn du BTM-Erfahrung gemacht hast und wirkt dann auch nicht bestimmungsgemäß. Ansonsten hat es nicht viel damit zu tun. Wichtigste Vorraussetzung für die Einnahme von Tia sollte sein, daß dein Opium-Zentrum im Gehirn vorher noch nie durch Dro. penetriert wurde. Denn das wird von Tia angesprochen, reaktiviert so du willst.

Mit einem ausgewogenen Schlaf hat das nichts zu tun. Im Gegenteil: du könntest aktiver träumen und dann auch unruhiger schlafen. Ich nehme nachts Doxepin 50, um überhaupt zu schlafen. Meine Grunderkrankung würde mich sonst durchmachen lassen und den Tag- und Nachtrythmus aufheben. Hat also nichts mit Tia zu tun.

16.12.2019 19:55 • #69


Robinson
Zitat von Reenchen:
Hi,es ist richtig, daß Tianeptin am Opiat-Zentrum im Gehirn andockt... BTM? Nö! Es kann dich leider nur rückfällig machen, wenn du BTM-Erfahrung gemacht hast und wirkt dann auch nicht bestimmungsgemäß. Ansonsten hat es nicht viel damit zu tun. Wichtigste Vorraussetzung für die Einnahme von Tia sollte sein, daß dein Opium-Zentrum im Gehirn vorher noch nie durch Dro. penetriert wurde. Denn das wird von Tia angesprochen, reaktiviert so du willst.Mit einem ausgewogenen Schlaf hat das nichts zu tun. Im Gegenteil: du könntest aktiver träumen und dann auch unruhiger schlafen. Ich nehme nachts Doxepin 50, um überhaupt zu schlafen. Meine Grunderkrankung würde mich sonst durchmachen lassen und den Tag- und Nachtrythmus aufheben. Hat also nichts mit Tia zu tun.


Bei mir reduziert es die Lust auf Alk. und Nikotin deutlich.
Ich versuche jetzt 50mg Trittico zur Nacht.
Muss ja endlich mal wieder 8h nachts Schlafen sonst gehe ich kaputt.
Hoffe, ich lebe morgen früh noch

16.12.2019 22:27 • x 1 #70


Hallo und frohe Weihnachten

Kann mir jemand - am besten durch Quellen belegt oder zumindest gut begründet - sagen, wie es sich genau mit Tianeptin und zurückliegender Alk. verhält? Hier wird ja oft allgemein von Dro. in der Vergangenheit berichtet, bezüglich derer Tianeptin durch das Andocken im Opiatzentrum zu einem Rückfall oder zu einer eigenständigen Sucht führen kann. Allerdings wird im Beipackzettel auch ohne nähere Begründung auf Alk. hingewiesen. Man sagt ja auch, dass trockende Alk. anfälliger für Süchte nach dämpfenden Dro. wie Opiaten sind. Also besteht nun die Gefahr, durch Tianeptin einem Alk. zu erleiden oder als trockender Alk. eine Tianeptin- oder durch Tianeptin anbgestoßende Opiat-Sucht zu entwickeln? Laut Beipackzettel, sollte die Tianeptin-Gabe bei Menschen mit vergangenen Dro. und Alk. streng überwacht werden. Allerdings gibt es ja bei den meisten Psychiatern Termine eher nur um 2-Monats-Rhytmus und die, mit denen ich gesprochen habe, haben weder Ahnung noch Erfahrungen mit Tianeptin und können keine verlässliche Information geben. Wenn man Tianeptin googelt, bekommt man außerdem sogar eine Studie zu sehen, die Tianeptin gerade für depressive trockene Alk. empfiehlt, was es noch verwirrender macht. Über Infos oder Berichte wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße

26.12.2019 13:38 • #71


Robinson
Ich kann nur von mir berichten, dass das Verlangen nach Alk. und Zig. stark nachlässt.
Auch eine Dosissteigerung habe ich nicht.
Habe aber auch keine Opioiderfahrung.

27.12.2019 18:34 • #72


Nuray
Ich nehme Tianeptin seit 14 Tagen. Ich bin schnell sehr angespannt und erregt durch kleine Reize, Situationen oder Erinnerungen. Meine Angstzustände treten dann schubweise auf. Ich fühle mich teilweise sehr verwirrt und schläfrig. Ich bin gerade in stationärem Aufenthalt. Die Ärzte auf Station sind sich einig das es nicht sein kann das ich Nebenwirkungen verspüre und das dies aus mir heraus kommen würde. Bei der Vertretungsvisite war der Arzt der Meinung das die Umstellung die Vulnerabilität erhöhen kann. Das empfinde ich auch so. Jedoch liest es sich im Netz das Tianeptin genau das Gegenteil bewirken soll.
Meine Frage habt ihr Erfahrungen mit den Symptomen? Hat jemand die Erfahrung gemacht das sich die Symptome mit der Zeit legen? Oder gar ein Alternatives nw- armes Medikament gegen Depressionen und Angstzustände?

Vielen dank schon mal im voraus.

01.03.2020 12:57 • #73


Robinson
Zitat von Nuray:
Die Ärzte auf Station sind sich einig das es nicht sein kann das ich Nebenwirkungen verspüre und das dies aus mir heraus kommen würde.


Ich kann das auch singen:

Tianeptin ist das NW-ärmste Medikament was es auf dem Markt gibt.
Es wird sogar als Nootrop. im Internet frei verkauft.
Aber wer bin ich schon, dass du mir glaubst, wenn du nicht mal den Ärzten glaubst.
Ich bin sehr sensibel, glaube mir, und ausser leichten Kopfschmerzen und Schlafprobleme und etwas trockenen Mund hatte ich keine NW und die gingen auch vorbei.
Frag zur Absicherung doch auch @Reenchen oder Google nach Tia Erfahrungsberichte.
Ich glaube dir ja das du Symptome hast!
Aber das ist 100 Pro der Nocebo-Effekt.
Bei SSRI und Co. sah das ganz anders aus.
Diese Zweifel sind part unserer Erkrankung.
Ich und reenchen nehmen das Zeug schon Jahrelang.
Es ist wirklich nur die Erwartungsangst.
Für mehr Infos zu Tia, frag mich ruhig.

Lieben Gruss Robinson.

05.04.2020 19:00 • #74



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. med. Andreas Schöpf